Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Moderatoren: Toony, Momolina

Antworten
Benutzeravatar
milkshake
alter SuT-Hase
Beiträge: 2936
Registriert: 23.09.2006, 10:51

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von milkshake »

petiteprincesse hat geschrieben:Salut, ich spreche mit unserer Tochter (als Nicht-Französin) französisch und mein Mann deutsch. Unsren Sohn haben wir einsprachig erzogen weil mir der Mut fehlte, es zweisprachig zu versuchen. Allerdings bin ich mir nach wie vor unsicher, ob ich es durchziehen soll/kann und worauf ich achten muss/sollte... ich liebe Frankreich und habe Französisch studiert, spreche fließend aber bin eben nicht 100% "drin"... hat jemand Erfahrung, ob es "klappen" kann ein Kind trotz Nicht-Muttersprachlerseins zweisprachig zu erziehen? Mir geht es auch nicht drum, dass sie fließend beide Sprachen sprechen kann, sondern dass sie das Gefühl für die Sprache entwickelt und die "Liebe" dazu vermittelt bekommt. Unser Sohn hört jetzt immer ganz interessiert zu und "lernt mit" quasi... für Hilfe wäre ich echt dankbar...
im prinzip ist es bei mir ähnlich: ich sprach/spreche (habe leider immer wieder phasen wo ich ins deutsche zurückfalle :roll: ) englisch mit ihr zuhause und draußen/umgebungssprache ist deutsch. ihr papa lebt in den usa und spricht regelmäßig über skype englisch mit ihr.

allerdings kann ich an ihrem englisch ablesen wie oft oder wie wenig ich regelmäßig englisch mit ihr spreche. :oops:

naja, niemand ist perfekt. :wink:

ich denke, es kommt sehr auf deinen wissensstand an. verstehe ich es richtig, daß in eurer familie kein bezug zu französisch besteht außer deines studiums? das --könnte-- irgendwann schwierig werden. gibt es denn bei euch einen französischen kiga/schule? das wäre noch eine alternative.

ich habe gemerkt, daß meine tochter das englische erst dann richtig akzeptiert hatte, als sie ihren papa das 1. mal besucht und realisiert hat warum ich eigentlich englisch mit ihr spreche. :wink: heute ist es kein problem mehr für sie, sie ist mehr oder weniger zweisprachig (mit hauptmerk auf deutsch), sie kann locker zwischen den sprachen wandeln.

wichtig finde ich einen reellen bezug zur sprache. d.h. für euch frankreich oder nordafrika zu besuchen, das land kennenzulernen, die menschen, die mentalität, die gelebte sprache.... bücher und cds habt ihr sicher schon??
Flieg, geliebte Susi, flieg!
Bild

°°° Wird's besser? Wird's schlimmer? fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich! (Erich Kästner) °°°
Benutzeravatar
clermontine
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 797
Registriert: 14.12.2009, 18:00
Wohnort: Frankreich

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von clermontine »

Hallo,
ich reihe mich mal mit ein. Unser Sohn faengt nun langsam an zu sprechen, so dass das Thema interessanter wird.
Ich spreche konsequent nur deutsch mit ihm, alle anderen franzoesisch. Mit meinem Freund spreche ich immer mehr franzoesisch, wenn wir nicht weiterkommen dann schalten wir auf unsere Kennlernsprache englisch um.
Die ersten Woerter hat unser Sohn auf deutsch gesprochen, jetzt kommen auch ein paar franzoesische dazu.
Er versteht beide Sprachen gleich gut.
Ich bin mal gespannt, wie sich die ganze Sache so entwickelt.
LG Clermontine mit Sohn (09/09) und Tochter (04/12)
Benutzeravatar
Ocyto83
ist gern hier dabei
Beiträge: 59
Registriert: 17.12.2010, 10:09

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Ocyto83 »

