Stillproblem: Dünnhäutige Mama

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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EhUSb

Re: Stillproblem: Dünnhäutige Mama

Beitrag von EhUSb »

Ich glaube, unsere Töchter sind ungefähr gleich alt (ich weiß die Wochenzahl nicht... :oops:) und wir haben hier auch seit Ostern sehr unruhige Nächte. Manchmal lässt sie sich beim Aufwachen durch Streicheln beruhigen, oft will sie aber auf den Arm. Nichtmal an die Brust, nein, auf den Arm. Ich fürchte, das ist einfach so. Es kam aus dem Nichts und ich bin sicher, es wird auch wieder ins Nichts verschwinden, wenn sie so weit ist. Sie hat uns z.B. auch gut signalisiert, dass ie nicht mehr gepuckt werden möchte, als sie so weit war - und ans Pucken hatten wir sie ja "gewöhnt". Seitdem vertraue ich darauf, dass ich, wenn ich ihr etwas erfülle, nach dem sie gerade ein Bedürfnis hat, nichts angewöhne, sondern dass sie das eben gerade so braucht. Wird auch wieder anders!

Mein Mann ist da leider auch nicht so verständnisvoll. Er hat immerhin noch nie dem Stillen die Schuld gegeben, aber es kommen auch immer mal wieder so Ansagen, à la "Soll doch mal im eigenen Bett schlafen". (Als ob das klappen würrde!) Die Lösung war: Mann ausquartieren... Der schläft jetzt im Wohnzimmer, hat seine Ruhe und ich habe nachts nicht immer noch im Hinterkopf rumspuken, dass Clara ruhig sein muss, weil er morgens früh raus muss. Und an den WE nimmt er mir Clara dann morgens (bzw. nachts... heute war es 4 Uhr :-)) ab und ich kann noch ein wenig schlafen. Klar hätte ich ihn gerne bei mir im Bett, aber in der jetzigen Phase ist es so definitiv nervenschonender für alle. (Und den Spruch mit dem eigenen Bett habe ich jetzt schon länger nicht mehr gehört.)
Ursi99
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Re: Stillproblem: Dünnhäutige Mama

Beitrag von Ursi99 »

Hallo,
erstmal: ich kann Deine Gedanken verstehen. Ich kenne von guten Freundinnen auch Berichte von so anstrengenden Nächten - bei uns hat sich das immer im Rahmen gehalten.
Ist denn ein Familienbett gar keine Option für Dich? Es muss ja nichtmal EIN Bett sein, wir haben vom Gitterbett eine Seite abmontiert und unser Kleiner schläft somit genau neben mir. Je nach Nähebedürfnis habe ich ihn direkt zu mir geholt / gestillt/ in meinem Arm schlafen lassen oder er lag eben auf seiner eigenen Matraze.
Häufiges nächtliches stillen ist eben auch oft eine Suche nach Nähe und kuscheln.
Und ob Du die Kleine darauf konditionierst, dass sie nur bei Dir ein/weiterschlafen kann - nein. So kleine Kinder haben Grundbedürfnisse, und wenn die genügend erfüllt sind, nabeln sie sich auch im eigenen Tempo ab.
Meine Freundin konnte monatelang nur in einer bestimmten Position mit ihrem Sohn im Arm schlafen, weil er sonst Terz gemacht hat - war sie genervt!! Aber plötzlich war der Spuk von alleine vorbei.
Von Anna Wahlgren halte ich persönlich gar nichts, ich finde die Frau einfach nur durchgeknallt und ihre Methoden gefährlich. Eher lesenswert fände ich, wie schon vorgeschlagen, das Buch von Elisabeth Pantley, weil es auch viel an die eigene Intuition appelliert. Aber Dein wichtigster Ratgeber ist Dein Gefühl und Dein Kind!! Das lernt man aber auch erst im Lauf der Zeit.
Ach, noch was - ich kenne genügend Flaschenkinder, die nicht durchschlafen - dafür tut´s mein Sohn, reines Stillkind! Und auch Beikost ist ein Trugschluss bzgl. durchschlafen. Wenn Du klassisch mit Gemüse anfängst, bekommen die Kinder tagsüber weniger Kalorien und holen sich das nachts nach!
Lass Dir von niemandem reinreden und versuch, Deinen Mann mit ins Boot zu holen! Es ist wichtig dass er Dich unterstützt. Viel Erfolg!
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Re: Stillproblem: Dünnhäutige Mama

