Bitte sagt mir, dass ...

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

Erdnuckel2009
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Bitte sagt mir, dass ...

Beitrag von Erdnuckel2009 »

das Schlafverhalten von unserer Tochter (15 Monate) durchaus noch normal ist und sich irgendwann auch wirklich von alleine bessert. :? Ich muss mir momentan nämlich ständig anhöre, dass ich ja selbst schuld daran bin, dass sie weder alleine Einschläft, noch durchschläft. Und weil das ja noch nicht ausreicht, hindere ich mein Kind ja daran selbstständig zu werden, weil ich nicht loslassen kann und ihr das alleine Schlafen beibringe. Das ist doch so ein wichtiger Entwicklungsschritt.

Hm, eigentlich bin ich ja der Meinung, dass sie diesen Schritt auch machen wird, wenn sie dafür bereit ist. Aber momentan bin ich so dünnhäutig, dass ich mir solche Kommentare sehr zu Herzen nehme und wirklich darüber grübel, ob ich meinem Kind verwehre selbstständig zu werden, nur weil ich Angst habe, meinem Kind auch mal Nein zu sagen. :roll:

Also bei uns ist es so, dass die Kleine eigentlich immer in den Schlaf gestillt oder getragen wird. Das kann aber unterschiedlich lange dauern. Von 5 Minuten bis zu einer Stunde ist alles drin. Meistens können wir sie dann auch ablegen. Aber halt auch nicht immer. Abends klappt das eigentlich ganz gut. Ich stille sie im Bett, lege sie dann, wenn sie eingeschlafen ist, ins Beistellbettchen und ich kann dann raus. Meistens wird sie dann nach spätestens 3 Stunden wach, lässt sich dann aber auch durchaus vom Papa beruhigen. Aber: sie wacht wirklich immer laut weinend auf. :(
Auch tagsüber ist sie gleich am Weinen, wenn sie wach wird und keinen von uns sieht. :( Wenn sie wenigstens einfach nur nach einem von uns rufen würde ...

Nachts wird sie auch häufig wach (wie oft weiß ich nicht) ... aber eigentlich stört mich das nicht. Manchmal reicht es ihr, einfach ihren Kopf auf meine Decke zu legen. Meistens möchte sie dann aber Stillen. Ist für mich aber auch vollkommen okay.

Ganz doof ist es momentan allerdings, dass sie Nachts oder frühmorgens meistens sofort wach wird, wenn ich das Zimmer verlasse. Zum Beispiel um Pipi machen zu gehen oder um mich umzuziehen. Ich würde mich morgens halt zum Beispiel gerne schon in Ruhe umziehen und ein paar Sachen vorbereiten, während die Kleine noch schläft . Ansonsten muss sie halt auch schon um 5:30 Uhr aufstehen. Sie ist dann definitiv noch müde und eigentlich müsste sie auch gar nicht so früh aufstehen. Aber sie schläft morgens halt einfach nicht weiter und ich hab keine Ahnung, was ich da machen kann. Wenn wir dann auf dem Weg zur Tagesmutter sind, schläft sie mir im Auto schon fast wieder ein.

Könnt ihr mich bitte mal beruhigen, dass das durchaus noch "normal" ist, dass sie 1) nacht öfter wach wird und dann auch gestillt werden will und 2) dass sie morgens nicht alleine weiterschlafen will?
Habt ihr vielleicht ein paar Ratschläge für unsere Situation morgens? Lieben Dank schon mal.
Liebe Grüße vom Erdnuckel mit der großen Prinzessin 10/2009 und der kleinen Kämpferin 12/2014
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MelCel
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Re: Bitte sagt mir, dass ...

