DRINGEND: Abstillen wg SSRI?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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animaus
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DRINGEND: Abstillen wg SSRI?

Beitrag von animaus »

Hallo,
eine Bekannte hat eine Wochenbettdepression (familiäre Vorbelastung mit Depressionen und Psychosen, Mutter mehrfach Versuch des Suizids, nun im Rollstuhl).
Sie würde gerne weterstillen und fühlt sich als Versager. Ihr Mann meinte "Wir stillen morgen ab und geben Fläschchen, da wir uns nicht verzeiehn könnten, wenn was mit dem Kind später ist wg der Medikamente".
Er meinte, er habe sich belesen und das Medikament gehe wäre mit bis zu 10% iger Dosis im Kind nachgewiesen worden in Studien. Er ist gebildet, glaube ihm, dass er sich belesen hat,w ie gut die Quellen waren, weiß ich nicht, er wollte nit näher drauf eingehen. Sind beide Lehrer mit allen damit verbunden Klischees :?
Ich hab probiert sie für das Thema besser ein bisschen gestillt als garnicht zu interessieren. aber er möchte absolut nit, dass seine Frau SSRI nimmt und stillt, auch nicht, wenn sie die Peekdosis abpumpt sozusagen , Zwimilch wollten sie auch nicht drüber reden.
Hat hier jmd Erfahrung als Betroffene/Stillberaterin mit Stillmüttern unter SSRI Einnahme?

Wollte erfragen wie lange die Medikamenteneinnahem wohl sein würde .. konnte man nit genau sagen, ahb angeduetet das sie sich durch abpumpen ihre stillfähigkeit erhalten könnte und falls vielleicht in naher Zukunft eine Mediennahme nicht mehr nötig wäre (woebi SSRI eerst ma ne Wile benötigen, bis der gewünschte Effekt eintritt, dss is denne glaub nit so bewusst). darauf wurde auch nicht eingegangen.
wahrscheinlich gehören meine Bekannten zur Gruppe "Man kann nit alle retten".
Hinzu kommt, dass sie morgen erst ihre Hebi fragen wollen, was sie tun wollen, keine Flaschen und keine Milchnahrung zuhause haben (heute meitnen sie würden sich durchprobieren welche Sorte die richtige für sie wäre). morgen is samstag argh.
weitere Fragen: was wäre im bezug auf teilstillen relaktation etc alles möglich?
glaub nit, dass es fruchtet, aber könnte ich das kind miternähren mit meiner mumi? die kleine M. is morgen 14 tage alt, A. ist 8 Monate. Ich habe allerdings noch Mumi vom dritten Monat in der Tiefkühltruhe.
sry, dass das alles so wirr ist, bin total durch den Wind, meine Stillberaterin is nicht zu erreichen udn stille grad nebenher meine maus.
Schonmal vielen Dank für eure Hilfe!!
I
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Karinke
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Re: DRINGEND: Abstillen wg SSRI?

Beitrag von Karinke »

woher kriegt sie die Medis? Meine (Laien-) Erfahrung ist, dass sich hier ein Geschützter Rahmen Bewährt hat. Sprich bis zur Einstellung Möglicher Medis einen Klinikaufenthalt zu machen um zu Ruhe zu kommen. Dort hoffe ich, dass das Personal die Feinfühligkeit hat, abzuschätzen was die MUTTER WILL. Und zwar nicht im Schnellschussverfahren, sondern sauber abgeklärt. Aber das ist meine Meinung und Erfahrung. Ich würde eine Freundin (und habe auch schon) zu ihrem Schutz für einen Mutter-Kind-Klinik-Aufenthalt ermutigen. Einfach, dass sie zu ruhe kommen können - beide miteinander, und wenn sie wieder die nötige Kraft haben, weise Entscheidungen zu treffen. In der Schweiz hat es v.A. ein Spital welches einen Super Ruf hat, für solche Mütter wunderbar da zu sein. In DE gibt es da sicher mehrere Angebote. Selbst döckterlen und von Zuhause aus versuchen das ganze in den Griff zu kriegen, da habe ich selber und auch in weiteren Konkreten Fällen schlechte Erfahrungen gemacht mit Depressionserkrankungen.

Aber ich bin nur selbstbetroffene mit Angehörigen, die es auch traf.
Bild Grosses M, KS, 12.1010 Bild J, VHBAC, 8.2012 Bild Kleines M, 2.HG 9.2015
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animaus
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Re: DRINGEND: Abstillen wg SSRI?

