wie kann man locker(er) werden ??

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milkshake
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wie kann man locker(er) werden ??

Beitrag von milkshake »

ich bin unlocker, vor allem mit meiner tochter. ich bin einfach zu ängstlich, schränke sie oft in ihrem freiheitsdrang ein, bestimme viel zu viel... :oops:

dabei ist sie eigentlich kein "verrückter" typ, sondern ohnehin schon vorsichtig von natur aus. dennoch ermahne ich sie oft (automatisch), daß sie aufpassen soll und weiß, daß ich sie dadurch in ihren möglichkeiten einschränke. :?

WIE kann ich lockerer werden? wie habt ihr das geschafft, falls ihr auch mal unlocker ward?
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°°° Wird's besser? Wird's schlimmer? fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich! (Erich Kästner) °°°
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Holly
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Re: wie kann man locker(er) werden ??

Beitrag von Holly »

Bei mir war das ein langer Prozess. Von der Angst um meine Kinder bis zur heutigen Gelassenheit hat es drei Kinder gebraucht :D Mit allen Höhen und Tiefen.

Heute habe ich ein ganz festes Vertrauen in meine Kinder, dass sie ihren Weg finden. Ich gucke ihnen dabei zu und helfe wenn sie mich brauchen.
Es sind viele kleine Erfahrungen, sie los zu lassen und dann zu sehen, es geht, sie können das alleine!
So wie bei den ersten Schritten, wenn man ihre Hand los lässt und auf einmal geht das Kind ein paar Schritte ganz alleine!!!
Heute beobachte ich, wie sie Neues dazu lernen und es ist so toll. Sie wissen meistens ganz genau, was sie sich zutrauen können und was nicht.

Weiß nicht, ob Dir das hilft!?

Ich schicke Dir mal eine Runde Gelassenheit zu!
Lieben Gruß,

Sandra mit Tochter *13.08.09 und zwei erwachsenen Söhnen


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katpaje
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Re: wie kann man locker(er) werden ??

Beitrag von katpaje »

noch gar nicht :?
ich muss mich oft selber sehr zurück nehmen, zb nun da mein großer viele strecken alleine bewältigen mag. wenn ich dann aber sehe, wie stolz er auf sich ist (zu recht!!!) wenn er zb den schulweg das erste mal alleine gegangen ist, ist das auch ein stück weit erleichternd für mich, dass es gut wr, ihn machen zu lassen. ja, vielleicht fallen mir solche dinge von kind zu kind leichter, das kann sein... dazu in ein paar jahren mehr :wink:

nein, im ernst. ich glaube, dass ich meinen kindern gegenüber einfach auch in der pflicht bin, meine ängste nicht zu ihren werden zu lassen. meine eltern waren immer sehr überbehütend - das fand ich furchtbar und möchte das für meine kinder definitv nicht. aber da muss ich oft aufpassen... so von wegen gewohnte bahnen usw.
Lieben Gruß von mir mit Herrn P. (09/03), Mausi (07/07), Mops (11/10) und Frl. Mittendrein Zwetschge (07/13)
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milkshake
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Re: wie kann man locker(er) werden ??

Beitrag von milkshake »

danke.

heute vormittag habe ich explizit mal darauf geachtet wie oft ich eigentlich bei meiner tochter einschreite. und das war ziemlich oft. :?

es ist also wirklich schwer, solche muster zu durchbrechen... aber ich arbeite daran.

einen teilerfolg hatte ich auch schon und es fühlte sich gut an, ihr die freiheit zu lassen. wir wohnen hier in der großstadt und normalerweise soll sie immer neben mir gehen, wenn wir unterewegs sind. heute war sie mit dem roller unterwegs, wir waren im outdoor-zentrum. also ließ ich sie einfach so weit rollern wie sie wollte. und siehe da: es fühlte sich für mich entspannter an und sie genoss ihre "freiheit". :D

auch dieses ewige "pass hier auf, pass da auf" von mir... :?

ja, es ist ein langer weg....

vielleicht hat hier noch jemand erfahrungswerte oder tipps? :D
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Holly
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Re: wie kann man locker(er) werden ??

