Verdauungsstörungen bei Stillkindern

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Liesa
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Verdauungsstörungen bei Stillkindern

Beitrag von Liesa »

meiner 14 Monate alte Tochter hat massive Verdauungsprobleme und ich komme bei den Ärzten nicht so recht weiter, weil die entweder keine Erfahrung mit so lange gestillten Kindern haben (Kinderarzt) oder so langes Stillen falsch finden (Uniklinik). :roll: Osteopathisch ist alles top in Ordung und die Homöopathin stochert auch nur im Trüben. Nun hoffe ich auf Euch. :wink: Ich versuche auch, mich kurz zu fassen (trotz des inzwischen schon langen Leidensweges).

Seit ihrem 3./4. Lebensmonat hat sie eine langsame Verdauung und nur ca. alle 3 Wochen Stuhlgang gehabt. Da der dann aber ganz normal war (Stillstuhl) und ihr offensichtlich keine Probleme bereitet hat, haben der KiA und ich keinen Handlungsbedarf gesehen. Wir haben ihr die erste Beikost angeboten, als sie 5,5 Monate alt war, aber wirkliches Interesse hat sie erst ab dem ersten Zahn gezeigt, da war sie 10 Monate alt. Bis dahin hat sie ihre 3-wöchige-Still-Stuhlgang-Frequenz beibehalten.

Brei hat sie nie gewollt, sie ist dann mit Fingerfood gestartet. Mit großem Interesse hat sie alles mögliche in den Mund genommen und darauf herumgelutscht/gekaut, es dann aber wieder ausgespuckt und einen neuen Bissen genommen. Auf diesem Wege hat sie zwar viel und lange gegessen, aber es ist wohl nur wenig in ihrem Magen gelandet. Mein Mann hat das immer scherzhaft "Bulimie für Anfänger" genannt. Kein netter Ausdruck, aber er triffts ganz gut. :oops: Diese "Technik" hat sie bis vor 2-3 Wochen beibehalten. In dieser Zeit ist ihr Stuhlgang breiig geworden, ab und zu auch mal geformt - aber immer ganz weich. Trotzdem hat er ihr höllische Schmerzen bereitet und sie hat ihn maximal lange zurückgehalten (3-14 Tage). Der Darmausgang ist weit genug (ich hatte vermutet, daß er zu eng ist). Die Ärzte waren sich einig, daß sie sich einfach daran gewöhnen muß, nun öfter Stuhl abzusetzen und daß der Stuhl nun fester ist. Wir sollen als Therapie den Stuhl möglichst weich halten, damit sie erst einmal ihr Schmerzgedächtnis verliert und sich dem Thema langsam wieder nähern kann.

Dazu hat sie Movicol verschrieben bekommen und wir sollen mal experimentieren, wieviel sie davon benötigt, um den Stuhl weich, aber nicht flüssig zu halten. Wenn sie 3 Tage lang keinen Stuhlgang hatte, sollen wir die Dosis erhöhen. Das ist die Theorie. In der Praxis ist das ein ganz großer Kampf. :roll: Sie wird ja nun mal nicht "normal mit Formula" ernährt (Zitat der Ärztin in der Uniklinik), sondern noch gestillt. Und in die Milch kann ich ja nun mal nichts reinmischen. Ansonsten verweigert sie alle Getränke außer Wasser. Wenn Movicol im Wasser ist, trinkt sie gar nichts. Wenn nicht, dann maximal 50-100 ml pro Tag. Wir haben alles an Trinkgefäßen durch, was der Makrt so bietet, die Menge bekommen wir nicht weiter erhöht. Sie mag keine süßen Sachen und steht mehr auf herzhaftes. Breiiges nimmt sie auch nicht, sie ißt nur Dinge, die sie selbst in die Hand nehmen und davon abbeißen kann. Füttern läßt sie sich gar nicht. Also kein Movicol in Getränken und kein Movicol im Brei. :( Ich streue ihr was aufs Leberwurstbrot, aber da sie davon dann auch nur maximal eine viertel Scheibe ißt und davon auch noch locker die Hälfte wieder ausspuckt, bringe ich da nicht annähernd die empfohlenen 2-3 Beutel pro Tag von dem Zeug unter. Ansonsten laufe ich den ganzen Tag mit Pudding in der Hand herum in der Hoffnung, daß sie sich mal beim Spielen einen Löffel reinschieben läßt. Das Movicol macht aus dem Pudding innerhalb von Minuten eine eklige flüssige Suppe und mich wundert nicht, daß sie den nicht essen will (das gleiche gilt auch für Kartoffelbrei, Milchreis und alles andere, was man sich sonst noch so vorstellen kann). Ich habe sogar schon versucht, sie vor den Fernseher zu setzen, um ihr was zu essen reinschieben zu können (fernsehen interessiert sie nicht). :oops: Mit anderen Worten: Essen macht bei uns nun schon lange gar keinen Spaß mehr und ist nur noch ein einziger Kampf. :(

