Stillen und Neurodermitis

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Sila
gut eingelebt
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Re: Stillen und Neurodermitis

Beitrag von Sila »

Ich habe überlegt, wie ich meine Antwort am besten formuliere, aber Julia hat das so super gemacht, dass ich mich einfach anschliessen möchte..
Ich kann dir aber noch sagen, es wird mit der Zeit besser, je grösser die Kinder werden, desto weniger macht man sich Sorgen, dass sie verhungern :)

Alles Liebe für dich und deinen Sohn
Alioscha
hat viel zu erzählen
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Re: Stillen und Neurodermitis

Beitrag von Alioscha »

erstmal Entschuldigung, dass ich jetzt erst antworte, wir hatten am Wochenende Besuch und da bin ich leider nicht dazu gekommen. Vielen Dank für Eure Antworten, Ihr habt mich schon wieder ganz wunderbar beruhigt! Julia, vermutlich hast Du recht (bzw. sicher hast Du recht, denn Du bist ja die Fachfrau) und viele Kinder brauchen auch NACH dem Stillen noch weitere Zuwendung um wirklich zufrieden zu sein. Auch ist es ja so, dass Piet sich fast immer innerhalb von 30 Sekunden oder so wieder beruhigen und ablenken lässt wenn er nach dem Stillen noch schreit, also sooo schlimm kann der Hunger dann ja nicht sein. Es kommt nur ganz gelegentlich vor, dass er mal eindeutig unzufrieden BLEIBT und in diesen Fällen werde ich es also jetzt so halten, dass ich ihm ein wenig zufüttere - denn zumindest ich fühle mich dann tatsächlich wohler :wink: . Die letzten Tage habe ich aber immer nach dem Stillen noch ein klein bisschen was abgepumpt und gesammelt (wirkt sich auch ganz gut auf die Milchbildung aus, hab ich das Gefühl), so dass ich ihm dann wenigstens Mumi geben konnte und fast gar nicht auf Prenahrung zurückgreifen musste.
Er hat übrigens tatsächlich einen ordentlichen Wachstumsschub gehabt und hat seit der U4 vor 10 Tagen fast 3 cm an Länge gewonnen und wiegt seit heute 6640g ( :shock: ), ich glaube dieses Kind will einfach ganz unheimlich schnell groß werden und kann den Hals daher nicht voll kriegen. Wirklich Hunger leiden tut er ganz offensichtlich NICHT, denn dann würde er auch mit ein bisschen Prenahrung zusätzlich bestimmt nicht schon wieder 300g seit letzter Woche zugenommen haben.

Also: alles ist gut, ich versuche mich zu entspannen und wenn ich mal im Zweifel bin, dann bekommt er halt ein bisschen Milch zusätzlich (im Idealfall abgepumpte Mumi). Aber vielleicht ist er ja mit seinem Schub jetzt durch und ist nicht mehr ganz sooo gierig, schauen wir mal :wink:

Ganz liebe Grüße und vielen Dank für die Beruhigung!

Karolin
Alioscha mit Wunschkindsohn *04/2011 und dem zweiten Wundersohn *08/2013 sowie einem Wintersternchen 02/2010
lufti
schreibt ganz schön oft
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Re: Stillen und Neurodermitis

Beitrag von lufti »

Es ist schön, dass du wieder dabei bist ;-)
milchdieb
Herzlich Willkommen
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Re: Stillen und Neurodermitis

Beitrag von milchdieb »

Hallo Alioscha,

mein kleiner großer ist jetzt fast sechs Monate alt und hat zwischen dem zweiten und vierten Monat einen enormen Wachstumsschub hingelegt. Trotz 100% Stillens hat sich mein Hormonhaushalt wieder umgestellt und ich habe seitdem wieder pünktlich meine Periode mit allem, was dazugehört... schlechte Laune, unreine Haut, 2 Kilo mehr auf den Rippen... In der Zeit war mein Baby auch anders als vorher. Wenn wir tagsüber unterwegs waren, kam er abends schlechter zur Ruhe (trotz Tragetuch, Kinderwagen haben wir gar nicht), er hatte abends umso mehr Streß, wenn wir "Fremde", also Oma und Opa besucht hatten.

Mit viereinhalb Monaten war das urplötzlich vorbei, er bleibt jetzt auch schon problemlos und ohne Abendstress ein paar Stunden bei seinen Großeltern und kaspert mit denen herum. An solchen "stressigen" Tagen haben wir uns dann einfach zusammen ins Bett gekuschelt, was zu lesen mitgenommen, gefaulenzt. Falls wir doch unterwegs waren, hatte ich ihn im Fliegergriff unter den Arm geklemmt, das fand er sehr lustig; im Tragetuch hatte er auch so eine "Streckphase", die sich mittlerweile wieder gegeben hat. Er wollte dann von einem Tag auf den anderen abends flach daliegen und nicht mehr getragen werden, sobald es draussen dunkel war und hat dann noch eine dünne Stoffwindel befummelt und über seine Augen gezogen. Ich lag meist nur still daneben. Nach 5-10 Minuten ist er dann eingeschlafen. Sein Nuckel war ihm auch wichtig, das hat sich danach wieder geändert. Seitdem redet alle Welt davon, dass er ja nun Zähne kriegt und ich denk mir immer nur, na klar, irgendwann wird er schon welche kriegen.

