Nächtliches Stillen - Beikost

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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TrageEltern
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Nächtliches Stillen - Beikost

Beitrag von TrageEltern »

Hallo, meine Tochter und ich stillen sehr gerne, auch mein Mann ist für das Stillen, jedoch sind wir Momentan verunsichert. Vielleicht kann uns jemand von euch mit seinen Erfahrungen weiterhelfen.

Unsere Tochter ist nun 8 Monate alt und wurde 6 Monate voll und nach Bedarf gestillt. Sie ist aber immer leichter und schlanker als andere Kinder gewesen. Der Kinderarzt hat uns bei den U-Untersuchungen gesagt, dass er keinen Grund sieht zuzufüttern. Da unsere Tochter nur leicht unter dem Durchschnitt beim Gewicht sei, aber dafür über dem Durchschnitt bei der Körperlänge liegt.

Trotzdem hat mich das Gefühl nie wirklich losgelassen, dass sie vielleicht zu wenig Kallorien bekommt. Daher war ich sehr froh wenn sie an der Brust getrunken hat und habe sie immer trinken lassen, auch wenn sie eingeschlafen ist. Daher denke ich, trinkt sie auch heute noch ausgiebig lange .. bzw. schläft an der Brust ein. Nach dem sechsten Monat haben wir langsam versucht die Beikost einzuführen... nun führen wir schon zwei Monate die Beikost "langsam" ein ;) ..unsere Tochter mag immernoch nur ab und zu ein paar Löffel essen und dann wieder ausgiebig an die Brust.

Nun zu unserer verunsicherung: Wenn ich jetzt so weiterstille, und ihr immer erlaube an die Brust zu gehen, wann sie mag, wird sie dann jemals die Beikost brauchen und wollen? Denn nun ist es sogar so, dass unsere Tochter in der Nacht fast alle zwei Stunden an die Brust will - und das nicht zum Nuckeln, sondern sie trinkt so lange, wie der Milchschussreflex da ist und die Milch fließt ... danach saugt sie nicht weiter sondern bleibt noch ein wenig an der Brust (..sie saugt also vielleicht garnicht die sämige kalorienreiche Milch) ... denn sie ist zwar total munter, lernt das Krabbeln, plappert vor sich hin.. nimmt aber immernoch nur gaanz langsam zu ..

Wie soll ich mich nun also verhalten? Nachts die Brust nicht mehr geben, damit sie tagsüber doch hunger auf beikost und mehr Kallorien hat? Meine Süsse in der Nacht weinen und hungern lassen? ..vor der Vorstellung grasut es mir sehr!! ... Wie war es bei euch??

Danke für eure Antworten im voraus!!
EUaVBl
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Re: Nächtliches Stillen - Beikost

Beitrag von EUaVBl »

TrageEltern hat geschrieben: Wenn ich jetzt so weiterstille, und ihr immer erlaube an die Brust zu gehen, wann sie mag, wird sie dann jemals die Beikost brauchen und wollen?
Das ist irgendwie eine niedliche Vorstellung.. :) Sie wird irgendwann ganz sicher von sich aus mehr Interesse an Beikostkalorien bekommen. Vielleicht nicht sofort, aber irgendwann auf jeden Fall.
Du schreibst, dass deine Tochter ein zartes shclankes Menschenkind ist, das allerdings trotzdem sehr aktiv, mobil und kommunikativ ist. Der Kinderarzt hat auch Entwarnung gegeben, also íst sie auch nicht unterernährt.
Der Vorteil beim Stillen ist ja, dass die Milch sich genau auf die Bedürfnisse des Stillkindes anpassen und diese daher auch viel eher ihren ganz eigenen Wachstums- und Entwicklungskurven folgen können, als wenn man genau nach Uhrzeit und Ernährungsplan füttern würde. Dabei kann es natürlich auch mal vorkommen, dass die Kinder eine zeitlang kaum zunehmen sondern nur in die Länge schießen oder mal ganz häufig trinken wollen.. Aber das alles entspricht trotzdem in gewisser Hinsicht dem Entwicklungsplan des Kindes. :)

Wenn du allerdings möchtest, dass sie mehr Interesse an Beikost entwickelt - du sprichst von Zusatzkalorien, was fütterst du ihr denn zu? - dann wäre es vielleicht gut, ihr bei Anzeichen von Hunger zuerst etwas Beikost anzubieten und erst wenn sie darauf keinen Bock mehr hat, zu stillen. Die Nachtmahlzeiten würde ich unberührt davon lassen, es klingt nachts immer ganz gigantisch, was die Kleinen da trinken, aber das liegt, glaube ich daran - so hab ich das zumindest bei meinen beobachtet - dass sie die Milch eine Weile im Mund sammeln und dann erst schlucken..
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blauviolett
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Re: Nächtliches Stillen - Beikost

Beitrag von blauviolett »