Dabei könnte das alles so einfach sein! Sie will nur Wasser trinken und nichts süßes essen - perfekt! Statt dessen versuche ich den ganzen Tag lang süße Säfte oder süße Joghurts oder Pudding etc. in sie reinzubekommen. :piep Und das alles nur, um das blöde Movicol unterzubringen. Da das aber nicht klappt, bleibt mir laut Ärztin nur, sie endlich abzustillen und dann Movicol via Formula-Flasche in sie reinzukriegen. Ach ja: Formula verweigert sie übrigens auch. Aber wenn man sie lange genug hungern läßt, dann nimmt sie das bestimmt. :roll:

Die ganze Zeit über hatte sie übrigens weichen Stuhlgang! Keine Ahnung, ob das an den paar Krümeln Movicol lag oder an dem Milchzucker, den ich alternativ mal ausprobiert habe, oder ob das auch ohne das genauso gewesen wäre. Trotzdem hat sie den Stuhl zurückgehalten und hatte beim Absetzen wahnsinnige Schmerzen. Wenn sie sich sehr gequält hat, dann habe ich einen Einlauf mit Babylax gemacht. Auch kein Spaß. :( Sie ist inzwischen so traumatisiert, was ihren Po angeht, daß ich immer jemanden brauchte, der sie festhält, während ich ihr die Tube in den Po zwängte und mich fühlte, als vergewaltige ich mein Kind. :cry: Aus diesem Grund kann ich ihr auch keine Schmerzzäpfchen mehr geben. Schmerzsaft trinkt sie nicht (zu süß). Planlos zu weiteren Ärzten schleppen will ich sie aber auch nicht, denn sie dreht inzwischen schon ab, wenn sie jemand im weißen Kittel sieht. :cry:

Vorhin hatte sie nun zum zweiten Mal (das erste Mal was vor 3 Tagen) festen Stuhl und das war die absolute Hölle. Wir sind nun an einem Punkt, an dem wir nicht mehr weiterkommen und im Prinzip haben wir nur noch die Möglichkeit, stationär ins Krankenhaus zu gehen und einfach so lange suchen zu lassen, bis wir irgendetwas finden. Das schreckt mich sehr ab, denn ich bin mir ganz sicher, daß die Ärzte keine Ahnung vom Stillen eines 14 Monate alten Kindes haben und wenig Verständnis dafür haben werden. Auch daß die Kleine und ich immer in einem Bett schlafen, wird wohl nicht so gut ankommen. Aber gerade dann, wenn mein Kind sowieso schon Angst vor den weißen Kitteln hat, unangenehme Untersuchungen über sich ergehen lassen muß und in einer fremden Umgebung schlafen muß, dann will ich ihm nicht auch noch das Stillen nehmen! :(

Nun endlich zu dem Punkt, wo ich auf Eure Hilfe hoffe. Danke schon mal fürs Lesen bis hierher. :)

Unser Tag beginnt in den Morgenstunden mit einer ausgiebigen Stillmahlzeit im Halbschlaf. Tagsüber stille ich sie in den Mittagschlaf und meist ergibt sich nachmittags auch noch mal eine kurze Stillmahlzeit. Dann stille ich sie wieder zum Einschlafen und nachts dann noch ca. 4-8 mal. Also ca. 8-12 Stillmahlzeiten in 24 h, die meisten davon nachts. Tagsüber ißt sie hier mal eine halbe Dinkelstange, nagt da mal an einem Apfelstück und ißt neuerdings mit Hingabe Wurst und Käse. Mit Gewicht und Größe liegt sie im oberen Durchschnitt.

