gesellschaftliche stimmung/ stillen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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JoBo
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Re: gesellschaftliche stimmung/ stillen

Beitrag von JoBo »

Hallo!
Also, ich habe es hier (Braunschweiger Raum) insgesamt recht positiv erlebt. Ich habe auch im Restaurant gestillt, auf der Parkbank, Möbelhaus, halt überall wo der Kleine Hunger bekam. War am Anfang komisch, besonders das erste mal, dann irgendwann normal und vom "handling" einfacher. Durfte mir nie einen Spruch anhören. Ich selber mag es nicht in der Öffentlichkeit die "Brust rauszupacken", habe es also immer so dezent gemacht, das viele es nicht mal gemerkt haben. Das ging immer gut mit Stilloberteilen, die auch nett aussehen können oder ein Trägershirt drunter welches dann sozusagen runtergeklappt hab und das Oberteil hoch. Und hier in der Stadt gibt es ganz viele, meist auch gemütliche, Stillräume.

Nun, nach über einem Jahr stillen, teilen sich glaub ich die Reihen: welche die meinen, ein Jahr stillen ist ok, dann ist Schluss und die Flasche muss her (wieso das auch immer anders bewertet wird als die Brust...?). Bei denen hab ich oft das Gefühl sie denken Frauen die länger stillen sind eklig, so offen sagt einem das natürlich keiner!
Und, klar, es gibt die Flaschen Mamis, leider geben da hier viele nicht zu das sie einfach nicht stillen wollten sonern sagen die Milch hätte nicht gereicht...vielleicht auch schlechte Beratung.

Ich bin ehrlich, ich vermeide in Krabblegruppen Gespräche übers Stillen da ich es nicht umbedingt jedem auf die Nase binden möchte das ich nocht stille. Ich weiß, blöd und nicht besonders stark von mir, ich habe nur keine Lust auf Diskussionen die eh zu nichts führen. Weil, jeder soll es doch so mache wie sich die Familie wohl fühlt. Aber leider sehen viele in so einer Gruppe nur ihren Weg als den richtigen Weg an.

Und mein Kinderarzt, na der wirkt nicht besonders stillfreundlich. Ist sonst ein toller Arzt. Und wenns um Stillen geht frag ich lieber meine Stillberaterin.

Meine Freunde wissen schon das ich noch stille, da ist es ok, es kommen eher neugierige Fragen. Bei Treffen mit unseren Freunden habe ich mich zum Stillen auch erst zurückgezogen, dann fand ich das nervig und hab sie einfach gefragt obs ok ist wenn ich stille. Sie hatten damit überhaupt kein Problem. Ich glaube nur drüber reden ist halt wichtig. Klar, einige werden denken, was das soll, zur Nahrungsaufnahme in den Nebenraum.....nur, es ist ja nun doch mehr als Essen. Ich finde es ist was intimes und nur verständlich wenn manche da betreten wegschaun.

Also, die gesellschaftlich Stimmung ist meinem Eindruck nach wie bei so ziemlich allen Themen in der Erziehung gemischt, und jeder meint das er rausgefunden hat wie es alle machen sollten!
Was ich toll finde ist das die Stadt sich Gedanken gemacht hat, so gibt es hier überall Stillräume und in einigen stehen auch Flaschenwärmer.
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love123
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Re: gesellschaftliche stimmung/ stillen

Beitrag von love123 »

*hochschubs*
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Tamali
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Re: gesellschaftliche stimmung/ stillen

Beitrag von Tamali »

