Endloses Nuckeln am Abend

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Stina82
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Endloses Nuckeln am Abend

Beitrag von Stina82 »

Ich poste das nun mal hier, obwohl es vielleicht genauso gut ins Schlafforum gehören könnte.

Wir stillen nun seit 16 Monaten. Tagsüber vielleicht noch zwei oder drei Mal, an Ausnahmetagen auch mehr. Er isst meistens ganz gut, und zwar immer das was wir essen. Wir haben von Anfang an BLW gemacht, Brei hat er nie bekommen und wir haben ihn auch sehr selten gefüttert. Mittlerweile isst er selbst mit Löffel oder Gabel oder einfach nur den Händen. Seit ungefähr einem halben Jahr will er abends dauerstillen. Wenn ich mit ihm gegen neun ins Bett gehe, kann ich nie vor elf wieder aufstehen. Mittlerweile muss ich ihn selbst aktiv abdocken, selbst loslassen tut er fast gar nicht mehr. Wenn ich Glück habe, darf ich dann noch mal für ne Stunde aufstehen, dann wird er schon wieder wach und dann hilft nur stillen. Die Nacht schläft er dann meist ganz gut, vielleicht will er noch ein oder zwei Mal zwischendurch stillen und dann morgens so gegen sechs Uhr will er wieder dauernuckeln.

Ich habe mich bis jetzt immer wieder damit arrangiert und beschlossen, dass er das halt noch braucht. Nun waren aber die letzten zwei Abende und Nächte wirklich katastrophal, d.h. dauernuckeln rund um die Uhr. Heute Nacht um vier konnte er dann gar nicht mehr einschlafen, entsprechend gerädert bin ich jetzt auf der Arbeit :( Heute Nacht hatte ich zum ersten Mal den Eindruck, dass er vielleicht wirklich nicht satt wird. Ich hab ihm dann nachts ein Käsebrot gemacht, das er dann auch zur Hälfte gegessen hat, schlafen konnte er danach allerdings auch nicht. Kann es sein, dass nicht genug Milch kommt, so dass er davon wirklich nicht satt wird am Abend? Er isst wie gesagt manchmal gut zu Abend, manchmal fast nichts, dann hat er aber oft Unmengen zu Mittag gegessen. Ich bin ja eigentlich nicht so für Abendbrei oder dergleichen, aber vielleicht würde er wirklich irgendwas vor dem Zubettgehen brauchen? Wie macht ihr das?

Gerade geh ich echt auf dem Zahnfleisch, kein Ende ist in Sicht, und ich frage mich wie das läuft, wenn man noch mehr Kinder haben will? Verbringe ich dann die nächsten zehn Jahre die Abende stillend im Bett :shock: ?
Gruesse aus Schweden von Stina mit dem Goldstern (03/11) und dem Mini (09/13)

Clauwi Trageberaterin
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gadjodilo
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Re: Endloses Nuckeln am Abend

Beitrag von gadjodilo »

Hui ja das ist bei uns noch gar nicht so lange her und es gab immer wieder mal so anstrengende Phasen und die gingen vorbei. Wobei das mit dem morgendlichen intensiven Stillen in der Früh haben wir immer und es stört mich nicht.

Ich hab mir in dem Alter auch die Frage des Hungers gestellt, bei uns war es aber nicht wirklich Hunger, eher das Bedürfnis nach Nähe und der beruhigende Effekt. Und auch wenn er zahnte hatten wir solche Phasen. Also: Wachstumsschub, Entwicklungsschub, Zahnen oder einfach nur einen ereignisreichen Tag "vernuckeln".

Mich tröstete dass es immer wieder vorbei ging, dass die fast durchgeschlafenen Nächte immer mehr wurden und das beruhigende Gefühl ihm mit dem Stillen helfen zu können. Ich weiss jetzt nicht ob mein Post dir hilft ich schicke dir einfach mal eine Portion Energie und wünsch euch dass es bald wieder ruhiger zugeht bei euch. Ich verstehe dass du sagst du kannst nimmer und gehst auf dem Zahnfleisch, das sind wirklich schwere Zeiten.