Mir will nicht in den Kopf, wie man mit so vielen Stillmahlzeiten und so wenig fester Nahrung überhaupt festen Stuhl bekommen kann! Ist das normal? Daß sie selbst etwas ißt, was sie nicht verträgt, halte ich für eher unwahrscheinlich, da ich viel beobachtet und herumexperimentiert habe. Kann es sein, daß sie meine Milch nicht verträgt? Esse ich vielleicht etwas, das sie über die Mumi bekommt und nicht richtig verstoffwechseln kann? Was könnte das sein? In der Anfangszeit hatte sie in den Abendstunden immer Schreiphasen, für die wir keine Erklärung gefunden haben. Da habe ich eine Zeit lang mal alle üblichen Verdächtigen weggelassen um auszuschließen, daß es sich um Bauchschmerzen gehandelt hat. Da sich da aber kein Zusammenhang gezeigt hat, habe ich danach auf nichts speziell mehr verzichtet. Wäre es sinnvoll, da noch mal anzusetzen und bestimmte Dinge aus meinem Speiseplan zu streichen? Oder soll ich vielleicht wirklich versuchen abzustillen? Vielleicht hat die Ärztin doch recht und ich schade ihr. :cry: Ich will mich ja nun auch nicht zwanghaft ans Stillen klammern. Wenn es besser für sie wäre, würde ich sofort abstillen. Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich dem Urteil der Ärzte in dem Punkt vertrauen kann. Eurem würde ich da eher Vertrauen schenken. :wink:

Danke fürs Lesen!
seelenkind
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Re: Verdauungsstörungen bei Stillkindern

Beitrag von seelenkind »

Vorneweg: dass Stillen zu Verstopfung führt, halte ich nach wie vor für ausgemachten Blödsinn- und unsere Kinderärzte und Kinderchirugen stimmen mir da voll und ganz zu. Unser Kind ist darmoperiert, neigt daher zu Verstopfung und wird immer noch gestillt- das finden alle toll, bisher ist niemand auf die Idee gekommen, sich darüber zu beschweren. Was ist denn die Alternative? Formula? Kuhmilch? Beides nicht unbedingt stuhlregulierend. Ich gehe sogar so weit, zu sagen, dass adaptierte Säuglingsnahrung für mein Baby eine Zumutung gewesen wäre.

Jetzt hab ich aber noch ein paar Fragen, weil ich um diese Uhrzeit so lange Texte nicht mehr ganz durchblicke:
Lasst ihr konsequent alle stopfenden Lebensmittel weg (Milchreis z.B. ist ja stopfend)?
Habt ihr sofort Movicol verschrieben bekommen? Warum nicht erstmal Lactulose? Kein Baby oder junges Kleinkind trinkt Movicol freiwillig, außerdem scheuen sich viele Ärzte davor, es für Kinder unter 2 zu verschreiben.
Hast du schon mal versucht, über einen längeren Zeitraum hinweg Lactulose zu geben? Wie verhält sich der Stuhl dann?
Welche Untersuchungen wurden schon gemacht? Welche sollen noch gemacht werden?
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mayra
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Re: Verdauungsstörungen bei Stillkindern

Beitrag von mayra »

Das hört sich ja wirklich schlimm an. Schlimm für deine Kleine, weil sie Schmerzen leidet, schlimm für euch alle, weil es soviel nach sich gezogen hat... Angst, Untersuchungen, Medis, die zwangsverabreicht werden müssen :( ((( Liesa)))

Von welchen Ärzten wurde sie denn bisher untersucht? Was genau wurde untersucht, nur äußerlich oder auch innerlich? Also im Darm? Konntest du sie beim Stuhlgang mal nackt beobachten? Also, was da am After genau vor sich geht?

Komische Fragen, ich weiß. Ich denke da an eine Geschichte aus der AFS-Mitgliederzeitschrift (oder wars doch LLL), wo eine Schreibabymutter nach Monaten per Zufall entdeckte, dass ihre Tochter Kot über die Scheide absonderte. Warum genau, weiß ich nicht mehr (könnte ich aber raussuchen), aber es war dann ich glaube operativ zu beheben und das ganze damit "gegessen"... wohl eine seltene Sache, aber es könnte ja sein... man weiß ja nie, gell?

