Stillen und Neurodermitis

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Alioscha
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Stillen und Neurodermitis

Beitrag von Alioscha »

Hallo Ihr Lieben,

ich hatte am 15.6. schon einmal gepostet, dass ich Probleme mit immer weniger werdender Milchmenge habe. Mein Sohn ist gestern 3 Monate alt geworden und wiegt genau 6 kg, insgesamt hat er seit seiner Geburt durchschnittlich 230g die Woche zugenommen. Gewichtstechisch ist beim ihm also alles im grünen Bereich, bisher scheint er immer genug bekommen zu haben.
Aber ICH habe inzwischen ein großes Problem weil ich mich total unter Druck fühle und manchmal schon von Abstillen träume. Es ist nämlich so: ich habe immer wieder ganz deutlich den Eindruck zu wenig Milch zu haben. Solche Krisen treten inzwischen so etwa einmal in der Woche auf. Ich merke dass die Milch nicht reicht (mein Sohn trinkt sowieso immer schon beide Brüste so gut wie "leer", mit einer Brust kommt er so gut wie nie hin), dass mein Kind hungrig ist, nach wenigen Zügen mit "sattem" Trinkgeräusch und Schluckbewegungen tut sich nichts mehr und er wird immer unzufriedener. in meinem letzten Posting hatte ich geschrieben, dass ich nun versuchen werde die Milchmenge mit Bockshornkleekapseln zu steigern. Das hatte auch geklappt, die Milch sprudelte wieder so richtig, nach ein paar Tagen habe ich die Kapseln wieder weg gelassen, eine Woche lang lief alles super, dann hatte ich mit einem Mal wieder zu wenig Milch. Ich also wieder mit den Kapseln angefangen (häufiges Anlegen sowieso, da verlangt mein Baby auch eh danach wenn er hungrig ist). Mit Bockshornklee, Stilltee, Lecithin, Haferflocken, Hefeweizen etc wurde es dann wieder etwas besser. Daraufhin habe ich am Samstag angefangen, den Bockshornklee etwas zu reduzieren (von 3x3 auf 3x2 Kapseln). Von Samstag auf Sonntag hatte ich nachts sehr viel Milch, auch morgens noch. Das ist bei mir eigentlich immer normal gewesen, nachts laufe ich fast immer aus. Aber vergangene Nacht war das nicht so, nichts ist ausgelaufen und mein Sohn ist heute morgen schon zwei Mal auch nach dem Stillen noch sichtlich hungrig geblieben und schläft jetzt gottseidank erstmal. Mir macht diese ständige Sorge um die Milchmenge inzwischen sehr zu schaffen, ich kann mich garnicht mehr wirklich Freuen am Stillen sondern habe immer Angst vor dem Moment wenn er wieder vor Hunger weint nach dem Stillen und ich ihn von einer Seite zur nächsten wechsle und wechsle und er wird trotzdem nicht satt.

Meine Frage nun:

1) Ich habe Neurodermitis und viele weitere Allergien. Unter anderem deshalb ist es mir wichtig, so lange wie möglich voll zu stillen. ABER: fast alle Dinge, die ich einnehme um die Milchmenge zu steigern, sind hochgradige Allergene, die ich selbst schlecht vertrage. Das gilt für Anis und Kümmel, Himbeerblättertee und Sojalecithin und vor allem für Bockshornklee, der ja wohl irgendwie mit der Erdnuß verwandt ist und auf Erdnüsse reagieren ja ganz ganz viele Allergiker. Macht Stillen bei einem neurodermitisgefährdeten Kind denn überhaupt noch Sinn wenn ich die Milchmenge nur dann aufrecht erhalten kann wenn ich jede Menge Dinge esse und trinke, die Allergien auslösen können? Wieviel bekommt mein Sohn z.B. vom Bockshornklee ab? Ist ihm dann nicht doch am Ende mit hypoallergener Säuglinsnahrung eher geholfen?

