Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

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hajar
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von hajar »

ja das ist spannend. und ein bisschen schade wenn man eine fremdsprache lernen will - manche nuancen kann man vielleicht nie unterscheiden lernen als erwachsener. so geht es mir jedenfalls manchmal, wenn ich arabische laute lernen will, manchmal kann ich den unterschied partout nicht erkennen. :?
Grüße von hajar mit unendlich geliebtem Sohn (03/09)

Danke für eure Hilfe beim Ausmisten!!! Ich bin so frei. :-) Jetzt.
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Kinderfee
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Kinderfee »

Wir sind auch mehr oder weniger 2sprachig unterwegs.

Mein Mann und ich (und fast das gesamte Umfeld) sprechen deutsche Lautsprache. Ich gebärde zusätzlich zur Lautsprache mit den Kindern.
Wir sind zwar alle hörend (bis inzwischen der Schwiegervater und die Urgroßeltern - die können aber alle die Gebärdensprache nicht) aber ich kann die Gebärdensprache, die Kindern lernen/sprechen sie im Kindergarten und ich schätze diese Sprache unheimlich. Sie birgt soviele Möglichkeiten insich!
April 2005 / Juni 2008 / März 2012
annanna
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von annanna »

asujakin hat geschrieben:Hab mal eine Frage...Diese ganze Zweisprachigkeitsgeschichte ging jetzt total unter :oops: Ich war schon in der Schwangerschaft hin und her gerissen. Englisch (bzw Amerikanisch) ist meine Muttersprache. Deutsch habe ich gelernt, als ich so ca. 6 war. Spreche deutsch mittlerweile aber besser, würde es auch als die "Herzenssprache" bezeichnen. Das heißt nicht, dass mein englisch schlecht wäre, im Gegenteil :lol: aber mir fehlen viele Wörter einfach aus dem Alltag...aus der Politik, aus ganz verschiedenen Ebenen die man eben sonst so im Leben mitbekommen. zB Frontlader, Schaufelbagger, Sitzerhöhung, Gullideckel oder solche Sachen. Das sind eben Dinge, bei denen ich evtl. erst "nachschauen" müsste. Mit Sicherheit wäre das anders, wenn ich hier mehr Austausch mit Muttersprachlern hätte, öfter rüber könnte (jetzt AE mit H4 undenkbar) oder gar drüben leben würde (was ich nicht will, weil wir hier gut abgesichert sind vom Sozialsystem/Krankenversicherung usw). Im normalen Redefluss fällt es nicht auf und hat sicherlich ähnliche Ausmaße wie im Deutschen, da gibt es immer wieder Worte, die mir nur auf englisch einfallen wollen :wink:

N. hatte lange Probleme mit den Ohren, dann die OP, verspätete Sprache und nun entwickelt er sich prima, spricht wirklich recht deutlich und gut für sein Alter. Dann die Trennung, das Chaos und irgendwie war die Sprache nie ein Thema. Mit meiner Family kommuniziere ich über FB oder Mail. Ja jetzt vor Kurzem kam mal wieder ein Anruf seit langem und die Frage, ob sie kurz mit N. telefonieren könne. Mhhh ja, nur versteht der halt nix :oops:

Und plötzlich der große Drang in mir, ihm doch auch meine "andere" Familie nahe zu bringen, er gehört ja dazu. Ich meine..er kennt ein paar nursery rhymes, auch rock-a-by baby habe ich ihm schon von Anfang an vorgesungen, twinkle twinkle little star usw. Er hat englische Bücher, die ich aber nicht lesen darf, nur anschauen. Er sagt "i love you" und "hello" und "bye bye"...wenn er will ;)

Ich grüble nun ob es Sinn macht hier englisch einzuführen. Einen englisch-Tag zB oder dass wir zB Zuhause nur englisch sprechen? Oder soll ich es ruhen lassen und warten bis er es eben in der Schule lernt? Kontakte zu Muttersprachlern kann ich ggf. knüpfen, da wir hier ein deutsch-amerikanisches-Institut haben.Playgroups gibt es hier auch. Aber...er versteht mich ja dann nicht wirklich *grübel* Ob das für unsere Beziehung so sinnvoll ist?