Dass sie deine Milch nicht verträgt halte ich für eher unwahrscheinlich. Bei meinem kleinen Sohn wars übrigens auch so, dass er ab den ersten Krümeln Beikost geformten Stuhl hatte. Der Große hatte trotz schon recht großer Breimengen immer noch recht flüssigen Stuhl.

Um den Stuhl weich zu bekommen, könntet ihr doch mal was anderes wie Leinsamen im Joghurt oder Backpflaumen versuchen. Mein Kleiner liebt die, er klaut sie immer aus der Backschublade :D Er kaut und lutscht solang, bis er sie weich und klein genug zum schlucken hat. Und er hat erst 4 Zähne!

Jedenfalls mal gute Besserung und viel Erfolg bei der Ursachenforschung!
mayra mit Schlawiner 07/08 und Lockenkopf 07/10
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LaraKessel
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Re: Verdauungsstörungen bei Stillkindern

Beitrag von LaraKessel »

Hm, also bei so einem kleinen Kind wäre ich auch erstmal mit Verzicht auf alles was Stopfend ist vorgegangen. Ausserdem hätte ich Darmaussackungen ausschließen lassen. Gerade wenn sie quasi von Anfang an so selten Stuhlgang hat, können sich im Enddarm Aussackungen bilden, in denen sich der Stuhl sammelt, das kann dann zu schmerzen führen, da würde wirklich nur helfen für täglichen Stuhlgang zu sorgen, damit der Darm sich wieder normalisiert.
Ich würde auf jeden Fall zu einem speziellen Kindergastroenterologen zu rate ziehen, die kennen sich auch mit stillkindern aus.
2 Jungs (05/09 und 02/11)

Meine Leertaste ist kaputt.

Auch Rom kann an einem Tag von einer Horde Zweijähriger dem Erdboden gleichgemacht werden.
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Liesa
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Re: Verdauungsstörungen bei Stillkindern

Beitrag von Liesa »

vielen Dank für Eure Antworten!
seelenkind hat geschrieben:Lasst ihr konsequent alle stopfenden Lebensmittel weg (Milchreis z.B. ist ja stopfend)?
Habt ihr sofort Movicol verschrieben bekommen? Warum nicht erstmal Lactulose? Kein Baby oder junges Kleinkind trinkt Movicol freiwillig, außerdem scheuen sich viele Ärzte davor, es für Kinder unter 2 zu verschreiben.
Hast du schon mal versucht, über einen längeren Zeitraum hinweg Lactulose zu geben? Wie verhält sich der Stuhl dann?
Welche Untersuchungen wurden schon gemacht? Welche sollen noch gemacht werden?
bis vor ein paar Tagen hatte sie immer weichen Stuhl (egal, ob mit oder ohne Abführmitteln), deshalb habe ich das Ganze gar nicht als eine wirkliche Verstopfung angesehen und nicht 100% alle stopfenden Sachen weggelassen. Jedoch ißt sie wirklich wenig und probiert meist nur kurz. Den Milchreis hat sie gar nicht probiert. Der Kinderarzt meinte, daß einige Kinder erst lernen müssen, wie das mit dem Stuhlgang funktioniert (den oberen Bereich des Darmes anspannen, um den Stuhl weiterzuschieben und den unteren Teil ganz locker zu lassen, damit er ausgeschieden wird) und erst einmal alles anspannen. Das schien mir plausibel, denn sie verkrampft komplett, wenn es so weit ist. Ich sollte ihr mit dem Fieberthermometer den Schließmuskel dehnen, um ihr zu helfen. Das hat leider nie funktioniert, da sie in dem Moment so sehr außer sich ist und schon schnell keinerlei Manipulation an ihrem Po mehr geduldet hat.

Eine Kinderproktologin hat sie anal untersucht (alles o.k., Sphinkterstenose ist ausgeschlossen) und das Movicol verschrieben. Laktose habe ich aus eigenem Antrieb gekauft und probiert als das mit dem Movicol nicht klappte. Von Laktulose war bislang noch nie die Rede. Ich warte derzeit auf einen Termin beim Kindergastroenterologen.
mayra hat geschrieben:Konntest du sie beim Stuhlgang mal nackt beobachten? Also, was da am After genau vor sich geht?

