Mohnblume hat geschrieben:Bei der ganzen Diskussion und den Argumenten aus der Tierwelt sollte man m.E. berücksichtigen, dass der Mensch kein Tier ist. Also nicht nur
Besser gesagt: der Mensch ist ein Natur- UND Kulturwesen. Deswegen ist der "natürliche Abstillzeitpunkt" des Menschen ja auch nur konstruiert (aus Beobachtungen bei Primaten und "Naturvölkern"), da es eben den Menschen in seinem "natürlichen Umfeld" (analog zum Tier) NICHT gibt. Selbst die Naturvölker irgendwo im Amazonas, die noch leben wie in der Steinzeit, sind eben NICHT "ursprüngliche Menschen in ihrem naturgegeben Umfeld", wie es naiverweise gerne mal postuliert wird, sondern leben in einer Kultur-Gesellschaft. Und da hat es über die Jahrtausende sicher unzählige Arten des Umgangs mit dem Stillen gegeben und gibt es heute noch.
Das heißt nicht, dass ich es nicht gutheiße, sich mehr aufs "Natürliche" zu besinnen - ich bin wie gesagt auch absolut pro (Langzeit-)Stillen, Tragen etc.
Man muss sich nur bewusst sein, dass es das "rein natürliche" beim Menschen nicht gibt und nie gegeben hat. Vergleiche mit Katzen etc. sind zwar nett, aber wenig zielführend.
Ja vorallem bleibt bei Tieren einfach der psychisch-emotionale Aspekt außenvor. Zumindest zu einem großen Teil, nicht daß jetzt einer schreit "Tiere habe auch Emotionen". Ja, ich weiß
Ich bräuchte keine Tiere, die Praxis ist mir Beweis genug. Viele wollen aber Beweise (was ich auf rationaler Ebene vollkommen verstehen kann und berechtigt finde!!!) und deshalb ist es schlichtweg oft nötig langzeitstillende Tiere heranzuziehen (oder "Naturvölker").
Im übrigen hab ich Kulturanthropologie studiert und gehe keinesfalls davon aus, daß Menschen "natürliche Wesen sind". Dennoch ist bei vielen traditionellen Völkern ein vom Kind aus mitbestimmtes Abstillen zu beobachten...Wenn es auch Kulturkreise gibt, in denen Kinder bewußt und effektgewünscht abgestillt werden
