Nach langem hin und her Überlegen habe ich mich entschlossen, euren Rat einzuholen, da ich grad nicht weiter weiß.
Folgende Situation:
- Kind ist 8 1/2 Monate (37 Wochen), vor 2 Wochen 78 cm und 10,5 kg, von Anfang an gestillt
- isst B(r)eikost in rauhen Mengen (daher eigentlich Brei-, statt Beikost)
- ich bin (oder eher war, grad ist es etwas besser) tagsüber immer mal außer Haus (Studium und Praxissemester), Kind ist dann bei Papa oder Oma
- er hat dann abgepumpte Milch in der Flasche bekommen, die er immer problemlos angenommen hat.
- ich hatte ca. 3 Monate "viel" Milch, brauchte Auffangschalen, die überliefen, während er auf der anderen Seite trank, dann hat es sich gut "eingependelt", jetzt brauch ich nicht mal mehr Stilleinlagen
- anfangs ziemlich starker MSR (ihm lief's am Anfang aus Nase und Mund wieder raus, der arme Kerl, weil er gar nicht so schnell schlucken konnte!
. ich würde ihn als schnellen und effizienten Trinker einstufen, denn nach wenigen Wochen brauchte er unter 10 Minuten zum Stillen und meldete sich nach ca. 3 Stunden wieder.
So, das sind so die Rahmendaten, jetzt mal zu meinen zahlreichen Fragen:
Mit Beikost hat mein Sohn so vor ca. 3 Monaten angefangen. Nachdem er sich ein Stück Apfel klaute, das in den Mund nahm und runterschluckte haben wir's einfach probiert. Er hat also immer wieder ein paar Löffel Brei bekommen, den auch gut vertragen. Irgendwann hatte er den Dreh raus, dass man damit auch Hunger bekämpfen kann und das nicht nur ein Spiel ist, und seit dem ist er kaum zu bremsen. Ich habe ihm immer nach den "Mahlzeiten" die Brust angeboten, aber er trank immer weniger und mittlerweile dreht er sich direkt weg. Er hat sich also quasi tagsüber abgestillt, ganz selten trinkt er mal wenige Schlucke. Er isst mittlerweile 3-4 Breimahlzeiten über den Tag verteilt, jeweils zwischen 180g und 250g, manchmal auch mit "Freßattacken", wo er nach einer Portion Gemüse-Kartoffel auch noch ein Obstglas verdrückt,aber das ist eher selten. Abends stillt er vor dem Einschlafen, nachts 1-2x und morgens noch einmal. Er bekommt mittags Gemüse-Kartoffel-(Fleisch-)Brei, nachmittags OGB, am frühen Abend Milchbrei. Seit ein paar Tagen ist er vormittags so hungrig, dass er da auch schon mal OGB bekommt. Er still wie gesagt dazu eigentlich nicht und trinkt auch nur wenig Wasser (wir bieten ihm einen Becher an, aber er trinkt eigentlich nie, manchmal ein paar Schlucke aber nie mehr als so ca. 50ml/Tag!) Der Kinderarzt, den ich zum Trinken befragte, sagte, ich solle mir keine Sorgen machen, ein gesundes Kind würde sich schon holen, was er braucht. Er würde das über's Stillen kompensieren. Ich mache mir trotzdem Sorgen, dass er zu wenig Flüssigkeit bekommt, da er ja dann tagsüber nur die Flüssigkeit aus dem Brei bekommt, aber er macht aber auch keinen ausgetrockneten Eindruck (ich bin Krankenschwester und würde behaupten, dass ich das ein wenig einschätzen kann). Er ist fit und munter, hat aber keine 6 schweren Windeln am Tag (Die morgens ist seeehr schwer, in den über'n Tag verteilten sind kleine Mengen Urin zu sehen)! Kann ich davon ausgehen, dass er das angebotene Wasser trinken würde, wenn er Durst hat? Oder sollte ich was ändern?
Mein viel größeres Problem und der Grund meiner Anfrage ist aber das abendliche Stillen:
Vor einigen Wochen (ich kann nicht mehr sagen, wann, aber es war noch, bevor es sich tagsüber komplett abgestillt hatte!), fand er abends nach dem Stillen einfach nicht mehr in den Schlaf, er jammerte und weinte richtig (sehr untypisch!) und ließ sich auch nicht beruhigen. Ich habe ihn dann mehrere Tage lang immer wieder und wieder angelegt, er versuchte zu trinken, aber er schluckte kaum, als wenn kaum etwas käme. Er musste lange saugen, damit er mal was zu schlucken hatte. Nach mehreren Tagen von diesem Weinen hatten wir den Eindruck gewonnen, dass er definitiv noch Hunger hatte (oder Durst?). Mein Mann hat also in unserer Verzweiflung abends eine Packung Milchnahrung geholt (HA 1er) und wir haben ihm diese Milch in der Flasche angeboten. Er hat sie quasi in einem Zug weggezogen und danach noch eine (insgesamt ca. 130 ml). Danach schlief er problemlos ein und hat sich nachts wie gewohnt zum Stillen gemeldet.
Seit dem läuft es so, dass er abends gestillt wird und dann eine Flasche bekommt (er trinkt dann um die 100ml, manchmal auch mehr, manchmal weniger). Er meldet sich dann ca. 6 Stunden später, stillt (gewohnt kurz!) und meldet sich dann wieder so 3 Stunden später und stillt wieder (s.o.).
Eigentlich würde ich aber gerne abends nur stillen. Ich kann das nicht rational begründen (es ist so nicht aufwändig, oder so), aber einige Punkte würde ich gerne loswerden. Er hat bis jetzt problemlos zwischen Flasche und Brust gewechselt (Sauger am Anfang Calma, mittlerweile meistens N*K Standard-Sauger), sollte ich mir trotzdem Sorgen wegen Saugverwirrung machen?
Er hat(te) ja anscheinend tatsächlich Hunger, warum lässt sich das nicht beim Stillen über den erhöhten Bedarf steigern? Liegt es daran, dass er tagsüber nicht mehr stillt? Müsste ich also tagsüber abpumpen, um den Bedarf zu simulieren? (Eigentlich finde ich die Situation so ganz angenehm, weil er ohne diesen ganzen "Abpump-Wahnsinn" bei Oma oder Papa bleiben kann, wenn ich an der Uni bin (wo ich dann bis dato auf dem Klo saß, um Milch abzupumpen
Oder sollte ich das einfach nicht so verbissen sehen und ihm die abendliche Flasche lassen? Irgendwie reagiere ich allergisch auf dieses "Das Kind kann ja auch nicht satt werden nur vom Stillen...".
Entschuldigt diesen Riesenroman, aber ich bin echt ratlos und ein bißchen verzweifelt! Die "kleineren" Fragen lass ich dann auch erstmal weg.
Ich hoffe, es ist irgendwie verständlich, worum es mir geht und ich bin echt dankbar, dass ich das hier loswerden kann. Ich habe schon nur durch das Lesen anderer Threads so viel Hilfe hier gefunden.