nie gestillt, drittes Kind eventuell? Fragen!

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

Tamanoir
Herzlich Willkommen
Beiträge: 14
Registriert: 18.05.2012, 14:11
Wohnort: Ruhrgebiet

Re: nie gestillt, drittes Kind eventuell? Fragen!

Beitrag von Tamanoir »

Hallo 3Mama,

kennst du schon die Linksammlung Stillwissen? Das Stöbern dort lohnt sich auf jeden Fall.

Ich stille meine Zwillis fast voll, d. h. ich füttere bei drei Mahlzeiten Pre per Brusternährungsset (BES) zu. Und ich war schon oft froh, dass ich einfach so die Brust auspacken und stillen konnte. Gerade wenn ich unterwegs bin und es länger dauert als erwartet. Ich bin eigentlich auch eher der schamhafte Typ, trage z. B. keine BH-artigen Bikinis sondern sog. Tankinis. Aber beim Stillen ist mir das ganz egal, das mache ich überall wo's nötig ist. OK, beim allerersten Mal (das war an einer Haltestelle) war es etwas komisch, aber nackt habe ich mich auch da nicht gefühlt. Ist schwer zu erklären.

Ich stimme wildmotzi zu: Zeit für's Baby wirst du sowieso viel brauchen. Und gerade wo dir dein Mann das Füttern (oder Milchmischen oder Spülen oder Sterilisieren) nicht mehr abnehmen kann, dürfe Stillen weniger "Arbeit" machen. Und zur Not gibt es ja auch noch andere Zufüttermöglichkeiten, z. B. mit dem Becher.

Schmerzen hatte ich nur ganz am Anfang für ein paar Momente, wenn A angedockt hat. Er war eine kleine Schnappschildkröte. Milchstau hatte ich jetzt drei Mal und jedes Mal bin ich besser damit klar gekommen, vermutlich, weil ich immer gelassener damit umgegangen bin. Essen tue ich auch alles, sogar Kohl, Zwiebeln & co. Probleme hat das noch nicht verursacht. Es gibt wohl seltene Fälle, in denen Babys tatsächlich auf Mamas Nahrung reagieren. Es lohnt sich aber erst etwas wegzulassen, wenn durch mehrmaliges ausprobieren sicher ist, dass es von diesem Nahrungsmittel kommt.

Ambulante Geburt? Meiner unprofessionellen Meinung nach ist das kein Hindernis zu stillen. Sprich deine Hebi doch mal an, wie gut sie im Stillthema weitergebildet ist. Und den Tipp mit der Stillberaterin hast du ja schon mehrfach bekommen. Wenn du dann wieder mobil bist, könnte auch eine Stillgruppe etwas für dich sein. Falls du doch ins KH gehst, kannst du mal gucken ob es ein Babyfreundliches Krankenhaus in deiner Nähe gibt.

Ich finde auch: Versuch macht klug. Mach dir nicht zu viel Stress, aber gib auch nicht zu früh auf.

Alles Gute,
Tamanoir
Tamanoir mit A. und J. (beide 03/12)
3Mama

Re: nie gestillt, drittes Kind eventuell? Fragen!

Beitrag von 3Mama »

Ich danke euch alle für die ausführlichen Antworten!
Schön, daß Ihr euch so viel Zeit genommen habt.....

Die Sache mit meinem Jüngsten stimmt wohl. Gebe ich die Flasche, habe ich in dieser Zeit auch nicht wirklich Zeit...dachte aber, wenn er eiversüchtig wird, daß er sie ihr ja dann auch mal geben kann....ich ihn eben mit einbeziehen kann, was beim stillen ja nicht möglch ist.

Hat denn schon jemand zugefüttert mit Flaschenmilch? Wäre das ab und zu mal möglich?
Gibt ja mehrere Gründe, warum das mal anfallen könnte.

Ich habe ja noch etwas Zeit und werde mich noch bisschen informieren und es mir dann durch den Kopf gehen lassen.

Ihr habt mir jedenfalls schon mal tierisch weiter geholfen!!!!!!!!!!!!!
DANKE nochmal!
smibo
hat viel zu erzählen
Beiträge: 191
Registriert: 02.05.2012, 20:53

Re: nie gestillt, drittes Kind eventuell? Fragen!