Ist jemand da der dich tagsüber, oder morgens am WE mal entlasten kann so dass du mal bisschen Zeit für dich hast, sei es um ein warmes Bad mit viel Schaum zu geniessen oder einfach nur nochmal die Augen zumachen zu können und zu schlafen.
Liebe Grüsse
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Stina82
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Re: Endloses Nuckeln am Abend

Beitrag von Stina82 »

Danke, deine Antwort hilft mir auf jeden Fall. :wink:
gadjodilo hat geschrieben:Wobei das mit dem morgendlichen intensiven Stillen in der Früh haben wir immer und es stört mich nicht.
Wäre es nur das, würde mich das auch nicht stören. Ich bin mir nur wie gesagt nicht sicher, ob er das vielleicht macht, weil er morgens dann wirklich Hunger hat. Dagegen spricht, dass er meist eher "schlecht" frühstückt....
gadjodilo hat geschrieben: Mich tröstete dass es immer wieder vorbei ging, dass die fast durchgeschlafenen Nächte immer mehr wurden und das beruhigende Gefühl ihm mit dem Stillen helfen zu können.
Bei uns wird es leider nicht wirklich besser. Nachts (also zwischen 12 und 5 Uhr) ist es oft besser als noch vor ein paar Monaten, aber die Abende werden eher schlimmer. Vorher durfte ich wenigstens vielleicht nach ner Stunde mal abdocken. Das geht jetzt frühestens nach zwei. Ich weiss wirklich nicht, wann ich das letzte Mal nen Film geschaut habe o.ä. Es lohnt sich ja doch nicht damit anzufangen. (Tut mir leid, dass ich hier rumjammer, aber irgendwie brauch ich das jetzt mal.) Ich würds wohl auch noch ein halbes Jahr länger aushalten, aber gerade ist da nichts, dass mir sagt, dass es dann besser wird. Im Gegenteil. Und dann habe ich eben auch gerade nicht das Gefühl, dass ihm das Stillen wirklich hilft. Er nuckelt und wälzt sich hin und her, dockt mal kurz ab, nur um dann aufzuweinen, wieder anzudocken und weiter rumzuzappeln. Ich fühle mich total ausgesogen, hatte mitten in der Nacht total Hunger (habe drei (!!) Brote verdrückt) und hatte wie gesagt auch nicht den Eindruck, dass er wirklich satt und zufrieden ist.

Vorher habe ich das auch immer gesehen wie du. Dass er das Nuckeln für die Nähe braucht, aber nicht um satt zu werden. Gerade zweifel ich daran aber. Und gleichzeitig wunder ich mich auch, warum er nicht satt werden sollte. Soviel wie er stillt müsste ich doch eigentlich Milch ohne Ende haben :roll: Davon merk ich aber nix.
gadjodilo hat geschrieben:Ist jemand da der dich tagsüber, oder morgens am WE mal entlasten kann so dass du mal bisschen Zeit für dich hast, sei es um ein warmes Bad mit viel Schaum zu geniessen oder einfach nur nochmal die Augen zumachen zu können und zu schlafen.
Ja, das habe ich. Mein Mann nimmt sich viel Zeit für den Kleinen, auch um mich zu entlasten. Ich bin eben einfach gerade frustriert, weil ich so gerne mal wieder die Abende für mich hätte (da kann er mir ja nicht helfen) und weil ich unsicher bin, ob ich das wirklich alles so richtig mache, wie ich es mache....
Gruesse aus Schweden von Stina mit dem Goldstern (03/11) und dem Mini (09/13)

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Iris
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Re: Endloses Nuckeln am Abend

Beitrag von Iris »