Hier auch meine Erfahrung,
Ich habe französisch als Muttersprache, der Papa Deutsch. Wir haben in österreich gelebt, bis die Kinder 1,5 und 4 waren.
Bis dahin haben beide Kinder nur deutsch gehört und konntent kein Wort französisch.
Als sie 1,5 und 4 Jahre waren, haben wir uns getrennt. Die Kinder leben nun mit mir in Frankreich. Ich spreche nur französisch mit ihnen, ich lese nur die Geschichten auf deutsch vor, und Filme gibt es auch nur auf deutsch.
Der Grosse hat Französisch in der Schule gelernt. Er kann es jetzt so gut, dass seine Lehrerin nicht bemerkt hatte, dass er nicht Muttersprachler ist. Ich spreche überhaupt nichr mehr deutsch mit ihm, und er hat kann es immer noch sehr gut, hat nur den französischen Accente bekommen. Er kann (oder will?) aber nur auf französisch schreiben und lesen ( er ist 7).

Seine Schwester konnte mit 1,5 noch wenig reden. Sie hat ab dem Zeitpunkt kein deutsch mehr gehört. Sie kann also perfekt französisch (sie ist 4), vesteht aber gut deutsch (weil wir mehrmals im Jahr nach österreich gehen, und dort Freunde und Familie nur deutsch mit ihr reden). Sie macht bei jedem Besuch Fortschritte. Also, ich glaube schon, dass man die Kinder mit der fremden Sprache vetraut machen kann. Auf jedem Fall bei ihr klappt es mit Urlaub + Filme + Geschichten vorlesen. Sie kann es aber lange nicht so gut wie der Grosse. Aber ich denke, sie wird sich leicht tun, falls sie es als Jugendliche lerne will/muss. :D


Man sagt, mann sollte nur seine Sprache mit dem Kind reden. Und auch, dass man eine Sprache/Person verwenden soll. wir haben es so nicht gemacht (ich habe immer mit meinem Sohn die Umgebungssprache gesprochen, und der Papa spricht abwechselnd deutsch und französisch mit meiner Tochter (damit sie es auch sicher versteht), und es klappt sehr gut. In vielen Ländern gibt es mehr mehrsprachige Kinder als einsprachige, und ich glaube, dass viele Leute die Sprachen nach Gefühl aussuchen, und nicht nach sprachwissenschaftliche Theorien.
Benutzeravatar
Ocyto83
ist gern hier dabei
Beiträge: 59
Registriert: 17.12.2010, 10:09

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Ocyto83 »

milkshake hat geschrieben:
petiteprincesse hat geschrieben:Salut, ich spreche mit unserer Tochter (als Nicht-Französin) französisch und mein Mann deutsch. Unsren Sohn haben wir einsprachig erzogen weil mir der Mut fehlte, es zweisprachig zu versuchen. Allerdings bin ich mir nach wie vor unsicher, ob ich es durchziehen soll/kann und worauf ich achten muss/sollte... ich liebe Frankreich und habe Französisch studiert, spreche fließend aber bin eben nicht 100% "drin"... hat jemand Erfahrung, ob es "klappen" kann ein Kind trotz Nicht-Muttersprachlerseins zweisprachig zu erziehen? Mir geht es auch nicht drum, dass sie fließend beide Sprachen sprechen kann, sondern dass sie das Gefühl für die Sprache entwickelt und die "Liebe" dazu vermittelt bekommt. Unser Sohn hört jetzt immer ganz interessiert zu und "lernt mit" quasi... für Hilfe wäre ich echt dankbar...
im prinzip ist es bei mir ähnlich: ich sprach/spreche (habe leider immer wieder phasen wo ich ins deutsche zurückfalle :roll: ) englisch mit ihr zuhause und draußen/umgebungssprache ist deutsch. ihr papa lebt in den usa und spricht regelmäßig über skype englisch mit ihr.