Beitrag von smibo »

Ich habe zwar nur ein Kind aber wir haben um das Stillen hart gekämpft und nach 3 Monaten hat das Stillen nun endlich geklappt. Ich war das Flaschenschleppen, reinigen und desinfizieren leid und das Stillen ist das Schönste was es gibt. Wenn ich mit weiteren Kindern gesegnet werde so möchte ich von Anfang an anlegen und auf keinen Fall gedankenlos zufüttern (was ich leider bei meinem jetzigen Kind aus Unwissenheit tat)
Probiers! Du wirst es nicht bereuen.
Benutzeravatar
Jägerin
Profi-SuTler
Beiträge: 3077
Registriert: 05.01.2007, 08:33

Re: nie gestillt, drittes Kind eventuell? Fragen!

Beitrag von Jägerin »

Jetzt habe ich kurz Zeit zu antworten. Also wie schon geschrieben ist mein Mittlerer auch vier Jahre älter als das Baby und extrem schwierig. Wenn ihm irgendwas nicht passt, wirft er von jetzt auf gleich Dinge durch die Gegend oder haut. Hat auch schon das Baby gekniffen.
Dabei finde ich Stillen deutlich leichter, als wenn ich mit hungrigem Kind auf dem Arm erst noch Flasche machen müsste.

Mein Sohn würde dem Baby auch keine Flasche geben wollen. Er mag gar nichts helfen, was ich ihm anbiete. Wichtig ist, dass er möglichst seine gewohnte Zuwendung bekommt.

Sehr schlimme Brustwarzen, offen und blutig, hatte ich bei der Großen. ich muss allerdings sagen, dass sich das Zähne zusammenbeißen gelohnt hat. Beim Zweiten hatte ich dann kaum noch Probleme und beim dritten gar keine mehr.
Es könnte beim ersten aber auch am schlechten Stillmanagment gelegen haben (Kaiserschnitt).
Wenn du ambulant planst, mach das ruhig, da können die im Krankenhaus dir auch nicht den Stillstart "versauen". Suche dir stattdessen besser im Vorfeld eine Stillberaterin, die du bei Problemen direkt kontaktieren kannst.

Meine Tochter hat damals nach 8 Wochen ca. 1x die Woche eine Flasche bekommen, wenn ich stundenweise arbeiten war.
LG
Jägerin mit (06), (08) und (2012)
Benutzeravatar
greenie bird
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1797
Registriert: 18.04.2011, 17:08
Wohnort: 夏洛滕堡
Kontaktdaten:

nie gestillt, drittes Kind eventuell? Fragen!

Beitrag von greenie bird »

Mir fällt spontan ein, gerade wenn Dein Mann Dir nicht helfen kann, solltest Du stillen. Und mach Dir keine Gedanken um das Einbeziehen, da wird das Stillen mMn zu wichtig genommen, denn im Grunde ist das Stillen das EINZIGE, dass Dir niemand abnehmen kann aber ALLES andere.
Toll, dass Du es beim dritten Kind versuchen willst. Meine Schwägerin war
sich nach zwei Flaschenkindern ebenfalls sicher es nicht zu versuchen. Es blieb auch dabei.
Mein erster Stillbeginn war eigentlich auch "zum Abgewöhnen" dennoch bissen wir uns durch und ich finde dafür auch belohnt. Klar ist Stillen nicht immer nur perfekt schön, aber beim Flasche füttern gibt es mindestens genauso viele Sorgen.
Ich würde Dir auch nur raten Dir schon vor der Entbindung eine Stillberaterin zu suchen, das kann nämlich viele Probleme ersparen und besonders Ängste und Bedenken ausräumen. Du kannst es sicher schaffen!


ǝlıqoɯ ɯoɹɟ ʇuǝs
Sprache ist ein mangelhaftes Instrument zum Ausdrücken von Gefühlen bzw. scheine ich schlecht darin zu sein, bitte fragt bei zweifelhaften Äußerungen von mir nach...

Gazelle (08/07)+Katerchen (07/10)
Piratenbraut
ist gern hier dabei
Beiträge: 57
Registriert: 14.01.2010, 17:51

Re: nie gestillt, drittes Kind eventuell? Fragen!