Meine Brust und die Milchmenge haben sich auch verändert, beim Abpumpen gab es pro Seite plötzlich doppelt so viel Milch und man hat es meiner Brust nicht angesehen. Ich war erstaunt, wieviel der kleine Kerl doch wegschluckt und wie wenig man das von aussen sieht. Gegen den (selbstgemachten) Stress halfen mir immer "Bilder" für mein inneres Auge - ein großer Löwe in der Sonne, neben dem ein kleiner Löwe herumrollt. Nochmal strecken dazu und schon bin ich ein ganzes Stück entspannter. Wenn ich den Kleinen guten Freunden, Verwandten auf den Arm gebe, achte ich darauf, trotzdem noch fröhliche Faxen zu machen oder ihn wenigstens meine entspannte Stimme hören zu lassen - da weiß er, ich bin in der Nähe und empfinde die Situation selbst nicht als Bedrohung.

Er hat das sehr gut aufgegriffen und kaspert nun unbeschwert mit allen Menschen herum. Mit Menschen, die in meinen Augen so überbesorgt waren, hab ich mich in der Zeit einfach nicht abgegeben und mache es auch heute nicht. Wir leben hier im absoluten Luxus, können alles kaufen, alles essen, gegen Krankheiten impfen - also wozu? Allergien habe ich wohl auch ein paar, aber da war ih seit Jahren nicht zum Test, ich weiche dem Hausstaub einfach aus und ansonsten bin ich gerne "im Dreck", also im Wald oder auf dem Land unterwegs. Weichspüler nehmen wir nicht, Waschmittel nur die Hälfte der angegebenen Dosierung und unsere Wäsche trocknet schön in der Sonne. Der Kleine wird einmal die Woche gebadet mit ganz wenig Babybadezeugs und danach mit Olivenöl eingecremt. Einen festen Zeitplan zum Stillen brauchen wir nicht, genausowenig zum schlafen, das wird nach Gefühl geregelt. Wir schlafen zusammen in einem Bett, er im Schlafsack, ich daneben. Tagsüber liegt er viel auf einer großen Matratze, die direkt auf dem Boden liegt und kann nun mit knapp sechs Monaten schon richtig Meter machen - anders als die Kinder, die immer auf Babywippen oder in MaxiCosis oder Babybetten sind. In 10 Minuten ist er einmal quer durch den Raum gerollert. Seit vier Wochen will er mit essen, also gibt es Babybrei für ihn und Möhrensaft verdünnt mit Wasser. Da erzählt einem ja auch jeder etwas anderes, nur einwas wird meist unterschlagen: selbst wenn man mal was tut, was "nicht optimal ist" wird Baby davon weder krank noch geschädigt.

Man sollte -denke ich - schon zwischen normalen Unannehmlichkeiten und "Geht gar nicht" unterscheiden. Er quäkt auch mal 5 Minuten, wenn ich ausversehen grade unter der Dusche stehe. Das gehört einfach zum Leben dazu.

Genieß die Zeit, die Menschheit wäre schon lange ausgestorben wenn die Kleinen soooo empfindlich wären.

Liebe Grüße

Nic und der milchdieb
Alioscha
hat viel zu erzählen
Beiträge: 154
Registriert: 15.06.2011, 15:13

Re: Stillen und Neurodermitis

Beitrag von Alioscha »

Hallo Ihr Lieben,

ich fahre heute Abend in Urlaub, juhu!, wollte aber doch noch mal kurz was schreiben. Lieber Milchdieb, danke für Deine Aufmunterung! Es hört sich ja tatsächlich so an als hätte Dein Sohn einen ähnlichen Schub durchgemacht wie mein kleiner Knallkopf gerade. Besonders das mit dem Tragetuch erinnert mich an unsere Situation hier. Beruhigend aber, dass auch diese Phase wieder vorbei geht :D Seit ich mich mit dem Stillen ein wenig entspannt habe läuft es übrigens umso besser! Einige andere Dinge halte ich auch ganz genauso wie Du, mein Baby schläft neben mir und wird sehr sehr viel gekuschelt, ich bin auch jemand, der bei Wind und Wetter nach draußen will (deshalb ja gerade mein Frust, dass es im Moment so schwierig ist nach draußen zu kommen). Zur Not nehme ich Piet jetzt im Moment auch einfach so im Fliegergriff mit nach draußen, nur für längere Strecken / Einkaufen etc ist das halt nix. Naja, mal sehen, ab morgen wollen wir wandern gehen - bin gespannt wie er das mitmacht :wink:

@jusl: die Schilddrüsenwerte sind übrigens total in Ordnung, ich soll jetzt sogar wieder weniger L-Thyroxin nehmen. Bin mal gespannt ob dadurch die Milch wieder weniger wird. Wenn ja, dann muss ich noch mal mit der Ärztin reden. Denn im Moment läuft es echt wieder ganz gut und ich hab keine Lust, dass das Drama wieder von vorne los geht. Aber vielleicht war ja auch die Schilddrüse nicht schuld, mal die nächsten Tage abwarten...

Ich wünsche Euch eine wunderschöne Woche und bis bald,

Karolin
Alioscha mit Wunschkindsohn *04/2011 und dem zweiten Wundersohn *08/2013 sowie einem Wintersternchen 02/2010
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