Komische Fragen, ich weiß. Ich denke da an eine Geschichte aus der AFS-Mitgliederzeitschrift (oder wars doch LLL), wo eine Schreibabymutter nach Monaten per Zufall entdeckte, dass ihre Tochter Kot über die Scheide absonderte. Warum genau, weiß ich nicht mehr (könnte ich aber raussuchen), aber es war dann ich glaube operativ zu beheben und das ganze damit "gegessen"... wohl eine seltene Sache, aber es könnte ja sein... man weiß ja nie, gell?
Nein, ich habe das nie sehen können, weil sie noch mehr verkranpft, wenn sie dabei nackt ist. Ich habe schon ein paar mal probiert, sie dann aufs Töpfchen oder die Toilette zu setzen oder sie abzuhalten, um ihr eine bequeme Position anzubieten, aber das fand sie nie gut. Ich denke trotzdem nicht, daß das ihr Problem ist, denn sie ist ja anal untersucht worden. Außerdem sind die "Dreckspuren" schon recht eindeutig. Lieben Dank trotzdem für den Hinweis - auf sowas kommt man ja im Leben nicht!
mayra hat geschrieben:Dass sie deine Milch nicht verträgt halte ich für eher unwahrscheinlich. Bei meinem kleinen Sohn wars übrigens auch so, dass er ab den ersten Krümeln Beikost geformten Stuhl hatte. Der Große hatte trotz schon recht großer Breimengen immer noch recht flüssigen Stuhl.

Um den Stuhl weich zu bekommen, könntet ihr doch mal was anderes wie Leinsamen im Joghurt oder Backpflaumen versuchen. Mein Kleiner liebt die, er klaut sie immer aus der Backschublade :D Er kaut und lutscht solang, bis er sie weich und klein genug zum schlucken hat. Und er hat erst 4 Zähne!
Mich beruhigt, daß es Kinder gibt, die schon mit wenigen Krümeln Beikost geformten Stuhl haben - danke für die Info! Von meiner großen Tochter kannte ich das gar nicht und daher rührt mein Gedanke, daß sie vielleicht meine Milch nicht verträgt. Wir haben inzwischen eine ganze Sammlung verschiedenster Trockenfrüchte und Obstsäfte inkl. einer "Pflaumenkur" daheim - nimmt sie alles nicht. :roll: Joghurt mag sie nicht, jedoch könnte ich das wohl noch mal ohne Movicol ausprobieren *notier* - danke für den Tipp!
LaraKessel hat geschrieben:Hm, also bei so einem kleinen Kind wäre ich auch erstmal mit Verzicht auf alles was Stopfend ist vorgegangen. Ausserdem hätte ich Darmaussackungen ausschließen lassen. Gerade wenn sie quasi von Anfang an so selten Stuhlgang hat, können sich im Enddarm Aussackungen bilden, in denen sich der Stuhl sammelt, das kann dann zu schmerzen führen, da würde wirklich nur helfen für täglichen Stuhlgang zu sorgen, damit der Darm sich wieder normalisiert.
Ich würde auf jeden Fall zu einem speziellen Kindergastroenterologen zu rate ziehen, die kennen sich auch mit stillkindern aus.
Der Kindergastroenterologe steht auf dem Programm, ich hoffe sehr bald. Ich warte auf den Rückruf wegen eines Termines. Wir versuchen seit Wochen, für täglich Stuhlgang zu sorgen, aber das klappt nicht. :( Nach Laktulose werde ich mich morgen früh direkt beim KiA mal erkundigen, vielleicht klappt das besser als Laktose oder Movicol. Das Problem ist einfach, daß sie nichts ißt, wo man was reinmischen kann. :roll:

Könnte es was nutzen, wenn ich in meiner Ernährung stopfende Dinge weglasse? Geht die Eigenschaft "stopfend" in die Mumi über? Weiß das jemand?