Beitrag von Piratenbraut »

Hallo,

ich habe 2 Kinder. Beide nicht gestillt. Beim ersten hat es nicht geklappt wg. Saugschwäche, beim 2. wollte ich nicht. Für mich PERSÖNLICH überwiegen die Vorteile der Flasche. Kann auch die pauschalen Aussagen über das Stillen soweit nicht bestätigen. Z.B. Stillkinder sind geünder/weniger krank: meine Beiden waren noch nie ernsthaft krank, maximal eine leichte Erkältung im Winter, im Gegensatz zu fast allen gestillten Kindern aus unserer Pekip-Gruppe, die haben fast alles mitgenommen (Magen/Darm, Bronchitis mit KHs -Aufenthalten, Bindehautentzündungen etc.).
Auch finde ich nicht, daß man mit den Flaschen mehr Zeit aufwenden muß, als beim Stillen. Wir hatten nach wenigen Wochen 4 feste Mahlzeiten á etwa 30 min Trinkzeit. Soweit ich schon mitbekommen habe werden Stillkinder ja wesentlich öfter angelegt und in Wachstumsphasen, z.T. stundenlang gestillt (Cluster-Stillen). Das hatten wir z.B. nie, auch haben beide sehr schnell durchgeschlafen (sie bekamen und bekommen
Piratenbraut
ist gern hier dabei
Beiträge: 57
Registriert: 14.01.2010, 17:51

Re: nie gestillt, drittes Kind eventuell? Fragen!

Beitrag von Piratenbraut »

....war noch nicht ganz fertig....

ausschließlich PRE!). Der Erste mit 7 Wochen (11h), der Zweite mit 4 Wochen.

Und man selber, was natürlich auch ein wesentlicher Aspekt ist, hat ja dann natürlich auch weniger Probleme. Keine Milchstaus, Entzündungen an den Brustwarzen und Fieber mit evtl. KHs-Aufenthalten (kenne ich auch einige Frauen) und man kann natürlich auch mal den Zwerg an eine andere Person weiterreichen, obwohl dies nie meine Hauptmotivation war nicht zu Stillen.

Muß halt wie bei Allem jeder selbst wissen :-)
Benutzeravatar
greenie bird
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1797
Registriert: 18.04.2011, 17:08
Wohnort: 夏洛滕堡
Kontaktdaten:

nie gestillt, drittes Kind eventuell? Fragen!

Beitrag von greenie bird »

ich kenne niemanden, der nach kurzer stillzeit oder gar keiner stillzeit sagt, dass seine Kinder nicht "kerngesund" waren und keine Nachteile hatten. dass es aufwändiger war, als das stillen, dass es weniger schön war.
im Grunde sind auch wirklich alle Flaschenkinder "kerngesund", die ich so kenne. sie sind durchschnittliche Kinder, wie alle anderen auch. ich kann keinen Unterschied feststellen, wenn ich eine Grundschulklasse vor mir habe, wenn ich über den Spielplatz schaue...
aber wenn ich in anderen Ländern bin, dann schreckt mich die Situation dieser Einstellung in Industrieländern ab...wir können es uns in Hinblick auf die Gesundheit unserer Kinder leisten auf unserem Lebensstandard auszuruhen.

aber Mütter(die ich kenne), die den Vergleich erlebten und mindestens ein Kind 6 Monate gestillt haben(meist hören sie dann ja nicht auf) aber auch Kinder, die sie nicht gestillt haben, fühlen sich dem stillen verbunden.

es gibt weder für Gesundheit noch für Freude eine Garantie, aber Wege dorthin zu VERSUCHEN, lohnt sich immer, denn auf altbewährtes zurückzugreifen, ist immer eine gute Sicherheit.

wie oft habe ich überlegt, ob mein Kind nicht glücklicher wäre ohne stillen- ich mag da verbohrt sein, aber ich weigere
mich, das zu glauben. es mag manchmal wirklich einfacher erscheinen oder auch zu sein- ich sehe es aber auch als Ereignis an dem man (zusammen)wachsen kann.

ersatzmilch ist eben nur ein Ersatz für die Milch, nicht für das stillen. ich bitte das zu bedenken. bei richtigem umgang ist es vermutlich, von den theoretischen Fakten im bezug
auf Krankheiten im Kindesalter , weniger wichtig zu stillen, als man das gern betont.
und in problemsituationen kann es auch von Größe zeugen, die Entscheidung zu treffen, nicht zu stillen. denn vielleicht hilft es bei einer nächsten Chance unbefangen oder besser informiert heranzugehen.


