Mannomann, ich weiß gar nicht, was ich Dir noch schreiben soll.
Ich finde das Verhalten Deines Sohnes aber auch "normal", vielleicht, weil ich es selbst so kenne. Anstrengend, aber normal. Das größte Problem ist Deine Einstellung dazu. Warum leidet Eure Beziehung? Weil Du müde bist und genervt? Weil Ihr beide nicht genug schlaft? Versuch doch einfach mal, den Druck rauszunehmen. Ja, einfach sagt sich so leicht dahin, das IST nicht einfach, ich weiß. Aber Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht und Dein Sohn schläft nicht besser, nur weil DU es willst. Ganz im Gegenteil, er spürt Deine Unruhe, Deine Genervtheit und wird unruhiger und angespannter. Ich weiß noch sehr gut, wie das bei uns war. Ich war schon angespannt, wenn ich abends zu ihm ins Bett ging, weil ich wusste, ich bekomme wieder keinen Schlaf, werde müde sein und gereizt. Und ich hab auch so ziemlich alles versucht, wir waren beim Osteopathen, beim Heilpraktiker undundund.... Tagesablauf strukturieren, Mahlzeiten strukturieren, alles versucht, alles ohne Ergebnis. Außer dem, dass ich endlos gestresst war, weil ich ENDLICH Ruhe nachts wollte.
Bis zu dem Zeitpunkt, als mir hier irgendjemand riet, mich damit abzufinden, es anzunehmen und damit zu leben. Zuerst fand ich den Rat bescheuert, aber irgendwann ist es zu mir durchgedrungen. Nein, mein Kind schlief dann nicht wesentlich besser. Aber ich war plötzlich entspannter dabei. War nachts nicht mehr genervt, was zumindest dazu führte, dass ich auch schnell weiterschlafen konnte, anstatt zum 100. Mal auf die Uhr zu gucken. Morgens hab ich auch nicht mehr geschaut, sondern den Kleinen meinem Mann in die Hand gedrückt und mich umgedreht. Das hat es für mich vereinfacht.
Dein Kind ist wie es ist - und es klingt wirklich original wie mein Sohn (ich kenne diese Autoschreigeschichten mit Stillen irgendwie verrenkt überm Sitz und Deine Urlaubsgeschichte könnte ebenfalls von mir sein). Nimm ihn so an wie er ist. Dazu gehört leider auch sein Schlafverhalten - ich bin mir sicher, dass da vieles auch mit dem Wesen an sich zu tun hat. Meiner kann Eindrücke auch nur schwer filtern, ist forschend, laut, fordernd, wild usw. Ein tolles Kind. Anstrengend, aber wahnsinnig toll.

Es wird nicht einfacher werden, selbst wenn er irgendwann schläft. Deswegen schreibe ich Dir das hier auch. Fang nicht an, gegen ihn zu kämpfen, sondern gehe den Weg mit ihm. Das fängt in dem Alter mit seiner Anspannung an (man muss sich auch mal überlegen, was sie in dem Alter so alles zu verarbeiten haben) und lässt anschließend auch nicht wirklich nach.
Das war jetzt etwas OT, aber vielleicht hilft es Dir.
Diese Babyzeit ist wirklich schnell vorbei - das klingt immer nach nem dummen Spruch, weil man sich das nicht vorstellen kann, wenn man da mitten drin steckt. Aber leider ist es SO wahr. Und manchmal kann ich heute schon wehmütig daran zurückdenken, dass ich mir meinen Großen einfach an die Brust gelegt hab in der Nacht und es war Ruhe - heute ist das schwieriger...
Halt durch, es geht vorrüber und Du wirst es schaffen! Ich habe es auch überlebt und in kurzen Abständen sogar noch zwei schlechte Schläfer bekommen - wenn man eh schon nicht schläft, ist es doch auch egal...
Ich drück Dich.
"Tanze mit Deinem Baby im Mondschein, wenn es die Nacht zum Tag macht, singe fröhliche Lieder mit Deinen Kindern im Regen, mache Kissenschlachten, matsche mit ihnen im Schlamm und springe in Pfützen, macht ein Picknick UNTERM Tisch - vergiss nie: in 20 Jahren wirst Du sagen, es war die schönste Zeit Deines Lebens!"
von Minchen mit Frühling (2008), Sommer (2009), Herbst (2013) und Winter (2011)