2) Mein Sohn war am Wochenende sehr übellaunig, hat ein triefendes Auge, hat viel geschlafen etc. Er hat wohl einen leichten Infekt. Am Samstag hat er nicht oft getrunken, trotz anlegen. Am Sonntag hat er zwar sehr oft getrunken (mindestens alle 2 Stunden würde ich sagen), aber immer nur sehr kurz an einer Seite (unter 5 Minuten) weil ja dann wieder nichts mehr kam. Reicht das denn für die Milchbildung aus so kurz? Dazu muss ich allerdings sagen, dass er praktisch noch nie die klassische Trinkdauer von 15 bis 20 Minuten pro Seite hatte, er ist immer mit höchstens 10 Minuten hingekommen und trotzdem prächtig gediehen. Gerade eben versuche ich die Milchmenge durch abpumpen nach dem Stillen zu steigern. Raus kommt dabei übrigens überhaupt nichts, nicht mal 10ml. Ich habe aber auch nur eine Handpumpe. Kann man so trotzdem die Milchmenge steigern oder funktioniert das nur wenn da auch wirklich was rauskommt beim Pumpem?

Liebe Grüße,

Karolin
Alioscha mit Wunschkindsohn *04/2011 und dem zweiten Wundersohn *08/2013 sowie einem Wintersternchen 02/2010
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Sakura
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Re: Stillen und Neurodermitis

Beitrag von Sakura »

Alioscha hat geschrieben: insgesamt hat er seit seiner Geburt durchschnittlich 230g die Woche zugenommen.
na also. das ist ein spitzen-wert!!!!
vielleicht solltest du dir nicht so viele gedanken machen???

bei mir wirken sich dill und caro-kaffee extrem positiv auf die milchmenge aus. da ich eher das "problem" von zuviel milch habe, muss ich mir manchmal ein regelrechtes verbot von dill und caro-kaffee auferlegen. muss dazusagen, dass ich aber auch viel dill auf einmal essen kann, da er mir sehr gut schmeckt. ein halbes bund dill auf butterbrot schaffe ich locker zum abendessen :-). oder 3-4 tassen caro-kaffee pro tag, gern auch mehr.
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Altraia
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Re: Stillen und Neurodermitis

Beitrag von Altraia »

Es kann immer wieder mal vorkommen, dass die Milchmenge schwankt. Durch Anlegen nach Bedarf regelt sich das normalerweise wieder, auch ohne zusätzliche Maßnahmen.

Angesichts der kräftigen Gewichtszunahme Deines Sohnes solltest Du Dir über Milchmangel wirklich keine Gedanken machen! Viele Kinder stillen häufiger und dafür nur kurz. Angaben wie 15-20 Minuten Mindeststillzeit sind daher sinnlos. Und gerade kränkelnde Kinder haben ein mitunter stark verändertes Trinkverhalten.

Auf welche Allergene reagierst Du denn selbst? Die würde ich weglassen, alleine schon Deiner eigenen Gesundheit zuliebe. Ansonsten kann man nicht sagen, dass Neurodermitiskinder grundsätzlich auf dieses oder jenes reagieren und man die Allergene deshalb als stillende Mutter prophylaktisch weglassen sollte.

Kurz gesagt - Ich anhand Deiner Schilderungen keine Anhaltspunkte für Milchmangel oder eine Gedeihstörung Deines Kindes.
Liebe Grüße,
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Re: Stillen und Neurodermitis

Beitrag von co+lu »

bei mir hilft ebenfalls malzkaffee etwas.

und generell habe ich das gefühl, wenn ich tagsüber recht wenig trinke (egal was), dass abends die milch knapp wird.

ich habe auch in meinen "problemzeiten" nach dem stillen noch gepumpt. es ist mit pumpe meist schwieriger, den milchspendereflex auszulösen, mit gerade eben "leer getrunkener" brust erst recht. ich musste da immer sehr viel geduld aufbringen. bei nur 10 ml hast du wahrscheinlich den msr nicht ausgelöst.

