das hast du schön geschrieben!MamaIndia hat geschrieben:Hallo Dezember,
ich hatte dir ja schon den Brigitte-Hannig-Text empfohlen, der das gleiche sagt: Ein Kind darf schreien, aber wir muessen dabei bleiben, halten, Sicherheit geben. Ich hatte, nachdem ich das gelesen hatte, lange Gespraeche mit meinem Mann, der Hebi usw.. Mein Kleiner hat immer viel geschrien (und tut er auch jetzt noch ab und zu). Meine Mutter meinte immer, ich muss ihm nen Schnuller geben. Wollte ich eigentlich nicht, habs dann doch ausprobiert, er wollte ihn auch nicht. Fands auch immer traurig zu sehen, wie den Kindern beim Kleinsten Mucks der Stoepsel reingesteckt wird. Klar, wenn sie ein grosses Saugbeduerfnis haben und den Schnuller gerne nehmen, ok. Aber oft ist das ja nur fuer die Eltern. Die Kinder haben doch auch ein Recht sich zu aeussern!
Jedenfalls haben wir das mit dem Schreien und halten probiert. Mein Mann hat mich gehalten und ich den Kleinen. Einmal war sogar unsere Hebi dabei und hat uns gut zugeredet. Und wir haben alle geheult. Ich hatte aber das Gefuehl, danach waren wir alle viel ausgeglichener. Hatten eine gute Nacht und es hat uns irgendwie zusammengeschweisst. Ich musste mir selber immer wieder sagen: "Der klagt mir sein Leid und ich sollte zuhoeren!" Hab ihm das dann auch immer wieder gesagt: "Ich hoer dir zu! Ich halte dich fest!..."
Mittlerweile ueberlege ich so: Beruhgie ich ihn jetzt, weil er beruhigt werden will oder weil ich ihn ruhig haben will (er aber gerade was zu klagen hat). Das ist naemlich ein grosser Unterschied. Das heisst, manchmal wird getragen/beruhigt und manchmal wird geschrien. Versuche zu verstehen, was er gerade braucht.
Ich denke die Beraterin hat auf jeden Fall Recht, dass es ganz wichtig ist, dass du zur Ruhe kommst. Nur wenn du ruhig und ausgeglichen bist, kannst du das auch uebertragen. Also ueberleg auch, was dir gut tut und goenn dir mal was. Sonst schaukelt sich das ja immer wieder auf. Baby unruhig-Mama wird unruhig-uebtraegt sich aufs Baby...
Ich hab viel geredet und ueberlegt, was mich beruhigen koennte. Hab dann an unserer Wohnsituation was geaendert, mit Nachbarn gesprochen (und erklaert wie das ist mit dem Schreien, hatte naemlich immer das Gefuehl eine schlechte Mama zu sein, wenn das Kind schreit und was sollen die Nachbarn denken. Das hat mich z.B. auch immer unruhig gemacht. Lustigerweise haben die Nachbarn gesagt: Wir haben doch selbst Kinder, die haben auch so geschrien!)
Lass dich nicht verunsichern und hoer auf dein Bauchgefuehl!
Irgendjemand hat mir dann mal gesagt. "Die Seelen der Kinder suchen sich ja aus, zu wem sie auf die Welt kommen. Und sie wissen schon, was sie tun. Sie suchen die Mama und den Papa aus, von denen sie wissen: Die schaffen das, sich gut um mich zu kuemmern." Naja, das kann man wohl nicht so generell sagen, hat aber trotzdem gut getan, das zu hoeren.
ich denke auch, dass das alles der richtige ansatz ist. es liegt wohl noch ein weg vor uns... aber ich hab das erste mal seit langem das gefühl nicht mehr so in der luft zu hängen ohne hilfe, sondern endlich mal verstanden zu werden und hilfe zu bekommen.