ǝlıqoɯ ɯoɹɟ ʇuǝs
Sprache ist ein mangelhaftes Instrument zum Ausdrücken von Gefühlen bzw. scheine ich schlecht darin zu sein, bitte fragt bei zweifelhaften Äußerungen von mir nach...

Gazelle (08/07)+Katerchen (07/10)
Lösche Benutzer 11664

Re: nie gestillt, drittes Kind eventuell? Fragen!

Beitrag von Lösche Benutzer 11664 »

Hallo 3Mama!
Ich bin zwar auch erst seit einem knappen halben Jahr Mama, aber ich will dir auch kurz von unserer Stillbeziehung erzählen:
Für mich stand von Anfang an fest, dass ich stillen werde. Mein Mann und ich sind jeweils das älteste Kind einer Großfamilie und mit dem Stillen aufgewachsen. So habe ich mir in der Schwangerschaft nicht viele Gedanken darüber gemacht.
Ich hatte wohl Glück, denn ich hatte nie entzündete BW, nie einen Milchstau, immer genug Milch und mein Sohn war auch immer zufrieden an der Brust. Mein Mann unterstützt mich halt bei allen anderen Sachen. Die erste Woche habe ich gar keine Windel gewechselt, in den Schlaf tragen kann auch der Papa und dein Mann könnte sich ja um die beiden Großen kümmern, wenn du in Ruhe stillen möchtest.
Ich stille übrigens überall, hätte ich vorher auch nie gedacht. Im Tragetuch ist das sehr diskret, da ist auch schonmal im Supermarkt ne Mahlzeit drin, du kannst dabei ja weiter einkaufen. Und merken tut das fast niemand.
Ich hoffe, ich konnte helfen!
Benutzeravatar
MaareMum
Dipl.-SuT
Beiträge: 4462
Registriert: 24.01.2012, 22:10
Wohnort: Deutschland

AW: nie gestillt, drittes Kind eventuell? Fragen!

Beitrag von MaareMum »

Ich hatte auch einen absolut problemlosen Still-Start und eine entspannte Stillzeit bisher.
Ich finde, es gibt nichts Einfacheres als Stillen. Ich sehe den Unterschied an den Müttern um mich rum, die die Flasche geben. Die allergrösste Erleichterung liegt im nächtlichen Stillen. Das passiert praktisch im Schlaf. Und die Hormone helfen unwahrscheinlich gegen Schlafmangel und schlechte Laune. Gerade bei mehr Kindern stell ich mir das ohne die Hormone kaum schaffbar vor.
Ich habe mich noch nie eingeschränkt, was Essen angeht. Das Kind hat bisher alles vertragen. Egal ob Knoblauch, Zwiebeln, Kohl, Zitronen oder was weiss ich, was noch so als "Böse"-Gerücht kursiert.
Ans Stillen in der Oeffentlichkeit gewöhnt man sich und findet seine Tricks.
Die Brustwarzen müssen nicht wund werden. Meine waren anfangs sehr empfindlich, aber nie wund und auch nie richtig schlimm schmerzhaft.

Ich würde dir aber aus einem ganz simplen Grund raten, es mit dem Stillen zu versuchen. Zur Flasche zurückkehren kannst du jederzeit. Zum Stillen aber nicht, wenn du erstmal mit der Flasche anfängst, zumindest nicht ohne unsagbaren Aufwand.
Und gerade wenn dies dein letztes Kind ist, würd ich es versuchen. Stillen ist so etwas Wunderschönes und Inniges, es ist ein Geschenk, wenn man das erleben darf.

Kurz und knapp vom Handy
Gruß, MaareMum
mit dem Großkind (2011) an der Hand und dem Kleinkind (2014) im Tuch
Antworten

Zurück zu „Stillforum“