Argumente fürs Langzeitstillen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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pooky
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Argumente fürs Langzeitstillen

Beitrag von pooky »

ich habe meine Tochter 19 Monate lang gestillt. Da ich wieder schwanger war, habe ich, als ich im 3. Monat war, aufgehört.

Meinen Sohn stille ich seit 18 Monaten und eigentlich wollte ich ihn mindestens bis zum 2. Lebensjahr stillen. Mein Mann beginnt nun langsam etwas nervös zu werden und fragt immer wieder mal, wie lange ich ihn denn noch stillen will. Er sieht darin eine Art Abhängigkeitsverhältnis, das seine Beziehung zum Kleinen schwieriger gestaltet.

Welche Argumemente gibt es denn für das LZS? :4:
Ich Bild und meine beiden Sonnenkinder: (Die Große: 2/08) Bild (Der Kleine: 4/10)
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klimaforscherin
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Re: Argumente fürs Langzeitstillen

Beitrag von klimaforscherin »

Das klingt ein bischen wie eine Ausrede, wenn das Verhaeltnis zu eurem Kind nicht so ist, wie er es sich vorstellt.
Stillen mag ein Teil der Mutter-Kind-Beziehung sein, aber ich weigere mich zu glauben, dass dies negative Auswirkungen auf die Vater-Kind-Beziehung hat. (Habe ein extremes Papakind)

Warum muss es denn fuer/gegen LZS Argumente geben? Stillt doch, solange es fuer euch passt. "Solange Mutter und Kind dies wuenschen" ist fuer mich das einzige zaehlende Argument.
Grüße
klimaforscherin
mit Wetterfrosch 2010 und Schwälbchen 2012

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Sakura
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Re: Argumente fürs Langzeitstillen

Beitrag von Sakura »

pooky hat geschrieben:Welche Argumemente gibt es denn für das LZS? :4:
die frage ist, welche argumente gibt es DAGEGEN? wenn ihr eurem abgestillten kind eine flasche mit (kuhmutter-)milch machen würdet, wäre es da nicht naheliegender, es würde (menschenmutter-)milch kriegen?
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vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

EhMibima

Re: Argumente fürs Langzeitstillen

Beitrag von EhMibima »

Hallo,
Warum wird denn dein Mann nervös? Wovor hat er Angst? Vielleicht könnt ihr erst einmal darüber reden bevor du ihn mit Argumenten für das LZS "bombardierst".
Oft zB. denk ich einfach zu viel nach und setze dann meinen Mann vor das Resultat dieser Grübeleien. Manche Männer fühlen sich dann überfordert, meiner inklusive.
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Mohnblume
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Argumente fürs Langzeitstillen

Beitrag von Mohnblume »

Mein Freund hatte dieselben Ängste... Vor allem um die 14 Monate rum als Anton sehr auf mich fixiert war. Das hat sich aber relativiert, als er gemerkt hat, dass andere nicht mehr gestillte Kinder teilweise noch viel "mamafixierter" waren in dem Alter. Er hat sich überzeugen lassen, dass es echt nur eine Phase war, die nichts mit dem Stillen zu tun hatte.

Was hilft, ist, dem Papa die Unsicherheit zu nehmen, ihn viel mit dem Kind machen lassen (auch alleine!) um sein "Papaselbstbewusstsein" zu stärken. Und einfach selbstverständlich weiterstillen ;-)
mit dem Großen (01/10) und dem Kleinen (07/13)
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Re: Argumente fürs Langzeitstillen

Beitrag von MaMaJa »

Wir haben, um solchen Problemen vorzubeugen, "Papaprivilegien" eingeführt :) Papa trägt die Kleine abends in den Schlaf und legt sie ins Bett und gebadet wird auch nur mit Papa. Anfangs hab ich mir oft das Meckern verkneifen müssen weil es mir nicht gepasst hat wie er dies und jenes macht, aber letztendlich macht er's doch richtig. Auf seine Art :) Und weil er seine Privilegien hat, kann er mir auch eifersuchtsfrei meine lassen!
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Re: Argumente fürs Langzeitstillen