Beitrag von DieTine »

ich würde auch sagen wenn Männe sich gestört fühlt soll er doch einfach Ohrstöpsel reinmachen oder mal woanders schlafen. Meinen Mann ist es lieber das wir im Familienbett schlafen, weil sonst würde ich nur ständig im Kinderzimmer hängen und die Kleine betreuen ;)
Schon 1 Jahr und 10 Monate da
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Re: Stillproblem: Dünnhäutige Mama

Beitrag von Urmel_Mama »

Vielen Dank für eure Antworten.
zur Ehrenrettung meines Mannes muss ich sagen, dass sich seine Haltung seit meinem ersten Post hier deutich entspannt hat. Wir haben einige Male ausführlich miteinander gesprochen und er zegt jetzt mehr Verständnis für meine gefühlte Entscheidung, wann ich Emma jeweils in ihrem eigenen Bett trösten kann und wann ich sie zu uns ins Elternbett hole.

Familienbett als grundsätzliche Lösung kann ich mir (immer noch) nicht vorstellen. Obwohl Emma nun schon seit etlichen Wochen in vielen Nächten stundenweise bei uns schläft, kann ich mich dabei nicht gut entspannen. Sie liegt nicht (wie auf den schönen Bildern im Buch von Herrn Sears) friedlich zwischen uns, sondern muss immer auf ganzer Länge Körperkontakt haben, dass ich mich kaum rühren kann. Ich bin dann morgens oft verspannt und habe Rückenschmerzen. (Außerdem: ich finde, sie wird dabei sehr warm und, wie macht ihr dass, wenn eure Mäuse eher schlafen gehen als ihr? Sie sollen ja nicht rauspurzeln???)
Darum werden wir wohl dabei bleiben, jeden Abend das "jeder in seinem Bett-Modell" anzustreben, um dann je nach Situation anzupassen.

Das Buch Schlafen ohne Schreien hat eine Bekannte von mir gerade gekauft und will es mir demnächst leihen. Die Methode von Anna Wahlgren ist definitiv nichts für mich.

Die letzte Nacht war die beste seit langem. 3 von viermal konnte Emma fast ohne Hilfe im eigenen Bett wieder einschlafen und das vier Mal hat sie jeweils tüchtig gerunken und ist dann wieder eingeschlafen. Allen - auch Papa - gehts heute dementsprechend gut. Vielleicht haben wir ja nun dieses Tal durchschritten.

liebe Grüße an alle
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Nachtfrau
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Re: Stillproblem: Dünnhäutige Mama

Beitrag von Nachtfrau »

Lies mal das hier: Klick

Dar ich dich ragen, wieso es dir so wichtig ist, dass dein Kind alleine einschlät? Wieso ist das erstrebenswert?
LG Nachtfrau

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Ursi99
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Re: Stillproblem: Dünnhäutige Mama

Beitrag von Ursi99 »

Urmel_Mama hat geschrieben:wie macht ihr dass, wenn eure Mäuse eher schlafen gehen als ihr? Sie sollen ja nicht rauspurzeln???)
Ich habe immer einschlafgestillt im Elternbett und dann eine entsprechende "Deckenwurst" um ihn drum drapiert, damit er nicht rausrollt. Ist nie was passiert.
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Re: Stillproblem: Dünnhäutige Mama