allerdings kann ich an ihrem englisch ablesen wie oft oder wie wenig ich regelmäßig englisch mit ihr spreche. :oops:

naja, niemand ist perfekt. :wink:

ich denke, es kommt sehr auf deinen wissensstand an. verstehe ich es richtig, daß in eurer familie kein bezug zu französisch besteht außer deines studiums? das --könnte-- irgendwann schwierig werden. gibt es denn bei euch einen französischen kiga/schule? das wäre noch eine alternative.

ich habe gemerkt, daß meine tochter das englische erst dann richtig akzeptiert hatte, als sie ihren papa das 1. mal besucht und realisiert hat warum ich eigentlich englisch mit ihr spreche. :wink: heute ist es kein problem mehr für sie, sie ist mehr oder weniger zweisprachig (mit hauptmerk auf deutsch), sie kann locker zwischen den sprachen wandeln.

wichtig finde ich einen reellen bezug zur sprache. d.h. für euch frankreich oder nordafrika zu besuchen, das land kennenzulernen, die menschen, die mentalität, die gelebte sprache.... bücher und cds habt ihr sicher schon??
Wie gesagt, ich habe als fr. 4 Jahre nur deutsch mit meinem Grossen gesprochen. Er hat einige Fehler von mir übernommen (er sagt bis heute ein "Marillen-Käfer" :D ), aber keinen Akzent oder gravierende Grammatik Fehler oder so (er verbessert mich immer noch, wenn wir deutsch reden, ist ja fast ärgerlich :? )
Benutzeravatar
Semiralinda
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1343
Registriert: 13.07.2008, 15:17
Wohnort: Oberösterreich

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Semiralinda »

Ich reihe mich auch mal hier ein, wir leben in Österreich, ich spreche Deutsch und mein Mann Spanisch, unsere Paarsprache war (und ist noch meist) Englisch. Familiensprache (wenn alle zusammen sind) ist Spanisch, Umgebungssprache ist Deutsch und auch wenn ich mit den Kids alleine bin, spreche ich Deutsch mit ihnen.

Mein Mann spricht konsequent seit Anfang nur Spanisch mit den Kindern, sie verstehen dadurch fast alles, aber der aktive Wortschatz ist leider nicht so groß wie im Deutschen. Wir merken auch, dass vor allem die 2 Großen (13 und 11 Jahre) mittlerweile auch in Englisch das meiste verstehen, das war bis vor kurzem noch unsere "Geheimsprache", wenn wir nicht wollten, dass uns die Kids "aushorchen" sollten :wink: .....da müssen wir wohl jetzt auf eine andere Sprache ausweichen..... :lol:

.............so, Essen ist fertig "arroz y abichuelas".......später wenn ich mehr Zeit und Muße habe, lese ich mir mal alle Beiträge hier durch! :)
Liebe Grüße,
Arabella und die fantastischen Fünf (03/98, 03/00, 06/03, 12/07, 05/10)
und Sternenkind Angelito * 12.02.13 / 15. SSW

Not all those who wander are lost. - J.R.R. Tolkien
Benutzeravatar
Ocyto83
ist gern hier dabei
Beiträge: 59
Registriert: 17.12.2010, 10:09

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Ocyto83 »

Semiralinda hat geschrieben:Ich reihe mich auch mal hier ein, wir leben in Österreich, ich spreche Deutsch und mein Mann Spanisch, unsere Paarsprache war (und ist noch meist) Englisch. Familiensprache (wenn alle zusammen sind) ist Spanisch, Umgebungssprache ist Deutsch und auch wenn ich mit den Kids alleine bin, spreche ich Deutsch mit ihnen.

