Wir machen es so. Unsere Familiensprache ist die nicht-Umgebungssprache. Letztere wird immer mehr zur dominanten Sprache. Da finde ich es fuer uns passend eine gemeinsame Familiensprache zu haben.
Ich finde es spricht also nichts dagegen. Allerdings bin ich eben auch keine strikte OPOL Verfechterin - offensichtlich.
Ich weiss es gibt viele, die sagen, sie koennten nie eine "fremde" Sprache mit ihrem Kind sprechen, weil es nicht authentisch ist oder weil sie keine Fehler mitgeben wollen, etc. Ob das bei dir der Fall waere kannst letztlich nur du beantworten. Und vorallem kann man das mE auch ueberhaupt nicht verallgemeinern, aber darum geht's ja gerade nicht.
"You can't start a new chapter in your life, if you keep re-reading the last one."
Wir leben auch das "minority language at home" -Prinzip, da mein Freund und ich ohnehin miteinander Französisch reden (und schon immer geredet haben). Umgebungssprache ist Deutsch. Ich nehme in Kauf, dass mein Französisch nicht 1000% korrekt ist, mit der Erfahrung von Freunden, die strikt nach OPOL aufgewachsen sind oder sogar in beiden Sprachen Schulbildung genossen haben, umd trotzdem in beiden Sprachen Fehler machen... Ich selber spreche akzentfrei D/F/E und ein bisschen Italienisch (aus Mangel an Gelegenheit...)
DU solltest beim Deutschen bleiben, allein wegen des kleineren Kindes noch. Untereinander, also du mit Partner, könnt ihr ja die andere Sprache sprechen. So machen wir es. Ich mit L. Deutsch, er mit ihr Slowenisch, wir als Familie Slowenisch.
Mit Maikäferinchen 2009, Regentonnenmopsi Juni 2012 und Miniraupe April 2015
"Ein Kind oder zwei Kinder zu beaufsichtigen ist viel anstrengender, als vier oder fünf. Ich glaube, dass viele Eltern ein schweres Leben haben, weil die anderen Kinder fehlen." - Remo Largo Clauwi GK 2011
christina hat geschrieben:DU solltest beim Deutschen bleiben, allein wegen des kleineren Kindes noch. Untereinander, also du mit Partner, könnt ihr ja die andere Sprache sprechen. So machen wir es. Ich mit L. Deutsch, er mit ihr Slowenisch, wir als Familie Slowenisch.
Bei uns ist es wie bei Coco, wir haben Familiensprache und Umgebungssprache und es funktioniert sehr gut. Dass einer von uns mit den Kindern die Umgebungssprache sprechen soll, damit sie es lernen, find ich nicht sinnig. Unsere Kleine hoert die Umgebungssprache in der Kita, wenn wir Besuch haben, beim Grossen und seinen Freunden, wenn wir unterwegs sind etc. Die Umgebunssprache ist hier uebermaechtig, mein Sohn spricht die Umgebungssprache besser als die Familiensprache und ich bin ueberzeugt, dass die Zweisprachigkeit bei uns so gut funktioniert, weil wir eben in der Familie konsequent die Familiensprache sprechen.
Zu frueh abgeschickt: Es kommt sicher auch drauf an, welches Ziel man hat in Bezug auf die Zweisprachigkeit. Mir ist es sehr wichtig, dass meine Kinder die Familiensprache beherrschen, moeglichst ohne Akzent und fehlerfrei, und zwar weil ich Sprache als enorm wichtig fuer die Identitaet, die Zugehoerigkeit, die Integration finde und ich meinen Kindern dies mitgeben will, also die Moeglichkeit, sich in ihrem zweiten Heimatland sprachlich "zu Hause" zu fuehlen.
Liebe Gruesse
Ich kannte es bisher so, dass es eben besser funktioniert, wenn einer die eine, der andere die andere Sprache spricht. Und damit die Kinder beide Sprachen problemlos, soweit akzentfrei (je nach Begabung sicher auch), und fließend wie ein Muttersprachler beherrschen. Bei uns geht das bisher jedenfalls so sehr gut. Wobei sie eben erst jetzt anfängt das Slowenische richtig ANZUWENDEN und nicht zu verstehen und auf Deutsch zu antworten. Aber das ist auch normal, was ich bisher gehört habe, dass die passive Sprache (Familiensprache, zweite Muttersprache) erst später ANGEWANDT wird.
Andersrum kenn ich eben so viele Negativbeispiele. Unsere Nachbarn zB sprechen nur Serbisch mit dem Kind, und das versteht bisher kein Wort Deutsch, mit 2 Jahren. Es versteht es einfach nicht. Wobei die aber auch nicht so viel machen, also Spielgruppen oÄ, sondern meist daheim sind. Und da gibts sicherlich auch für das Kind Probleme, wenn es dann plötzlich in den Kindergarten gehen soll, da kein Wort versteht und so.
Ist dann bei euch definitiv anders, und das ist dann auch gut so! Und durchaus praktikabel. Ich habs bisher nur noch nie erlebt, dass es so dann auch wirklich funktionierte. Sodass das Kind dann auch die Landessprache gut beherrscht, sich von ANfang an problemlos zurechtfindet.
Mit Maikäferinchen 2009, Regentonnenmopsi Juni 2012 und Miniraupe April 2015
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Ja, von der Sicht her verstehe ich gut, was du meinst. Ich sehe hier eher das Gegenteil, also Kinder, bei denen nur ein Elternteil die Fremdsprache spricht und bei denen die Umgebungssprache voellig ueberhand nimmt (allerdings eher spaeter, also so ab Primarschulalter). Wie bei so vielen Dingen gibt es nicht nur eine richtige Loesung...
Ja, ich wusste echt nicht, dass das auch so funktionieren kann! Wär jetzt, wo ich weiß, dass es geht, eine echte Überlegung wert.
Mit Maikäferinchen 2009, Regentonnenmopsi Juni 2012 und Miniraupe April 2015
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Christina, ich verstehe deine Überlegung schon - aber glaub mir, ich weiss warum wir so handeln. Vor allem sind wir keine Immigranten, sondern wir leben in der Schweiz in einem zweisprachigen Kanton und haben in beiden Landesteilen Familie. Ich finde deine Aussage sehr pauschal, und sie spiegelt auch nicht den Stand der Wissenschaft. Leider kommt den meisten Menschen zum Begriff Zweisprachigkeit nur OPOL in den Sinn.
Wie Kiri schon geschrieben hat, wenn die Umgebungssprache übermächtig ist, dann ist MLAH unter Umständen die Methode der Wahl. Bei uns hört die Kleine tagein, tagaus Deutsch - von der Tamu, aber auch wenn ich mit Nachbarn und Freunden spreche. Zugleich habe wir die Möglichkeit, unsere Tochter dereinst in der französischsprachigen Schule einzuschulen, weshalb sie uns nicht nur passiv verstehen soll. Dasselbe gilt für Englisch, wenn auch in abgeschwächter Form. Es ist und bleibt eine individuelle Entscheidung!