MRSA Übertragung durch Muttermilch

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conrad98
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MRSA Übertragung durch Muttermilch

Beitrag von conrad98 »

Hallo,

ich habe mal eine Frage aus aktuellem Anlass in meiner Familie.

Wie verhält es sich mit der Übertragung von MRSA über die Muttermilch?

Mein kleiner Neffe konnte mit ca. 5 Wochen seinen rechten Arm nicht mehr bewegen und innerhalb einiger Tage schwoll der Arm an. Nach dem Konsultieren verschiedener Ärzte landete der Kleine samt meiner Schwägerin in der Uniklinik, wo nach einiger Zeit die Diagnose einer Knochenentzündung verursacht durch MRSA gestellt wurde. Der kleine Mann wurde operiert, wobei viel vom Knochen, den Oberarmgelenken und auch der komplette Bizeps entfernt werden mussten. Es dauerte einige Tage bis ein Antibiotikum gefunden wurde, welches dann endlich anschlug. Bis dahin hat meine Schwägerin voll gestillt. Auf der Suche nach dem Weg des Erregers in den Kleinen ist man zuerst davon ausgegangen, dass der Erreger über eine Nabelentzündung, die der Kleine hatte, eingedrungen ist. Man hat dann auch die Muttermilch untersucht und dort auch einen Erreger gefunden, der von den Ärzten als Hautkeim. Von da an durfte meiner Schwägerin nicht mehr stillen, zur Sicherheit damit sich beim Kind die Keimzahl nicht erhöht. Nach einigen Tagen hieß es dann plötzlich, dass Stillen sei die Ursache für die Infektion beim Kind gewesen, meine Schwägerin hätte sich den MSRA über eine Brustenzündung (die sie tatsächlich im Krankenhaus kurz nach dem Milcheinschuss hatte) zugezogen und so den Kleinen angesteckt. Ich verstehe das Ganze nun nicht. Soweit mir bekannt ist, ist eine Infektion mit dem Staphylococcus aureus bei einer Brustentzündung wohl gar nicht so selten und dennoch wird in so einem Fall nicht vom Abstillen geraten (meist weiß man ja eh nicht, welcher Erreger bei einer Mastitis im Spiel ist), da es für das Kind wohl nicht gefährlich ist. Wie soll sich dann aber mein Neffe über das Stillen infiziert haben? Ist dies überhaupt möglich? Oder ist es nicht eher wahrscheinlicher, dass der MSRA über die Nabelinfektion eingedrungen ist?
Meine Schwägerin darf nun noch weiter Wochen nicht stillen, da sie noch lange Zeit entsprechende Antibiotika nehmen muss. Sie hat sich daher leider entschieden, nicht mehr zu stillen. :(
Captainsparrow

Re: MRSA Übertragung durch Muttermilch

Beitrag von Captainsparrow »

Staphylococcus aureus ist ja nicht gleich MRSA, s.aureus ist ein weit verbreiteter Keim der sich auf der Haut befindet. MRSA ist ein typischer Krankenhauskeim, weshalb ja im KH eigentlich vor jedem Stillen die Hände desinfiziert werden müssen. Aber ehrlich gesagt glaube ich nicht an eine übertragung durch das Stillen, denn das Baby nimmt die Milch ja über den Verdauungstrakt auf und Erreger aus dem Darm können nicht einfach in den Körper rüberwandern (das wäre katastrophal!! Bedenk mal wie viele Bakterien wir im Darm haben!!!). Ich könnte mir eher vorstellen dass da über die Nabelwunde etwas eingedrungen ist, wobei ich eher eine Eintrittspforte am Arm vermutet hätte.....
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Kirschquark
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Re: MRSA Übertragung durch Muttermilch

Beitrag von Kirschquark »

naja, aber ein MRSA ist ein Staph. Au. der eben resistent gegen etliche Antibiotika geworden ist. Methicillinresistenter Staph. Au. (auch multiresistenter Staph. Au.) halt...
Der MRSA ist aber nicht resistent gegen Magensäure, so dass der Keim eher von der entzündeten Brust über die Hände an eine Eintrittspforte gelang ist, die ich auch eher am Arm vermutet hätte...
Gute Besserung an den kleinen Zwerg - hat er denn Einschränkungen nach der OP?
LG
Hannah
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conrad98
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Re: MRSA Übertragung durch Muttermilch

Beitrag von conrad98 »

Danke Euch für Eure Antworten.

Am Arm gab es aber keine Eintrittspforte sozusagen, also keine Wunde etc., das ist also ausgeschlossen. Soweit ich gelesen habe, ist es wohl bei MRSA wohl häufig so, dass der Erreger über eine Wunde eintritt und dann eben beispielsweise zu einer Knochenentzündung am Arm führt.

Ich denke halt auch eher, dass die Nabelwunde die Eintrittspforte war und mich würde halt interessieren, ob es bei einem gesunden Kind überhaupt möglich ist, es durchs Stillen zu infizieren.
conrad98
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Re: MRSA Übertragung durch Muttermilch

Beitrag von conrad98 »

Ach so, ja der Kleine hat natürlich Einschränkungen, er wird seinen Arm wohl nie heben können, da kein Bizeps mehr da ist und eventuell wird der Arm auch kürzer bleiben als der andere (zum Einen wurde ja Knochenmasse weggenommen was wohl aber bei Kindern wieder gut aufbaubar ist und außerdem ist in den letzten Wochen ja der andere Arm schon gewachsen und dieser eben nicht). So richtig kann noch keiner sagen, welches Ausmaß die Einschränkungen wirklich haben werden, das wird sich zeigen. Positiv ist, dass er die Hand bewegen kann und die Sehnen unbeschädigt sind. Außerdem hat der kleine Kerl das alles super weggesteckt und wir sind froh, dass es alles so ausgegangen ist - er hätte durchaus auch sterben können. So einen kleinen Patienten mit MRSA hatten sie in der Uniklinik DD noch nie.

