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Es ist sehr gut, dass der Vitamin B12-Mangel erkannt wurde, denn Vitamin B12 ist zweifellos sehr wichtig für die Entwicklung. Am Vitaminmangel ist aber ganz bestimmt nicht das lange Stillen schuld (im Gegenteil: vermutlich hätte Dein Kind einige weitere Mangelerscheinungen, wenn es bereits abgestillt wäre, denn Muttermilch liefert auch im Kleinkindalter FAST an alle wichtigen Nährstoffe!). Nährstoffmangel und Appetitlosigkeit gehen hingegen häufig Hand in Hand, das kann schonmal passieren, und davon sind früh abgestillte Kinder im übrigen häufiger betroffen als Stillkinder. Muttermilch verbessert die Nährstoffaufnahme, auch die aus anderen Lebensmitteln, und gestillte Kleinkinder nehmen durchschnittlich 30% mehr Kalorien auf als nichtgestillte. Ein nach Bedarf gestilltes Kleinkind kann beispielsweise seinen Bedarf an Fett, einiger Mineralstoffe und z.B. den Vitaminen A und C praktisch vollständig aus der Muttermilch decken. Den täglichen Bedarf an Kalorien und Eiweiß deckt Muttermilch in diesem Alter zu einem Großteil. Es gibt also überhaupt keinen Grund anzunehmen, dass Abstillen hier irgendwelche Vorteile bringt.
Ernährungsphysiologisch zweifellos am sinnvollsten ist:
* weitere Nährstoffmangelzustände per Blutuntersuchung ausschließen, bei Mutter UND Kind (v.a. auch Eisen!), ggf. behandeln
* weiter nach Bedarf stillen
* ebenso nach Bedarf hochwertige, abwechslungsreiche feste Nahrung anbieten, also v.a. reichlich Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, dazu etwas Getreide und Eier.
Damit ist jedes Kleinkind ideal, d.h. nicht verbesserungsfähig

ernährt.
LG,
Julia