Stillprobleme seit Geburt (05.12.)

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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moneo
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Stillprobleme seit Geburt (05.12.)

Beitrag von moneo »

Jetzt muss ich dochmal schreiben wegen unserer Stillprobleme. Also: Noah wurde am 05.12. geboren (Kaiserschnitt) und auch im OP direkt angelegt. Wir haben von Anfang an gestillt. Als er jedoch die Klinik mit beinah Geburtsgewicht minus 10 % verlassen hat musste ich auf Anraten der Hebamme zufüttern. Das Stillen war immer ein Problem. Er hat die Brustwarze nicht richtig angesaugt, er hat kräftig zugebissen aber die BW immer wieder verloren und furchtbar geschimpft. Nach ca. einer Woche stellte meine Hebamme fest, dass sein Zungenbändchen zu kurz ist. Dies ließen wir dann sofort beheben. Trotzdem wird das Stillen nicht richtig gut. Gebessert hat es sich schon aber es klappt immer noch nicht richtig gut. Noah beißt total fest zu, ich glaube er kann das Massieren mit der Zunge einfach nicht umsetzen. Der Schnitt des Zungenbändchens war letzten Donnerstag.

Noah hat jetzt wieder sein Geburtsgewicht (4730 g) und wir versuchen weiterhin zu stillen aber meine Brustwarzen sind dauerwund und oft muss ich heulen vor Schmerz. Die letzten Tage haben wir immer 3 x 90 ml zugefüttert, gestern waren es dann 3 x 90 ml und 1 x 60 mal. Ich stille von morgens bis spätnachmittag, meist ist sein Hunger dann so groß, dass ich eine Flasche mache. Dann bekommt er normalerweise nochmal eine gegen 23 Uhr und eine gegen 4 Uhr nachts.

Ich wechsele ständig die Brust, wir wechseln die Position (Kopfbergehaltung, auf meinem Bauch liegend, Football) immer wieder. All das wurde mir empfohlen.

Er lässt die Brustwarze inzwischen drin und saugt auch gut aber er beißt einfach so fest zu, dass ich aus dem Fenster springen könnte vor Schmerz. Und offenbar wird er ja nicht satt. Tagsüber klappt es besser als nachts, allerdings tun mir auch bis zum späten Abend die BW sauweh, das wird ja mit jedem Anlegen immer schlimmer. Wollfett bringt keinen Erfolg.

Hat jemand noch einen Tipp? Wieviel wird er wohl aus der Brust trinken wenn man die Zufüttermenge bedenkt?

Hach ist das alles dooooooooof :cry: Ich würde ihn soooo gerne vollstillen aber wie lange soll das noch so gehen??
Liebe Grüße von moneo

Sohn: *12/2010. Fußballer aus Leidenschaft.
Ich: *12/1970. Alleinerziehend. Berufstätig. Kämpfe ständig mit der Vereinbarkeit.
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katrinsternenmeer
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Re: Stillprobleme seit Geburt (05.12.)

Beitrag von katrinsternenmeer »

Oh je, das klingt ja echt übel! :?
Ich denke, dass Du bei Deinen Problemen auf jeden Fall professionelle Hilfe durch eine Stillberaterin brauchst.

Trotzdem vielleicht ein paar Gedanken von mir:
Ich hatte in den ersten drei Wochen auch sehr große Probleme mit schmerzenden Brustwarzen und konnte lange nur 'oben Ohne' durch die Wohnung laufen oder schlafen. Mir haben die Gelpflaster von Medela geholfen (ist quasi sowas wie ein Blasenpflaster für die Brustwarze, gibts in der Apotheke oder mit Glück von Deiner Hebamme, die sind nämlich leider sehr teuer).
Ich wundere mich, dass es als so dramatisch dargestellt wurde, dass Noah 10 % seines Geburtsgewichts verloren hat. Das ist in der ersten Lebenswoche normal! Nach 14 Tagen sollte das Gewicht dann wieder da sein.
Das mit dem Zufüttern ist auf jeden Fall ein Problem. So pendelt sich Deine Milchmenge nicht auf den Bedarf von Noah ein. Deswegen muss er dann auch stark saugen, was zu Schmerzen führt. Und durch den häufigen Wechsel zwischen Flasche und Brust lernt er die Technik des Trinkens nicht richtig. Kannst Du nicht eventuell mit einem Becher zufüttern?
Außerdem ist es normal, dass Babys Abends sehr viel häufiger Trinken, damit sichern sie sich die Milchmenge für den nächsten Tag. Und hauen sich als positiver Nebeneffekt das Bäuchlein richtig schön voll, um dann eventuell schon mal eine längere Schlafpause einzulegen.

