Stillen seit 21 Monaten - "Unnormal"?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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antje143
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Re: Stillen seit 21 Monaten - "Unnormal"?

Beitrag von antje143 »

Sandküste hat geschrieben:Irgrndwann bekommt das ja keiner mehr mit. Wir stillen noch morgens und abends. Bei einem
So großen Kind erwartet das ja auch keiner.
genau...und ich habe mir dann angewöhnt,das es nach außen keinen was angeht...und den kindern gesagt,das wir das am besten nur für uns machen...weil viele menschen das nicht verstehen können...und zu unserem schutz...
und wenn mich jemand direkt gefragt hat,dann habe ich mir überlegt,was ich sage...je nach situation habe ich es entweder ehrlich geantwortet oder deren meinung bestätigt---dann hatte ich schneller meine ruhe... ;) es kam immer auf meine nerven-stärke an... 8)
ein lieber Gruß von Bild mit
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sommersprosserl
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Re: Stillen seit 21 Monaten - "Unnormal"?

Beitrag von sommersprosserl »

Mein Stillkind ist nun 27 Monate alt und diese Frage hat mich auch immer mal wieder beschäftigt. Gerade vor Kurzem war es ganz schlimm weil ich mit dem Stillverhalten von meiner Kleinen überhaupt nicht mehr zurecht gekommen bin (wir stillten wohl öfter als ein Neugeborenes). Ich hatte schon richtige Magenschmerzen deswegen und dann hab ich beschlossen es wird nur mehr zum Einschlafen gestillt (naja besonder Situationen ausgenommen :wink: ). Meine Tochter hat zwar ein bisschen protestiert, dann wurde es aber akzeptiert.
Wie schon vorher geschrieben: Wenn man wirklich 100%ig hinter einem Entschluss steht, dann versteht es das Kind auch.
Man hat beim Stillen eigentlich alle Freiheiten der Welt, man kann wie man will und wie lange man will, man muss nur dahinter stehen. Mach dir keinen Kopf, lass es auf dich zukommen.
Von meinem Umfeld her kann ich nur sagen, dass mittlerweile wirklich niemand mehr davon ausgeht, dass wir noch stillen. Das wir noch stillen wissen nur unsere besten Freunde und die engste Verwandtschaft.
Ich hatte übrigens in der engsten Verwandtschaft deutliche Stillgegner, mittlerweile sagt aber niemand mehr etwas. Sie haben sich halt damit abgefunden. Meine 85jährige Oma hab ich sogar mal am Telefon erwischt, wie sie meiner Tante die Vorteile vom langen Stillen erklärt hat und meine Omi war anfangs wirklich nicht vom Stillen begeistert.
Liebe Grüße vom sommersprosserl
Shigo
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Re: Stillen seit 21 Monaten - "Unnormal"?

Beitrag von Shigo »

VIelen Dank für die vielen lieben Antworten.... gott ich kann euch gar nicht sagen, wie gut mir das gerade getan hat, jeden einzelnen Beitrag zu lesen!!
Mich stört das auch so unfassbar, dass ich mir übehraupt darüber Gedanken mache. Aber das Umfeld hat doch größeren Einfluss auf mich, als ich gern zugebe. Ich habe einfach nicht so eine dicke Haut, wie man als "Kleinkind-stillende" Frau so braucht! Aber ich bin wirklich wirklich heilfroh, dass mich mein Mann so sehr unterstützt. Er steht wie ein großer, starker Fels hinter mir und gibt mir ganz viel Kraft.
*
Erst dachte ich, ich sag einfach nicht mehr das ich stille. Aber dann kommt wieder die Kämpferin in mir hoch und ich denk: "Ey, was denn los hier? Ich muss mich doch nicht dafür schämen, dass ich mein Kind stille!"
Ich war heute mit der Kleinen beim impfen.... und da war (ausnahmsweise) eine andere Ärztin da. MIt ihr hab ich ganz offen gesprochen (ihr hab ich von der Zahnärztin berichtet, die mich vor kurzem total rund gemacht hat, weil ich noch stille ... da ich meinem Kind damit nix Gutes tue und ich ihre Zahngesundheit massivst aufs Spiel setze) und sie meinte dann: Die Zahnärztin hat schon nicht so Unrecht. Der Zucker in der Muttermilch schadet den Zähnen schon sehr, vorallem beim nächtlichen stillen. Aber sie meinte auch, ich soll nicht aus diesem Grund abstillen - das Risiko sei überschaubar, sofern ich gut Zähneputze bei der Kleinen - gefährlicher seien da Nuckelflasche und gesüßte Getränke.
*
Naja.. auf jeden Fall mach ich mir schon Gedanken darüber, ob es das alles noch wert ist weiter zu stillen. Mein Herz schreit ganz laut: "Still weiter" und mein Verstand sagt aber die Tage immer öfter: "Denke an die Zähne der Kleinen!" und: "Muss es wirklich sein, dass dich alle für total beschränkt halten und nur noch müde belächeln?"
*
Ich werd noch ganz kirre. :?
Bin schon ziemlich hin und her gerissen... meine Meinung dazu schwankt wirklich total ... und ich weiß einfach nicht, was (für mich ... und die Kleine) richtig ist.
Und vorm abstillen hab ich auch echt Schissi, ich hab schon mal versucht, das nächtliche Stillen wegzulassen ... eine Woche hab ich es versucht, aber dann dreht sie so dermaßen am Rad, sie schreit so derbe, dass sie fast erstickt dabei.... das hab ich nicht länger wie eben diese eine Woche ausgehalten. :? :cry:
*
So viel Unsicherheiten... ach ich kenn das gar nicht von mir :cry:
Marilu

Re: Stillen seit 21 Monaten - "Unnormal"?

