Au weia, was für eine doofe Situation... da kämpfst du ja echt an mehreren Fronten

Als ob ein 8 Wochen altes Baby, Wochenbett und Relaktation nicht schon anstrengend genug wären, bekommst du auch noch so einen Gegenwind und wirst so unter Druck gesetzt. Ich finde es unglaublich toll von dir, dass du dich nicht unterbuttern lässt sondern für dein Baby einstehst! Du bist auf dem richtigen Weg. Du gibst dem Baby was es braucht und gehst auf seine Bedürfnisse ein. Wenn ich dagegen höre, was deine Mama für richtig hält... Schreien lassen und Beikost mit 12 Wochen und dergleichen... urgs!
Das blöde ist - manche nehmen es persönlich, wenn man sein Kind anders erzieht. Meine Mama ist so ein Exemplar, und deine scheint mir auch eines zu sein, allerdings noch eine Stufe verschärft. Wenn man es anders macht als sie, bedeutet das ja schliesslich automatisch, dass sie es falsch gemacht hätten. Und das kann ja mal garnicht sein.

Also wird es als "Ökoquatsch" und dergleichen abgetan.
Oder die "war ich denn so eine schlechte Mama dass du auf Teufel-komm-raus alles anders machen musst"-Schiene gefahren. Oder beides zusammen.
Das ist so unheimlich mühsam, sich ständig verteidigen zu müssen... und noch eine Ecke härter ist es, wenn man dem ganzen nicht aus dem Weg gehen kann. Du wohnst unter einem Dach mit ihr und bist sicherlich in gewisser Weise von ihr abhängig. Das macht das ganze NOCH schwieriger als ohnehin schon. Was ich mich frage... kann es so weitergehen? Willst du, dass dein Kind so aufwächst? Kannst du jemandem dein Kind anvertrauen, von dem du weisst, dass er komplett gegensätzliche Überzeugungen hat? Welche, die ich NIE akzeptieren könnte - und damit meine ich solche Dinge wie das Kind in der Küche einsperren und schreien lassen, damit es lernt, nicht so verwöhnt zu sein

Das ginge für mich GAR nicht. Ich könnte mich da garnicht entspannen, wenn dauernd an mir herumkritisiert würde.
Gibt es denn keinen anderen Ort, wo du hinkönntest?

Wo du mehr Ruhe hast, zu dir selbst zu finden und DEINEN Weg zu gehen?
Ich wünschte ich könnte mehr zu den Tabletten sagen, leider kenne ich mich damit nicht aus. Ich wünsche dir aber, dass du bald wieder vollstillen kannst. Kannst du vielleicht noch andere Stillberaterinnen kontaktieren, die sich mit Abstilltabletten auskennen? Auch würde ich persönlich versuchen, die Flasche wegzulassen und garnicht nach dem Stillen noch was zu geben - lieber öfter anlegen und so die Produktion steigern. Und Flasche wirklich NUR, wenn garnichts mehr geht. Aber das ist nur meine Laienmeinung, bestimmt wird noch jemand qualifizierteres etwas dazu schreiben können.
Ach ja: Abpumpen ist übrigens kein Massstab dafür, wieviel Milch du produzierst! Die Technik der Pumpe ist eine andere als die des Kindes beim Saugen. Mit der Pumpe kommt oft viel weniger Milch raus, als ein stillendes Kind rausbekommt! Vielleicht hast du ja schon mehr Milch, als du glaubst? Vielleicht sind es nicht nur ein paar Tropfen? Mit der Pumpe komm ich nämlich auch nicht auf mehr (was zu Milcheinschusszeiten - und damit meine ich die ersten Wochen, in denen sich die Produktion noch einpegelt - natürlich anders war! Da brauchte man die Brust nur angucken und schon lief es nur so...), aber die Maus bekommt beim Trinken noch richtig viel raus. Ich würd auf jeden Fall versuchen, da eine Stillberaterin mal persönlich draufschauen zu lassen, wenn das irgendwie möglich ist.
Ansonsten will ich dir Mut zusprechen. Bleib stark! Du machst alles richtig! Hör weiter auf deine Instinkte, geh DEINEN Weg. Deine Mutter hatte ihre Chance. Sie ist vorbei. Jetzt bist DU dran. Das ist DEIN Kind und nur deins! DU bist jetzt die Mutter, und DU ziehst dein Kind so auf, wie DU es für richtig hälst. Das muss deine Mutter einfach akzeptieren. Und wenn sie weiterhin so übergriffig ist, würde ich mir wirklich überlegen, ob du z.B. in einer eigenen Wohnung nicht besser aufgehoben wärst. Du bist stark, du würdest es bestimmt auch gut schaffen, auf eigenen Beinen zu stehen.
Edit: jetzt seh ich grad, dass in der Zwischenzeit Beiträge geschrieben worden sind. Sicherlich ist es angenehmer, sich den Haushalt zu teilen. Aber was nützt dir das, wenn du dich allgemein nicht wohlfühlen kannst? Ist es das wert mit der Wäsche und dem Einkauf, dafür in seiner Lebenseinstellung und Überzeugung Abstriche machen zu müssen? Ist es das wert, zu leiden und sich anderen zuliebe Dingen zu fügen, die einen Schmerzen und von denen man insgeheim überzeugt ist, dass sie nicht gut fürs Kind sind? Ich finde nein.
Wenn deine Mama dir wirklich helfen will, kann sie auch in deine neue Wohnung rüberkommen und dir dort ein wenig unter die Arme greifen. Mal für zwei Stunden das Baby hüten (unter deiner Aufsicht), während du in die Dusche hüpfst, eine Maschine Wäsche anstellst, die Küche kurz in Ordnung bringst und dann mal einen Moment die Füsse hochlegst. Mal ein vorgekochtes Essen vorbeibringen oder mal zum Staubsauger greifen wenn sie bei dir ist (vorausgesetzt, dir ist das nicht zu unangenehm). Das geht alles wenn man will, und damit wär dir vermutlich mehr geholfen als damit, zwar im Hotel Mama die entsprechenden Bequemlichkeiten zu geniessen, dafür aber emotional untergebuttert und nicht ernst genommen zu werden. Das fände ich viel schlimmer, als Wäsche und Einkäufe selbst erledigen zu müssen.
Stillabstände von 2-3 Stunden sind für ein 8-Wochen-Kind übrigens schon verhältnismässig lang - zumindest trank meine Maus öfter, wenn ich das richtig in Erinnerung hab. Ich denke also, dass du vielleicht wirklich probieren könntest, deinen Sohn noch öfter anzulegen. Anlegen, anlegen, anlegen! Die Nachfrage regelt das Angebot!
Ich wünsch euch ganz viel Glück für euren weiteren Weg!