Warum ist Brei "böse"?

Was kommt nach dem Vollstillen?

Moderatoren: klecksauge, Mondenkind

Benutzeravatar
klimaforscherin
Prof. Dr. SuT
Beiträge: 7128
Registriert: 06.05.2010, 19:22
Wohnort: bei der Pyramide

Warum ist Brei "böse"?

Beitrag von klimaforscherin »

Öfter mal in diesem Forum kann man lesen, wie jemand erzählt, gefragt worden zu sein, "ob das Kind denn schon Brei isst."
Natürlich wachsen weder Gläschen noch Pürierstäbe auf Bäumen aber jeder wird ja wohl die Kartoffeln (die auch nicht auf Bäumen wachsen) vor Verzehr kochen (sogar im TM?).
Ich habe das Gefühl, Breikost ist (besonders hier :!: ) unpopulär. Und Mütter, die das füttern, sind nicht auf der Höhe der Zeit :|

Vermutlich hat der Steinzeitmensch seinem Kind das Essen vorgekaut. Nun, meine Kariesbakterien will ich ungern an mein Kind weitergeben, deswegen kann ich als moderner Mensch einen Pürierstab nutzen. Zwar sind dann nicht meine Verdauungsenzyme beigemischt, es ist aber immerhin schon mechanisch zerkleinert.

Auch in vielen anderen Kulturen wird heutzutage Breikost (nicht: Gläschenkost) gegessen (und das nicht nur von Babys).

Was ist also so schlimm daran? :?:
Wenn mein Baby Brei essen würde, würde es das bekommen. Es bekommt das, was es von seiner Entwicklung her verarbeiten kann, das ist individuell je Baby anders und man muss es ausprobieren.
Ich sehe Breikost als Übergang zur festen Kost und auch danach noch als Bereicherung des Speiseplanes. Auch ich esse Griesbrei, Apfelmus und Kartoffelpüree.
So, und jetzt dürft Ihr über mich herfallen. :mrgreen:
Grüße
klimaforscherin
mit Wetterfrosch 2010 und Schwälbchen 2012

Bild Bild
Benutzeravatar
Malo81
alter SuT-Hase
Beiträge: 2327
Registriert: 28.06.2009, 17:01
Wohnort: Ba-Wü

Re: Warum ist Brei "böse"?

Beitrag von Malo81 »

Nö, ich sehe das genauso.
Und für unterwegs haben wir grad am Anfang die Obst-Gedreide-Brei-Gläschen gehabt. Und trotzdem isst er normal bei uns mit und wird daran nicht kaputt gehen. Meine Meinung.
Und wir essen auch Cremesuppen und wie du schon gesagt hast Grießbrei, Milchreis, Apfelmus und Kartoffelbrei.
Ich denke es ist wie bei allem, man sollte nicht zu extrem werden (vgl. Milchbrötchenduskussion: Zucker ist da auch ein Beispiel- wir essen auch kein "normalen" Zucker, dafür aber viel Obst....Was da an zucker drin ist. Meine Schwägerin betont immer, ihre Kinder bekommen kein Zucker nur Obst und gesüßt wird mit Agavendicksaft, weil das ja kein Zucker ist :roll: )
und vor allem andere Mütter leben lassen. Denn man ist keine schlechte Mutter, wenn man dem Kind Brei und womöglich noch aus dem Gläschen gibt...
Liebe Grüße Y.
Bild und Bild
jusl
Jusl Almighty
Beiträge: 16020
Registriert: 19.03.2007, 10:54
Wohnort: nördlich des Weißwurstäquators

Re: Warum ist Brei "böse"?

Beitrag von jusl »

Was ist also so schlimm daran? :?:
Nichts.
Vermutlich hat der Steinzeitmensch seinem Kind das Essen vorgekaut. Nun, meine Kariesbakterien will ich ungern an mein Kind weitergeben, deswegen kann ich als moderner Mensch einen Pürierstab nutzen. Zwar sind dann nicht meine Verdauungsenzyme beigemischt, es ist aber immerhin schon mechanisch zerkleinert.

Auch in vielen anderen Kulturen wird heutzutage Breikost (nicht: Gläschenkost) gegessen (und das nicht nur von Babys).
So ist es.
Es bekommt das, was es von seiner Entwicklung her verarbeiten kann, das ist individuell je Baby anders und man muss es ausprobieren.
Ich sehe Breikost als Übergang zur festen Kost und auch danach noch als Bereicherung des Speiseplanes.
Sehr sinnvoll.
So, und jetzt dürft Ihr über mich herfallen. :mrgreen:
Och nöö, bitte nicht... :wink:

LG,
Julia
Benutzeravatar
tania
ModTeam-Stillberatung
Beiträge: 14983
Registriert: 24.02.2009, 18:09
Wohnort: Italien

Re: Warum ist Brei "böse"?

