Hungerschreien trotz verfügbarer MuMi?

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boebsimama
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Hungerschreien trotz verfügbarer MuMi?

Beitrag von boebsimama »

Hallo ihr Lieben!

ich lese nun schon eine ganze Weile mit, aber nun habe ich selbst ein Problem, was mich dazu veranlasst hat mich zu registrieren :?

Ich hol mal etwas weiter aus ... vielleicht hilft das ja bei der Lösung:

Am 3.11 wurde unser Söhnchen geboren. Schwangerschaft war unproblematisch und er ist ca. 10 Tage nach Termin ganz gemütlich zu Hause gekommen. 8)

3480g und 53cm. Er dockte dann gleich an und trank je ca. 30 min. Super! dachte ich, es läuft also perfekt weiter :)

Er war stark übertragen und deshalb gab die Hebamme Glukoselösung aus der Spritze und meinte wir sollten das nach jedem Stillen machen, damit er nicht austrocknet. Und dann riet sie mir zu einem min. 3h Abstand, damit meine BW nicht wund werden. Ja, das lief dann alles mehr schlecht als recht und es war ein regelrechter Kampf ihn anzudocken. Ging anfangs auch nur mit Papa zusammen. Nun denn .. irgendwann habe ich einfach immer angelegt, wenn ihm danach war, z.T. den ganzen Abend. Aber er trotzdem relativ unruhig. Tja dann meinte die Hebi, dass er nicht gut zunimmt ... wir sollten darüber nachdenken zuzufüttern. Das wollte ich natürlich auff keinen Fall, lieber setze ich mich 24h hin stille ihn. Denn dadurch ließ er sich immer beruhigen. Sie war der Meinung ich hätte zu wenig Milch und versuchte das mit Globuli anzukurbeln. Aber er hat immer gut nasse Windeln (min 5) und wirkt superfit trotz geringem Gewicht. Mit 3 Wochen waren wir beim Ostheopathen, sie meinte auch er ist beeindruckend fit bis auf eine Kleinigkeit im Nacken. Die Hebamme hat mich dann doch rumgekriegt ihm was zu geben, und so bekam er sporadisch nach einem Stillen 1x die Spritze (ca. 15ml) und einmal die Flasche (ca. 20ml), obwohl sie meinte er solle jeden Abend 30-40ml bekommen, da kann man schon nichts falsch machen.

Und nun mein Auslöser, gestern hatte ich das Gefühl, dass er echt gut getrunken hat. Um 12 sind wir dann beide ins Bett (ich bin seit 2 Tagen wieder alleine, weil der Papa für 2 Wochen auswärts arbeiten muss, das hat mich gestern besonders gewurmt, dann noch schlechte Nachrichten und Kopfweh --> blöder Tag, abends geheult).

Um 2 werde ich wach, ich stille ca. ne Stunde und steh dann auf um ihn zu wickeln leg mich wieder hin, um ihn weiter zu stillen und nach ca. ner halben Stunde fängt er wie blöd zu schreien an und lässt sich durch nichts beruhigen ,was sonst immer ging. Als ich gedrückt hab kam auch Milch. 45min habe ich es probiert und ihm dann unter Tränen eine Flasche gemacht (ca. 30ml) und ihm die Angeboten, um zu gucken, ob er wirklich Hunger hat. Er hat sie ausgetrunken und dann war Sofort Ruhe :? Nach 15 min ist er wieder wach geworden und ich hab eine Brust gegeben und dann ist er eingeschlafen und ich konnte endlich noch ein bisschen dösen ... total erschöpft :(

Jetzt. mit fast 4 Wochen hat er 3540 (nachdem er auf 3240 runtergerutscht war)

Was soll ich jetzt machen? Ich bin grad ratlos und verzweifelt ... ich hab solche Angst, dass das alles ins Abstillen rutscht. Aber ich will natürlich auch nicht das er Hunger leidet.