Beitrag von zamioculcas »

Ich würde auch erst versuchen, herauszufinden, was genau er befürhtet bzw. was ihn stört. Und seine Sorgen ernst nehmen, aber auch kritisch hinterfragen, ob das wirklich am Stillen liegt.
Was hilft, ist, dem Papa die Unsicherheit zu nehmen, ihn viel mit dem Kind machen lassen (auch alleine!) um sein "Papaselbstbewusstsein" zu stärken. Und einfach selbstverständlich weiterstillen ;-)
Das mag ich auch unterschreiben. Ich bin fest überzeugt, dass das Stillen nicht die Vater-Kind-Beziehung bestimmt. Zumal wenn sie älter werden, meist seltener gestillt wird, es ganz viele andere wichtige Lebensinhalte gibt, die Ernährung nicht mehr nur durchs Stillen stattfindet...
Ich glaube Mamafixierung gibt es schlicht und ergreifend deshalb oft, weil die Mutter viel Zeit mit dem Kind verbringt.

Bei uns ist es übrigens so, dass der Papa ganz eindeutig voll akzeptiert ist. Nur nachts ist Mama gefragt, aber das ist für uns kein Problem, da ich noch nicht nachts weg sein musste/wollte. Ansonsten kommen die 2 bei Bedarf auch den ganzen Tag ohne mich aus. Mein Mann kann alles mindestens so gut wie ich. Wir haben auch von Anfang an immer geschaut, dass er möglichst viel mit der Maus macht.
Natürlich ist es auch kindabhängig, wie so vieles.
Wollt nur berichten, dass auch kleine Stilljunkies ein tolles Verhältnis zum Papa haben können.

Und die "Abhängigkeit": die lässt nach, wenn das Kind älter und reifer wird, auch wenn es weiter gestillt wird.
mit kleiner Maus *4/2010 und Kuschelbaby *8/2012
pooky
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Re: Argumente fürs Langzeitstillen

Beitrag von pooky »

Ich stimme euch zu. Mein Mann ist auch viel mit den Kindern zusammen, auch ohne Mamatier.

Wir arbeiten nämlich beide Teilzeit und an den Tagen, an denen ich arbeite, ist er zuhause und kümmert sich um unsere Kleinen. Für mich eine tolle Lösung, denn so können wir beide arbeiten und beide haben feste Tage, an denen wir uns um unsere beiden Kleinen kümmern.

Ich denke, deshalb ist er auch ein klein wenig frustriert, denn sobald ich wieder zuhause bin, hängen die beiden wieder eher an mir.

Ich denke sogar, dass er und unsere beiden Kleinen ein sehr schönes Verhältnis haben und vieles bei ihm sogar besser klappt. Er kann z. B. den kleinen Mann viel schneller zum Einschlafen motivieren als ich.

Aber dennoch kommen immer wieder mal zwischendurch ein paar Bemerkungen , an denen ich feststelle, dass er sich wünschen würde, dass ich mal langsam mit dem Stillen aufhöre.
Deswegen dachte ich, es wäre schön, wenn ich mit ein paar zusätzlichen Argumenten ihm verdeutlichen könnte, dass es sinnvoll und wichtig ist weiter zu stillen.
Ich Bild und meine beiden Sonnenkinder: (Die Große: 2/08) Bild (Der Kleine: 4/10)
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klimaforscherin
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Re: Argumente fürs Langzeitstillen

Beitrag von klimaforscherin »

http://www.uebersstillen.org/jnwhyd.htm
http://www.stillkinder.de/fragen_langzeitstillen.html

Es gibt noch einen Flyer zum Stillen von Kleinkindern, aber ich finde ihn gerade nicht...
Grüße
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Mohnblume
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Re: Argumente fürs Langzeitstillen

Beitrag von Mohnblume »

Sehr schön und "unideologisch" finde ich auch den Artikel von Herbert Renz-Polster:

http://www.kinderverstehen.de/images/la ... n_lang.pdf
mit dem Großen (01/10) und dem Kleinen (07/13)
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