Auf der anderen Seite...ich hab in ca. 3 Monaten deutsch gelernt, man sagt die Minis lernen so schnell...vielleicht schnappt er es doch recht schnell auf? Mir geht es weniger darum ihm was "beizubringen", dass er jetzt unbedingt auch englisch sprechen muss oder so. Sondern ich fände es schön, wenn er es zumindest versteht. Ein Urlaub drüben ist schon angedacht in den nächsten 2-3 Jahren, ich fände es schön, wenn seine Familie mit ihm kommunizieren könnte (telefon usw). Ich hab ein mega schlechtes Gewissen, dass ich das hab so schleifen lassen, es ist einfach untergegangen.

Hab neulich probiert beim wickeln und umziehen mit ihm englisch zu reden und ich glaube schon am Tonfall (und bekannten Ablauf) hat er erkannt was ich von ihm will, toll fand er das nicht *lach* Auch wenn er sagt "Wie macht der Affe?" und ich sage "Mhhh what sound does the monkey make?" sagt er "Naheiiin der Affe!" :mrgreen:

Habt ihr eine Idee? Wie würdet ihr es machen?

Huhu asu!

Ich stehe gerade vor ganz ähnlichen Gedanken. Englisch ist zwar nicht meine Muttersprache, aber ich habe fast ein ganzes Jahrzehnt im englischsprachigen Ausland verbracht. Auf die Idee, meine Tochter zweisprachig aufwachsen zu lassen, bin ich aber gar nicht gekommen. Seit ein paar Tagen spreche ich nun häufig Englisch mit meinem Mann, weil er üben muss und meine Tochter ahmt es total gerne nach. Und jetzt überlege ich, ob ich nicht dch noch einen verspäteten Spart in die "künstliche" Zweisprachigkeit unternehmen sollte... Total spannend finde ich, dass meine Tochter mich recht gut versteht, wenn ich Englisch spreche, obwohl wir bisher so gut wie nie was anderes als Deutsch gesprochen haben - aber sie weiß wohl einfach, was ich zu welchem Zeitpunkt so sage ;) und viele Worte sind ja doch ähnlich, so dass sie fast allen Aufforderungen (can I have some cookies, etc.) einfach so nachkommt und es ihr gar nicht aufzufallen scheint, dass ich es nicht auf deutsch gesagt habe.

Andererseits wird ja immer gesagt, dass man dann immer nur konsequent eine Sprache als Elternteil sprechen sollte und das kann ich mir gerade gar nicht vorstellen - einfach so von einem Tag zum anderen einfach nur noch Englisch mit meiner Tochter zu reden - das würde sie doch bestimmt verunsichern, oder? Und würde das bedeuten, dass ich für immer Englisch mit ihr reden müsste? Irgendwie fühlt sich das doch seeehr seltsam an. Im Moment sage ich eh alles doppelt, auch für meinen Mann ;) ich glaube, ich werde einfach mal sehen wie es läuft und wie es sich anfühlt.
mit Küken 02/2010
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tania
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von tania »

mein sohn hat bis jetzt immer sehr gut unterschieden zwischen italienisch und deutsch, also weas er mit wem spricht (mir gegenüber würde er NIE einen italienischen satz sagen..). in den letzten tagen fängt er seinem papa gegenüber den satz auf italienisch an und dann scheinen ihm die worte zu fehlen und der rest wird deutsch. komisch oder? er verbringt mehr zeit mit dem papa als mit mir und umgebungssprache ist ja auch italienisch (er geht nicht in den kindergarten). also er sagt so sachen wie voglio (ich will) auf meiner seite einsteigen. oder ähnliches. kennt ihr das?
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Bubo
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Bubo »