Danke für die Genesungswünsche, ich richte sie aus.
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Kirschquark
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Re: MRSA Übertragung durch Muttermilch

Beitrag von Kirschquark »

Ich wünsche ihm alles Gute! Ein Cousin verlor nach einem Unfall seinen Bizeps, da wurde ein Teil eines anderen Muskels transplantiert, er war allerdings schon fast fünf.
LG
Hannah
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conrad98
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Re: MRSA Übertragung durch Muttermilch

Beitrag von conrad98 »

Kirschquark hat geschrieben:Ich wünsche ihm alles Gute! Ein Cousin verlor nach einem Unfall seinen Bizeps, da wurde ein Teil eines anderen Muskels transplantiert, er war allerdings schon fast fünf.
Vielen Dank. Das mit der Transplantation klingt ja interessant, mal sehen ob da dann auch noch so etwas gemacht wird, wenn der Kleine älter ist.
vivi
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Re: MRSA Übertragung durch Muttermilch

Beitrag von vivi »

conrad98 hat geschrieben:Ach so, ja der Kleine hat natürlich Einschränkungen, er wird seinen Arm wohl nie heben können, da kein Bizeps mehr da ist und eventuell wird der Arm auch kürzer bleiben als der andere (zum Einen wurde ja Knochenmasse weggenommen was wohl aber bei Kindern wieder gut aufbaubar ist und außerdem ist in den letzten Wochen ja der andere Arm schon gewachsen und dieser eben nicht). So richtig kann noch keiner sagen, welches Ausmaß die Einschränkungen wirklich haben werden, das wird sich zeigen. Positiv ist, dass er die Hand bewegen kann und die Sehnen unbeschädigt sind. Außerdem hat der kleine Kerl das alles super weggesteckt und wir sind froh, dass es alles so ausgegangen ist - er hätte durchaus auch sterben können. So einen kleinen Patienten mit MRSA hatten sie in der Uniklinik DD noch nie.

Danke für die Genesungswünsche, ich richte sie aus.
wenn nur der biceps fehlt und sonst die gelenke und muskeln intakt sind, kann der kleine seinen arm später sicher ganz gut bewegen. die 2 teile des biceps sind zum einen für die vorne anheben des armes und zum anderen zum beugen des ellenbogens zuständig.
zum vorheben des arms nutzt man aber auch den delta- muskel oder den brustmuskel und zum beugen des ellenbogens gibt es auch andere muskeln, die mitarbeiten. es gibt menschen,bei denen der biceps durch abnutzung gerissen ist und die sich normal bewegen können. ich hoffe, das tröstet euch ein wenig
vivi mit der großen Zuckermaus Jan '07 und der kleinen Strahlemaus März ' 14
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Re: MRSA Übertragung durch Muttermilch

Beitrag von MamavonAlina »

Hallo conrad 98,

oje, das ist ja eine schlimme Geschichte. Gute Besserung an den Kleinen und an die Mami die sicher ganz arg mitleiden muss.

Das die Infektion vom stillen kommt scheint mir auch ein wenig weit hergeholt. Da käme meiner Meinung nach eher eine Wunde am Arm in betracht.
Beim stillen würde er wahrscheinlich eher eine Infektion In Nasen- Rachenraum bekommen. Evtl könnten auch noch die oberenAtemwege betroffen sein, aber dass er davon eine Knochenhautentzündung am Arm bekommt, kann ich nicht nachvollziehen.

lg und alles Gute
Ella (Altenpflegerin, aber kein Arzt.. wobei, auch die können sich mal irren ;-) )
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Re: MRSA Übertragung durch Muttermilch

Beitrag von danat »

Tut mir sehr leid, dass der Kleine schon so viel durchmachen musste - und die Familie.

Wir haben hier leider auch einen MRSA. Ich bin zum FA weil ich ewig Schmerzen in der Brust hatte. Da war mein Sohn ca. 10 Wochen. Eigentlich hatten wir einen Milchgangssoor in Verdacht. Aber eine Milchprobe aus meiner Brust war MRSA positiv. Ein stillverträgliches AB ging lt. Labor noch. Meine Beschwerden besserten sich erst in den letzten Einnahmetagen etwas. Bei meinem Sohn ergab ein Abstrich in der Nase und im Rachenraum ein positives Ergebnis. Kontrolle nach AB: positiv. Dann hab ich Angocin genommen. Dann war ich endlich schmerzfrei. Jetzt hatten wir wieder eine Kontrolle: es sind noch immer Keime nachweisbar bei uns beiden (immerhin nicht mehr so massig wie am Anfang). Wahrs. tauschen wir die Keime immer wieder hin und her. Da wir keine Beschwerden haben, wollen FA und KiA erstmal nichts machen. Ich fühl mich aber schon irgendwie latent "bedroht" von diesem MRSA und wäre ihn gern los. Es ist ein multiresistenter Krankenhauskeim - der gehört weder in meine Brust noch in den Nasen-Rachen-Raum meines Sohnes.

Achja, eine AB-Nasensalbe hatte ich noch benutzt und Waschungen mit Oxtenisan hatte ich noch gemacht. Nase und Haut war bei mir auch erst positiv, jetzt nicht mehr.
Liebe Grüße von danat
mit dem großen Frühlingskind (03/2011) und dem kleinen Frühlingskind (04/2014).
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