Hätte ich es weiter probieren sollen und ihn schreien lassen?

Naja Danke erstmal fürs "zuhören"

Könnt ihr mir vielleicht eine gute Stillberaterin empfehlen, falls das was bringt? Ich wohne in der Nähe von Hamburg (nahe Winsen/Luhe).

Viele liebe Grüße von

Jenny, Böbsi und Hondje
Liebe Grüße von Jenny mit Böbsi *11/2010 und Mini-Böb *3/2014
jusl
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Re: Hungerschreien trotz verfügbarer MuMi?

Beitrag von jusl »

Hallo Jenny,

wann hatte Dein Sohn denn die 3240 g? Falls dies sein geringstes Gewicht war in den Tagen nach der Geburt, liegt die normale Gewichtsabnahme ja nun gut im Rahmen (< 7%). Auffällig sind natürlich die Hinweise Deiner Hebi, Glukoselösung zu verabreichen (ich konnte in keinem Fachbuch was über ein erhöhtes "Austrocknungsrisiko" nach Terminüberschreitung finden, oder eine gängige Empfehlung, dass nach Übertragung Glukosegaben für irgendwas nütze seien) und gleichzeitig einen Mindesstillabstand von 3 Stunden einzuhalten (Brustwarzen werden nicht wund, weil zu oft gestillt wird, sondern aus anderen Gründen, meist falsches Andocken. Bei falscher Anlegetechnik dürften die Warzen auch bei 12 Stunden Pause schmerzen.). Mindestabstände widersprechen der Empfehlung "Stillen nach Bedarf". Beim Stillen nach Bedarf jedoch ist nachgewiesen, dass so die Babys eine bessere Gewichtszunahme zeigen und die Milchproduktion besser in Gang kommt. Eine Vielzahl an Stillproblemen hat ihre Ursache darin, dass nicht nach Bedarf sondern nach der Uhr gestillt wird.

Die empfohlenen Zufüttermengen, 15, 20, 30, 40 ml täglich, sind im Übrigen so gering, dass diese über den Tag wahrscheinlich gar keinen Unterschied in der Versorgung des Kindes ausmachen. Wie Du hier lesen kannst, trinken Babys in dem Alter ungefähr 700 +/- 180 (!) ml Milch täglich. Allein schon Streubreite ist riesig, den genauen Bedarf bestimmt Dein Sohn ganz einfach tagtäglich über sein Stillverhalten. 30ml dazu oder nicht - völlig wurscht - er müsste ja sozusagen bloß vier mal mehr schlucken (am Tag!), dann hätte er diese Menge ebenfalls intus.

Sprich: Vorteile hat diese Art des Zufütterns sicher nicht, wohl aber Nachteile! Unsicherheit bei Dir, veränderter Stillrhythmus, Bekanntschaft mit künstlichen Saugern und Manipulation im Babymund - all dies kann zusammengenommen in der Tat Stillprobleme verursachen. Man kann also definitiv "mit 30-40ml jeden Abend etwas falsch machen" - nämlich dann, wenn die Risiken unnötigen Zufütterns die praktisch nicht vorhandenen Vorteile eindeutig überwiegen. Wohl gemerkt: selbstverständlich gibt es Situationen, die Zufüttern erfordern (hier überwiegen die Vorteile ganz klar die Risiken). Aber ob Eure dazugehört, steht nach Deiner Schilderung nicht fest. Als Stillberaterin hab ich noch nie einen Fall erlebt, bei dem "ohne Zufüttern ein (gesundheitliches/medizinisches/stillberaterisches) Problem vorlag, der aber mit 30-40 ml abends Zufüttern gelöst wurde", definitiv nicht.
Die Situation in der Nacht, die Du beschrieben hast, war sicher sehr nervenaufreibend für Euch beide, und es ist völlig verständlich, dass Du es mit der Flasche probiert hast, aber diese EINE Situation ist noch kein Hinweis für ein grundlegendes Problem. Vielleicht war es reiner Zufall, vielleicht hatte er zufällig Bauchweh, vielleicht wart Ihr beide einfach in der Anspannung und Sorge drin, die sich dann löste - das weiß man nicht.