tania hat geschrieben:mein sohn hat bis jetzt immer sehr gut unterschieden zwischen italienisch und deutsch, also weas er mit wem spricht (mir gegenüber würde er NIE einen italienischen satz sagen..). in den letzten tagen fängt er seinem papa gegenüber den satz auf italienisch an und dann scheinen ihm die worte zu fehlen und der rest wird deutsch. komisch oder? er verbringt mehr zeit mit dem papa als mit mir und umgebungssprache ist ja auch italienisch (er geht nicht in den kindergarten). also er sagt so sachen wie voglio (ich will) auf meiner seite einsteigen. oder ähnliches. kennt ihr das?
Bei uns ist es dasselbe. Zu Hause sprechen wir alle nur Ungarisch, aber seitdem beide große im KiGa sind, werden gemischte Sätze heufiger und heufiger. (Z.B. David benutzt Ung. Konjugation mit D. Wörter, ist echt komisch) Hoffentlich ist das nur eine Phase.
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Bubo
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Bubo »

heufiger = häufiger
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Nusserl
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Nusserl »

tania hat geschrieben:mein sohn hat bis jetzt immer sehr gut unterschieden zwischen italienisch und deutsch, also weas er mit wem spricht (mir gegenüber würde er NIE einen italienischen satz sagen..). in den letzten tagen fängt er seinem papa gegenüber den satz auf italienisch an und dann scheinen ihm die worte zu fehlen und der rest wird deutsch. komisch oder? er verbringt mehr zeit mit dem papa als mit mir und umgebungssprache ist ja auch italienisch (er geht nicht in den kindergarten). also er sagt so sachen wie voglio (ich will) auf meiner seite einsteigen. oder ähnliches. kennt ihr das?
wir haben es genau umgekehrt. gg italienisch, ich hochdeutsch umgebung schwitzerdütsch.
die grosse maus spricht grundsätzlich schwitzerdütsch und ersetzt alle wörter mit dem italiensichen pedant, wenn sie mit gg oder seinen eltern spricht. vermutlich einfach, weil ihr auf italienisch der wortschatz fehlt.
umgekehrt aber eigentlich nicht, ausser ich versteh ein wort wegen der aussprache nicht. dann frage ich nach, ob sie mir es auf italienisch sagen kann.

testet dein sohn vielleicht grad ob dein mann auch deutsch versteht?
unsere maus macht das grad mit den grosseltern. sie wiess, dass die nonni beides können und musst das bei meinen eltern auch ausprobieren. :lol:
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tania
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von tania »

das deutsch meines mannes ist eigentlich nicht so gut (er hat die sprache nie gelernt und war nie länger in deutschland, spricht aber ansonsten sehr viele sprachen und hat ein gutes gespür. und kann englisch!), unseren sohn versteht er aber super. sein wortschatz dreht sich vor allem um so tolle dinge wie gabelstapler u.ä. ;-)

heute hat er dafür sein deutsch ständig mit italienischen wörtern gewürzt. besonders klasse find ich ja, wenn er ein verb der anderen sprache konjugiert. ich muss pisciaren hat er heute gesagt :mrgreen: (pisciare heißt pinkeln).

dafür ist sein englisch echt einwandfrei! er versteht alles und wenn es sein MUSS, dann kommen auch englische sätze raus ;-). aber wehe einer von uns spricht ihn aus versehen mal auf englisch an :roll: :lol: . (englisch ist die sprache zwischen meinem mann und mir.)
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von EhUKr »

Ich glaube, das ist ganz normal. Mein Sohn hat auch lange gemischt, und macht das auch heute gerne noch, allerdings ist es heute so, dass er mit uns Deutsch spricht und die Woerter, die ihm auf deutsch nicht in den Sinn kommen mit den englischen ersetzt, meist allerdings eingedeutscht, also mit deutschen Endungen, wie dein Sohn.
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youtee
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von youtee »

witzig!
ich als zweisprachiges Kind habe nie gemischt, dafür aber meine Eltern.
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