Hach, ich kann Dich so gut verstehen...
Ich habe drei Kinder, der älteste ist 3 3/4 und er war der erste, der genauso war wie Dein Willi (schöner Name übrigens!

) Vom ersten TAge an forderte er IMMER volle Aufmerksamkeit, ließ mich nichteinmal allein auf die Toilette, an Ablegen war nie zu denken. Mein Mann war dazu grad in der Lernphase/Prüfungszeit und ich mit alledem allein. Die Nächte waren IMMER schlimm, nur mit 3-4 Monaten schlief er mal ruhiger. Wir haben alles durch, außer ferbern. Schlaf verändern, protokollieren, Tagesablauf und Abendritual verändern - alles half nicht. Achja, beim Homöopathen waren wir auch - aber auch das brachte leider nur kurzfristig Verbesserung.
Ab dem etwa 8. Monat schlief er nur noch stundenweise und war nachts mindestens einmal lange wach. Ich ging nur noch auf dem Zahnfleisch, zumal ich wieder schwanger war.
Zweites Kind, gleiches Drama - nur zog sich die Phase deutlich länger hin. Wir haben bei Nr. 1 relativ spät eine Federhängewiege gekauft und dann wenigstens das wache Kind schaukeln können - ich hab bei Nr. 2 Nächte vor dem Rechner verbracht und die Wiege geschaukelt.

Während des Schaukelns schlief er meistens wieder ein, wurde aber wach, wenn man aufhörte...
Nun Nr. 3, jetzt 10 Monate alt: dasselbe. Seit einigen Wochen.
Ich gehe davon aus, dass es mit dem Laufenlernen zusammenhängt. Bei allen fing es im Krabbel-/Hochziehalter an und bei den beiden Älteren endete es mit dem Laufenlernen. Graumsame Nächte, auch abends immer wieder wach werden, ich kann da ein Lied von singen. Beim Großen war es dann mit 13 Monaten vorbei (da lief er), beim Kleinen erst mit etwa 1 1/2, da konnte er erst laufen. Die Jüngste steckt ja nun mittendrin. *seufz*
Das klingt jetzt vielleicht recht entspannt und souverän, das liegt aber nur daran, dass ich das nun schon mit dem dritten Kind durchmache und nichts anderes erwartet habe. Beim ersten Kind war es wie bei Dir - ich ging nur noch am Stock, man kann sich ja gar nicht mehr vorstellen, dass das irgendwann mal wieder aufhört.
Was soll ich sagen, nun weiß ich, dass es wieder aufhört und bin zwar auch jetzt elendsmüde und erschöpft (gestern Abend kam die Kleinste dreimal und ich musste noch die Adventskalender fertigstellen, dann schlief sie 2 Stunden, war dann zwei Stunden wach und knibbelte an mir herum *autsch*, dann brachte ich sie zum Papa zum schaukeln in der Federhängewiege, davon wurde der Mittlere wach und kam zum Dauernuckeln zu mir. Um 6 standen die anderen alle wieder auf - und krank bin ich grad auch noch...

), aber die Aussicht darauf, dass es wirklich irgendwann aufhört, da ich genau dies ja bereits erfahren durfte, die lässt es mich besser ertragen. Wenn ich jetzt an die Zeit mit dem ältesten zurückdenke, kommt sie mir gar nicht mehr so schlimm vor

, obwohl ich weiß, dass es furchtbar war und ich manchmal nicht wusste, wie ich den Tag überleben soll. Aber dann macht man es wieder durch, hat sogar noch ein (oder zwei) Kinder und merkt, dass es eben geht, weil es gehen muss. Und weil man weiß, dass bessere Zeiten kommen.
Ich denke inzwischen, wenn meine Kinder mal alle durchschlafen (derzeit nach wie vor nur 2 1/2 von dreien

), dann liege ich vermutlich wach, weil mein Schlafrhythmus sich so verändert hat...
Versuch es anzunehmen. Nicht dagegen anzukämpfen. Lass das experimentieren, es bringt meistens sowieso nichts. Das sagt sich so leicht, aber nur wenn Du die Situation besser für Dich annehmen kannst, wird es Dir auch besser gehen.
Gutes Durchhalten!
"Tanze mit Deinem Baby im Mondschein, wenn es die Nacht zum Tag macht, singe fröhliche Lieder mit Deinen Kindern im Regen, mache Kissenschlachten, matsche mit ihnen im Schlamm und springe in Pfützen, macht ein Picknick UNTERM Tisch - vergiss nie: in 20 Jahren wirst Du sagen, es war die schönste Zeit Deines Lebens!"
von Minchen mit Frühling (2008), Sommer (2009), Herbst (2013) und Winter (2011)