Sinnvoll finde ich:
* Uneingeschränktes Stillen nach Bedarf. (Junge Babys trinken durchschnittlich 8-12 Mal in 24 Stunden. Kinder mit eher geringer Gewichtszunahme sollten ensprechend mindestens(!) 10-12 mal stillen.)
* Künstliche Sauger weglassen.
* Gewichtsentwicklung weiterhin gut beobachten. Ausführliche Informationen zu Gewicht, Gedeihen und Wiegen findest Du hier. Für eine erste Einschätzung könntest Du hier noch mal ALLE Gewichtsdaten, die Du hast (incl Datum) posten. (Erster Schritt, wenn man ein Problem behandeln will: erstmal gucken, ob überhaupt eins vorliegt ;-))

Ich hoffe, diese Hinweise helfen Dir erstmal weiter,
liebe Grüße,
Julia
boebsimama
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Re: Hungerschreien trotz verfügbarer MuMi?

Beitrag von boebsimama »

Hallo Julia :)

ersteinmal vielen Dank für deine ausführliche Antwort.

Hier die Daten, die ich habe:

Geburtsdatum 3.11 3480g (nach Stillen)
5.11 3240g (vor Stillen)/geringstes Gewicht
8.11 3240g """
10.11 3280g """"

danach habe ich mir nicht mehr mit notiert, nur die Hebi.

gestern gewogen: 3540g (fast vier Wochen alt)

Ich halte wirklich viel von meiner Hebi, aber irgendwie habe ich, was das Stillen angeht, schon das Gefühl, dass ihre Beratung eher mangelhaft ist. :?

Ich stille ungefähr seit dem 4ten Tag nach Geburt nach Bedarf ... und das ist wirklich ein Vollzeitjob. Es ist wirklich ganz unterschiedlich. Vormittags schläft er meistens länger und zum nachmittag hin habe ich ihn eigentlich Dauerhaft an mir dran nur mit kurzen Dös-phasen seinerseits.

Meine Frage ist nun, sollte so etwas nochmal kommen ... das er offensichtlich wirklich Hunger hat, aber aus mir unbekannten Gründen nicht trinken will, soll ich das aussitzen (halt versuchen ihn anders zu trösten, wobei das letzte Nacht nicht geklappt hat ...)?

Ich finde ihn vollkommen okay ... und mache mir wegen des Gewichts ehrlich gesagt keine Gedanken ... da er ... wie gesagt sehr fit und munter wirkt. Er ist halt ein kleiner Spargel, aber jedes Kind ist halt anders. Und er hat ja auch super Output in der Windel.

Also mein Plan wäre jetzt ... weiter machen wie bisher ... sprich Dauerstillen und das "Zufüttern" komplett weglassen ... auch wenn er schreit (also richtig zugefüttert habe ich ja noch nicht) Andererseits ist ja jetzt auch laut Lektüre ein größerer Entwicklungsschritt geplant.

Ach ... ich weiß auch nicht ... wahrscheinlich ist es ganz normal das sie mal ne ganze Weile schreien ohne sich beruhigen zu lassen ... nur hat er es bisher bei uns nicht gezeigt. Oder er hat gemerkt das ich traurig bin, hatte ich vielleicht deswegen wirklich weniger Milch?

Achja ... danke erstmal fürs Zeit nehmen :oops:

Liebe Grüße

Jenny und Co
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rhapsody
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Re: Hungerschreien trotz verfügbarer MuMi?

