Aaaaaalso, ich kann Dir ja mal ein bisschen über unseren Schlafalltag berichten und wie wir damit umgehen...
Mein Großer war wie Deiner: von Anfang an ein Stilljunkie. Kam die Brust nicht SOFORT, dann wurde auch SOFORT losgebrüllt. Nachts stillte er oft, es gab in seinem ersten Lebensjahr drei Nächte, in denen er mal 8 Stunden am Stück schlief.

Das war aber auch die ABSOLUTE Ausnahme, ich weiß noch, wie sehr ich mich danahc zurücksehnte...
Nach einem halben Jahr lag all meine Hoffnung darin, dass sich mit 6 Monaten nochmal einiges ändert. Ich dachte, es kann ja nicht schlimmer werden - denn gestillt hat er oft und viel in der Nacht und es ging stets nur Mama. Dann waren die sechs Monate rum und es wurde schlimmer. Er kam teilweise ab 22 Uhr halbstündlich, ich konnte teilweise auch abends das Schlafzimmer nicht mehr verlassen. Nichts ging mehr. Ich war fix und alle, hab mir auch oft vorgestellt, wie schön es wäre, doch nur einmal eine Nacht zu schlafen - am liebsten auch auswärts. Eine Freundin von mir hatte eine Tochter mit sehr ähnlichen Problemen, die schlief das erste Jahr ausschließlich AUF Mama, sie konnte nachts nichtmal auf die Toilette gehen.

Sie hat das dann irgendwann mal gemacht mt dem Hotel (da schlief die Kleine schon, das war aber schon mit deutlich über einem Jahr) - und was soll ich sagen: sie lag die halbe Nacht wach...
Zurück zu uns: besser wurde es langsam, als meine Milch schwangerschaftsbedingt weniger wurde und er in den KiGa ging. Er stillte da nur noch einmal pro Nacht und ich war unendlich erleichtert (wenn auch nicht weniger müde, denn früh aufgestanden ist er immer). Zudem hörte er auf, sich abends in den Schlaf zu stillen. Das was hier so viele erstrebenswert finden, hat bei uns furchtbar genervt: er schlief zwar auch mit Papa ein, aber er rödelte dafür rund 2 Stunden durchs Bett, obwohl er hundemüde war. Es war sehr nervenaufreibend, zumal ich abends meistens allein war und bin. Ich hätte viel dafür gegeben, ihn einschlafstillen zu können!
Dann kam mein zweiter Sohn zur Welt und alles wurde wieder anders. Der Große stillte mehr, anfangs sogar voll. Für mich war das okay, er musste ja auch ne Weile auf die Menge verzichten und so kamen wir hier auch gut klar mit der Umstellung auf zwei Kinder. Aber es entwickelte sich immer schlimmer: nachts kam er nach etwa einem halben Jahr mindestens stündlich, soff förmlich alles was er bekommen konnte, war regelmäßig schon nach der Hälfte der Nacht nass, weil die Windeln diese Massen nicht halten konnten. Aber immerhin schlief er danach stets weiter.
Insgesamt jedoch war es kein Zustand, denn der Kleine wurde durch das Gebrüll des Großen jedesmal mit wach. Der Große brüllte, wenn er nicht sofort an die Brust kam, was ich zu der Zeit nicht konnte, weil der Kleine meistens dran war. Der war dann wach, während der Große wieder einschlief. Mein Mann oder ich saßen dann nachts (wirklich JEDE Nacht) im Wohnzimmer und schaukelten den Kleinen teilweise zwei Stunden, bis der wieder schlief. Er war ja sattgestillt und dann putzmunter durch das Theater des Großen. Ich glaube noch bis heute, dass der Große ihm dadurch sein ganzes Schlafverhalten kaputt gemacht hat.
Wir zogen die Notbremse und ich stillte den Großen nachts ab. Es hat ganz gut funktioniert, er war aber auch schon fast 2 Jahre alt und hat sehr gut verstanden, was ich von ihm wollte. Wie Du siehst, habe ich auch laaaaaaaange dafür gebraucht, das dann durchzuziehen, die Horrornächte gabs da schon fast ein 3/4 Jahr.