wenn deine milch generell reicht (was sie ja tut), würde ich versuchen, auf den pump-stress zu verzichten und lieber häufiger anzulegen. evtl. gar nicht erst warten, bis dein kind sehr unzufrieden ist. oder wenn er nach dem stillen noch unglücklich ist, vertrösten und 'ne halbe stunde später nochmal anlegen. nach ein, zwei solcher "durch-still-tage" lief meine milch immer wieder besser.

viel erfolg!
co mit lu (01/11)
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Sakura
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Re: Stillen und Neurodermitis

Beitrag von Sakura »

Liebe Alioscha,

habe mir eben Deinen Beitrag nochmal durchgelesen. Das einzige, was sich hinderlich auf Deine Milchmenge auswirkt, könnte der Stress sein, den Du Dir machst. Stillen ist oft Kopfsache. Bei Euch läuft alles bestens! Dein Kind gedeiht super, und was anderes soll Deine Milch gar nicht leisten. Du musst weder Zeiten noch Mengen noch Frequenzen "abhaken" können. Dein Kind nimmt sich, was er braucht, und scheint damit gut zurecht zu kommen. Meine Zuckerpuppe hat auch wochenlang immer BEIDE Brüste leer getrunken, und zwei Stundn später gleich wieder. Na und? NA UND??????

Liebe Grüße
Sakura :-)
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Alioscha
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Re: Stillen und Neurodermitis

Beitrag von Alioscha »

Hallo,

vielen Dank für Eure Tips! Um das Gewicht meines Kindes mache ich mir im Moment auch (noch) keine Sorgen denn das hat sich ja sehr gut entwickelt. Ich habe nur Angst, dass es ab jetzt mit dem Stillen nicht mehr gut läuft weil es im Moment dauernd Probleme mit dieser schwankenden Milchmenge gibt. Kann es sein, dass sich drei Monate nach der Geburt nochmal die Hormone umstellen oder so? Hab nämlich auch Pickel bekommen neuerdings. Jedenfalls mache ich mir im Moment ständig einen Kopf darum ob die Brust nach dem Trinken auch ja wieder voller wird, ob ich genug getrunken habe, ob ich den Milchspendereflex auch ordentlich spüre, ob die Windeln auch ja nass genug sind, ob das Kind nach dem Abdocken weinerlich ist oder zufrieden etc. Tatsächlich ist die Anspannung mein Hauptproblem, aber wie entspannt man sich mit einem vor Hunger quengelnden Kind auf dem Arm? Und je häufiger das passiert desto angespannter werde ich natürlich...
Ich selbst reagiere glaube ich sowohl auf die diversen Stilltees als auch auf den Bockshornklee, zumal man ja davon rauhe Mengen zu sich nehmen soll. Den schleiche ich gerade aus zumal mein Kind auch seit ein paar Tagen gerötete Stellen auf der Stirn hat. Mal sehen ob die wieder weggehen wenn ich die Kapseln weglasse. Tatsächlich tue ich mir selber auch keinen Gefallen damit wenn ich ständig Hautprobleme habe weil ich unbedingt auf meine drei Tassen Stilltee am Tag kommen will. Ich bin aber inzwischen da schon etwas abgehärtet, in der Schwangerschaft hat sich meine Neurodermitis extrem verschlechtert was mich aber nicht davon abgehalten hat z.B. vor der Geburt den berühmten Himbeerblättertee in rauhen Mengen zu trinken obwohl sich meine Haut davon noch weiter verschlechtert hat :wink: Aber ich werde jetzt wohl wirklich mal alles weg lassen was ich selbst nicht gut vertrage, nicht dass ich nachher meinem Kind trotz bester Absichten mehr schade als nutze.
Zum Thema Pumpen: stimmt, also den Milchspendereflex krieg ich überhaupt nicht ausgelöst mit meiner Pumpe. Bißchen was zusammen kriegen tu ich eigentlich nur gelegentlich nachts wenn die Brust eh schon überläuft oder wenn ich an der anderen Seite pumpe während das Baby trinkt. Keine Ahnung ob das mit einer elektrischen Pumpe besser ginge. Allerdings ist ja die abgepumpte Menge im Moment eigentlich egal, ich dachte nur wenn ich direkt nach dem Stillen noch bißchen pumpe, dass ich dann vielleicht meinem Körper signalisiere dass noch Bedarf da ist? Da es aber reichlich frustrierend ist, der Pumpe zuzusehen auf diese Weise leg ich meinen Dreiminutentrinker vielleicht doch lieber öfter an, da habt Ihr recht.
Ich versuch jetzt mal die Variante nur mit Malzbier, Caro-Kaffee (den trink ich übrigens schon) und ansonsten halt so oft anlegen wie möglich. Hab übrigens mein Kind vorhin als es nach dem Stillen noch weinte und bei mir echt nix mehr zu holen war mit ein ganz wenig Prenahrung abgelenkt, und zwar aus dem Becher. Das war unser allererster Versuch mit Becher, ist viel daneben gelaufen, wenig ins Kind, aber es hat ihm total Spaß gemacht und mich hat es auch entspannt weil er dann erstmal zufrieden war bis ich ihn wieder anlegen konnte und ich ihm trotzdem kein Fläschchen geben mußte :lol: Und was ich unbedingt probieren werde ist Dill, das habe ich schon einmal irgendwo gelesen und Dill vertrage ich auf alle Fälle gut, esse ich aber selten. Aber so auf dem Butterbrot kann ich mir das eigentlich gut vorstellen...

