Besprechung KLOETERS-BRIEF 1

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dieknurpsels
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Beitrag von dieknurpsels »

Armin hat geschrieben:
Heroto hat geschrieben:Und zum 3. Brief: ...
Mach doch besser einen neuen Thread "Besprechung KLOETER-BRIEF 3" auf, sonst wird dieser Thread für Späteinsteiger etwas unübersichtlich. :)
Sorry, ich fürchte, es ist nicht mal der dritte Brief, in dem das vorkam. Ich werde es dann zu gegebenem Zeitpunkt bei dem richtigen Brief reinkopieren, ok?

Lieben Gruß
Sabine mit Juliane und Samuel
blue_star68
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Beitrag von blue_star68 »

Schaut mal hier: http://www.kloetersbriefe.de/kindererziehung.php

Auf der Homepage von den Kloeters steht etwas zur Historie des Konzeptes, demnach liegen die Anfänge in den 60er Jahren.
Ich finde die Beispiele auch etwas arg angestaubt *hust*, dennoch widerspiegeln sie das allgemeine gesellschaftliche Denken, finde ich - auch ohne Knicks und Diener :wink:
LG Manu mit Armkrabbler (06/05) und Lachmaus (05/08)

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Heroto
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Beitrag von Heroto »

dieknurpsels hat geschrieben:Einerseits könnte ich jetzt hier voll und ganz unterschreiben.
Andererseits vermute ich, dass dein Junge einen Kurzhaarschnitt hat
Ja, inzwischen ja. Damals noch nicht. Da hatte er überhaupt keinen Haarschnitt, da er sich die Haare nicht schneiden lassen wollte. Mit dem Haare schneiden kam dann erst mit dem KiGa - so von wegen 'Nur Mädchen haben lange Haare'

Ich bin damals schon von Passanten angesprochen worden mit der Frage 'Ist das ein Mädchen?' Ich darauf: 'Nein, ein Junge' und bekam darauf dann zu hören: 'Er sieht aber aus wie ein Mädchen' :(
und nicht wie Juliane Haare, die inzwischen fast bis zu ihrer Hüfte gehen. Da ist nicht nur das Waschen, sondern besonder auch das Kämmen das Problem.
Sie möchte die Haare auch nur ungern schneiden lassen. Das ist auch so Punkt, bei dem ich versuche, ihre Entscheidungen bezüglich ihres Körpers zu respektieren. Das letzte Mal konnte ich sie Anfang Herbst davon überzeugen, wenigstens die Spitzen schneiden zu lassen, davor über ein Jahr lang gar nicht. Die Haare sind jetzt das, was auf Shampoo-Flaschen so schön "strapaziertes Haar genannt wird. Sie verfilzen, gerade bei dieser Kälte, wenn sie dann auch noch durch Mütze und Schal verwuschelt werden total schnell. Offen kann sie die schon nciht mehr tragen, ohne dass uns abends ein viertelstündiger Kämmk(r)ampf bevorsteht. Das geht eigentlich nur noch geflochten und selbst dann sind die Spitzen abends bzw. morgens nach dem Schlafen schon verfilzt.
Sie versteht diese Zusammenhänge theoretisch auch, bekommt zudem einen Waschlappen vor die Augen beim Waschen bzw. macht schon das meiste alleine. Ich gehe beim Kämmen auch wirklich behutsam vor, plane dafür morgens sogar extra Zeit ein, trotzdem gibt es da oft noch Geschrei.
Würde ich ihrem Geschrei nachgeben und die Haare wirklcih nicht mehr anrühren, wären die innerhalb kürzester Zeit wirklich hin, und es bliebe nur noch, ihr eine Kurzhaarfrisur zu verpassen, was sie ja auch nicht möchte.
Soll ich sie diese KOnsequenzen wirklcih so bitter erfahren lassen? Oder weiter so vorgehen, dass ich ihr sage: "Was sein muss, muss sein, auch wenn es unangenehm ist.", und auf die Haarpflege bestehen. Ich setze es ja nicht mit Gewalt durch, sondern versuche, an ihre Einsicht zu appellieren.
Das ist unser Dillemma bei dieser konkreten Frage.
Und wie wäre es, wenn du einfach an ihre Kompetenz glaubst. Momentan nimmst du ihr diese Entscheidung ab.
Sie ist ja nun nicht mehr so richtig klein.
Du könntest ihr nochmals ganz deutlich erklären, das ihre Haare verfilzen und sie dann nicht mehr kämmbar sind, sondern nur noch abgeschnitten werden können. Und dann im gleichen Atemzug ihr sagen, dass es von nun an ihre Entscheidung ist. Du hättetst keine Lust darauf, jeden Abend deswegen mit ihr Ärger zu haben. Das ist so ja schließlich für euch beide Stress. Ich glaube, dieser ewige Stress schadet euch, und auch Juliane!, mehr als wenn sie wirklich mal die Konsequenzen spüren müsste.
Ich glaube, das stammt aus Juul (oder doch aus den Kloeters? - ach, ich werfe schon alles durcheinander, weil ich beides jetzt parallel lese), wo geschrieben steht "Sicherlich hätten die Eltern erst einmal ein schlechtes Gewissen, wenn die Kinder die Konsequenzen ihres Handelns spüren würden" als Beispiel wurde der schon abgedeckte Abendbrottisch genannt. Aber Kinder lernen nunmal aus Erfahrungen und übernehmen Verantwortung für eine Sache erst, wenn sie entweder dazu reif sind UND auch die Möglichkeit dazu haben. Momentan sehe ich das bei euch so, dass du die Verantwortung noch nicht abgegeben hast, Juliane sie also auch gar nicht übernehmen kann.
Naja, das ist jetzt zumindest meine Interpretation. Ich denke, es wäre es wert, das einfach mal auszuprobieren.