Vielleicht ist es ja tatsächlich an der Zeit, etwas an Eurem Abendritual zu verändern. Habt Ihr außer dem Einschlafstillen ein Ritual? Vielen Kindern hilft es, wenn die Abläufe vor dem Schlafen immer gleich sind, z. B.: ins Bad/Kinderzimmer gehen, umziehen, waschen, Zähne putzen, ein Buch angucken, stillen, Lied singen, schlafen.
So weit die Theorie. :mrgreen:
Bei meiner Großen war es ähnlich, wie Du es beschreibst. Seit ich das Ritual eingeführt habe, habe ich abends nur noch im Sitzen gestillt und das dann auch irgendwann beendet, meine Tochter noch ein wenig herumgetragen und dann ins Bett gelegt, aber in der Regel nicht mehr gestillt. Am Anfang war es nicht nur "ein wenig" Herumtragen, aber die Zeit wurde kürzer.
Andere machen gute Erfahrungen damit, das Kind in einer Tragehilfe in den Schlaf zu tragen - das könnte auch der Papa machen.
Wie wäre es, wenn Du es einfach mal versuchst? Evt. nach dem Stillen an den Papa übergeben, der kuschelt noch ein wenig mit Eurem Kind, trägt es evt. in den Schlaf und Du gehst wirklich und ausdrücklich weg und bist nur im Notfall erreichbar?
Ich habe das in diesem Alter auch einfach mal gemacht und siehe da: Es funktionierte hervorragend. Bei uns war es insbesondere meine Mutter, die unschlagbar darin war, unser hibbeliges Töchterlein ruhig zu bekommen. Einen ihrer Tricks habe ich übernommen. Sie erzählte eine unsagbar monotone, aber schöne Geschichte - das Geheimnis war, dass in der Geschichte sich bestimmte Elemente immer wiederholt haben. Hat einen ähnlichen Effekt wie Schäfchen zählen. :wink:
Iris mit Großer -10/05- und Kleiner -02/08- , erzogen und geimpft
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Nuala
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Re: Endloses Nuckeln am Abend

Beitrag von Nuala »

OT: Oh, ich hätte bitte gerne Details zu der Geschichte! :D
Ab und zu gibt's hier auch Probleme mit dem abendlichen Runterkommen, so eine monotone Geschichte wär etwas nach aufregenden Tagen.
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Iris
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Re: Endloses Nuckeln am Abend

Beitrag von Iris »

Vielleicht sollte ich mal ein Buch schreiben mit diesen Geschichten. ;-)
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Stina82
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Re: Endloses Nuckeln am Abend

Beitrag von Stina82 »

Das Buch würde ich sofort kaufen :-)

Iris, d.h. du hast sie nach dem Rumtragen dann wach ins Bett gelegt und dann konnte sie ohne Nuckeln einschlafen? Wir haben schon ein kleines Ritual, wenn auch nicht immer zur exakt gleichen Zeit, sondern wenn ich merke, dass er müde ist. Das funktioniert auch eigentlich gut, denn einschlafen tut er ja sofort, er will nur danach weiter nuckeln, sonst wird er wach. Manchmal geht Papa auch abends noch ne Runde in der TH mit ihm, wenn er müde ist schläft er dabei ein, das Problem ist dann nur das Hinlegen danach. Und selbst wenn das glückt wacht er meist kurz danach auf und will wieder nuckeln. Das Gleiche, wenn Papa mit ihm Musik hört und ihn rumträgt und er dabei einschläft. Auch dann wird er wieder wach. Sowohl wenn man ihn ins Bett legt als auch, wenn Papa ihn im Arm behält. Wenn er wieder wach wird ist sofort grosse Panik, wenn ich nicht sofort zur Stelle bin. Papa ist dann definitiv der Falsche und das bringt er auch lautstark zum Ausdruck.

Dennoch ist es nochmal ein Versuch wert, das wirklich als festes Ritual zu machen. Also Zähneputzen und bettfertig machen, Buch lesen, im Sitzen stillen und dann Rumtragen bis er schläfrig wird. Vielleicht wird es ja nach ein paar Abenden besser. Ich lasse nichts unversucht...

Also ihr meint alle nicht, dass er Hunger hat und einfach zu wenig kommt?
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Clauwi Trageberaterin
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gadjodilo
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Re: Endloses Nuckeln am Abend

Beitrag von gadjodilo »

Ich möchte auch wissen wie diese monotone Geschichte geht ;-)

Also bei uns geht das mit Papa nur irgendwann muss Mama her, ich brauche momentan auch wieder seeehr lange abends und ich habe vor kurzem auch gejammert ;-) und tu es teilweise auch noch. Bei uns ist es aber eher so dass er sichtlich todmüde ist aber halt nicht schlafen will und immer wieder aufsteht...

Wir hatten das auch so wie du schreibst und es kam danach eine bessre Zeit, eine Weile war es so wie du auch beschreibst, dann ging es mal wieder besser, viel besser. Ich verstehe deinen Frust sehr gut. Habe aber ausser versuchen zu akzeptieren und anderwärts Energie zu tanken kein Rezept.
Liebe Grüsse
Caro mit Minimax *08.2010
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