Hallo und herzlichen Glückwunsch zum Baby!
Wenn Du möglichst bald schmerzfrei vollstillen möchtest, ist es wichtig,
1. Deinem Baby möglichst schnell korrektes(!) Saugen zu ermöglichen/beizubringen und entsprechend
2. tatsächlich notwendige Zufüttermilch bis dahin OHNE künstliche Sauger zuzufüttern. (Möglich stattdessen wären z.B. Löffel, Becher oder Softcup)
Wunde Brustwarzen gepaart mit langsamer Gewichtszunahme (am besten schreibst Du ALLE genauen Wiegedaten hier mal auf?), ewiglangem Dauerstillen und unzufriedenem Baby weist sehr sehr deutlich auf eine falsche Stilltechnik hin. Nur die Brust bzw. die Stillpositionen zu wechseln allein nützt da nichts.
Höchstwahrscheinlich beeinträchtigen die künstlichen Sauger seine Stilltechnik zunehmend, denn an Flaschensaugern muss ein Baby anders saugen als an der Brust. Saugt ein Baby mit Flaschentechnik an der Brust, kriegt es a) zu wenig aus der Brust heraus und b) es tut der Mutter sehr weh. Stichwort: "Saugverwirrung". Ausführliche Info dazu findest du
hier.
Saugverwirrung ist behandelbar. Einen Überblick über die gängigen Maßnahmen findest Du
hier. A und O ist auf jeden Fall, dass Du Deinem Baby hilfst, ein gute Stilltechnik entwickeln zu können. Voraussetzung dafür ist, dass Du auf ganz korrektes Anlegen achtest. Im wesentlichen heißt das:
* Baby muss Kopf und Körper nicht verdrehen,
* Mund ist ganz weit auf,
* Baby hat gaaanz viel Brustgewebe im Mund; die Warze landet dann weit hinten im Rachen,
* Kinn und Nase berühren die Brust,
* die Lippen sind nach außen gestülpt,
* die Zunge ist über der Unterlippe sichtbar (wenn man ein wenig an der Unterlippe zupft).
Außerdem gibt es noch Abwandlungen im Anlegen, die je nach Beschwerden/Schwierigkeiten hilfreich sein können, z.B. sogenanntes "asymmetrisches Anlegen" oder die "Sandwich-Technik". Am besten zeigt Dir das eine Stillberaterin vor Ort, aber zur Not kriegen wir eine gute Beschreibung bei Bedarf bestimmt auch hier übers SuT hin.
Für die Behandlung der schmerzenden Brustwarzen findest Du
hier und
hier zahlreiche Tipps.
Auf jeden Fall solltet Ihr SCHNELL handeln, denn ca. 300-350 ml Zufüttermenge sind eine erhebliche Menge (schätzungsweise ca die Hälfte seiner täglichen Gesamttrinkmenge). Die Milchbildung hängt bekanntlich einzig von der NACHFRAGE ab. Wird häufig und effektiv gestillt, wird viel produziert. Wird seltener und weniger effektiv (Saugtechnik!) gestillt, wird die Milch entsprechend weniger. Das heißt: bei Beibehalten dieser hohen Zufütterungen wird Deine Milchmenge um eben exakt diesen Teil zurückgehen, d.h. Deine Milchbildung ist dann nicht mehr auf 100%, sondern nur noch auf 50%. Hier solltest Du schnell das Ruder herumreißen. Am effektivsten wäre, wenn Dein Baby bald gut trinkt, logo, und bis es soweit ist, wäre z.B. zusätzlich zum Stillen 3-4 Mal täglich abpumpen eine gute Maßnahme, damit Deine Milchbildung nicht noch weiter runtergeht, sondern im Gegenteil wieder gesteigert wird.
Da Babys normalerweise mind. 8-12 Mal in 24 Stunden (gut!) trinken, um an ihre Milch zu kommen, sollte Deine Still- oder Pumphäufigkeit mindestens ebenso hoch sein.
Ich hoffe diese Infos sind hilfreich, Rückfragen immer gerne,
LG,
Julia