Mein Mann spricht konsequent seit Anfang nur Spanisch mit den Kindern, sie verstehen dadurch fast alles, aber der aktive Wortschatz ist leider nicht so groß wie im Deutschen. Wir merken auch, dass vor allem die 2 Großen (13 und 11 Jahre) mittlerweile auch in Englisch das meiste verstehen, das war bis vor kurzem noch unsere "Geheimsprache", wenn wir nicht wollten, dass uns die Kids "aushorchen" sollten :wink: .....da müssen wir wohl jetzt auf eine andere Sprache ausweichen..... :lol:

.............so, Essen ist fertig "arroz y abichuelas".......später wenn ich mehr Zeit und Muße habe, lese ich mir mal alle Beiträge hier durch! :)
Das finde ich total klasse!
Aber jede Sprache hat Sinn in deiner Geschichte, deswegen klappt es auch so gut!
Benutzeravatar
marscygale
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1584
Registriert: 05.04.2007, 08:55
Wohnort: Marseille

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von marscygale »

Mein Sohn hat mich letztens mal gefragt, ob seine Schwester (ist noch im Bauch :wink: ) auch deutsch spricht. Fand ich irgendwie süss, da er jetzt mit vier Jahren wirklich ein Bewusstsein für die Sprachen hat und langsam merkt, dass nicht alle mehrere Sprachen sprechen und da ist er auch etwas stolz (und ich natürlich auch).
Grüsse
------------------------------------------------------------------------------------

Kinder achten mehr darauf, was die Eltern tun als was sie sagen. :D
Ulli and the tiger 27.10.06 und dem Vögelchen 03.06.2011.
karinarmin
Herzlich Willkommen
Beiträge: 1
Registriert: 17.05.2011, 11:50

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von karinarmin »

Ich finde auch, dass die Anwendung der Sprache Sinn machen muss und das man auch Konsequent bleiben muss. Man sollte auch nicht im Gespräch zwischen den Sprachen wechseln finde ich da man sonst durcheinander kommt. Vor allem wenn die Kinder gerade erst am Lernen sind. Ich wünschte meine Eltern hätten auch mehr darauf geachtet mich zweisprachig zu erziehen dann hätte ich mir in Englisch in der Schule dann auch leichter getan. Dann hätte ich nicht zu Verwandten und auf Schülersprachreisen fahren müssen jeden Sommer. Obwohl so wenn ich überlege, war es im Nachhinein eigentlich auch ganz lustig.
Zuletzt geändert von Anne am 30.06.2017, 11:11, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Werbelink entfernt
Benutzeravatar
marscygale
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1584
Registriert: 05.04.2007, 08:55
Wohnort: Marseille

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von marscygale »

Ich denke, die Zeiten ändern sich auch. Hier gibt es viele, bei denen die Eltern bewusst NICHT ihre eigene Muttersprache mit ihren Kindern gesprochen haben, einfach, um sich zu integrieren, nicht schief angeguckt zu werden etc. Denn man muss sich schon etwas durchsetzen und Durchhaltevermögen zeigen. Ich selbst bekomme positive aber manchmal auch neutrale bzw. negative Kommentare zu hören, wie zB. ich sollte mit meinem Sohn doch auch französisch sprechen :roll: oder manche tun ganz überrascht, wenn sie mitbekommen, dass er ja sogar französisch versteht und auch noch spricht :lol: .
Grüsse
------------------------------------------------------------------------------------

Kinder achten mehr darauf, was die Eltern tun als was sie sagen. :D
Ulli and the tiger 27.10.06 und dem Vögelchen 03.06.2011.
Benutzeravatar
blana
hat viel zu erzählen
Beiträge: 190
Registriert: 12.05.2011, 09:29
Wohnort: am Bodensee/CH

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von blana »

unsere tochter ist auch zweisprachig, ich spreche deutsch und mein mann italienisch. familiensprache ist italienisch. sie kann aber besser deutsch, weil wir hier leben und alltagssprache deutsch ist... aber auch italienisch versteht sie alles, manchmal fehlen ihr die worte...
unser kinderarzt hat gesagt, das ist normal, dass zweisprachigen machmal gewisse wörter fehlen, weil auch sie nur dem alter entsprechenden speicherplatz haben und nicht unendlich viel und perfekt alles in zwei oder mehr sprachen können... :wink:
B mit der grossen S (2007) und dem kleinen L (2011)
Antworten

Zurück zu „Unsere Kinder“