Ich danke Euch sehr für Euren Input! In meinem Umfeld denken alle, daß die Stillerei schuld ist... :(
seelenkind
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Re: Verdauungsstörungen bei Stillkindern

Beitrag von seelenkind »

Ehrlich gesagt klingt das für mich immer mehr nach einer physischen Verstopfung, die nicht ausreichend/ auf sehr sonderbare Weise behandelt wurde. Den Tipp, mit dem Fieberthermometer den Schließmuskel zu dehnen, find ich eher unlogisch. Wenn eine Stenose ausgeschlossen ist, braucht man nicht zu dehnen, das passiert durch den Stuhl und diese Herummanipulierei mit dem Thermometer ist für das Kind unangenehm bis schmerzhaft, gerade, wenn es vom harten Stuhl schon Verletzungen in der Darmschleimhaut hat. Außerdem ist ein Thermometer vom Durchmesser her viel zu klein, um damit irgendwas zu dehnen.

Stopfende Sachen in ihrer Ernährung wegzulassen ist wichtig, um den Stuhl weich zu halten. Lactulose unterstützt das und wirkt abführend. Die muss man nirgendwo reinmischen, sondern kann sie direkt vom Löffel geben. Außerdem schmeckt sie sehr süß und wird deshalb gerade von Kleinstkinder viel eher angenommen als dieses eklige Movicol. Das haben wir als Notfallmedikament hier herumliegen, aber unsere Maus nimmt uns das auch höchstens ein Mal ab, dann läuft sie weg, sobald sie den Beutel sieht :?

Wir vermeiden bei unserem Kind bis heute alle unnötige Manipulation am Anus. Bei ihr musste nach der OP der Schließmuskel gedehnt werden, damit keine Stenose auftritt- das mussten wir ein gutes Jahr lang regelmäßig machen. Wir haben das aber nur so oft wie möglich und so selten wie möglich gemacht und haben ansonsten alles getan, um zu vermeiden, dass wir sie ärgern müssen- also lieber mehr Lactulose oder Movicol statt Mikroklistier, Fiebermessen nur, wenn es wirklich nötig ist und in den ersten Monaten nur axiliar, bei Fieber Saft statt Zäpfchen usw. Unsere Maus ist heute erstaunlich entspannt, sie macht auch bei den Untersuchungen der Kinderchirugen gut mit und obwohl sie empfindlich ist, was ihren Stuhlgang angeht (sie hat nur zuhause Stuhlgang und nur, wenn sie ihre Ruhe hat), haben wir kaum Probleme, solang wir ihre Empfindlichkeiten berücksichtigen. Stopfende Eigenschaften von Lebensmitteln gehen soweit ich weiß nicht in die Muttermilch über, die wirkt stuhlregulierend.

Versuch, für Entspannung zu sorgen. Schau, ob sie Lactulose annimmt, achte etwas auf ihre Ernährung und beobachte die Stuhlkonsistenz. Der Stuhl muss jetzt weich bleiben, damit sie erfährt, dass Stuhlgang nicht schmerzhaft sein muss. Für diese Erfahrung braucht sie Zeit- man geht davon aus, dass Abführmittel ungefähr so lange gegeben werden müssen, wie die Verstopfungsproblematik schon besteht. Bei euch wären das jetzt schon einige Monate. Wenn sie kein Movicol will, versuch nicht, es ihr zu verabreichen- das ist nur Stress für euch beide. Sie muss auch nicht unbedingt täglich Stuhlgang haben, das hat mein Kind auch nicht. Ich durfte mir schon oft anhören, dass ein darmoperiertes Kind täglich Stuhlgang haben MUSS, aber so funktioniert ihre Verdauung einfach nicht. Wenn ich versuch, täglichen Stuhlgang zu provozieren, gibt das höchstens Durchfall und einen wunden Po. Es kommt einzig und allein auf die Stuhlkonsistenz an- wenn die nach zwei oder drei Tagen in Ordnung ist, reicht das doch völlig. Das alleroberste Ziel ist, dass dein Kind keine Schmerzen beim Stuhlgang hat, ob sie nun täglich keine Schmerzen hat oder nur alle drei Tage, ist aus meiner Sicht völlig egal.