Erst einmal herzlich Willkommen hier! Vielleicht magst Du Dich noch kurz vorstellen in "Wer schreibt denn hier"? :-)

Nein, Du brauchst Dir keine Sorgen zu machen, das was Du schreibst empfinde ich als völlig normal. Meine Tochter ist nun 9 Monate alt und isst pro Mahlzeit etwa 3-7 Teelöffel (Getreidebrei, Obstmus, Gemüse oder Festes von uns vom Tisch, dann aber nur 2-3 Häppchen) und stillt anschließend immer! Nachts haben wir seit eh und je einen max 2-3 Stunden Abstand. Es kann auch vorkommen, dass sie nachts oder abends durchgehend stillt. Besonders, wenn sie einen aufregenden Tag hatte oder am Tag nicht so viel gegessen/gestillt hat. Im ersten Lebensjahr ist Milch das Hauptnahrungsmittel und wenn ich das richtig verstanden habe hat Muttermilch auch mehr Kalorien als Beikost, aber hierzu können die Expertinnen hier bestimmt mehr sagen.
Was mir bei meiner Unsicherheit geholfen hat waren die Bücher "Wir stillen noch" und "Mein Kind will nicht essen" von der LLL.
Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass meine Tochter sich jetzt plötzlich abstillt, sie braucht es einfach noch.
VLG von blauviolett
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blauviolett
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Re: Nächtliches Stillen - Beikost

Beitrag von blauviolett »

Oh und ich habe vergessen: Stillen ist MEHR als nur körperliche Nahrung! ;-)
VLG von blauviolett
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TrageEltern
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Re: Nächtliches Stillen - Beikost

Beitrag von TrageEltern »

Vielen Dank nochmals für eure Antworten!
Als ich schwanger war, hätte ich nie gedacht, dass so viele Unsicherheiten auf einen zukommen, vorallem, weil mein Mann und ich uns immer sicher waren, dass wir stillen wollen. Und in den ersten sechs Monaten merkten wir, dass wir zwar wissen, dass wir stillen wollen, aber das wir uns auch schnell verunsichern lassen, wenn Eltern, die Fertigmilch benutzen berichteten, dass ihre Kinder satter sind. Meine Schwiegermutter war leider ebenfalls der Meinung, dass wir dem armen Kind doch noch eine Flasche machen sollten, da es doch offensichtlich viel Hunger hat - natürlich hat uns das auch verunsichert.

Zumal wollte unsere Tochter alle zwei Stunden gestillt werden, und da sie ja nicht an 15 Min. fertig war, sondern oftmals fast eine Stunde an einer Brust zufrieden lag und immer wieder trank um zum Schluss, mittlerweile eingeschlafen, von der Brust "abdockte", waren wir uns nicht sicher, ob sie wirklich satt wird. Daher bin ich auch zu einem Stilltreffen gegangen, und dort wurden wir auch wunderbar aufgenommen, und beruhigt.

Aber ich merke, dass das "Essen" doch noch ein Thema für uns ist, vorallem eben jetzt, wenn andere Mütter, davon berichten, dass ihre Kinder jeden Brei nur so verputzen.. und unsere Süsse lieber an der Brust trinkt ;) Daher suche ich den Kontakt zu anderen Müttern die Stillen, aber die Mütter, die in meinem Umfeld sind, stillen eben leider nicht.

Ein bischen hängt mir auch noch die Aussage einer Mutter aus der Stillberatung im Gedächtniss, die erzählte, dass ihre zweijährige Tochter nicht allein einschlafen kann, weil sie von Anfang an daran gewöhnt ist, an der Brsut einzuschlafen und beim nächtlichen Aufwachen die gewohnte und Geborgenheit schenkende Mamabrust vorzufinden.
Bei diesem Gedanken, merke ich, dass ich für mich nicht möchte, dass unsere Tochter immer nur mich zum ein- und durchschlafen braucht. Somit habe ich mir Gedanken gemacht, ob ich versuchen sollte unsere Tochter Nachts und zum einschlafen nicht mehr zu stillen, so dass sie mehr Appetit auf die Beikost hat.

Daher finde ich es toll, wenn sich Eltern in solch einem Forum austauschen. Denn die echten Erfahrungen von Eltern, die einem ihre Erfahrungen berichten und einem versichern, dass man sein Kind eben nicht zu sehr verwöhnt, sondern, dass es im Moment die Brust doch noch braucht, erreichen mich mehr, als Fachtexte über das Stillen, oder Aussagen von Eltern, die nicht stillen.