Beitrag von tania »

ich habe hier noch nie gelesen, dass brei "böse" ist.

die empörung hier im forum richtet sich gerne gegen mahlzeiten ERSETZEN anstatt fröhlich vorher, hinterher (und währenddessen :roll: ) zu stillen. und unut richtet sich manchmal dagegen, dass brei ab schlag sechs monaten wertvoller sei als muttermilch. aber es hat doch noch nie eine brei verteufelt? ich hab auch an gläschen nichts auszusetzen. wenn eine/r ma nu keine lust hat zu kochen *schulterzuck*.

ich mag diese nachsätze "jetzt könnt ihr über mich herfallen" nicht. es impliziert, es würde hier die mehrheit sogenannten "brei-mamas" (nerviger begriff) negativ gegenüberstehen. ich betone hin und wieder, dass mein kind keinen brei gegessen hat, vor allem, weil viele nicht wissen, dass babys nicht brei essen MÜSSEN, keinesfalls um zu sagen, babys sollen keinen brei essen! es gibt nunmal kinder, die brei nicht mögen und wenn wir glauben, ein kind müsse nun aber brei essen, ist der stress hier vorprogrammiert. aber wie gesagt, den umkehrschluss habe ich noch nicht gelesen.
tania mit sohn *09 und sohn *12
Benutzeravatar
Muschelsucherin
SuT-Legende
Beiträge: 9489
Registriert: 24.11.2008, 14:12
Wohnort: Wetteraukreis

Re: Warum ist Brei "böse"?

Beitrag von Muschelsucherin »

Warum soll Brei böse sein?

Paula isst gerne Brei, aber auch gerne Banane direkt abgebissen oder Stückchen von irgendwas.

Ich denke, die Aufregung richtet sich eher an jene, die bei 4monatigen Babies schon nach Brei fragen bzw. dann anfangen Mahlzeiten zu ersetzen.

Bei einem nach Bedarf gestillten Kind im Beikostalter, das am Familientisch sitzt und seinen Brei mitschlabbert kann ich jedenfalls nichts schlimmes sehen. :wink:
Liebe Grüße von B. mit Bär (März 2008), Maus (März 2010) und

Bild

ClauWi-Trageberaterin GK
Benutzeravatar
LaLeMi
Miss SuTiversum
Beiträge: 13541
Registriert: 18.06.2007, 15:25
Wohnort: Rhein-Main

Re: Warum ist Brei "böse"?

Beitrag von LaLeMi »

Ja, ich denke, z.T ist es halt die Sicht mit dem Ersetzen, die viele da im Hinterkopf haben.

Hinzu kommt glaube ich, daß ja hier doch einige so die BLW-Sicht vertreten bzw. generell das Thema, das Kind in seinem Tempo machen zu lassen.

Hier ist es so, die Minimaus hat schon einige Zähne und ißt durchaus einiges mehr als ihre große Schwester damals. Und sie ißt es in unterschiedlichen Konsistenzzuständen - ißt gern in einer Mahlzeit parallel Brei (der dann auch gern recht flüssig sein darf) und Weiches sowie Festes, auf jeden Fall verschiedenes Fingerfood.
Umgekehrt reiche ich ihr jedoch im Grunde nix in Breiform an, was sie nicht auch als Fingerfood essen könnte; davon ausgehend, daß das Essen so für die Kinder gemacht ist, daß sie es ihrem Entwicklungsstand auch mehr oder minder selbsttätig zu sich nehmen könnten. Sprich, sie ißt z.B. Kartoffeln, Karotten, Banane, Apfel, Birne, Fenchel, Hirse - als Fingerfood, kaltes Mus, Stücke oder Brei. Ich würde ihr jetzt z.B. kein paniertes Schnitzel pürieren, auch wenn sie das Pürieren in die Lage versetzen würde, dies zu sich zu nehmen.

Sie zeigt aber auch beim Essen sehr deutlich, was und wieviel wovon sie dann gerade möchte.

Zudem merke ich aber schon, daß es halt einfacher ist, einem Kind Brei sozusagen "aufzudrücken", also wenn der Löffel kommt, geht dann eher mal das Mundchen auf und der Löffel wird reingeschoben, die gegessene Menge ist dann größer als bei dem, was sie mit ihren eigenen Händen zu sich nimmt - und letzteres ist ja beim Brei zumeist weniger der Fall. Das ist dann halt nicht mehr so ganz "baby-led".