So, das waren jetzt meine laienhaften Gedanken zu dem Thema. Ich bin kein Arzt und kann erst recht keine Ferndiagnose stellen, darum würd ich dich auch an einen Kindergastroenterolgen weiterverweisen- und in der Zwischenzeit einfach mal Lactulose oder Flohsamen ausprobieren.
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Re: Verdauungsstörungen bei Stillkindern

Beitrag von seelenkind »

So oft wie nötig und so selten wie möglich soll das natürlich heißen.
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Re: Verdauungsstörungen bei Stillkindern

Beitrag von seelenkind »

WAAAH- und oben "psychische Verstopfung" statt "physische Verstopfung". Irgendwas ist mit mir heute, ich krieg nichts mehr richtig zusammen hier... auch keine ganzen Sätze... entschuldigt das bitte, ich bin zu müde für sowas.
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Caty
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Verdauungsstörungen bei Stillkindern

Beitrag von Caty »

Arme Maus.

Meine Kinder bekamen alle seit dem 1. Schoppen verstopfungen (ausser die Kleine, sie erst durch 1. Löffel Brei, da sie gestillt wird). Beim 1. Brei wurde es noch schlimker, egal ob Apfelbrei ganz dünn Birnenbrei....

Bei der Kleinen fing es mit dem 1. Brei an. Wurde dann so schlimm, dass wi einmal am 3. mit so glaub Glyzerinzäpfchen probierten. Am nächsten Tag dann mit Mikroklist, dann kam endlich was raus. Sie schrie ununterbrochen, da es ihr fest weh tat und die Wurst war dann pickelhart. Es kamen dann so 3-4 solche raus, am nächsten Tag dann nochmals.Sie bekam dann Duphalac (besteht aus Lactulose), habs ihr mit einer Spritze in den Mund gespritzt. Den nimmt sie so gerne....
Seit da klappt es mit dem Stuhlgang, aber nur wenn sie den "sirup" bekommt.
Als sie eine Magengrippe hatte, stillte ich wieder voll und lies Duphalac weg. Und da hatte sie von selber wieder superschönen Stuhlgang. Kaum der 1. Breilöffel wieder verstopfung...
Boy Mai 07 + Boy Januar 09 ( leider beide nur 3 Wochen gestillt)
+ Girl September 10 (wurde cirka 3.5 Jahre gestillt und schläft im 2. Teil der Nacht meistens im Familienbett)
+ Sternenbabyboy 10.7.14-21.7.14
+ Babygirl Januar 16
+ kleines Sternchen November 13



Sorry wegen den Schreibfehlern. Bin meist mit dem Iphone hier. Da gibt es noch recht schnell Tippfehler.... ;-)
schnecke-dd
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Re: Verdauungsstörungen bei Stillkindern

Beitrag von schnecke-dd »

Hallo,

meine Kleine hat immer mal wieder Verstopfung. Es fing bei uns um ihren 1. Geburtstag an. Sie hat erst dann angefangen nennenwerte Mengen an Nahrung zu essen. Wir haben dann immer wieder voll gestillt, weil die Kleine Nahrung verweigert hat. Dann konnte sie wieder meisten käckern (machmal mit sehr starken und manchmal ganz ohne Schmerzen) und hat auch wieder ein wenig gegessen bis zur nächsten Verstopfung.
So war es immer ein hin und her. Leider ist es bis heute noch nicht wirklich besser geworden. Vor 4 Wochen war ein nochmal ganz schlimm. Da hat sie mehrer Stunden geweint und hat immer gesagt das sie käckern muss. Nach mehren Versuchen auf Klo zu gehen konnte sie irgendwann und sie war ganz erleichtert.

Wir vermuten das sie Milchprodukte nicht ganz zu gut verträgt und sind immer am ausprobieren was sie essen kann. Auch achten wir darauf, dass sie fast gar kein Süßkram ißt. Trockenfrüchte helfen bei uns auch ganz gut. Mitterweile kann sie nur alle 3-5 Tage käckern, aber meisten ohne großen schmerzen.

Außerdem haben wir ein Zusammenhang zwischen dem Zahnen und der Verstopfung festgestellt. Hab noch die Hoffnung das wenn die letzten Backenzähne bei uns da sind, dass sich auch unsere Probleme mit der Verstopfung verbessern wird.

Hoffen euch geht es bald besser.
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