Hallo ihr lieben,

also in meinem Umfeld ist es so geteilt, für die einen ist Stillen das einzig wahre für die anderen kommt es gar nicht in Frage und wieder andere äußern verhalten es "probieren" zu wollen.
Wenige haben lange gestillt (hierbei waren nicht die studierten vorne sondern umgekehrt) und viele haben es versucht aber schon in den Geburtskrankenhäusern die ersten Steine in den Weg gelegt bekommen. Mindestens 50% derjenigen die es probieren wollten waren nach 8 Wochen damit durch weil die gängige Meinung hier tatsächlich eher Richtung, es muß ja nicht sein und dann lass es lieber und dann bist du eh ungebundener gehst.
Meine Schwiegermutter wollte mich oft dazu bewegen aufzuhören zu Stillen, die hat sehr oft gefragt wann hörst du endlich auf damit ich auch mal kann... Sie hat auch immer an meinem Kleinen rumgefummelt während ich gestillt habe bis er abgedockt hat und dann hatte sie ja wieder bessere Argumente ts ts ts.
Sie war aber glaube ich einfach extrem eifersüchtig, denn es war ihr erster Enkel und die war damals schon bei ihren Kindern sehr gluckig und ich glaube für sie war es einfach ungewohnt "auf der anderen Seite zu stehen" und nicht die Hauptperson zu sein die man als Mami eben ist.
meine Hebi wusste nicht viel zum Stillen und hat meine Stillprobleme eher stark gefördert und zum Glück habe ich nicht aufgegeben und mich selber belesen und dann auch eine gute Stillberaterin gefunden.
Was ich so von meinen Vorfahrinnen gehört habe hat keine das Stillen als angenehm empfunden außer meiner Mutter beim 4. Kind und außegerchnet sie wollte mir weiß machen das ich zu wenig Milch hätte weil mein Kind schlecht zunahm und oft schrie (später erkannte angeborene lactoseintoleranz).
Und wieder andere habe ich glaube ich vor dem selben Schicksal bewahren können ich habe allen die mich gefragt haben gesagt das Stillen sehr schon ist, gesund für Mama und Kind und habe es etwas erklärt, und habe angeregt eine Stillinformationsveranstaltung zu besuchen und sich vorher zu informieren, weil manches sehr gut ist vorher zu wissen und Beispiele gegeben. Zwei meiner Bekannten haben so das Stillen versucht was sie sonst lt. eigener Aussage nicht hätten.
So kann man glaube ich auch etwas verändern, ganz klein eben.
In der Öffentlichkeit ist es mir während meiner Stillzeit immer gut ergangen und ich habe sehr viele seelige Gesichter gesehen wenn sie das leise grumpfen und schmatzen aus meiner Armbeuge wahrnahmen, ich glaube das hat viele "erinnert".
Neulich habe ich etwas gelesen was mich sehr betroffen gemacht hat, es betrifft zwar nicht direkt aber indirekt auch das stillen:
http://www.liliput-lounge.de/Themen/The ... -verboten/
So traurig wenn Elten so eine Haltung entgege gebracht werden DARF! Ich finde das diskriminierend und bin der Meinung das es " faschistisch " ist gegenüber Familien mit Kindern, auch sind wir im Moment auf Wohnungssuche und in vielen Wohnungen oder auf den Flächen rund rum heißt es : Kinder unerwünscht, wie gesagt betrifft das nicht direkt das Stillen aber eben indirekt und ist ein Indikator für Stimmung in der Gesellschaft gegenüber Familien.

Das Stillen im ersten Jahr okay ist, aber alles was drüber ist pervers, und das es eine Mutterpflicht ist erlebe ich auch immer wieder...

alles Liebe Tamali die für mehr still- und Familien - :1: flashmobs ist.
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Re: gesellschaftliche stimmung/ stillen

Beitrag von Mondenkind »

Ich habe noch nie schlechte ERfahrungen mit dem Stillen in der Öffentlich keit gemacht. Ich hab mal hochschwanger meine damals 3jährige in einem Kindercafe gestillt, da hat auch keiner was gesagt. Ich wurde mal von einem Mann gefragt, als ich das Minibaby draußen gestillt hab, ob er auch mal dürfte, das fand ich relativ ekelhaft. :x Aber was Negatives hab ich nie gehört. War vielleicht alles hinter meinem Rücken :lol: . Glaub ich aber nicht.
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

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Roxy89
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Re: gesellschaftliche stimmung/ stillen

Beitrag von Roxy89 »

in meinem umfeld sind die meisten mamas so eingestellt, dass sie gerne stillen möchten, aber nur die ersten 6 monate lang. die meisten gegben mit 4 monaten schon beikost u. haben bis zum 6. monat abgestillt u. auf flasche umgestellt.
Die Omas meines Sohnes haben aus folgenden gründen nicht gestillt: - kind war frühgeburt, da geht das nicht - es wurde einfach vergessen das stillen zu zeigen u. einfach flasdche egeben - es gab keine milch
es war damals eine zeit, wo glaub ich die flasche aufkam u. sich keiner ums stillen groß kümmerte, weil damals glaub ich nicht so bekannt war oder die übezreugung zum stillen herrschste seitens der fachleute auch. das übertrug sichd ann auf die mütter u. auch mir gegenüber haben sie ehr so gesprochen, als wäre stillen nicht das A und O u. flasche ist genauso gut.
mir tut das total leid, dass ihnen damals nich gehlofen wurde u. bin froh, dass es heute anders ist.
aber da die neu-mamas heutzutage es von der generation nicht anders mitbekommen, wird wohl auch nicht so lange gestillt oder gar nicht.

und auch viele krankenhäuser sind zwar vom stillen die ersten 6 monate überzeugt aber danach ehr nicht so. so ging es mir zumindest in der uniklinik. denke das liegt daran, dass es ein wissenschaftl. krankenhaus ist u. stillen u. muttermilch ist nicht so transparent für sie. so könnte ich es mir erklären. niemand weiß ja genau wie viel u. was wirklich in meiner milch drin ist u. was mein kind genau trinkt u. sie gehen einfach viel zu sehr nach normen u. richtlinien wann ein kind was essen muss. das find ich total schade.

aber ab und zu erleb ich doch auch immer mal leute die gern stillen u. es gut finden
Großer Spatz *4/11
Goldene Mitte *12/17
Kleine Maus 3/21
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