Hallo Julia,
ok, Schilddrüse Checken kommt ganz oben auf meine Liste wenn sogar Grenzwerte zu Milchbildungsproblemen führen können. Nach der Geburt meinte meine Endokrinologin, dass wir wenn ich stillen wollte möglicherweise die Dosis noch einmal erhöhen müssen (musste in der Schwangerschaft schon ein paar Mal erhöht werden), nach der ersten Blutkontrolle sollte ich dann aber die Dosis sogar verringern. Das war mir damals schon ein wenig suspekt und nun habe ich diese Reduzierung schon selbst wieder rückgängig gemacht seit einer Woche oder so. Aber natürlich müssen da jetzt mal die Blutwerte gecheckt werden.
Mit dem Zufüttern ist das so eine Sache, ich weiß ja, dass es sich negativ auf die Milchbildung auswirkt. Es gab nur ein paar Tage letzthin, da war es heiß und schwül, ich hatte das Gefühl, das Kind kriegt nicht genug Flüssigkeit, die Fontanelle war ein wenig eingefallen (weiß natürlich nicht ab wann eine Fontanelle KRITISCH eingefallen ist). Seitdem habe ich die Mengen des Zufüttern wieder ein wenig reduzieren können (100ml war das Maximum an einem Tag). Ich habe schon auch versucht, das Zufüttern so stillfreundlich wie möglich zu gestalten: Fläschchen in kleinen Mengen, immer NACH dem Stillen natürlich, weiterhin tagsüber mindestens alle zwei, nachts alle drei bis maximal vier Stunden anlegen etc. Mich erleichtert es gerade ein wenig zu wissen, dass die Versorgung meines Babys nicht ausschließlich an meiner Milchproduktion hängt denn der misstraue ich halt etwas.
Was aber stimmt und was mich schon auch weiterhin motiviert das mit den Fläschchen nicht zur Gewohnheit werden zu lassen: auch mit Fläschchen bleibt Piet unterm Strich reichlich nörgelig und schlecht gelaunt im Moment. Das ist übrigens an sich auch nichts Neues, er war von Tag eins an ein ziemlich forderndes Baby, nur knapp am echten Schreibaby vorbei würde ich sagen. Bei uns kommen Dreimonats (still) krise und Dreimonatsschub unglücklich zusammen gerade, er ist sehr anstrengend und meine Geduld mit seiner schlechten Laune ist vielleicht im Moment weniger als in den ersten Wochen. Es ist schwer mit ihm überhaupt vor die Tür zu kommen in den letzten zwei Wochen, Kinderwagen mag er grundsätzlich nicht, Tragetuch mochte er immer, im Moment will er aber nie angehockt bleiben sondern biegt sich ganz gerade und schreit. Bondolino haben wir auch, das geht einigermaßen. Aber wirklich mögen tut er eigentlich nur im Fliegergriff durch die Gegend getragen zu werden, muss wohl eine Angewohnheit aus seiner Kolikzeit sein.
Will sagen: Deine vorgeschlagenen Strategien sind im Prinzip goldrichtig, ich bin auch mit allem bestens ausgestattet, habe mich aber in der letzten Zeit nicht oft genug motivieren können, den Kampf mit meinem fast immer erstmal sehr unwilligen Baby aufzunehmen und leide deshalb auch ein wenig am Hüttenkoller, bin eigentlich viel Bewegung gewohnt. Vorsatz: Ich werde das Tragen mit Tuch oder Bondolino wieder fest ins tägliche Programm nehmen (gerade eben schläft Piet im Bondolino nachdem ich eben ein paar Schritte mit ihm spazieren war). Mich hat aber auch die Sorge umgetrieben in der letzten Zeit, dass er unterwegs Hunger bekommt und ich ihn nicht satt bekomme. Seither habe ich das volle Fläschchenequipment dabei (da merkt man erstmal wie unkompliziert Stillen ist

), weil mir das Sicherheit gibt. Gebraucht habe ich es bisher aber nur ein Mal.
Danke für den neuen Motivationsschub!!!
Karolin
Alioscha mit Wunschkindsohn *04/2011 und dem zweiten Wundersohn *08/2013 sowie einem Wintersternchen 02/2010