Ich berichte einfach mal weiter wie es läuft, Ihr habt mich auf jeden Fall wieder neu motiviert! Vorhin wollte ich echt schon das Handtuch schmeißen...

Liebe Grüße,

karolin
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Sakura
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Re: Stillen und Neurodermitis

Beitrag von Sakura »

Alioscha hat geschrieben:weil es im Moment dauernd Probleme mit dieser schwankenden Milchmenge gibt
wieso bist du dir so sicher, dass deine milchmenge schwankt????

Alioscha hat geschrieben:Kann es sein, dass sich drei Monate nach der Geburt nochmal die Hormone umstellen oder so?
es KANN sein, dass dein zyklus wieder losgeht.

Alioscha hat geschrieben:ob die Brust nach dem Trinken auch ja wieder voller wird
darauf kannst du vermutlich gift nehmen :-)

Alioscha hat geschrieben:ob ich genug getrunken habe
soweit ich weiß, soll frau trinken, wie sie durst hat. zuwenig trinken ist schlecht, zuviel trinken bringt auch nicht mehr milch

Alioscha hat geschrieben:ob ich den Milchspendereflex auch ordentlich spüre
ich spüre ihn nicht immer, und mein kind nimmt zu wie ein weltmeister

Alioscha hat geschrieben:ob das Kind nach dem Abdocken weinerlich ist oder zufrieden
ein wenierliches kind nach dem stillen kannmehr ursachen als nur zuwenig milch haben... habe hier gelesen, dass kinder auch quengeln können, weil sie zuviel getrunken haben, und ihnen dann der bauch weh tut.

sag mal, hast du dein kind mal vor und nach dem stillen gewogen? alles andere sind doch nur mutmaßugnen deinerseits. frau sieht eben nicht, wieviel das kind trinkt. und eigentlich finde ich auch überflüssig, das zu kontrollieren, solange das kind gut zunimmt. wenn ein kind mal öfter als gewöhnlich an die brust will, muss das nicht heißen, dass zuwenig milch da ist, sondern es kann auch sein, dass soviel milch wie immer da ist, aber das kind gerade einen wachstumsschub hat, und nun mal beonders viel hunger hat. die brust stellt sich darauf ein, und ein paar tage später ist mehr milch da.