Ich wünsche Dir, dass Du bald die richtige Hilfestellung bekommst und es bergauf geht.
Halte durch - es lohnt sich wirklich! :!:
jusl
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Re: Stillprobleme seit Geburt (05.12.)

Beitrag von jusl »

Hallo und herzlichen Glückwunsch zum Baby!

Wenn Du möglichst bald schmerzfrei vollstillen möchtest, ist es wichtig,
1. Deinem Baby möglichst schnell korrektes(!) Saugen zu ermöglichen/beizubringen und entsprechend
2. tatsächlich notwendige Zufüttermilch bis dahin OHNE künstliche Sauger zuzufüttern. (Möglich stattdessen wären z.B. Löffel, Becher oder Softcup)

Wunde Brustwarzen gepaart mit langsamer Gewichtszunahme (am besten schreibst Du ALLE genauen Wiegedaten hier mal auf?), ewiglangem Dauerstillen und unzufriedenem Baby weist sehr sehr deutlich auf eine falsche Stilltechnik hin. Nur die Brust bzw. die Stillpositionen zu wechseln allein nützt da nichts.
Höchstwahrscheinlich beeinträchtigen die künstlichen Sauger seine Stilltechnik zunehmend, denn an Flaschensaugern muss ein Baby anders saugen als an der Brust. Saugt ein Baby mit Flaschentechnik an der Brust, kriegt es a) zu wenig aus der Brust heraus und b) es tut der Mutter sehr weh. Stichwort: "Saugverwirrung". Ausführliche Info dazu findest du hier.

Saugverwirrung ist behandelbar. Einen Überblick über die gängigen Maßnahmen findest Du hier. A und O ist auf jeden Fall, dass Du Deinem Baby hilfst, ein gute Stilltechnik entwickeln zu können. Voraussetzung dafür ist, dass Du auf ganz korrektes Anlegen achtest. Im wesentlichen heißt das:
* Baby muss Kopf und Körper nicht verdrehen,
* Mund ist ganz weit auf,
* Baby hat gaaanz viel Brustgewebe im Mund; die Warze landet dann weit hinten im Rachen,
* Kinn und Nase berühren die Brust,
* die Lippen sind nach außen gestülpt,
* die Zunge ist über der Unterlippe sichtbar (wenn man ein wenig an der Unterlippe zupft).

Außerdem gibt es noch Abwandlungen im Anlegen, die je nach Beschwerden/Schwierigkeiten hilfreich sein können, z.B. sogenanntes "asymmetrisches Anlegen" oder die "Sandwich-Technik". Am besten zeigt Dir das eine Stillberaterin vor Ort, aber zur Not kriegen wir eine gute Beschreibung bei Bedarf bestimmt auch hier übers SuT hin. ;-)

Für die Behandlung der schmerzenden Brustwarzen findest Du hier und hier zahlreiche Tipps.