Beitrag von Holly »

milkshake hat geschrieben: einen teilerfolg hatte ich auch schon und es fühlte sich gut an, ihr die freiheit zu lassen. wir wohnen hier in der großstadt und normalerweise soll sie immer neben mir gehen, wenn wir unterewegs sind. heute war sie mit dem roller unterwegs, wir waren im outdoor-zentrum. also ließ ich sie einfach so weit rollern wie sie wollte. und siehe da: es fühlte sich für mich entspannter an und sie genoss ihre "freiheit". :D
Hey, das klingt doch toll. Das ist doch einer erster Schritt in die richtige Richtung :P

Vielleicht magst Du auch mal im "Unerzogen"-Thread lesen, da ist ja auch das Thema, auf das Kind zu vertrauen und darauf, dass sie meistens selber wissen, was für sie gut ist und was sie sich zutrauen können.
Lieben Gruß,

Sandra mit Tochter *13.08.09 und zwei erwachsenen Söhnen


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Anchalee
hat viel zu erzählen
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Re: wie kann man locker(er) werden ??

Beitrag von Anchalee »

Wegschauen und Pflaster bereithalten :lol:

Ernsthaft, meine Mutter war immer extrem ängstlich und behütend, ich kann bis heute nicht gescheit radfahren, weil ich nur gerade Strecken fahren durfte, nicht bergab und keine Kurven :roll: und ganz schnell macht sich das Gefühl breit, dass man es wirklich nicht kann... :(

Mit meinen Kindern bin ich viel lockerer. Denn ich denke immer daran, dass es ihnen nicht so gehen soll. Ich vertraue fest darauf, dass sie von sich aus nicht weiter gehen, als sie gehen können. Funktioniert ganz gut! :) Ich achte darauf, dass sie die Dinge richtig angehen, also ich zeige, wie sie den Stuhl an die Theke schieben müssen, damit er sicher steht, wir klären, dass sie an jeder Querstrasse stehen und warten müssen (und klären, was eine Querstrasse ist...), und ich schaue, dass sie ihre Erfahrungen machen können, auch allein (!). Unsre Einfahrt ist sehr steil und nicht einfach zu laufen. Jedes Kind ist vielleicht einmal hingefallen, dann kannten sie es, sind von sich aus vorsichtiger geworden, bis sie es konnten.

Ich finde, hinfallen, Beulen, verschrammte Knie gehören zum Lernen dazu. Nur durch eigene Erfahrungen können Kinder sich selbst, ihre Grenzen und ihren Körper kennen lernen.

Nein, das bedeutet nicht, dass meine Kinder hier dauernd mit Messern und Scheren durchs Haus rennen! lol

Aber wenn das Schlimmste, was passieren kann, hinfallen, Schrammen und Beulen sind, dann warte ich, lasse sie machen und meist geht es gut :)

Einmal war ich auf dem Spielplatz mit einem anderen Mädchen. Deren Mutter war kurz weg und das Mädel ist wie ein Profi gerutscht, immer allein die Leiter hoch, zur Rutsche und hui, abwärts... Die Mutter kam zurück als die Kleine ganz oben auf der Leiter stand und rief "Sei vorsichtig!" Schwups, ließ das Mädchen los und fiel runter (Ich hab sie aufgefangen :) ). Die Mutter war überzeugt, die Kleine könne das nicht allein und fühlte sich bestätigt. :roll: Ich hab sie dann dazu gebracht, mal leise abzuwarten und siehe da, kein Problem! :)
Liebe Grüße von Anchalee mit Sohn (04/02), Tochter (08/07) und Sohn (09/10)
katpaje
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Re: wie kann man locker(er) werden ??

Beitrag von katpaje »

ich glaube, es ist schon ein ganz großer schritt, wenn man sich das - so wie du :D - bewusst macht. nur so kann man ja was ändern... vermutlich brauchts einfach nur noch ein bisschen zeit und mehr solcher erlebnisse wie heute.
Lieben Gruß von mir mit Herrn P. (09/03), Mausi (07/07), Mops (11/10) und Frl. Mittendrein Zwetschge (07/13)
Rosine
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Re: wie kann man locker(er) werden ??

Beitrag von Rosine »

Beobachte dein Kind, wenn sie alleine loslegt und klettert, springt, schaukelt...
Ich staune immer wieder, wie gut sich Kinder selber einschätzen können! Meine Räuber klettern z.B. viel - sie wissen IMMER, wann sie lieber mal aufhören sollten noch höher zu klettern. Ich versuche präsent, aber "unbeteiligt" zu sein, d.h. ich lese in der Nähe ein Buch, lasse sie ihr Ding machen und komme zur Hilfe, wenn sie mich darum bitten.