Alioscha hat geschrieben:Tatsächlich tue ich mir selber auch keinen Gefallen damit wenn ich ständig Hautprobleme habe weil ich unbedingt auf meine drei Tassen Stilltee am Tag kommen will.
Du bist ganz schön hart zu Dir :shock: .Im Ernst, ich denke, dass Verkrampfung im Kopf nicht zwingend positiv für die Milchbildung ist. Und: wenn Du angespannt und nervös bist, dann spürt das auch Dein Kind. Noch ein möglicher Faktor für ein quengeliges Kind.

Alioscha hat geschrieben:nachts wenn die Brust eh schon überläuft
hm.... Das wäre für mich jetzt der Beweis, dass genug Milch da ist.


Alioscha hat geschrieben:Und was ich unbedingt probieren werde ist Dill
- auf Butterbrot
- zu Fisch
- in Kartoffelsalat, Nudelsalat
- in Salatdressings, in Salate, in Gurkensalat
- in weiße Soßen

Und jetzt im Sommer ist Dill-Zeit *juhu*

Ganz liebe Grüße
Sakura :-)
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

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vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

Alioscha
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Re: Stillen und Neurodermitis

Beitrag von Alioscha »

Hallo nochmal,

ich muss Euch doch noch mal was fragen. Bis jetzt hat sich die Lage hier leider nicht verbessert und wir haben einen ziemlich bescheidenen Tag hinter uns gebracht. Ich lege mein Baby sehr oft an aber ich bin nun wirklich sehr unsicher ob ich nicht doch etwas zufüttern soll. Ein typisches Stillen - wie gerade eben vor ein paar Minuten - läuft also so: Baby dockt an, Milchspendereflex läßt auf sich warten, kommt dann aber irgendwann, Baby trinkt ein paar Schlucke und muss dabei aber richtig feste Ziehen, Baby schläft ein, ich reize das Ohr, massiere Füßchen etc. Letzten Endes biete ich die andere Brust an, hier trinkt er etwas mehr, aber auch nicht mehr als vielleicht 2 Minuten lang, dann fängt er an zu weinen und alles ist vorbei. Die Waage sagt, dass er ca 20g getrunken hat. Ich mein, selbst wenn ich dieses Prozedere stündlich mache, das ist doch ein Witz.
Ok, das war jetzt das erste Mal, dass ich ein vorher / nachher Wiegen gemacht habe, ich werde beobachten ob das wirklich so wenig bleibt.

Trotzdem: soll ich das Kind ernsthaft heute "ohne Essen" ins Bett schicken?

Ich bin echt etwas verzweifelt grad, was würdet Ihr denn machen?

Liebe Grüße,

Karolin
Alioscha mit Wunschkindsohn *04/2011 und dem zweiten Wundersohn *08/2013 sowie einem Wintersternchen 02/2010
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Re: Stillen und Neurodermitis

Beitrag von jusl »

Liebe Alioscha,

ich kann Deine Sorgen gut nachvollziehen. 20 g ist in der Tat nur eine kleine Trinkmenge, und auch 20 mal stillen am Tag würde damit nicht ausreichen.
Aber: ein gesicherter Fakt ist, dass Dein Baby NIEMALS 230 g in der Woche zugenommen hätte, wenn es IMMER nur 20 ml trinken würde. Das ist absolut ausgeschlossen (und so deutlich werde ich selten). 230 g ist ein hoher Wert für die wöchentliche Gewichtszunahme; dieser kommt nur dann zustande, wenn das Baby bestens mit Milch versorgt ist.