Auf jeden Fall solltet Ihr SCHNELL handeln, denn ca. 300-350 ml Zufüttermenge sind eine erhebliche Menge (schätzungsweise ca die Hälfte seiner täglichen Gesamttrinkmenge). Die Milchbildung hängt bekanntlich einzig von der NACHFRAGE ab. Wird häufig und effektiv gestillt, wird viel produziert. Wird seltener und weniger effektiv (Saugtechnik!) gestillt, wird die Milch entsprechend weniger. Das heißt: bei Beibehalten dieser hohen Zufütterungen wird Deine Milchmenge um eben exakt diesen Teil zurückgehen, d.h. Deine Milchbildung ist dann nicht mehr auf 100%, sondern nur noch auf 50%. Hier solltest Du schnell das Ruder herumreißen. Am effektivsten wäre, wenn Dein Baby bald gut trinkt, logo, und bis es soweit ist, wäre z.B. zusätzlich zum Stillen 3-4 Mal täglich abpumpen eine gute Maßnahme, damit Deine Milchbildung nicht noch weiter runtergeht, sondern im Gegenteil wieder gesteigert wird.
Da Babys normalerweise mind. 8-12 Mal in 24 Stunden (gut!) trinken, um an ihre Milch zu kommen, sollte Deine Still- oder Pumphäufigkeit mindestens ebenso hoch sein.

Ich hoffe diese Infos sind hilfreich, Rückfragen immer gerne,
LG,
Julia
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moneo
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Re: Stillprobleme seit Geburt (05.12.)

Beitrag von moneo »

Nachdem die Saugprobleme behoben waren und wir beim Vollstillen angelangt waren hatte ich jetzt zweimal hintereinander Milchstau + Brustentzündung, muss jetzt Antibtiotika einnehmen und füttere wieder zu.

Meine Hebi meinte, man könnte die Milchmenge auch jederzeit wieder steigern, das sei möglich. Andere Meinungen gehen dahin, dass man dies nicht so einfach machen könne.

Ich dachte, dass es während der AB-Einnahme gar nicht so schlimm ist wenn ich zufüttere, damit er nicht noch so viel Milch von mir mit dem Medikament trinkt und ich nach Absetzen des AB am Montag dann wieder versuche nach und nach voll zu stillen.

Hat dazu jemand Tipps?
Liebe Grüße von moneo

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jusl
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Re: Stillprobleme seit Geburt (05.12.)

Beitrag von jusl »

Ich dachte, dass es während der AB-Einnahme gar nicht so schlimm ist wenn ich zufüttere, damit er nicht noch so viel Milch von mir mit dem Medikament trinkt und ich nach Absetzen des AB am Montag dann wieder versuche nach und nach voll zu stillen.
Ach Du je, das ist ja bedauerlich, dass Du jetzt an den Folgen dieser Fehleinschätzung leidest :(
In der Tat ist es so, dass es für Babys nachgewiesenermaßen günstiger ist - auch gesundheitlich gesehen - wenn die Mutter unter Antibiotikaeinnahme voll weiterstillt, anstatt weniger oder gar nicht zu stillen und stattdessen künstliche Säuglingsnahrung zuzufüttern.
Meine Hebi meinte, man könnte die Milchmenge auch jederzeit wieder steigern, das sei möglich.
Damit hat Deine Hebi grundsätzlich recht - allerdings hängt der notwendige Aufwand schon ein bisschen von den Umständen ab. Wenn vorher vollgestillt wurde, das Runterfahren der Milchproduktion noch nicht lange her ist und nicht allzuviel zugefüttert würde, stehen die Chancen bei praktisch 100%.

Wie groß waren denn die Zufüttermengen in den letzten Tagen? Davon hängt ab, welche Tipps die größte Aussicht auf Erfolg haben ;-)

LG;
Julia
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Teazer
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Re: Stillprobleme seit Geburt (05.12.)

Beitrag von Teazer »

moneo hat geschrieben:Nachdem die Saugprobleme behoben waren und wir beim Vollstillen angelangt waren hatte ich jetzt zweimal hintereinander Milchstau + Brustentzündung, muss jetzt Antibtiotika einnehmen und füttere wieder zu.
Oje, bei meinem MS+BE hat mir gerade das Anlegen Linderung verschafft. Und ein stillverträgliches AB habe ich genommen und daher nicht zugefüttert. Ich hoffe, dass Ihr vom Zufüttern ohne Probleme wegkommt. Alles Gute!
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

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moneo
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Re: Stillprobleme seit Geburt (05.12.)