Beitrag von animaus »

Das haben wir ihr auch geraten im Rahmen eines stationären Aufenthaltes einstellen zu lassen. Finds auch fragwürdig das ambulant zu machen bei der Vorgeschichte .. ich persönlich (selbst Mediziner) würd das nit machen.
Ich will mich denen allerdings nit zu sehr aufdrängen, habe meine Hilfe angeboten, werde sie aber nit probieren aufzuzwingen.
So wie ich die kenne, werden die dann aber in eine Einrichtung hier in der Nähe wahrscheinlich Uniklink gehen (falls der ambulante Versuch scheitert) und die kenne ich aus eigenen Erfahrungen in Gyn und Pädiatrie und aus dem Studium auch die geschlossene Psychiatrie ... stillfeindlich ohne Ende, auch wenn sie sich stillfreundlich auf die Fahnen schreiben.
Mondenkind
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Re: DRINGEND: Abstillen wg SSRI?

Beitrag von Mondenkind »

SSRI gibt es ja auch verschiedene, einige davon sind durchaus stillkompatibel. Psychopharmakagabe ist jedoch nichts, was man hier so im Internet klären kann, denke ich.

ICh finde es gut, dass Du Dir so Gedanken machst, dass der Mann nicht mitzieht, ist aber ein Problem.

Das Stillen könnte ihr helfen, Stillen wirkt einer Wochenbettdepression vorbeugend. Und das Gefühl, zu versagen, ist ja wohl das letzte, was sie jetzt brauchen kann.

Welchen SSRI soll sie denn nehmen?
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suri
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Re: DRINGEND: Abstillen wg SSRI?

Beitrag von suri »

Gibt zwei SSRI´s, die die Medikamente der Wahl in der Stillzeit sind. Mit der familiären Belastung und der Symptomatik würde man eine Behandlung schon sehr empfehlen - auch während des Stillens. Die genauen Umstände sollten aber in fachärztlich-psychiatrischer Hand sein!
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animaus
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Re: DRINGEND: Abstillen wg SSRI?

Beitrag von animaus »

Das SSRI wollte der Mann mir nit verraten (wohlwissend, dass ich mehr Ahnung von hab als er), verschrieben bekommt sie es von nem niedergelassenen Psychiater. Was die auch nit gemacht haben, is Schilddrüse abgeklärt (sie hat glaub ich Hashimoto)... Vllt kann ich ja morgen nochma mit ihnen reden
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Re: DRINGEND: Abstillen wg SSRI?

Beitrag von spacerabbit »

Wie Suri schon erwähnt hat, sollte sich Deine Freundin dringend fachärztlich psychiatrisch beraten lassen. Es gibt SSRI (z.B. Paroxetin), unter denen man auch weiterstillen kann, eine behandlungsbedürftige Wochenbettdepression ist kein absoluter Grund dafür abzustillen. So etwas sollte man gemeinsam mit dem Arzt / Ärztin immer genau abwägen. In einigen Städten gibt es auch sog. Home Treatment - Behandlungen, d.h. die Möglichkeit, sich hochfrequent zu hause psychiatrisch behandeln zu lassen. Gibt es zwar nicht in vielen Städten, aber z.B. in Frankfurt. Gibt es außer der Uniklinik vielleicht noch eine andere psychiatrische Ambulanz, bei der Deine Freundin möglichst schnell einen Termin bekommt?
Eine antidepressive Behandlung dauert in der Regel mindestens sechs Wochen, das ist vom Fall abhängig.
Aber, wie gesagt, Deine Freundin muss nicht zwangsläufig abstillen, Stillen kann Deiner Freundin helfen, sich eben nicht wie eine Versagerin zu fühlen.
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Re: DRINGEND: Abstillen wg SSRI?

Beitrag von suri »

spacerabbit hat geschrieben: Eine antidepressive Behandlung dauert in der Regel mindestens sechs Wochen, das ist vom Fall abhängig.
mindestens 6 MONATE! ab dem Zeitpunkt, wo es einem wieder besser geht!
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Re: DRINGEND: Abstillen wg SSRI?

Beitrag von spacerabbit »

Liebe Suri,

ich bin Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und kenne mich daher, denke ich, schon sehr gut auch in der Depressionsbehandlung aus. Bei einigen Depressionsformen, auch bei postpartalen Depressionen, kann eine antidepressive Behandlung auch kürzer andauern, sie muss nicht zwangsläufig so lange fortgeführt werden, das hängt vom Einzelfall ab.
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suri
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Re: DRINGEND: Abstillen wg SSRI?

Beitrag von suri »

Du hast Recht, dass es bei postpartalen in Einzelfällen so sein kann. Aber zumindest bis vor zwei Jahren waren auch da die Empfehlungen, 6 Monate zu behandeln. Da hat sich dann offensichtlich was geändert? Kann keine updates der Therapieempfehlungen finden, lasse mich aber gerne eines besseren belehren, wenn du einen Lit-Tipp für mich hast... Merci im Voraus...
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