Etwas besser machen?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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BabyElf
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Etwas besser machen?

Beitrag von BabyElf »

Hallo ihr Lieben,

mein allererster Beitrag, und gleich ein schweres Thema, was mich aber zur Zeit umtreibt.
Wenn ihr noch mal von vorne anfangen könntet, gibt es etwas, was ihr in Bezug auf das Stillen heute anders machen würdet?

Ich habe in den ersten Tagen auf die Hebammen im KH gehört, das ist mir heute unbegreiflich und tut mir sehr leid.

Also "nur alle 3 Stunden, sonst Bauchweh, nur 20 Minuten pro Seite sonst verwechselt das Baby die Mahlzeit mit Kuscheleinheit"...

Schrecklich. Und ich war so blöd und hab denen geglaubt, obwohl ich es hätte besser wissen müssen, ich hatte mich sogar vorher übers Stillen informiert-ich war einfach zu erschöpft von allem! :cry:
Gelitten hat mein Sohn wahrscheinlich (hoffentlich) nicht all zu sehr darunter, er hat nur selten geweint und viel geschlafen, es gab nur wenige Male die Situation dass er unglücklich war und wir versucht haben ihn hinzuhalten (schlimm genug), aber den späte Milcheinschuss hätte ich so bestimmt verhindern können! Freiwillig hat er nämlich nie abgedockt. Wenn ich die ersten Tage noch mal erleben könnte, dann dürfte er nuckeln bis er abfallen würde! :lol:

Nach ein paar Tagen habe ich zum Glück die Uhr verbannt und nur noch auf mein Gefühl und mein Baby gehört, aber ein leichtes schlechtes Gewissen hab ich trotzdem noch!

Ich würde heute nicht mehr den Fehler machen, Hebammen mit Stillexpertinnen gleichzusetzen.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht und euch von der "falschen" Stelle beeinflussen lassen?
Würde mich beruhigen, wenn ich nicht die einzige bin, der es so ging! :oops:

Lg, Niki
Liebe Grüsse von
Niki mit dem Elfenjungen 11/11 und Mandarinchen 8/13

*ein zarter Wind wiegt mein verzaubertes Herz*
Miracleine
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Re: Etwas besser machen?

Beitrag von Miracleine »

Ich würde nahezu alles, was ich bei Benjamin gemacht habe, anders machen. Angefangen von der Stillhäufigkeit über Zufüttern mit Flasche, Schlafen, Tragen... Es treibt mich auch sehr um. Vor allem, seit Tianna auf der Welt ist und in den Genuß meiner negativen Erfahrungen bei Benjamin kommt. Es tut mir so leid, dass er das erste Jahr nicht so erleben durfte wie Tianna jetzt und wir beide noch immer dran zu knabbern haben.
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schatzperle
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Etwas besser machen?

Beitrag von schatzperle »

Gerade die ersten Tage würde ich auch anders erleben wollen.

Unsere Kleine hat uns ein bisschen überrascht als sie fast 3 Wiohen zu früh auf die Welt kam. Für mich stand nur fest, ich stille. Wirklich informiert hatte ich mich noch nicht. Ich hab auch irgendwie so drauf vertraut, dass wir das hinkriegen, ist ja schließlich das Natürlichste der Welt.
Außerdem dachte ich, sind im KH ja auch Krankenschwestern, die uns unterstützen würden.

Im Kreißsaal hat auch alles wunderbar funktioniert, die Kleine hat angedockt und kräftig gesaugt.
Später jedoch, auf dem Zimmer hatte ich in Bezug aufs stillen Null Unterstützung durch die Schwestern. Ich gab keine Infos bekommen, dass ich ganz häufig anlegen soll, ich hab Pfefferminztee zu trinken bekommen, keiner hat mal geschaut, ob's bei uns gut läuft und ich musste mir noch dumme Sprüche anhören (36h nach der Geburt war die Milch noch nicht da, dafür aber die Tränen. Nachtschwester: die kleine hat Hunger, da müssen sie jetzt mal durch. Und wenn sie das nicht aushalten, mache ich halt ne Flasche. ).

Zuhause dann hab ich mir über alles mögliche Gedanken gemacht und immer versucht, die 'eine Wahrheit', die 'einzig richtige Methode' zu finden. Es ist aber eben beim Stillen so, dass man auf sich und das Kind vertrauen muss und vor allem muss man lernen, dass man nicht alles kontrollieren kann. Obwohl die Hebamme regelmäßig da war, das Gewicht nur Anlass zur Sorge gab und sie auch sonst mit uns zufrieden war, hab ich immer gedacht: Trinkt sie genug? Kriegt sie genug Hintermilch?

Alles in allen denke ich, ich hätte mich vorher einfach ein bisschen belesen sollen - am besten hier im Forum. Dann wäre vieles entspannter gewesen.