(Hinzu kommt vermutlich, daß hier ja auch viele ein bißchen oder mehr in die Vollwertrichtung orientiert sind und das Essen insgesamt so wenig bearbeitet wie möglich darbieten wollen und/oder möglichst roh).
Lieben Gruß von LaLeMi mit den beiden Maimäusen 2007 und 2010 und dem Septembermäuserich 2013

Bild
Bild
Bild
***ClauWi-Trageberaterin (Grundkurs 2007, Aufbaukurs 2008)***[/i]
Mitglied im TRAGENETZWERK e.V.
Benutzeravatar
Teazer
Mod a.D.
Beiträge: 18114
Registriert: 14.09.2009, 10:15

Re: Warum ist Brei "böse"?

Beitrag von Teazer »

tania hat geschrieben:ich betone hin und wieder, dass mein kind keinen brei gegessen hat, vor allem, weil viele nicht wissen, dass babys nicht brei essen MÜSSEN, keinesfalls um zu sagen, babys sollen keinen brei essen! es gibt nunmal kinder, die brei nicht mögen und wenn wir glauben, ein kind müsse nun aber brei essen, ist der stress hier vorprogrammiert. aber wie gesagt, den umkehrschluss habe ich noch nicht gelesen.
Das unterschreibe ich faul. :mrgreen:

Ich finde Brei wahrlich nicht böse. Das Einzige was ich im Alltag wirklich schrecklich finde - und was ich niemandem hier einfach so unterstellen würde - sind Eltern, die ihren Kindern ohne aufmerksam zu sein den Breilöffel reinstopfen (und das sehe ich erstaunlich oft :shock: ). Die Kinder würgen, spucken den Brei aus und werden dann auch noch ausgeschimpft. :(

Meine Tochter hat jetzt gerde festgestellt, dass flüssigere Nahrungsmittel einfacher zu essen sind, wenn Mama den Löffel belädt und man diesen abschleckt anstatt sich selbst zu füttern. Jetzt gibt es also zum Nachtisch auch mal einen Joghurt oder Früchtebrei. ;-)
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

"Mit einer Kindheit voller Liebe aber kann man ein halbes Leben hindurch für die kalte Welt haushalten." (Jean Paul)
AP estab. 2009, 2011 & 2014
Benutzeravatar
LaLeMi
Miss SuTiversum
Beiträge: 13541
Registriert: 18.06.2007, 15:25
Wohnort: Rhein-Main

Re: Warum ist Brei "böse"?

Beitrag von LaLeMi »

Ja genau. Und dann wird solange gestopft, bis das Kind schluckt :-(

Meine Große war wie Tanias, da wurde auch nur Fingerfood gegessen.
Lieben Gruß von LaLeMi mit den beiden Maimäusen 2007 und 2010 und dem Septembermäuserich 2013

Bild
Bild
Bild
***ClauWi-Trageberaterin (Grundkurs 2007, Aufbaukurs 2008)***[/i]
Mitglied im TRAGENETZWERK e.V.
EhMiPB

Re: Warum ist Brei "böse"?

Beitrag von EhMiPB »

bei uns gab es nie brei, weil mein kleiner von anfang an mit "unserem" essen gut klar gekommen ist. bei uns gab es immer etwas wo er selbst mitessen konnte und ich mochte dieses "füttern" einfach nicht. aber deswegen finde ich nichts "böses" am brei und es gibt hier auch durchaus mal apfelmus oder ähnliches in pürierter form, eben alles das, was wir erwachsenen auch essen. :wink:
Benutzeravatar
Muschelsucherin
SuT-Legende
Beiträge: 9489
Registriert: 24.11.2008, 14:12
Wohnort: Wetteraukreis

Re: Warum ist Brei "böse"?

Beitrag von Muschelsucherin »

Kann man denn ein Kind, das nicht essen will wirklich stopfen?
Meine Maus hat bei den ersten Versuchen gewürgt, ausgespuckt und dann hab ich´s halt gelassen. Sie hätte mit Sicherheit auch nicht gegessen, wenn ich weiter gelöffelt hätte.
Sie hat ja den Mund gar nicht aufgemacht.

Man kann doch dem Kind den Mund nicht aufstemmen. Oder machen das welche? Da muss man doch merken, dass das panne ist. :?
Liebe Grüße von B. mit Bär (März 2008), Maus (März 2010) und

Bild

ClauWi-Trageberaterin GK
Antworten

Zurück zu „Beikost und Familientisch“