Beitrag von MelCel »

Oh je, ich kann dir keine Ratschläge geben nur so viel: Mein Sohn ist sehr früh und über einen langen Zeitraum ohne mich eingeschlafen und hat auch einige Monate gut in seinem Bett durchgeschlafen. Seit etwa vier Wochen schläft er nur noch bei uns (statt die zweite Nachthälfte), wacht mehrfach nachts auf und braucht dann Körperkontakt. Ich schiebs einfach darauf, dass er eben mehr versteht und sich rückversichern muss. Auch wenn ich ihn jetzt bei der Tagesmutter abgebe versteht er viel mehr, dass ich gleich nicht mehr da bin und findets blöd :-(
Also, gar keine Ratschläge, nur ein gleichaltes Kind und eine ähnliche Situation nachts, völlig ohne Einschlafstillen oder Einschlafbegleitung.
Mel mit Schnupsi (12/09)
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hexedoro
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Re: Bitte sagt mir, dass ...

Beitrag von hexedoro »

Das Schlafverhalten deiner Tochter ist völlig normal! Ich finde es toll, dass du trotz der Kommentare aus deiner Umwelt auf die Bedürfnisse deiner Tochter eingehst! Mach dir keinen Kopf, es wird auch irgendwann anders. Wenn sie so weit ist, kann sie alleine schlafen, du wirst sehen. Mein Sohn hat erheblich schlechter geschlafen als deine Tochter und jetzt, mit zwei, schläft er ganz oft durch, allerdings noch bei uns im Familienbett. Er wurde bis vor kurzem auch immer in den Schlaf gestillt. Inzwischen kuschelt er sich an mich oder meinen Mann, erzählt ein bißchen und schläft dann ganz ohne Drama ein. Er hat früher auch oft geweint, wenn er aufgewacht ist, das hat sich auch von alleine gegeben. Wenn er aus dem Mittagsschlaf aufwacht, steht er auf und guckt, wo wir sind, das ist kein Problem. Mach dir also keine Gedanken! Vielleicht wäre ein Buch wie "Ich will bei euch schlafen" interessant für dich? Mir hat das sehr den Rücken gestärkt und mich viel gelassener im Umgang mit Kommentaren zum Schlafverhalten meiner Kinder gemacht. Was auch ganz toll ist: "Kinder verstehen - Wie die Evolution unsere Kinder prägt".
Zu dem mit dem morgens aufwachen hab ich leider auch keinen Rat. :( Bei uns war das ähnlich, aber nicht so schlimm, weil der Kleine nirgends hin musste und den Schlaf einfach nachholen konnte. Kannst du deine Tochter vielleicht, wenn du dich fertig gemacht hast, ins Tragtuch nehmen (vielleicht auf dem Rücken?), so dass sie da noch ein bißchen schlafen kann, während du frühstückst und so weiter? Was anderes fällt mir leider auch nicht ein. Ich wünsch dir gute Nerven! :)
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Mijoco
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Re: Bitte sagt mir, dass ...

Beitrag von Mijoco »

Erdnuckel2009 hat geschrieben:Könnt ihr mich bitte mal beruhigen, dass das durchaus noch "normal" ist, dass sie 1) nacht öfter wach wird und dann auch gestillt werden will und 2) dass sie morgens nicht alleine weiterschlafen will?
Völlig normal. War bei all meinen Kindern so und wurde bei den Großen auch von ganz alleine anders. Das braucht halt Zeit. Ist einfach ein Reifungsprozess. Lass dich bloß nicht vom Umfeld verrückt machen.
Sohn 2004, Tochter 2006, Sohn 2009, Hund 2018
Viveca

Re: Bitte sagt mir, dass ...

Beitrag von Viveca »

bei uns war es auch so, ich habe eeewig in den Schlaf gestillt und auch nachts noch mehrmals! In dem Alter sowieso. Sehr anstrengend :roll:
Deine Tochter ist doch gerade mal ein gutes Jahr alt, also noch richtig klein! Sie braucht wohl einfach die Sicherheit noch ganz doll? Das ist nichts schlimmes. :)
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Re: Bitte sagt mir, dass ...