Ich kenne zu diesem Thema viele andere Familien, die damit sehr großen Erfolg hatten. z.B. bei einer gab es immer morgens Stress, weil das Kind trödelte und fast immer zu spät in die Schule gekommen wäre. Die Mutter hat dafür gesorgt, dass sie es dann doch immer noch geschafft haben.
Irgendwann hatte sie einfach keine Lust mehr auf diesen Stress am Morgen, hat die Lehrerin eingeweiht. Das Kind kam dann auch zu spät zur Schule. Wie die Lehrerin reagiert hat, weiß sie nicht, aber fortan gab es den Stress morgens nicht mehr. Das Kind hat gelernt, dass es selber dafür verantwortlich ist, sich fertig zu machen. Ein Hinweis auf die aktuelle Uhrzeit reicht seitdem.
Liebe Grüße von
Heroto mit 3 Jungs (9, 7 und 3 J.)
novembersonne
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Beitrag von novembersonne »

Ich finds komisch, dass sich einige an dem zeitgeist, der in den Briefen mitweht aufhängen...ist doch voll wurst, wie "man" gängig definiert.....heute müssen Mädels halt wilde Prinzessinen sein und Jungs kleine Gangsterrapper.

Mir gefällts ja sogar.

Und übrigens: vor zwei Jahren habe ich meine letzten offiziellen Knicks gemacht, da habe ich meinen Gesellenbrief erhalten (war sogar barfuss dabei), und die meisten fandens sehr nett. Von wegen Sissy, ph.


Ach, und warum Sabine wäscht Du so oft? Weil sie dann leichter kämmbar sind? Ich gehör zu den einmal wöchentlich waschern (mit ziemlich langen Haaren), und die Kopfhaut gewöhnt sich tatsächlich dran, und es ist sogar gesünder, die Haut nicht so zu reizen. Machst Du ihr keine Zöpfe???die kann man auch einige Tage drinnen lassen?

Bei mir früher durfte ich mich immer ans waschbecken wie beim Friseur setzen, mit waschlappen, das war ganz ok.

lg
Liebe Grüße
kado

Bub 07/2005; Bub 01/2008; lütte Deern 2/2012
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Ringelsocke
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Beitrag von Ringelsocke »

novembersonne hat geschrieben:Ich finds komisch, dass sich einige an dem zeitgeist, der in den Briefen mitweht aufhängen...ist doch voll wurst, wie "man" gängig definiert.....heute müssen Mädels halt wilde Prinzessinen sein und Jungs kleine Gangsterrapper.

Mir gefällts ja sogar.
:oops: :oops: Mir ist das mit dem "alten Ton" noch gar nicht aufgefallen... aber ich hab auch "erst" die ersten 4 Briefe gelesen....
Liebe Grüße von der Ringelsocke mit 2 Mädels (12/04 und 07/06)
Ich berate nicht mehr!

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dementia
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Beitrag von dementia »

Da gibts auch keinen "alten Ton".

Es gibt Beispiele, die älter klingen. Aber ansonsten sind die Briefe sehr, sehr gut verständlich geschrieben und wie Mandy oder auch novembersonne schon sagte, sind auch die "alten Beispiele" in die heutige Zeit zu übertragen.
LG,

Ich mit Tochter (06/05) und Kerlchen (07/12)
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Ringelsocke
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Beitrag von Ringelsocke »

ok, dann bin ich ja beruhigt, hatte mich schon gewundert ;)
Liebe Grüße von der Ringelsocke mit 2 Mädels (12/04 und 07/06)
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dieknurpsels
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Beitrag von dieknurpsels »