Beitrag von Marilu »

Schau mal hier oder gibt "Karies" in die Suche im Stillforum ein.
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christina
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Re: Stillen seit 21 Monaten - "Unnormal"?

Beitrag von christina »

Ohne alles gelesen zu haben:

Wie hier gesagt wurde, im Reallife ist es eher selten. Aber nicht unnormal finde ich. Man muss definitiv ne dicke Haut haben oder sich anlegen. Aber es ist schoen, wunderschoen! Wir haben 29 Monate gestillt, dann hab ich den Anschubser zum Abstillen gegeben, aber ohne Traenen oÄ. Heute mag sie ab und an mal kurz andocken und saugt 2,3mal an beiden Seiten und das wars. Kein richtiges Stillen mehr, aber wohl noch nicht ganz abgestillt? Kommt aber superselten vor. Und wenn ich NEIN sage, ists auch ok. (Ich bin wieder schwanger.)
Ich bin gespannt wie das nach der Geburt aussehen wird und ob sie dann wieder mehr will. Ich lass es auf mich zukommen.

Ich hab dann auch nicht mehr oeffentlich gestillt, das brauchte L. garnicht. Bis sie 25 Monate war bruachte sie es fast so oft wie ein Neugeborenes, dann hab ichs reduziert, dann wars nur noch zum Einschlafen und dann eben "ganz aufgehoert". ;)

Und ich wuerde es nie anders machen, es war eine wundervolle, innige Zeit, die sowohl ich als auch mein Kind (und mein Mann!) genossen haben, weil sie sich dadurch gut beruhigen liess, ihr Naehebeduerfnis gestillt werden konnte und eben die Nahrungsaufnahme etc pp. :)

Nur Mut zum Weitermachen!
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"Ein Kind oder zwei Kinder zu beaufsichtigen ist viel anstrengender, als vier oder fünf. Ich glaube, dass viele Eltern ein schweres Leben haben, weil die anderen Kinder fehlen." - Remo Largo
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christina
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Re: Stillen seit 21 Monaten - "Unnormal"?

Beitrag von christina »

Ach ja, Nachts hat es sich von SELBER ausgeschlichen, sie wurde immer seltener wach. Als ich dann tagsueber reduziert hatte, wurde es nachts von allein weniger. Ich hab da immer nach Bedarf gehandelt, nachts VOR ALLEM.
Mit Maikäferinchen 2009, Regentonnenmopsi Juni 2012 und Miniraupe April 2015

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Re: Stillen seit 21 Monaten - "Unnormal"?

Beitrag von christina »

Aehm, und noch was zum Thema Stillen und Zaehne. DA gabs NIE Probleme. Wir putzen brav und sie hatte WEDER Karies noch sonstwas. Und das trotz dem vielen "Gestille" bis ueber den Sommer. ;) Klar ist da Zucker drin und so... aber ists doch auch, wenn man ne Milchflasche gibt.
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blueberry
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Re: Stillen seit 21 Monaten - "Unnormal"?

Beitrag von blueberry »

Hab den Thread nur überflogen, und wollte - da wenig Zeit - nur schnell zwei Links hierlassen:

1. Link:Fachartikel "Stillen und Zahngesundheit"aus der Laktation und Stillen (Fachzeitschrift der IBCLC)

2. Link: es gibt eine ganz wunderbare Broschüre der AFS zum Thema "Abstillen". Ich habe sie gelesen, weil eine Freundin, deren Kind ein Jahr älter ist als meins, langsam aktiv Abstillen mag - gemächlich aber, ohne "Fahr doch mal eine Wochenende weg"-Tipps. Und da sind wir auf diese Broschüre gestoßen, die wirklich schön ist und das Stillen weit über die ersten zwei Lebensjahre aufgreift und wie man als Mutter-Kind-Paar das Stillende in allen Altersstufen ganz unterschiedlich gestalten und erleben kann.


Ich wurde gestern Abend auch gefragt, ob ich noch stillen würde - und ich muss sagen, dass ich mich über die Frage gefreut habe :D , weil ich es erfreulich fand, dass eine mir bis dahin völlig unbekannte Person davon ausgeht, dass das bei meinem (anwesenden) 19 Monate alten Kind im Bereich des Denkbaren liegt 8) :wink:
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blueberry
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Re: Stillen seit 21 Monaten - "Unnormal"?

Beitrag von blueberry »

blueberry hat geschrieben:das Stillende in allen Altersstufen ganz unterschiedlich gestalten und erleben kann.
Merke grad das "Stillende" so geschrieben nicht eindeutig ist :lol: . Ich meinte natürlich das "Still-Ende" :wink:
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Shigo
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Re: Stillen seit 21 Monaten - "Unnormal"?

Beitrag von Shigo »

Vielen lieben Dank für die tollen Links, die sind super! :bravo
Mittlerweile geht es mir deutlich besser, ich bin nicht mehr so stark verunsicher und zweifelnd.
Ich bin gerade auf der Suche nach einer Stillgruppe in meiner Nähe, wo auch ein paar "Langzeitstillende" (ich mag das Wort nicht ^^) teilnehmen... ich glaub ich brauch das, um mich ned so "einsam" zu fühlen. :roll:
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