Schön ist es tatsächlich, wenn die Sonne scheint und die Luft glitzert und funkelt. Aber das muss ich mir ja nicht stundenlang angucken

Wenn wir irgendwo hingehen, dann momentan meistens mit dem Auto. Da muss ich die Kids nicht ganz so dick einpacken. Vor allem das Baby bekommt nur eine Mütze und eine zusätzliche Schicht an und kommt dann in ihre kuschelige dicke warme Einschlagdecke. Die Grosse braucht dann auch nicht die komplette Ausrüstung, und ich kann auch auf die zusätzliche Hose, Mütze, Schal etc verzichten... Frische Luft bekomm ich beim Scheibenkratzen für meinen Geschmack genug

und die Grosse turnt ja meistens auch ein Weilchen mit draussen rum, ehe ich alle Türen genug freigekehrt habe von Schnee, dass man sie öffnen kann, ohne dass ein halber Schneemann ins Auto rieselt. "Ihre" Tür ist meistens zugefroren, so dass sie über den Fahrersitz ins Auto klettern lasse. Vorher muss ich aber noch durch den Tiefschnee vor dem Auto stapfen um die Motorheizung abzustöpseln und zur Steckdose zu gelangen, die mit Schlüssel gesichert ist, um auch dort das Kabel abzustöpseln, damit ich bei der Gelegenheit (Grosse ins Auto lassen) wenigstens gleich schonmal das Auto anlassen kann - um die Heizung und Scheibenheizung einzuschalten und auch um zu schauen, ob das Auto überhaupt Lust hat anzuspringen. Wenn nicht, kann ich mir das Kratzen nämlich auch sparen *g*
Und weil die Scheiben vorzugsweise auch von INNEN gefroren sind (und die Scheiben innen natürlich in die entgegengesetzte Richtung gebogen sind als der Scheibenkratzer...), stehen die Autotüren auch noch lang genug offen, dass selbst das Baby noch genug frische Luft abbekommt. Überhaupt muss man ja auch erstmal zum Auto hinkommen und vom Auto dann zum entsprechenden Objekt, zu dem man hinwill - also auf 10-15 Minuten frische Luft komm ich da auch locker. Pro Strecke

Soviel mehr scheinen ja auch manche Freiwillig-Rausgeher nicht zu schaffen. Da brauch ich mich garnicht mehr so schuldig zu fühlen, wie schön.
Das mit der Anzieherei ist leider wirklich lästig. Vielleicht wird das besser, wenn sie grösser sind. Es hört ja beim Anziehen nicht auf - sondern wenn man heimkommt, wollen ja auch beide alles gleichzeitig. Das Baby will aus den dicken warmen lästigen Sachen raus, Pipi machen und/oder eine frische Windel und Hunger hat es auch. Die Grosse will eigentlich noch garnicht rein oder weint wegen irgend etwas anderem (sehr beliebt: sie klingelt an der Tür und wartet, ob jemand aufmacht. Nach ungefähr einer halben Minute Warten - inklusive undeduldiger werdendem Rest der Familie, einschliesslich Baby - erdreistet sich Mami dann, den Schlüssel zu zücken und aufzuschliessen. Grosser Fehler, die Wildgurke will lieber warten, bis das Hausgespenst aufmacht oder so. *seufz* Irgendein Grund findet sich jedenfalls immer), ist müde, hat Hunger, will sich nicht ausziehen, aber wehe man will helfen, dann gibts grosses Gebrüll und viele Tränen - dann zupft sie halbherzig mit zwei Fingern an ihrem Reissverschluss, heult "das geeeeeeeeeeeeeeht niiiiiiiiiiiiiicht!" und wenn man dann aber hinlangt und den Reissverschluss aufzieht, dann geht die Welt unter. Naja, wie das halt immer so ist

Und dazwischen steht man dann, schwitzt ohne Ende und fragt sich, wann man denn eigentlich selbst mal dazukommt, wenigstens die oberste Schicht auszuziehen. Und weil alles schnell gehen muss (schwitz, schwitz, hechel, heul, nöl, kreisch!), schmeisst man dann halt erstmal alles fix auf einen Haufen um wenigstens erstmal alle aus den Sachen rauszukriegen und halbwegs wieder Ruhe herzustellen. Also gleichzeitig zwei Kinder und sich selbst aus den Sachen schälen, Baby abhalten, Grosskind was zu Essen organisieren, dran erinnern dass sie vorher auf Toilette gehen und sich die Hände waschen könnte (wie kannst du sowas von mir verlangen, Weltuntergang Teil II !), selber Hände waschen, Baby wieder herrichten und dann stillen und dabei eine Geschichte vorlesen, während die Grosse ins Bett krümelt. Und nur nicht die Geduld verlieren bei der ganzen Aktion! *ommmmmmmmmmmm*
Und irgendwann, wenn man völlig geschafft ist und froh, dass wieder halbwegs Zufriedenheit herrscht im Hause, läuft man an dem riesigen Berg von zerknautschten, nassen Wintersachen vorbei und denkt "oh Mist, da war ja noch was."
Uff.
Ich weiss ja, dass Rausgehen schön ist und man dabei auch Kraft und Energie tankt und so - aber soviel Energie, wie die An- und Auszieherei verbraucht, kann ich garnicht tanken. Nie und nimmer nicht. Zumindest nicht bei solchem Wetter.
Was ich aber eigentlich fragen wollte:
woran erkennt man denn, ob ein Baby Erfrierungen hat? Hab ein Bisschen Sorge, dass es bei der Kleinen auch der Fall sein könnte. Ich schwör ja sonst auf Weleda, aber die Wind- und Wettercreme vertragen wir alle nicht und wir haben bisher keine gescheite Alternative. Kann mir da jemand was empfehlen?
Baby weint, muss ungelesen abschicken.