******
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Liebe Grüße
Maren

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femianca
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Re: Etwas besser machen?

Beitrag von femianca »

Ich hab kurze Zeit auch mal das mit den zwei Stunden Mindestabstand wg. frischer auf alter Milch geglaubt (stand in einem Ratgeber über Schreibabys, der bis auf diese Info auch wirklich toll war und mir sehr geholfen hat), und hab ein paar Tage lang versucht, mit Zettel und Stift Stillzeiten festzuhalten und irgendeinen Mindestabstand hinzukriegen. Hab allerdings nie "gezogen", sondern eher so alle paar Tage gesagt "Hey, sie hat heute mal den offiziellen Mindestabstand eingehalten, jupie!"
allerdings waren Bauchschmerzen aber auch nie Thema bei unserem Schreikind. Es war einfach so offensichtlich, dass der Bauch nicht das Problem war, sondern das Bedürfnis, am Körper zu sein und Überreizung und Schlafmangel, so dass ich das nie groß verfolgt habe.

Wenn ich die Zeit wirklich zurückdrehen könnte, würd ich auf dem Weg vom Aufwachraum zur Geburtsstation, der netten Schwester, die darauf bestanden hat dass mein Baby das, was von der Nacht noch übrig ist, im Schwesternzimmer bleibt und ich mich "erhole" (ich hab ja so viel geschlafen bis um 7h endlich mein Wurm gebracht wurde) erklären, dass das überhaupt nicht in Frage kommt. Dann hätte die Maus die erste Nacht nicht allein verbracht, und hätte nicht als allererstes ne Teeflasche bekommen, wir hätten keine Saugverwirrung und dadurch wunde Nippel und Milcheinschuss erst nach 6 Tagen gehabt...
Och Mensch, wie beeinflussbar man manchmal ist - ich bin echt nicht auf den Mund gefallen eigentlich. Aber nach dem Not-KS war ich so durch den Wind, dass ich sie echt nach dem Erstkontakt wieder aus der Hand gegeben habe, "weil es so üblich ist". Keine Frage, geschlafen hab ich in den paar Stunden bis 7h, bis endlich mein Baby wieder bei mir war, nicht.
BabyElf
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Re: Etwas besser machen?

Beitrag von BabyElf »

Oh, vielen Dank für eire Antworten.

Schatzperle, ganz genau so war es bei mir auch. Und das in einem "stillfreundlichen" Krankenhaus! So traurig...

Miracleine,das tut mir total leid-du Arme! Mein Kleiner ist erst 4 Monate alt, und ich muss jetzt schon die ganze Zeit versuchen mich zu zügeln und das schlechte Gewissen nicht überhand werden zu lassen. Es ist so ein schrecklicher Gedanken, dass das Allerliebste was man hat irgendeinen Mangel erlitten haben könnte, der unnötig war! Ich habe Kalle auf "Anordnung" der Hebamme in seiner ersten Nacht ein paar Minuten im KH-Bettchen vor sich hin jammern lassen, bevor ich ihn zu mir genommen habe, weil ich ihn nicht verwöhnen sollte... es waren nur ein paar Minuten aber damit hab ich auch noch total zu kämpfen, weil ich nicht verstehen kann, was mich derart verunsichert hat, und warum ich nicht auf mein Gefühl hören konnte!

Ich hoffe, du findest deinen Frieden mit deinem Benjamin und seinem ersten Jahr. Ich bin mir sicher, dass du immer dein Bestes gegeben hast und das weiss er bestimmt auch!

LG, Niki
Liebe Grüsse von
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eve
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AW: Etwas besser machen?

Beitrag von eve »

Ich würde schneller zufüttern. Ja, richtig gelesen. Ich war schon immer vom Stillen sehr überzeugt - wurde selbst lange gestillt. Es war mir völlig klar, dass ich stillen würde und dass das auch klappen würde, für den Notfall gibt es ja Stillberaterinnen. Tja, so einfach wars bei uns leider nicht. Die Kröte hat echt gehungert, glaub ich. Muss ich immer mal wieder dran denken und hab dann ein schlechtes Gewissen.. Somit würde ich, könnte ich die Zeit zurückdrehen, schon früher und mit einem Lächeln im Gesicht mit dem BES zufüttern.

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Re: Etwas besser machen?

