Seit ihrem 3./4. Lebensmonat hat sie eine langsame Verdauung und nur ca. alle 3 Wochen Stuhlgang gehabt. Da der dann aber ganz normal war (Stillstuhl) und ihr offensichtlich keine Probleme bereitet hat, haben der KiA und ich keinen Handlungsbedarf gesehen. Wir haben ihr die erste Beikost angeboten, als sie 5,5 Monate alt war, aber wirkliches Interesse hat sie erst ab dem ersten Zahn gezeigt, da war sie 10 Monate alt. Bis dahin hat sie ihre 3-wöchige-Still-Stuhlgang-Frequenz beibehalten.
Brei hat sie nie gewollt, sie ist dann mit Fingerfood gestartet. Mit großem Interesse hat sie alles mögliche in den Mund genommen und darauf herumgelutscht/gekaut, es dann aber wieder ausgespuckt und einen neuen Bissen genommen. Auf diesem Wege hat sie zwar viel und lange gegessen, aber es ist wohl nur wenig in ihrem Magen gelandet. Mein Mann hat das immer scherzhaft "Bulimie für Anfänger" genannt. Kein netter Ausdruck, aber er triffts ganz gut.
Dazu hat sie Movicol verschrieben bekommen und wir sollen mal experimentieren, wieviel sie davon benötigt, um den Stuhl weich, aber nicht flüssig zu halten. Wenn sie 3 Tage lang keinen Stuhlgang hatte, sollen wir die Dosis erhöhen. Das ist die Theorie. In der Praxis ist das ein ganz großer Kampf.
Dabei könnte das alles so einfach sein! Sie will nur Wasser trinken und nichts süßes essen - perfekt! Statt dessen versuche ich den ganzen Tag lang süße Säfte oder süße Joghurts oder Pudding etc. in sie reinzubekommen.
Die ganze Zeit über hatte sie übrigens weichen Stuhlgang! Keine Ahnung, ob das an den paar Krümeln Movicol lag oder an dem Milchzucker, den ich alternativ mal ausprobiert habe, oder ob das auch ohne das genauso gewesen wäre. Trotzdem hat sie den Stuhl zurückgehalten und hatte beim Absetzen wahnsinnige Schmerzen. Wenn sie sich sehr gequält hat, dann habe ich einen Einlauf mit Babylax gemacht. Auch kein Spaß.
Vorhin hatte sie nun zum zweiten Mal (das erste Mal was vor 3 Tagen) festen Stuhl und das war die absolute Hölle. Wir sind nun an einem Punkt, an dem wir nicht mehr weiterkommen und im Prinzip haben wir nur noch die Möglichkeit, stationär ins Krankenhaus zu gehen und einfach so lange suchen zu lassen, bis wir irgendetwas finden. Das schreckt mich sehr ab, denn ich bin mir ganz sicher, daß die Ärzte keine Ahnung vom Stillen eines 14 Monate alten Kindes haben und wenig Verständnis dafür haben werden. Auch daß die Kleine und ich immer in einem Bett schlafen, wird wohl nicht so gut ankommen. Aber gerade dann, wenn mein Kind sowieso schon Angst vor den weißen Kitteln hat, unangenehme Untersuchungen über sich ergehen lassen muß und in einer fremden Umgebung schlafen muß, dann will ich ihm nicht auch noch das Stillen nehmen!
Nun endlich zu dem Punkt, wo ich auf Eure Hilfe hoffe. Danke schon mal fürs Lesen bis hierher.
Unser Tag beginnt in den Morgenstunden mit einer ausgiebigen Stillmahlzeit im Halbschlaf. Tagsüber stille ich sie in den Mittagschlaf und meist ergibt sich nachmittags auch noch mal eine kurze Stillmahlzeit. Dann stille ich sie wieder zum Einschlafen und nachts dann noch ca. 4-8 mal. Also ca. 8-12 Stillmahlzeiten in 24 h, die meisten davon nachts. Tagsüber ißt sie hier mal eine halbe Dinkelstange, nagt da mal an einem Apfelstück und ißt neuerdings mit Hingabe Wurst und Käse. Mit Gewicht und Größe liegt sie im oberen Durchschnitt.
Mir will nicht in den Kopf, wie man mit so vielen Stillmahlzeiten und so wenig fester Nahrung überhaupt festen Stuhl bekommen kann! Ist das normal? Daß sie selbst etwas ißt, was sie nicht verträgt, halte ich für eher unwahrscheinlich, da ich viel beobachtet und herumexperimentiert habe. Kann es sein, daß sie meine Milch nicht verträgt? Esse ich vielleicht etwas, das sie über die Mumi bekommt und nicht richtig verstoffwechseln kann? Was könnte das sein? In der Anfangszeit hatte sie in den Abendstunden immer Schreiphasen, für die wir keine Erklärung gefunden haben. Da habe ich eine Zeit lang mal alle üblichen Verdächtigen weggelassen um auszuschließen, daß es sich um Bauchschmerzen gehandelt hat. Da sich da aber kein Zusammenhang gezeigt hat, habe ich danach auf nichts speziell mehr verzichtet. Wäre es sinnvoll, da noch mal anzusetzen und bestimmte Dinge aus meinem Speiseplan zu streichen? Oder soll ich vielleicht wirklich versuchen abzustillen? Vielleicht hat die Ärztin doch recht und ich schade ihr.
Danke fürs Lesen!