Beitrag von rhapsody »

Hallo Jenny,
bin zwar keine Stillberaterin, kann Dir aber vielleicht aus eigener Erfahrung berichten. Als mein Sohn in ähnlichem Alter war wie Dein Baby jetzt, fing er abends an zu schreien, ich WUSSTE, er hat Hunger, aber er wollte nicht richtig andocken. Ich habe ihm halt immer wieder die Brust angeboten, die Position gewechselt, mal Milch auf die Lippe getropft, weil ich teilweise den Eindruck hatte, er merkt gar nicht, dass er jetzt trinken kann. War immer abends, geholfen hat es schliesslich, im Bett und im Liegen zu stillen, teilweise habe ich etwas Milch ausgestrichen und ihm in einem kleinen Becherchen angeboten, einfach damit er IRGENDWIE trinkt. Vor lauter Gejammer hat er gar keine Ruhe gehabt, richtig anzudocken. Mein Mann hatte damals auch schon Sorge, dass das Baby nicht satt wird, aber Milch hatte ich immer reichlich, daher war ich sicher, dass es DARAN nicht liegt.
Der Spuk war dann aber recht schnell vorbei, wie gesagt, bei uns hat es geholfen, dass ich mich mit ihm ins Bett gelegt habe, nur Nachtlicht an...
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EhMikp

Re: Hungerschreien trotz verfügbarer MuMi?

Beitrag von EhMikp »

Hey Jenny,

fachlichen Rat kann ich Dir nicht geben, aber Dich ermutigen auf Dein Gefühl als Mama zu hören! Bleib also beim Stillen und notfalls Dauerstillen. Und ich bin fest überzeugt, dass Du am allerbesten weißt, wie es dem Kleinen geht, d.h. auch wenn er wenig zunimmt. Ich weiß, dass es nicht leicht ist, sich NICHT verrückt zu machen/machen zu lassen :wink:.

Ich kann Dir eigentlich nur mich als Negativbeispiel anführen: aufgrund eines unglücklichen Starts hat mein Kleiner als erstes Flasche bekommen. Drei Tage später kam dann meine Milch (und so lange bekam er Flasche), aber von der Flasche sind wir bis heute nicht mehr losgekommen. Ich stille zwar, aber Flasche fütter ich trotzdem zu. Irgendwie habe ich den Absprung nie mehr geschafft. Darum sage ich auch hör auf Dein Gefühl und fang gar nicht erst mit der Flasche und zufüttern an. So lange er zunimmt, versuch nur zu stillen. Einige Babies sind ebend dünner, er wird schon noch Babyspeck ansammeln :D
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Re: Hungerschreien trotz verfügbarer MuMi?

Beitrag von boebsimama »

Heyho ihr lieben!

vielen Dank für eure aufmunternden Beiträge.

Die letzten 2 Nächte waren entspannt. Es kam mir zwar so vor, als hätte ich die ganze Nacht mit Dös-Stillen verbracht, aber es war okay und er schien zufrieden :D

Gestern hatten wir unseren ersten großen Ausflug (zum Lenyaladen, Buxtehude :mrgreen: ) wir waren bestimmt 5h unterwegs und er hat nicht einmal gemeckert, zwischendurch konnte ich ihn gut in einem Restaurant stillen (meine Freundin hat mich gefüttert :lol: ).

Dann war gestern die Hebi da und wir hatten ihn spaßenshalber mal vor und nach stillen gewogen und der Unterschied waren 100g (ca 40min) da war sie ganz baff, weil sie immer dachte ich hab zu wenig Milch. Und er hat auch wieder 20g zugenommen. Sie würde jedoch immer noch zufüttern.

