da ist das Baby einer lieben Freundin gerade mal 2 Tage alt....die BW sind wund und sie lässt sich heute von der Schwester ermutigen, dem Baby eine Flasche zu geben, da die BW ja so wund sind und der Kleine eh ein kleiner Nimmersatt sei und ihm die Milch nicht ausreiche....
Hallo, auf welchem Planeten lebt die Schwester? Natürlich kann die Milch noch nicht reichen und er muss oft trinken, um die Milchproduktion in Gang zu bekommen. Sie hatte doch noch gar keinen Milcheinschuss!!!
Den ach so wichtigen Fencheltee hat er auch schon bekommen.
Sie wollte gerne stillen, hat aber wohl die falsche Schwester erwischt.
Und beim Stillen tut ja auch der Bauch so weh......ja, so ist das nun mal. Das Baby hilft dir doch nur bei der Rückbildung deiner Gebärmutter.
Für mich ist die Situation sehr schwierig. Ich hatte selbst so einen missglückten Stillstart im KH bei meiner Großen (sie ist fast 9) und leider keine Unterstützung zu Hause, sodass ich nach 2 Wochen abgestillt habe. Dies hat mich aber so belastet, dass ich mit fast 6 Monaten eine Relaktation versucht habe. Leider ging die Kleine nach wie vor nicht an die Brust. Im KH bekam sie damals schon Tee, schrie die Brust dann an und ich stand zu Hause alleine mit einem Clusterkind, offenen BW und einer Hebamme, die mir keine wirklich hilfreichen Tipps gab.
Ich hätte mir gewünscht, jemanden zu haben, der mir sagt, das clustern normal ist, dass es nicht daran liegt, dass das Kind nicht satt wird und ich hätte gerne Hilfe bezüglich meiner offenen BW gehabt. Lange hat mich das Scheitern begleitet und jetzt frage ich mich, soll ich sie ermutigen, oder mich raushalten (wie mein Mann das lieber hätte).
Unseren Kleinen (6 Monate alt) stille ich nach wie vor. Nach 4 kompletten Monaten schlimmer Stillzeit mit Soor, extrem wunden BW, 4 Monate stillen mit Hütchen, einmal fast abgestillt mit Fläschchengabe und anschließender Milchankurbelung mit Domperidon haben wir jetzt eine wunderschöne Stillbeziehung, die ich nicht mehr missen möchte. Hütchenfrei, stressfrei.....
Ich wünsche ihr das auch, aber was ist der richtige Weg? Ich hätte mir die Hilfe gewünscht beim ersten Kind, aber wünscht sie sich das?
Unser Geschenkpaket umfasst auch Brustwarzensalbe, Seideneinlagen und jetzt nach dem Telefonat noch MultiMam Kompressen. Ebenso habe ich versucht meine Hebamme anzurufen, die auch ihre sein wird. Vielleicht nimmt sie es besser auf, wenn man als Freundin nicht so "altkluge Tipps" gibt, sondern sie es eher von Seiten einer Fachkraft hört.
Das macht mich irgendwie sehr traurig, dass im KH immer noch so Märchen erzählt werden und das ihr noch nicht einmal gesagt wird, dass der Schmerz im Bauch nach dem Stillen ganz normale Nachwehen sind, mit denen ihr Baby ihr hilft, die Gebärmutter zurückzubilden.....
Mich mach es traurig, da sie mir sehr wichtig ist und da ich weiß, wie meiner Psyche genau dieser Stillstart bei der Großen geschadet hat. Ich habe lange darunter gelitten.
Und am Ende heißt es dann.......ich musste Abstillen, meine Milch hat nicht gereicht.
Das was ich ihr heute ehrlich gesagt habe: Wenn du wirklich stillen willst, sage ich dir gleich, kann das mit Flasche nicht funktionieren, da so deine Milch nicht reichen KANN.
Traurige Grüße
Sandra