Hallo!
Als ich mit Tobias darüber gesprochen habe, sind wir auch schon auf diese sie-muss-langsam-selber-entscheiden-können-wieviel-Haarpflege-nötig-ist-
und-notfalls-mit-den-KOnsequenzen-leben-Idee gekommen, haben sie aber erstmal verworfen, weil ich fand, dass die Konsequenzen zu hart wären, wenn sie sie wirklich erfahren muss.
Nachdem ich dann den Beitrag von Heroto gelesen hatte und Jule mich an dem Tag noch mit einem anderen Riesenschritt in Richtung Selbständigkeit überrascht hat, habe ich ihr das vorgeschlagen. Habe so in etwa gesagt, dass ich ihre Haare nur noch anfasse, wenn sie das wünscht, dass sie das von nun an entscheiden muss. Die Antwort hat mich umgehauen: "Ok, heute müssen die gewaschen werden." :D Das ging dann auch tatsächlich stressfrei und ich war schon soooo begeistert von dieser Regelung.
Am nächsten Morgen sollte ich aber nicht, da hat sie sich selber einen Pferdeschwanz gemacht. Abends waren sie dann verknotet und statt mich beim Kämmen anzumotzen, dass das weh tut, dass sie nicht will etc., hat sie mich angemotzt, dass sie diese neue Regelung doof findet, ich soll das wieder bestimmen. Klar, dann ist sie ja auch nicht selber schuld, wenn es besonders unangenehm wird. Aber seitdem klappt es sehr gut.

@novembersonne: einmal pro Woche fände ich zu wenig, weil die schon mal gerne ins Essen, die Zahnpasta oder unter der Schnoddernase hängen... Wenn so etwas nicht passiert, waschen wir so jeden zweiten oder dritten Tag. Ich habe jetzt mal Erwachsenen-Shampoo probiert, was der Kämmbarkeit sehr zuträglich war.

Lieben Gruß
Sabine mit Juliane und Samuel
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Heroto
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Beitrag von Heroto »

Hallo Sabine.

das klingt doch ganz toll.
Ich denke, das wichtigste ist jetzt erst einmal, dass ihr dieses Stress-Karussell durchbrecht - sie ist sauer auf dich, weil das Haare kämmen/waschen so unangenehm ist, du bist sauer auf sie, weil sie nicht nach deinen Vorstellungen mitmacht.....
Sicherlich wird das Haare-Waschen/kämmen dadurch nicht besser, aber das Gefühl füreinander bestimmt.
Und vielleicht gibt es ja auch noch einen Zwischenweg, also nicht nur, dass du über sie bestimmt, oder sie komplett dafür alleine verantworlich ist, sondern irgendeine Zwischenlösunge.
Kinder sind da auch unheimlich einfallsreich.

Dazu möchte ich euch gerne eine Geschichte erzählen.
Ich bin auch eine Zeitlang mit meinem Sohn häufiger aneinandergerasselt - gerade in der Phase, wo er schon vieles selber machen wollte, ich aber manchmal so in Gedanken war, dass ich es unbewusst einfach mal schnell selbst gemacht habe und er dann keine Chance hatte, es zu tun.
Eines Tages hatte ich nach dem Po abwischen auch direkt abgespült. Er war todtraurig, weil er doch noch sein Kaka betrachten wollte :wink:
Ich habe dann mit ihm gesprochen, ihm erklärt, dass es ein Versehen war, dass ich in Gedanken gewesen sie und ihm verschiedene Vorschläge gemacht wie "Das nächste Mal passe ich auf, dann lasse ich dich ganz sicher abziehen' oder ähnliches.
Er war mit allem nicht einverstanden. Als ich ihn dann fragte, was er denn meinte, was wir jetzt tun sollen, meinte er einfach "Ich mache einfach noch ein Kaka und das spüle ich dann ab!"
Ich fand die Antwort einfach nur Klasse!!! :D
Liebe Grüße von
Heroto mit 3 Jungs (9, 7 und 3 J.)
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maerz
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Beitrag von maerz »

Charlotte hat geschrieben: :oops: :oops: Mir ist das mit dem "alten Ton" noch gar nicht aufgefallen... aber ich hab auch "erst" die ersten 4 Briefe gelesen....
Ich fand den ersten Brief auch ein wenig altmodisch, sowohl inhaltlich als auch vom Sprachstil...

Als Beispiel fällt mir der Hinweis auf die Ehefrau ohne eigene Meinung ein. Es kam mir erst einmal ein wenig merkwürdig vor, dass in einem Elternratgeber darauf hingewiesen wird, und ich finde, da klingt der Zeitgeist einer Zeit mit, in der das vielleicht noch nicht wirklich selbstverständlich war...

Mich hat's ein wenig gestört, obwohl es ja am Inhalt nichts ändert und man die Beispiele durchaus auch in die heutige Zeit übertragen kann. Ich glaube, es ist einfach erst einmal irritierend...
maerz
(mit drei Kindern: 2002 + 2006 + 2009)
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