Also bis auf die drei mal hat er bisher nichts bekommen. Und im Moment läuft es echt gut und ich bin durchs Forum auch wieder in meiner Meinung, mich auf mein Gefühl zu verlassen, gefestigt :)

Ich hoffe das läuft jetzt erstmal so weiter ... ich stille halt sehr viel, aber er scheint es halt zu brauchen und mit dem Zunehmen lässt er sich halt Zeit (die Hebi meint halt, in seinem Alter haben manche schon ein Kilo zugenommen), aber ich habe im Gefühl das es ihm super geht ... also ist das auch so! 8)

Die Hebi hat die Werte noch ergänzt:

5.11/3240g
8.11/3240g
10.11/3280g
12.11/3300g
15.11/3340g
18.11/3400g
22.11/3490g
25.11/3490g
27.11/3530g
30.11/3560g

nunja es ist gar nicht so einfach sich nicht verunsichern zu lassen :oops:

Aber ihr habt mir schon sehr geholfen :D

Stillen ist wirklich wunderschön und mir geht jedesmal das Herz auf:
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tania
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Re: Hungerschreien trotz verfügbarer MuMi?

Beitrag von tania »

egal, wie sich dein kind gewichtsmäßig entwickelt, bei den ganz kleinen ist die streuung so immens, dass dein sohn es nie schaffen wird, sich "ordnungsgemäß" zu entwickeln. du und deine hebi und euer arzt, hr müsst euch eh immer genau dein baby mit genau seiner kurve und genau seiner art zuzunehmen anschauen. also könnt ihr damit gleich anfangen :wink: . wiegen ist nur in wenigen fällen ein probates mittel beim betrachten einer stillbeziehung. wenn alles in ordnung ist - und danach sieht es bei euch aus - dann ist die waage wenig hilfreich und eventuell sogar schädlich, da verunsichernd und druck erzeugend. was du erzählst, dösstillen die ganze nacht, oft anlegen, draußen stillen, klingt sehr gut. toll, dass es jetzt so entspannt läuft. du wirst bestimmt noch oft denken, dass du nicht genug milch hast. ich hatte ein sehr schweres baby, dass (übermäßig :lol: ) viel zunahm und ich hab mir trotzdem sorgen gemacht, meine milch könnte nicht reichen.

alles gute!
tania mit sohn *09 und sohn *12
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JUST-ME
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Re: Hungerschreien trotz verfügbarer MuMi?

Beitrag von JUST-ME »

Also mein Söhnchen hat Anfangs auch extrem schlecht getrunken... keine Ahnung was der Grund war (Tippe auf zu spätes anlegen und die starke Gelbsucht als Grund). Die ersten 3 Tage hat er quasi gar nix getrunken (nur wenige ml die ich ausstreichen konnte, sonst nix), danach ging es nur mit Stillhütchen und war ein echter Kampf. Er hat auch oft die Brust angeschrien anstatt zu trinken, obwohl er ganz offensichtlich sehr hungrig war.
Wir haben kein einziges Mal zugefüttert und er hat nach dem anfänglichen rasanten und starken abnehmen (mehr als die kritischen 10%) super zugenommen und ist ein total zufriedenes propperes Baby. Die Stillhütchen brauchen wir etwa seit dem 3. Monat auch nicht mehr.
Ich bin zwar keine Stillberaterin und stille momentan mein erstes Kind, aber ich würde an deiner Stelle das zufüttern langsam reduzieren und einstellen. Du stillst deinen Sohn nach Bedarf, er wirkt zufrieden und hat genug nasse Windeln... kann mir also nicht vorstellen das da was nicht passt!!! Und euer Wiegeexperiment spricht nur dafür finde ich!!!
Hab Vertrauen in Dich, deinen Körper und dein Baby!!!! Ihr schafft das schon :14:
Liebe Grüße von ME mit Mini-ME (*06/10) an der Hand und Micro-ME (*02/12) im Arm

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boebsimama
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Re: Hungerschreien trotz verfügbarer MuMi?