Somit nochmals Danke ;)
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Roana
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Re: Nächtliches Stillen - Beikost

Beitrag von Roana »

Alos mein kleiner wurde auch 8 Monate voll gestillt und dann haben wir auch sehr langsam mit der Beikost gestartet, es brauchte gut 2 Monate bis wir eine Mahlzeit mehr oder weniger ersetzt hatte, aber ab da an gings dann mit dem Rest recht schnell.
Er ist auch so ein leichtes Kind, aber da er immer sehr fidel war hab ich mir da nie Sorgen gemacht. Heute mit etwas über 2 Jahren ist er ein sehr guter Essen, ich kann mich nicht beschweren.
Von daher würd ich auch sagen, irgendwann wird die kleine schon ihre Meinung ändern und mehr von den neuen Sachen essen wollen, da bin ich mir sicher.
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Marlen
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Re: Nächtliches Stillen - Beikost

Beitrag von Marlen »

Hallo und herzlich Willkommen hier bei uns!Du schreibst total süß und diese Unsicherheiten sind sicherlich jeder Neumama bekannt.Deine Maus ist ja auch erst 8 Monate.Mach dir keine Sorgen,wie es bei anderen läuft und wie es evt mal vll in 1,5 Jahren sein wird!Wenn du dann wirklich nachts nicht mehr stillen magst,gibt es Tausend Möglichkeiten,deine Maus anders in den Schlaf zu bekommen!Aber da sie ja noch wenig Festes ist und im ersten Lebensjahr Mumi sowieso Hauptnahrung bleiben sollte,macht ihr doch alles super!Meine Kleine wird 1 Jahr und isst schon supi vom Tisch mit,allerdings auch erst seit dem 9.Monat circa und trotzdem gibts danach immer Milch und auch nachts gibts Tage,Phasen und Schübe,wo sie ständig trinkt,trotz Beikost,denn wie oben schon gesagt,Stillen ist viel mehr als nur Nahrung.
"Mit Kindern vergehen die Jahre wie im Flug. Doch Augenblicke werden zu Ewigkeiten.“
M.(´86) mit M.(*16.08.10)
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greenie bird
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Re: Nächtliches Stillen - Beikost

Beitrag von greenie bird »

Hallo!

Mumi hat mehr kcal als Gemüse oder Obst, wenn Du also wirklich Sorge hättest, dass sie zu wenig davon bekommt, müsstest Du im Grunde eher auf Beikost verzichten ;)
Wenn sie nicht mehr so schnell wächst, dann wird sie es sich leisten können auch etwas zu essen ohne, dass ihr wertvolle Energie verloren geht, nicht anders herum- in diesem Sinne steht es hier.
Sehr beruhigendes Buch :D
Sprache ist ein mangelhaftes Instrument zum Ausdrücken von Gefühlen bzw. scheine ich schlecht darin zu sein, bitte fragt bei zweifelhaften Äußerungen von mir nach...

Gazelle (08/07)+Katerchen (07/10)
Sahara
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Re: Nächtliches Stillen - Beikost

Beitrag von Sahara »

Ach wie schön zu lesen, bei uns ist es haargenau so. :P
Unser Baby, 10 Monate alt, fängt nun laaaangsam mit Beikost an. Vorher ausschliesslich stillen, im Alter von 9 Monaten ein wenig Fingerfood (Brotstücke, Melone, Erbsen) Nachts bis heute alle 2h.
Und dann Sätze wie: "Du musst die Flasche machen, meiner hat dann durchgeschlafen"
"Jetzt müsste sie doch eigentlich schlafen, wo sie doch richtig isst"
"Wie lange willst du denn das Stillen noch durchziehen?" "So langsam musst du nachts mal einen Schnuller geben""Du brauchst doch auch deinen Schlaf"
Was glaubst du, was andere alles wissen, was ich MUSS und BRAUCHE !
Es ist mein zweites Kind und ich lasse mir von niemanden mehr reinreden. Ich kämpfe wie eine Löwin für meine Ideale !! :5: :1:
Mein Kind bekommt im ersten Jahr ALLES an Nähe von mir, was ich geben kann !
Ich bin, trotz dass ich seit 10 Monaten nicht einmal 3h am Stück geschlafen habe, immernoch relativ gelassen nachts. Unser Stillen dauert nachts keine 3 Minuten, warum soll ich dann ständig den Schnuller geben, den sie immerwieder herausspuckt?
Nimm die Dinge so an, wie sie sind, dein Kind möchte noch keine Beikost, das hat es dir deutlich gezeigt, woher soll es wissen, wie alt es ist und was es schon MÜSSTE.
Es braucht dich und deine Nähe! Also gib sie! Lass dich nciht verunsichern. Hör es dir an, überlege kurz, und dann triff deine eigenen Entscheidungen!
Ihr seid die Eltern und ihr entscheidet - gemeinsam mit eurem Kind ! DAS ist Familie !
Wir erziehen nicht - wir leben zusammen.
Familienbett heisst, wenn dein Baby dir nachts unbewusst über den Arm streicht.
Du bekommst Gänsehaut davon...und deckst euch beide zu. Sahara 2011
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