Beitrag von klimaforscherin »

Ursi99 hat geschrieben:
Urmel_Mama hat geschrieben:wie macht ihr dass, wenn eure Mäuse eher schlafen gehen als ihr? Sie sollen ja nicht rauspurzeln???)
Wir haben das Gitterbett angebaut. Da ist nur eine Seite zu sichern. Bzw. eigentlich gar keine: das Gitterbett ist etwas niedriger, da kann man nicht rausrollen. Also: Stillen, umbetten und rausgehen.
Grüße
klimaforscherin
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Re: Stillproblem: Dünnhäutige Mama

Beitrag von Imix »

hier noch eine gute Lektüre zum Thema Schlafen Ich will bei euch schlafen.
LG von Imix mit süßem Wirbelwind *(10/2010) und kleinem Sonnenschein *(4/2013)
Hebamme, Still- und Laktationsberaterin (IBCLC)
Zufriedenheit und Erfüllung kannst du nur in dir selbst suchen Dalai Lama
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Re: Stillproblem: Dünnhäutige Mama

Beitrag von Urmel_Mama »

Nachtfrau hat geschrieben:Lies mal das hier: Klick

Dar ich dich ragen, wieso es dir so wichtig ist, dass dein Kind alleine einschlät? Wieso ist das erstrebenswert?

Danke für den Link.

Ich wünsche mir, dass mein Kind gut und entspannt schlafen kann. Sie muss nicht alleine einschlafen, weder abends, noch, wenn sie nachts wach wird. Es geht also nicht darum, dass ich nicht zu ihr gehen will und solange bleiben, bis sie wieder schläft.
Aber ich wünsche mir, dass sie zumindest nachts im eigenen Bett schläft und sich - im Idealfall - auch da beruhigen oder zumindest entspannt umbetten lässt. Wie ich oben schon geschrieben habe, bin ich nicht entspannt mit ihr im Familienbett - weder wenn wir beide (oder auch mit Papa) drin liegen, noch bei dem Gedanken, sie alleine da liegen zu lassen. Sie dreht sich zur Zeit so viel und schiebt auch schon mal Kissen weg.

Meine Traumvorstellung wäre eine Kuschelstunde mit Mama im Bett als Mittagschlaf (die wir schon machen) und Nachtschlaf im eigenen Bett.
Ich möchte abends auch mal ein paar Stunden mit meinem Mann im Wohnzimmer verbringen (der wegen Schichtarbeit häufig genug abends nicht da ist). Und ich möchte mich im Bett entspannt drehen und wenden können, wenn ich schlafe. Außerdem möchte ich, dass ich irgendwann nicht mehr die einzige bin, die sie ins Bett bringen und beruhigen kann. Was ist, wenn ich mal ausfalle? Letztes Wochenende hatte ich einen Migräneanfall - nur leicht und den ersten seit langem, aber ohne entsprechende Medikamente und mit einer durch die Geräuschempfindlichkeit und einem weinenden Baby doch erheblichen Herausforderung (Was zuerst Kind stillen oder sich übergeben???)

Auch eine Rolle spielt, dass Emma ab August in die Krippe soll (halbtags), weil ich wieder arbeiten werde und evtl. dort auch Mittagschlaf machen müsste, wenn der Rhythmus so bleibt, wie jetzt. In diesem Punkt ist mir jedoch bewusst, dass bis August noch einige Zeit hin ist und sie sich meilenweit entwickeln kann/ wird.
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Re: Stillproblem: Dünnhäutige Mama

Beitrag von Urmel_Mama »

Hallo zusammen. Ich hole meinen alten Thread nochmal hoch, weil ich mich einfach mal ausheulen muss.
Nachdem es nun eine ganze Weile gut gelaufen ist mit dem Projekt "dickeres Fell für Mama", habe ich gerade wieder das Gefühl, ich krieg "Haue" von allen Seiten.