Einmal wiegen vorher und nachher REICHT NICHT für medizinisch aussagekräftige Schlussfolgerungen. Bitte lies Dir dazu unseren Grundinfo-Thread zum Thema Wiegen, Gedeihen und Gewichtsentwicklung durch, dort findest Du genauere Infos, wie Du das Gedeihen Deines Baby sicher beurteilen kannst.
Am Sonntag hat er zwar sehr oft getrunken (mindestens alle 2 Stunden würde ich sagen), aber immer nur sehr kurz an einer Seite (unter 5 Minuten) weil ja dann wieder nichts mehr kam. Reicht das denn für die Milchbildung aus so kurz? Dazu muss ich allerdings sagen, dass er praktisch noch nie die klassische Trinkdauer von 15 bis 20 Minuten pro Seite hatte, er ist immer mit höchstens 10 Minuten hingekommen und trotzdem prächtig gediehen
Völlig normal. Viele Babys haben eine gute Technik drauf, und sind innerhalb weniger Minuten fertig.



Rückfragen immer gerne und LG,
Julia
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Kate
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Re: Stillen und Neurodermitis

Beitrag von Kate »

Liebe Karolin,

erstmal möchte ich dir eine ganz große Portion Gelassenheit rüberschicken. Es ist wirklich rührend, wie du dich um Deinen Sohn sorgst. Aber sorge dich auch um dich.

Wie Jusl schon geschrieben hast, gedeiht dein Kind wunderbar und du brauchst dir gar keine Gedanken zu machen. Du hast genügend Milch! Und keine HA-Säuglingsmilch ist so gut und so gesund für Dein Kind wie deine Muttermilch.

Als unser Sohn 3 Monate alt war, war es auch eine Phase mit viel Quengeln, Schreien und Unruhigsein. Dass er trotz Stillen unruhig ist, kann viele Gründe haben. Ich hatte das Gefühl, dass er die Welt ganz anders wahrnimmt, viel mehr Eindrücke mitnimmt und diese zu verarbeiten hat. Manchmal war er auch sehr müde, konnte an der Brust nicht einschlafen und hat dann geschrien. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass er gern noch saugen wollte, aber bereits satt war und geweint, hat, weil noch Milch kam. Mit der Zeit hat er gelernt, am Ende so zu stillen, dass nicht mehr viel oder gar keine (wer weiß es schon) Milch kommt, so dass er in Ruhe einschlafen konnte.

Ich habe gerade nochmal deinen Post von heute Abend gelesen: Lass das Kitzeln, er ist glücklich an deiner Brust eingeschlafen. Er holt sich, was er braucht. Die Natur hat das alles so eingerichtet. Er scheint doch gesund zu sein und nimmt auf jeden Fall gut zu.

Lehn dich zurück und genieße das Stillen. Genieße die Hormone, die dich dabei überschwemmen und die Nähe und das Kuscheln.

Kauf dir das Buch Mein Kind will nicht essen.. Das möchte ich dir wirklich ans Herz legen, es ist von einem Kinderarzt geschrieben, sehr informativ und auch interessante zu lesen und manchmal zum Schmunzlen, Gonzales hat einen ganz tollen Schreibstil. Diese Buch hat mir sehr geholfen, auf mein Kind zu vertrauen, dass es sich holt, was es braucht.

Versuch mal, ein paar Tage überhaupt nicht über Milchmenge nachzudenken. Stille ihn so oft er möchte bzw. deine Intuition dir das sagt. Lass das Windelnzählen und das Auf-die-Uhr-gucken. Versuche, die Tage zu genießen. Gehe mit ihm spazieren, tu dir etwas Gutes, sorge dafür, dass du auf andere Gedanken kommst.

Vertraue auf die Natur, auf deinen Körper, auf deine Intuition und auf die Fähigkeiten deines Kindes.
Kate
„Wenn wir einfach schon ganz früh erfahren dürfen, dass wir sind und dass wir, weil wir sind, gut sind, ich glaube, das kann eine Gesellschaft wirklich grundlegend verändern.“ (Alexandra)
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