Irgendwie finde ich diese Diskussion sehr eigenartig. Aber ich gebe zu, beim ersten Kind habe ich auch viel gelesen und "probiert", vor allem weil es eines mit starken Bedürfnissen war.
Was mich befremdet ist, dass Stillen oder Herumtragen für mich nichts mit Ablenken zu tun hat. Wenn mein Baby weint, dann tröste ich es und lenke es nicht ab. Und nicht nur mein Baby. Ich würde dem Kind nie sagen, "es ist nicht so schlimm", denn wenn es weint, dann ist es FÜR MEIN KIND schlimm, egal ob ich das so sehe oder nicht. Und dann spende ich ihm den Trost, den es braucht, um sich wieder zu beruhigen. Wenn es mit stillen geht, dann stille ich. Hilft herumtragen, dann trage ich herum. Das Baby/Kind beruhigt sich dann nicht durch Ablenkung, sondern durch das vertraute und gute Gefühl, das ihm dabei Geborgenheit vermittelt. Mein Kind in meinem Arm weinen/brüllen/whatever zu lassen, sofern mir ein Mittel zur Beruhigung zur Verfügung steht, finde ich ... naja...
Wenn meine Freundin weint, dann nehme ich sie in den Arm, wiege sie vielleicht, weil sie meine Nähe und die Geborgenheit beruhigt. Ich gebe ihr das in dem Moment größtmögliche - stillen kann ich sie ja schlecht...

Gäbe es aber etwas, das sie effektiver beruhigen würde, würde ich das doch tun - und das hat doch nichts mit Ablenken zu tun...
Stillen und Tragen gibt meinem Kind Geborgenheit und Beruhigung, warum sollte ich es dann nicht tun - das kapier ich irgendwie nicht.
Dass das Kind der Threadstarterin nun nachts keine Bauchweh mehr hat, kann auch mit vielen anderen Dingen zusammenhängen. Mein ältestes Kind zB hatte in dem Alter einen mächtigen Schub, der ihn vor allem nachts auch vom Schlafen abhielt. Auch er kämpfte mit Bauchweh und Pupsen. Von einem Tag auf den anderen war das wie weggeblasen - klar, damals hab auch ich gedacht, es hat sich aufgrund äußerer Einflüsse verändert, denn ich hab auch vieles versucht (also nicht Dinge wie schreien lassen, aber so einfache Dinge, wie den Tagschlaf verändert, mehr getragen, weniger getragen, mehr raus, weniger raus, Abendritual - was man eben so macht).
Vergesst nicht, dass die Kinder im Babyalter ständigen Veränderungen unterworfen sind, sich dauernd rasant entwickeln und oft schon morgen nichts mehr ist wie gestern. So hatten alle meine Kinder schlaftechnisch eine furchtbare Phase um das Krabbel- und Laufalter herum - so ab dem 6., 7. Monat. Ich habe gute und schlechte Schläfer, aber selbst die am besten schlafende steckt da zur Zeit grad drin und wir haben grauenhafte Nächte. Aus der Erfahrung weiß ich nun aber zum Glück, dass sich das von selbst irgendwann wieder ändern wird. Dafür brauche ich keine Methoden ausprobieren - auch wenn ich mir sehr sehr oft wünschte, es gäbe eine...
Jedes Kind ist anders, irgendjemand schrieb es ja schon, und meine Erfahrung hat mich gelehrt, dass mehr als alles Herumprobieren und schlaue Literatur lesen hilft, das Kind mit seinen Entwicklungsphasen zu nehmen wie es ist und ihm einfach nur Liebe, Nähe und Geborgenheit zu geben - egal wie alt es ist. Und: mit Selbstaufgabe hat das für mich nichts zu tun: das Kind braucht mich, denn ich bin seine Mama, je kleiner umso mehr. Ich habe es gewollt, also bin ich auch in der Verantwortung.
"Tanze mit Deinem Baby im Mondschein, wenn es die Nacht zum Tag macht, singe fröhliche Lieder mit Deinen Kindern im Regen, mache Kissenschlachten, matsche mit ihnen im Schlamm und springe in Pfützen, macht ein Picknick UNTERM Tisch - vergiss nie: in 20 Jahren wirst Du sagen, es war die schönste Zeit Deines Lebens!"
von Minchen mit Frühling (2008), Sommer (2009), Herbst (2013) und Winter (2011)