Wenn ich doch mal was sagen muss versuche ich es positiv zu formulieren, z.B. "halte dich gut fest? Stehst du sicher?" anstatt von " Vooooorsicht, dass du nicht runterfällst" :wink:
Bei mir hat es übrigens auch drei Kinder gedauert, um relativ gelassen zu sein - und ich merke, dass es den Kindern sehr gut tut nicht ständig unter Beobachtung zu stehen...

Viel Erfolg bei diesem (manchmal schwierigen) Lernprozess!

LG Jule
Liebe Grüße von J. mit großem Zwerg (2006) , kleinem Zwerg (2008) und kleiner Zwergendame (2010)
Lösche Benutzer 3675

Re: wie kann man locker(er) werden ??

Beitrag von Lösche Benutzer 3675 »

Ich bin von Natur aus recht entspannt. Kann auch daran liegen, dass meine Kleine noch nicht alt genug ist, um an so gefährlichen Situationen wie z.B. Straßenverkehr teilzunehmen und auch noch nicht läuft und daher nicht sooo schnell außer Reichweite ist.

Ich mache es immer so, dass ich mich bei "kritischen" Situationen frage, was das Schlimmste ist, was jetzt passieren könnte, und ob es mir das Risiko wert ist. Wenn ja, lasse ich meine Tochter ausprobieren, wenn nein, hole ich sie weg oder verbiete das Entsprechende. Bisher klappt das sehr gut und sie ist für ihre 15 Monate sehr unerschrocken unterwegs.
Z.B. krabbelt sie auf dem Spielplatz alleine auf den Hügel und rutscht auch allein die Rutsche wieder runter. Ich stehe solange unten, damit ich sie auffangen kann, falls sie mit dem Kopf zuerst rutscht, das macht sie manchmal :wink: Für mich ist es viel angenehmer als selbst immer mitzurutschen und meine Maus freut sich jedes Mal einen Keks und kraxelt gefühlte 1000 mal wieder rauf. Ähnlich ist es bei Treppen. Sie klettert allein hoch und runter und ich ermahne sie nur, wenn sie zu wild rumturnt oder versucht, vorwärts runterzuklettern. Ich bleibe so in der Nähe, dass ich sie zur Not auffangen könnte - war aber noch nie nötig.

Insgesamt fahren wir beide gute damit, denke ich. Ich selbst brauche nicht ständig auf Schritt und Tritt danebenstehen und meine Tochter fällt zwar oft mal hin, steht aber genauso schnell wieder alleine auf (nicht ganz bildlich, denn sie kann ja noch nicht frei stehen :wink: ) und trägt bisher nicht mehr als ab und zu eine Beule oder selten mal eine blutende Lippe davon.

Natürlich weiß ich nicht, ob ich auch noch so gelassen sein werde, wenn Nia älter wird. Aber prinzipiell denke ich, es hilft schon sehr, sich öfter mal zu fragen, ob denn wirklich Gefahr für Leib und Leben besteht oder das Kind im schlimmsten Fall mit dem sprichwörtlichen blauen Auge davonkommt.

Dein erzählter Teilerfolg klingt doch schon sehr gut :D Weiter so!
GwAMg

Re: wie kann man locker(er) werden ??

Beitrag von GwAMg »

Ich bin motorisch eine total Niete....die vielen "Du fällst/Renn nicht so/ Da sollst du nicht hoch/ Mit dem Rad fährst du mir nicht zur Schule" haben wohl ganze Arbeit geleistet :roll: Heute mit 25 Jahren und 2 Zentnern fällt es mir schwer so Sachen zu üben, die man als Kind ganz automatisch mitnimmt!

Ich bin da, zum Trösten, zum Versorgen, falls doch mal was passieren sollte..wenn meine Kinder mich auf dem Spielplatz fragen ob sie dieses oder jenes dürfen :shock: , dann antworte ich mit "Wenn du dich traus" (aber dafür habe ich lange gebraucht!)


Vielleicht hilft es dir ja, dir erstmal bewusst zu machen wo genau du sieeinschränkst, warum genau du Angst hast! Und dir dann kleinere Aufgaben zu stellen!
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