Das neue Problem war dann, dass zum einen der Kleine sich nachts nicht mehr einschalfstillen ließ, sondern auch ohne Theater des Großen wach war und dann der Große, der morgens um 5 Uhr Hunger hatte und aufstehen wollte (und das auch tat). Das alles zog sich ebenso sehr lange hin. Ich habe schließlich den Großen mit 2 1/4 ganz abgestillt, weil ich keine andere Lösung mehr sah - und siehe da: er schlief auf einmal deutlich länger und besser. Bis heute schläft er nicht durch, wird immer mal wach, steht auch mal sehr früh auf. Aber es ist zu ertragen. Zumal er neben mir schläft und dann einfach kurz in den Arm möchte.
Der Kleine hingegen hat weiterhin auch mit einem Jahr die Nacht zum Tag gemacht. Auch da zog ich die Notbremse und entschied mich FÜR das nächtliche Abstillen. Es hatte einen unglaublichen Erfolg, ich war selbst sehr überrascht, weil es mir eigentlich ging wie Dir: kann ich ihm das zumuten? Er braucht es doch usw... Aber nach drei Nächten war das Thema erledigt udn er schlief. Meistens von 19 bis 5 Uhr. Aber auch nur in guten Nächten. Er kommt bis heute (1/2 Jahr später) noch immer abends, lässt sich da auch NUR von mir beruhigen - ausgehen ist hier unmöglich. Oft wird er auch nachts nochmal wach - vor allem, wenn er zu wenig gegessen hat, dann isst er nachts schonmal zwei Bananen. Und ist dann oft ne Stunde damit beschäftigt wieder einzuschlafen. Stillen brachte hier keinen Erfolg, die Milch reichte ihm nie aus um wirklich satt zu werden, also habe ich es beim nächtlichen Abstillen belassen. Aufstehen tut er auch um 5 Uhr, zum Glück geht da mein Mann mit ihm.
Der KiGa brachte bei ihm überhaupt keine Veränderung, er tat sich auch schwerer als der Große. Und der Schlaf wurde auch eher schlechter zu der Zeit.
Ich möchte Dir mit meiner Schilderung keine Angst machen, sondern Dir nur einmal zeigen, dass es auch anderen ergeht wie Dir und dass man damit umgehen kann. Ich habe auch so lange gehadert, gejammert, war verzweifelt, hab mich an alles mögliche geklammert, das vielleicht helfen könnte. Im Endeffekt hat mich nur Gelassenheit weitergebracht. Es ist wie es ist und ich werde daran nicht viel ändern können. Wenn ich müde bin, dann müssen die Kinder eben um mich herum spielen, inzwischen komme ich ganz gut durch den Tag. Eines Tages werden sie schlafen, das ist sicher. Und dann werde ich vermutlich wegen anderer Dinge nicht schlafen (können), es ist bestimmt schlimmer, wenn man sich Sorgen um Schule, Freunde oä machen muss und deswegen wach liegt.
Egal, wofür Du Dich entscheidest, den richtigen Zeitpunkt erkennst Du, wenn es soweit ist. Wenn Du jetzt noch haderst, bist Du noch nicht weit genug. Dann lass es. Und ansonsten: halte durch! Und trag es mit Fassung. Es ergeht so vielen wie Dir - nur sprechen viele nicht darüber...
Ich wünsch Euch alles Gute!
"Tanze mit Deinem Baby im Mondschein, wenn es die Nacht zum Tag macht, singe fröhliche Lieder mit Deinen Kindern im Regen, mache Kissenschlachten, matsche mit ihnen im Schlamm und springe in Pfützen, macht ein Picknick UNTERM Tisch - vergiss nie: in 20 Jahren wirst Du sagen, es war die schönste Zeit Deines Lebens!"
von Minchen mit Frühling (2008), Sommer (2009), Herbst (2013) und Winter (2011)