Beitrag von inmediasres »

Hallo.
Erdnuckel2009 hat geschrieben:Und weil das ja noch nicht ausreicht, hindere ich mein Kind ja daran selbstständig zu werden, weil ich nicht loslassen kann und ihr das alleine Schlafen beibringe. Das ist doch so ein wichtiger Entwicklungsschritt.
Frag die Leute doch mal, wie etwas, das man einem Kind beibringen muss, ein Entwicklungsschritt sein kann. Entweder ist selbständig zu werden eine Entwicklung, dann kann man sie allenfalls unterstützen, oder aber es ist antrainiert, dann kann man es jemandem beibringen. Beides gleichzeitig geht nicht. Und was hat Selbständigkeit überhaupt mit Schlafen zu tun?

LG
Karin
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Tigerlein
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Re: Bitte sagt mir, dass ...

Beitrag von Tigerlein »

Also ich würde auch sagen das ist völlig normal. Denn dann wäre mein Großer auch nicht normal gewesen, denn bei ihm war es genauso. Er wacht noch heute meistens kurze Zeit später auf wenn wir aufstehen. Früher war er sofort wach und ist mit aufgestanden. Ich hätte es nämlich auch schön gefunden mal alleine im Bad zu sein. Jetzt muß ich mir das Bad in 95% der Fälle mit 2 Kindern teilen und bin immer die Letzte, die fertig ist. :roll:
Meinen Großen hab ich mit 2 noch in den Schlaf gestillt. Dann hat er sich abgestillt und schläft seitdem auch nur mit Kuscheln ein. Er wurde lange noch ausschließlich einschlafbegleitet. Heute schläft er weitestgehend alleine ein. Wenn er nach Begleitung verlangt, bekommt er sie allerdings auch noch. Er war auch ständig abends wach, meist so jede Stunde. Auch nachts ist er bis ca. 2 oft aufgewacht. Mittlerweile hat sich beides gegeben. Ich bin der Meinung, dass meine Kinder das Vertrauen haben müssen dass ich komme und für sie da bin wenn sie mich brauchen. Dann schlafen sie auch ruhig und zufrieden ein und zu-Bett-gehen ist etwas Schönes für sie.

Mein Kleiner ist übrigens ein "unkomplizierterer" Schläfer (*aufholzklopf*). Ich denke, dass es auch viel vom Charakter des Kindes abhängt.
Tigerlein mit Groß (02/08), Mittel (04/10), Keks (04/13), Küken (10/15), Käfer (05/18) und Knöpfin (11/20)
Erdnuckel2009
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Re: Bitte sagt mir, dass ...

Beitrag von Erdnuckel2009 »

Hach, ich danke Euch. Dann hab ich ja noch Hoffnung, dass ich meine Tochter nicht bis zum Abi in den Schlaf stillen muss. :D Ich komme mir hier zu Hause manchmal einfach so vor, als wenn alle Kinder von Freunden und Bekannten natürlich schon mit ein paar Monaten ganz selbstverständlich alleine einschlafen und natürlich auch Durchschlafen. :roll:

Mir ist es einfach wichtig, meiner Tocher eine "positive" Schlafassoziation zu vermitteln und das sie halt gerne ins Bett geht. Und selbst, wenn das ganze dann ein paar Monate länger braucht, bin ich gerne bereit, diese Zeit zu investieren. :) Wobei ich es manchmal aber ganz ehrlich doch ganz nett fände, nicht gerade an der spannendsten Stelle im Film nachstillen zu müssen oder auch Nachts einfach mal auf die Toilette gehen zu können, ohne das Zwerg Nase das mit Gebrüll oder lautstarken Gemecker kommentiert.

Ich schlaf übrigens auch heute noch am liebsten, wenn mein Mann neben mir liegt. :roll: Ich bin aber durchaus in der Lage auch selbstständig einzuschlafen. :D
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Re: Bitte sagt mir, dass ...