Beitrag von moneo »

Mir hat das Anlegen an der "bösen" Brust dermaßen weh getan, dass ich mich regelrecht davor gescheut habe ihn an der Stelle anzulegen - ich habe es aber trotzdem gemacht. Aber sicher nicht häufig genug. Trotzdem ist der Stau und die Entzündung nun weg, mir geht es wieder gut, AB nehme ich noch heute und morgen.

Ich habe die letzten zwei Tage ca. 2 x 180 ml zugefüttert. Die Zufüttermenge hat sich schon reduziert, vorher habe ich teilweise 3 x 180 ml zugefüttert.

Jetzt nehme ich Schüssler Salze Nr. 4 und Nr. 8, je 30 Stück am Tag, das wurde mir empfohlen. Ich trinke Malzbier und ich lege ihn an wann immer er das möchte.

Tagsüber versuche ich ohne BH zu gehen, wobei ich das nicht mache wenn ich raus will und mir tut auch die Brust mehr weh ohne BH, ich mag das eigentlich gar nicht so gerne aber es soll ja wohl auch die Milchproduktion fördern.
Liebe Grüße von moneo

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Re: Stillprobleme seit Geburt (05.12.)

Beitrag von Teazer »

moneo hat geschrieben:Mir hat das Anlegen an der "bösen" Brust dermaßen weh getan, dass ich mich regelrecht davor gescheut habe ihn an der Stelle anzulegen
Oh, das kann ich total gut verstehn! Warum willst du keinen BH tragen? Wegen des Drucks? Ich habe mir nach meinen Milchstaus die Still-Bhs eine Größe größer gekauft. Ich finde es total wichtig, dass die BH-Größe passt. Ich habe hier auch 3 verschiedene Größen herumliegen, je nach Tagesform. :roll:

Hast Du heute auch wieder zugefüttert? Ich denke schon, dass Du wieder zum Vollstillen kommen kannst. Jusl gibt Dir da bestimmt nocht Tipps. Aber nach Bedarf stillen hilft bestimmt.

Ich wünsche Dir alles Gute! :mrgreen:
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

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Re: Stillprobleme seit Geburt (05.12.)

Beitrag von jusl »

Hallo Moneo,

schön, dass die Antibiotika gut angeschlagen haben und es Dir wieder besser geht!

2 bis 3 mal 180 ml - das sind wieder gut 50% der täglichen Gesamttrinkmenge. Das bedeutet, dass eine langsame Reduktion der Zufüttermengen am besten ist und Ihr mit etwa 3-5 Wochen rechnen könnt, bis Ihr wieder beim Vollstillen seid. Die Faustregel ist: "ca 100ml pro Woche weniger zufüttern" oder auch "ca 10-20 ml täglich weniger ins Fläschchen" - und in dieser Zeit ist häufiges Stillen das A und O, siehe mein Beitrag oben.
Bitte behalte während dieser Zeit der Umstellung von Teilstillen auf Vollstillen die Gewichtsentwicklung Deines Babys im Blick. Wie und in welchem Rahmen dies sinnvoll ist, findest Du hier.

LG,
Julia
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moneo
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Re: Stillprobleme seit Geburt (05.12.)

Beitrag von moneo »

jusl hat geschrieben:Hallo Moneo,

schön, dass die Antibiotika gut angeschlagen haben und es Dir wieder besser geht!

2 bis 3 mal 180 ml - das sind wieder gut 50% der täglichen Gesamttrinkmenge. Das bedeutet, dass eine langsame Reduktion der Zufüttermengen am besten ist und Ihr mit etwa 3-5 Wochen rechnen könnt, bis Ihr wieder beim Vollstillen seid. Die Faustregel ist: "ca 100ml pro Woche weniger zufüttern" oder auch "ca 10-20 ml täglich weniger ins Fläschchen" - und in dieser Zeit ist häufiges Stillen das A und O, siehe mein Beitrag oben.
Bitte behalte während dieser Zeit der Umstellung von Teilstillen auf Vollstillen die Gewichtsentwicklung Deines Babys im Blick. Wie und in welchem Rahmen dies sinnvoll ist, findest Du hier.

LG,
Julia
Ok, ich werde es beherzigen und mir vor allen Dingen die Zeit lassen. Danke.
Liebe Grüße von moneo

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