Gestern war ich wegen einer doofen Nagelbettentzündung bei einer Ärztin, die meine HÄ im Urlaub vertritt. Sie wollte mir eine Jodsalbe verordnen und ich habe wegen des Stillens nachgefragt. Sie hat sich nach dem Alter meiner Tochter erkundigt (wird nächste Woche 10 Monate alt) und meinte dann nur, es werde doch langsam mal Zeit, abzustillen. Ich hab gefragt, wieso denn, wo sie doch noch gar kein Interesse an Beikost hat. Die Ärztin meinte, dann müsse ich eben mal gar nichts geben und notfalls ein Fläschchen. Auf jeden Fall sei es endlich an der Zeit, die enge Bindung zwischen mir und dem Kind zu unterbrechen. Vorgetragen in einem sehr schulmeisterlichen Ton von einer Frau, die im Nebensatz erwähnte, sie habe selbst nicht gestillt /nicht stillen können.
Ich war wie überfahren, weil ich doch nur meine Nagelbettentzündung behandeln wollte und hatte keine passende Antwort parat (passend= eine, die sachlich meine Position verrät und Selbstbewusstsein verrät).
Immerhin habe ich mit "Ichtholan" am Ende eine jodfreie Salbe bekommen....

Zudem habe ich das Gefühl, mir werden zur Zeit wieder viele Vergleiche aufgedrängt, die ich eigentlich gar nicht will. In einem Babytreff (mir gegenüber ursprünlich als Stillcafé benannt, aber bei ständig wechselnder Besetzung sind die tatsächlich stillenden Mütter oft in der Minderheit) berichtete eine Mutter von ihrem Sohn, der auch lange nichts von Beikost habe wissen wollen. Sie beschrieb, sie habe eigentlich "bis zur Einschulung" stillen wollen, dies jedoch aufgegeben. NAch 8 Monaten Stillen und Schlafmangel seien bei ihr psychische Probleme, die vor der Schwangerschaft mit Medikamenten behandelt wurden wieder aufgetreten und wegen der erneut nötigen Einnahme habe sie abgestillt. Eigentlich also eine Geschichte pro Stillen, aber sie berichtete dann fröhlich weiter, wie ihr Sohn mit dem Abstillen angefangen habe zu essen....
Warum nur scheinen "alle" Stillkinder so spät zu Essen und damit aus der gesellschaftlichen/ verkaufsindustriell forcierten Norm zu fallen? Achja, "alle anderen" schlafen längst 8 Stunden am Stück pro nacht, wenn nicht mehr udn haben nur mal schlechte Nächte dazwischen.
Meine Tochter schläft seit Wochen mindestens Teile der Nacht mit bei mir im Bett, manchmal lege ich mich auch gleich mit ihr zusammen hin (wenn Papa nicht da ist). . .

Mein Mann macht sich inzwischen Sorgen, unsere Tochter könne zu dünn werden. Er hat den Eindruck, sie habe abgenommen. Ich kann sowas schlecht schätzen, will unsere Personenwaage nicht mit der Waage der KiÄ vergleichen, aber ich kann mir schon vorstellen, dass sie in den letzten Wochen zumindest nicht zugenommen hat. Sie hat jetzt das Robben entdeckt, zieht sich zum Sitzen hoch und "müsste" reichlich Energie brauchen. Wenn Kinder essen, weil sie wachsen (und nicht wachsen, weil sie essen), müsste sie bald Anfangen, zu futtern.

Meine Tochter ist zu blass (blass ist sie wirklich, aber das bin ich auch und ich achte wie ein Schießhund darauf, dass sie nicht direkt in die Sonne kommt) und isst nach wie vor nicht.
Umfeldexperten werfen Begriffe wie Eisenmangel in den Raum, weil Mumi nicht solange alles abdecke...

und ich bin mal wieder in einer Talsdohle und muste das mal loswerden... :(
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