Hallo Liane,
ich geh noch mal der Reihe nach:
auch meine zweijährige Tochter hat das Down-Syndrom, von daher kenne ich mich mit den Besonderheiten recht gut aus
Oh, dann bist Du ja Expertin.

Die Erfahrung mit Deinem älteren Stillkind wird Dir für Dein Jüngstes ganz sicher noch sehr hilfreich sein.
Ich muß anmerken, das ichd en Milchspendereflex auch schon vor dem Stillen vom Ado-mäuslein nicht mehr gespürt habe - das war irgendwann im aAufe des ersten Silljahres immer so - irgendwann war er "weg", aber die Babys haben trotzdem weiter getrunken, also muß ja etwas kommen...
Damit hast Du Recht: "Nicht spüren" ist nicht das selbe wie "nicht haben". Dennoch: Für das Auslösen des MSR ist definitiv regelmäßiges kräftiges Saugen notwendig, anders geht es nicht. Wenn Du Dein älteres Kind nur noch selten stillst und Dein Baby (noch) nicht in der Lage ist zum kräftigen, effektigen Saugen, dann musst Du - auch zur Ankurbelung der Milchproduktion - für einen anderen Saugreiz sorgen. Regelmäßiges Abpumpen ist da das Mittel der Wahl, insb. mit Doppelpumpset, denn dies spart zum einen Zeit und regt zum anderen die Milchbildung/MSR stärker als einseitiges Nacheinander-Pumpen.
.ideal wäre es natürlich, wenn es sich so einpegeln würde wie bei der großen Downie-Maus, die ab 6 Monaten dann ganz vergnügt Flasche UND Brust genommen hat
ja, diese Idealvorstellung haben viele Mütter, verständlicherweise. Allerdings: viele Babys kommen mit dem Wechsel zwischen Flasche und Brust leider NICHT gut zurecht - insbesondere diejenigen nicht, bei denen das Stillen von Anfang an problematisch war. Deshalb wäre es gut, wenn Du da flexibel bleiben würdest, wenn es bei Deinem zweiten DS-Baby anders läuft als bei Deinem ersten.
HAst Du vielleicht einen Tip, wie ich den Milchspendereflex ein wenig verstärken kann....außer Oxytocinspray, an das man mittlerweile so schwer rankommt....homöopathisch eventuell?
Es gibt keine homöopathische Behandlung, deren positive Wirkung hinsichtlich MSR belegt ist. Auch Oxytocin-Spray ist nicht empfehlenswert, da bei mehrmaliger Anwendung ein Gewöhnungseffekt eintreten kann, der die körpereigene Hormonausschüttung beeinträchtigt. Deshalb gehört die Verabreichung von künstlichem Oxytocin wirklich nur in die Geburtshilfe. In der Stillzeit gibt es nur sehr wenige sinnvolle Einsatzgebiete, etwa die gestörte Reflexbahnung im Frühwochenbett auf Grund von zu schwacher Schmerzmedikation z.B.. Und auch hier sollte das Spray nur einmalig, in jedem Falle nicht länger als 24-48 Stunden zum Einsatz kommen.
Bei Dir liegt eine ganz andere Situation vor: im Rahmen des natürlichen Abstillens Deines Kleinkindes sank die Stillfrequenz und -intensität, d.h. die Milchproduktion fuhr entsprechend herunter, was ja auch genau so Sinn der Sache ist (mit aktuell 2-3x täglich stillen liegt Deine derzeitige Milchbildung vermutlich ungefähr bei 20-30 % des Bedarfs eines Vollstillbabys). Jetzt möchtest Du wieder ankurbeln für Dein Adoptivbaby - das ist ganz sicher möglich, aber nicht mit Hilfe von Oxy-Spray. Sondern durch: Nachfrage schaffen! Pumpen pumpen pumpen, so lange das häufige Stillen noch nicht gut klappt, und dann wird auch der MSR wieder schneller einsetzen. Und natürlich: Deinem Baby helfen, eine gute Stilltechnik zu lernen - ohne Flasche sind Eure Chancen dafür größer. Die ausreichende Milchversorgung muss natürlich auch ohne Flasche vollständig sichergestellt sein, von daher ist ein Umsteigen aufs BES sicher eine gute Idee.
Kannst Du mit diesen Hinweisen etwas anfangen? Rückfragen immer gern!
LG
Julia