Leyket hat geschrieben:Also um ehrlich zu sein, wäre meine erste Informationsquelle bezgl Stillen mein Frauenarzt/Hebamme/Kinderschwestern im KH gewesen. Dass diese teilweise völlig falsche Informationen weitergeben war bis vor ca einem Jahr überhaupt nicht klar.
Das unterschreibe ich voll und ganz. Man geht ja auch gemeinhin davon aus, dies sei das Fachpersonal.
Meine Hebi meinte sogar, als ich in der SwS wg. Stillberaterinnen fragte, die bräuchte man nicht, das könne sie mit machen.
Paramecium hat geschrieben:Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines andern zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht aus Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen.
Kant da zu bemühen finde ich schwierig. Das setzt voraus, dass ich mich jederzeit über jedes Thema in den Zustand der Mündigkeit versetzen könnte: Nahrungsmittel, Babyspielzeug, Verkehrsmittel, Putzmittel, Berufswahl meines Kindes, etc. etc. Gerade wenn wir es noch mit der Kantschen Ethik verknüpfen, sich jederzeit so zu verhalten, dass dieses Verhalten zur allgemeinen Maxime erklärt werden könne (nein, das ist eben nicht, "was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem anderen zu", das ist viel komplexer) - das kann niemand leisten.
Wir sind soziale Wesen und darauf angewiesen, Wissen von jemandem zu bekommen, damit wir Mündig werden. Kant meinte Aufklärung auch nie als rein individuelles Projekt (meine Lektüre ist schon eine Zeitlang her), sondern auch als soziales.
Gerade im Bereich der Medizin ist das mit der Aufklärung nicht einfach: das beste Beispiel finde ich immer noch den "informed consent".
Eigentlich müsste mittlerweile jeder Medizin studiert haben, bevor er Einverständniserklärungen zu OPs unterschreibt. Letztendlich bekommen die Zettel die Leute dann doch nur zum Abnicken. Aufklärung findet NICHT statt.
Leyket hat geschrieben:Ich hatte eine Stillbroschüre. Die hab ich gelesen. Mehr auch nicht. Ich dachte Stillen sei das natürlichste der Welt, also kümmere ich mich mal besser um alles andere.
Ich hatte einige Grundinfos im Geburtsvorbereitungskurs. Aber um Probleme ging es da wenig, aber zumindest, dass wenn das Kind oft trinken will, es nicht heißt, dass es nicht satt würde.
Leyket hat geschrieben:Dass es beim Stillen Probleme geben könnte, das war mir doch in der Form überhaupt nicht klar.
Mit meiner Mutter hatte ich mal kurz darüber gesprochen. Sie "konnte" nicht stillen, hatte eine Mastitis und musste abstillen, ausserdem hatte ich ihr die BW völlig wund "gebissen". Sie riet mir, ich solle es locker angehen. Entweder es klappt oder eben nicht. Und es gibt ja Fläschchen, es wird ja nicht verhungern.
Stimmt, Mama... gut dass du immer einen Rat hast und die Ruhe weg

Dass es bei unserer Eltern- und Großelterngeneration Probleme gegeben hatte, hab ich auf das Wiegen, die Kontrolle, etc. geschoben.
Dass es darüberhinaus noch Probleme geben könnte, habe ich nicht gedacht.
Ich hatte noch einen ganz persönlichen Grund mich mit dem Stillthema nicht zu beschäftigen, weil es mit sehr viel Tränen verknüpft war:
Nach einer FG in der 16.SSW hatte ich einen Milcheinschuss. Wegen eines Arztes in der Leipziger Uniklinik, der mich entlassen hat.
Ich als Laie fragt, ob es nach der Geburt was wg. Milch geben könnte. Der meinte vor der 20. Woche NIE. Leider war es WE, meine Gyn meinte 2 Tage später, als meine Brüste explodierten, nach der 20. eigentlich immer, vorher durchaus.
Es gibt sehr kompetente Ärzte, u.a. auch welche, die tw. an der Leipziger Uni praktizieren.
Aber auch viele, die viel Mist erzählen.
Übrignes, falls die Geburt in Leipzig war, muss sie fast an der Uni gewesen sein, weil alle anderen Kliniken haben meines Wissens keine Kapazitäten 24 Entbindungen ansatzweise zu stemmen.
Aber bin immer noch gespannt.