Beitrag von 4tiere »

Ich glaube vor solchen Erfahrungen ist frau niemals gefeit! :roll:
Obwohl ich schon zwei Kinder erfolgreich gestillt hatte, bin ich doch wieder auf die "unsinnigen" Tips meiner Hebamme hereingefallen. Genau wie bei dir sollte ich nicht unter drei Stunden und mind. 20 Minuten stillen usw ...
Auch sollte unsere Maus mit zwei Monaten lernen, alleine einzuschlafen! :( Ich wäre fast darauf eingegangen, wenn Friederike nicht so beharrlich dagegen gewesen wäre und meine Hebamme "gestattete" mir dann das stündliche Stillen, weil sie nachts so gut schlief, sonst hätte ich ihrem Rat folgen sollen. Es kamen immer so Sätze: "Naja, wenn es dich nicht stört, aber ich würde es so ... machen." Und das kam von einer äusserst engagierten Hausgeburtshebamme, die mich 16 Tage übertragen lies, die mich zuhause gebären lies, obwohl ich 46 kg zugenommen hatte. Ich war quasi zu einem Ballon aus Fett und Wasser angeschwollen. Da denkt doch frau, dass beiner solchen Hebamme, die so der Natur ihren Lauf lässt und die so auf ihren Bauch hört, dass ihre Stilltips Hand und Fuss haben. :roll:

@miraclaine: Bei meiner ersten würde ich heute auch einiges anders machen und bereue einiges. Aber ich kann dich beruhigen. Heute ist sie 18 Jahre alt und vieles konnte ich mit viel Liebe, Geduld und Aufmerksamkeit wieder gut machen. Einiges habe wir gemeinsam aufgearbeitet. Sie ist eine tolle junge Frau, selbstbewusst, kuragiert, hilfsbereit und einfühlsam. Es hätte einfacher gehen können, aber wir haben es geschafft. Und glaube mir, ich habe mir lange Vorwürfe gemacht, ihr nicht genug gegeben zu haben. :shock:
Du bzw. ihr schaff(s)t das bestimmt auch!!!! :D
Bild-liche Grüße

Natalie
mit drei wundervollen Kindern!
Den beiden Großen (19m und 21w Jahre) und die kleine Maus (01.10.2011), die ich immer noch total genieße! Bild
Und das mit der Rechtschreibung lerne ich noch ... ;-)
(Manche andere Fähigkeiten erwerbe ich bestimmt auch noch, über Anregungen bin ich immer dankbar!)
EhUSb

Re: Etwas besser machen?

Beitrag von EhUSb »

Oh ja, eine ganze Menge.... Ich hätte Clara anfangs öfter angelegt - sie meldete sich von sich aus selten und schlief beim Trinken auch meist ein und musste geweckt werden. Die Hebamme fand alles in Ordnung, aber Clara hat kaum zugenommen, die Lösung der Hebamme dafür waren Stillhütchen. So was Blödes, die würde ich heute nie nie nie nie mehr nehmen, so ohne Indikation, da würde ich erstmal die Stilltechnik angucken lassen etc. Ich würde definitiv viel früher zu einer kompetenten Stillberaterin gehen, wie wir sie jetzt haben. Die ist Gold wert. Ach so, und auf dden Quatsch mit den Mindeststillabständen würde ich auch nicht hören - haben wir anderthalb Wochen lang geglaubt (immerhin hieß es hier nur, 90 min seien nötig) und so die arme Clara vom abendlichen Clustern abgehalten. Irgendwann habe ich sie dann immer angelegt, wann sie wollte und siehe da, nix war mehr mit abendlicher Unruhe...
Bestimmt gibt es viele Hebammen, die stillkompetent sind. (Ich hoffe, doch, die meisten!) Aber meine war da definitiv zu Laissez-Faire und ich hätte mir sicher einige Sorgen ersparen können, wenn ich in Punkto Gewicht/Stillen nicht auf sie gehört hätte. (Sie sagte, ein Neugeborenes brauche nur 70 gr die Woche zunehmen... Never! Keine Ahnung, wo sie die Zahl herhat, aber ich könnte mir noch heute in den A*** beißen, dass ich das geglaubt habe!)
Fleur
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Etwas besser machen?

Beitrag von Fleur »

Bei mir ist es ähnlich wie bei Eve. Ich wünschte, jemand hätte meine Sorge, dass mein Baby "nicht richtig trinkt" früher ernst genommen. Und mir das BES gezeigt. Die ersten Wochen waren schlimm.
Viele Grüße
Fleur
mit Frühlingskind 04/11, *L. 12/13 & Herbstkind 10/14
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FamilieChaos
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Re: Etwas besser machen?

Beitrag von FamilieChaos »

zumindest bei den großen würde ich gern die Zeit zurück drehen was das stillen betrifft.Tochter hätt ich lieber nicht aus der Hand gegeben und Sohn lieber länger gestillt.
Aber aus Fehlern kann man lernen und die kleinen sind die Nutznießer dessen.
mit bald 7 Zwergen *2/99,4/00,9/02,6/08, 7/10,10/14 und 7/2020 und 6 Sternchen im Herzen
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