Beitrag von tania »

also für SuT ist das völlig normal. wenn ich mich so umgucke, ist es schon ein bisschen weniger normal. will heißen: du kannst kindern beibringen, früher alleine ein und durchzuschlafen. hier im forum finden sich halt die, die das nicht wollen. und dann ist es tatsächlich eher die ausnahme, dass ein kind in dem alter erwachsenengerechter schläft.

mein kind ist noch nie ohne stillen oder tragen eingeschlafen, wir haben es aber auch noch nie probiert.
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Kate
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Re: Bitte sagt mir, dass ...

Beitrag von Kate »

Erdnuckel2009 hat geschrieben:
Mir ist es einfach wichtig, meiner Tocher eine "positive" Schlafassoziation zu vermitteln und das sie halt gerne ins Bett geht. Und selbst, wenn das ganze dann ein paar Monate länger braucht, bin ich gerne bereit, diese Zeit zu investieren. :) Wobei ich es manchmal aber ganz ehrlich doch ganz nett fände, nicht gerade an der spannendsten Stelle im Film nachstillen zu müssen oder auch Nachts einfach mal auf die Toilette gehen zu können, ohne das Zwerg Nase das mit Gebrüll oder lautstarken Gemecker kommentiert.

Ich schlaf übrigens auch heute noch am liebsten, wenn mein Mann neben mir liegt. :roll: Ich bin aber durchaus in der Lage auch selbstständig einzuschlafen. :D

Ich bin überzeugt davon, dass die positive Schlafassoziation, die du vermitteln möchtest, sich lohnt und später auszahlt. Hier (http://www.hebamme4u.net/uploads/media/ ... tgehen.pdf - weiß leider noch nicht wie ich platzsparend verlinke :D ) gibt es so einen schönen Artikel dazu, den kennst du ja vielleicht auch schon.

Unser Sohn würde innerhalb von drei Minuten aufwachen, wenn er allein in einem Raum wäre (wir hatten mal Ausnahmen, in denen das morgens beim Fertigmachen oder abends nach dem Einschlafstillen für ein paar Minuten vorkam, daher die Erfahrung und der Konjunktiv). Wenn ich nachts mal zur Toilette muss und unser Sohn bei mir liegt, stups ich meinen Mann an, damit er mit ihm kuschelt, so schläft er weiter. Würde das möglicherweise bei Euch funktionieren? Morgens vor ihm fertig machen muss ich mich nur zweinmal in der Woche, mein Mann und ich sprechen uns da immer ab, wenn einer von uns sich im Schlafzimmer umzieht, während der andere duscht, oder im Bett frühstückt :lol: reicht unserem Sohn das zum Geborgenfühlen und Weiterschlafen. Wenn mein Mann schon weg ist, nehm ich ihn manchmal mit ins Bad und er schläft auf'ner Krabbeldecke weiter, da stören ihn auch die Geräusche von der Dusche nicht, aber das kommt auf die Schlafphase an, in der er sich befindet.

Ich kann verstehen, wie ätzend das ist, wenn man dafür dumm angemacht wird, und das am besten noch zu einem Zeitpunkt, wenn man sich sowieso verletztlich fühlt. Mach auf jeden Fall weiter so und lass dich nicht beirren, wie du schreibst, muss "SELBSTständigkeit" von selbst kommen. Ich finde es toll, dass du so auf ihre Bedürfnisse eingehst und Deiner Tochter schenkst du damit unglaublich viel Vertrauen; wenn sie es ausdrücken können würde, würde sie auch "Danke, Mama, dass du für mich da bist, gerade beim Schlafen brauche ich dich ganz doll. " sagen.

Viele Grüße Kate
„Wenn wir einfach schon ganz früh erfahren dürfen, dass wir sind und dass wir, weil wir sind, gut sind, ich glaube, das kann eine Gesellschaft wirklich grundlegend verändern.“ (Alexandra)
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