Beitrag von boebsimama »

Hallo ihr lieben!

hab eure Antworten jetzt erst entdeckt. Vielen Dank dafür! :D

Meine Hebi war grad da ... und jetzt will sie, weil er wieder nur ganz wenig zugenommen hat das ich nach jeder Mahlzeit 50ml zufütter :shock:

Ich hatte außer die drei mal, wie oben erwähnt, nicht weiter zugefüttert. Es geht ihm nachwievor blendend. Gerade liegt er glucksend in meinem Bett. Windeln sind gut Nass und 'gschissa hat auch immer gut. Ich mach alles so wie bisher und denke alles ist gut ... Also Anlegen nach Bedarf, wie er lustig ist. Mal ist er ein Tag unruhiger mal ist er ein Tag ruhiger, aber zwischendurch immer mal wach und am rumgucken und Grinsen. Also ich habe nicht das Gefühl, das er zu unruhig oder zu ruhig ist.

Die Hebi meinte wir müssen echt gucken, nächste Woche Dienstag ist die U3 und sie befürchtet der Arzt würde uns in die Kinderklinik überweisen.

Aber der Papa ist genauso ... kann fressen wie er will, aber kein Gramm Fett zu viel dran (im Gegenteil zu mir).

Hier nochmal seine Werte:

5.11/3240g
8.11/3240g
10.11/3280g
12.11/3300g
15.11/3340g
18.11/3400g
22.11/3490g
25.11/3490g
27.11/3530g
30.11/3560g
3.12/3640g
9.12/3700g

ach und ich war sogut gelaunt heut morgen. Gestern hatten wir betriebliche Weinachtsfeier in einem Restaurant, er hat die ganze Zeit geschlummert ... zum Schluss als wir fertig waren mit Essen habe ich ihn dort gemütlich gut ne dreiviertel Stunde gestillt ... dann ab nach Hause und dort weitergestillt und eingeschlafen .... er hat nicht einen Ton gesagt ...

Ich würde jetzt bis Dienstag (Arztbesuch) nicht zufüttern, obwohl die Hebi drauf bestand. Es sei denn jemand sagt mir sein Gewicht ist ernsthaft bedenklich.

(Hebi meinte, sie hätte schonmal so ein Baby gehabt und das ist dann irgendwann von einen Tag auf den anderen in eine "Schrei-starre" verfallen und hat sich gar nicht mehr stillen lassen, weil so unruhig ... und die hätte Angst, dass das bei uns auch so wird)

*seufz*
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jusl
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Re: Hungerschreien trotz verfügbarer MuMi?

Beitrag von jusl »

Hallo,

ich fasse mal zusammen:

* Dein Baby nimmt wöchentlich durchschnittlich 110g zu, stetig.
* Du stillst nach Bedarf.
* Dein Sohn hat keinerlei Stillprobleme und zeigt ein munteres, fittes Allgemeinverhalten.
* Täglich reichlich Windelinhalt.
* Ein Stillprobe ergab mal 100 g (das ist viel!).
* Zarte Statur liegt in der Familie.

Dies zusammengenommen ergibt gar keine Indikation fürs Zufüttern, weder jetzt noch nächsten Dienstag. Worauf die Empfehlung "nach jeder Mahlzeit 50 ml" fußt, ist für mich nicht nachvollziehbar. Wie kommt diese Zahl zustande? Welche Werte wurden da bilanziert??
Und Horrorgeschichten über Klinikeinweisungen oder Schrei-Starren (den Begriff hab ich ja noch nie gehört) bei stillstreikenden Hungerbabys empfinde ich als ziemlich daneben bei einer Mutter, die alles richtig machen will und besorgt ist.

Ob Dein Baby mehr zunehmen würde, wenn es häufiger/effektiver/länger stillen würde, weiß ich nicht. Aber wenn Ihr bereits konsequent mind. 8-12 Mal täglich problemlos stillt, ist dies unwahrscheinlich. (Zufüttern würde in diesem Fall übrigens GAR NICHTS bringen; Dein Sohn würde dann nämlich einfach umso weniger stillen je mehr er zugefüttert würde - einfach entsprechend seinem Bedarf - und käme unterm Strich auf die gleiche Trinkmenge. Denn "Stillen nach Bedarf" ist ein nicht verbesserungsfähiger Zustand.)

Gewichtszunahme am unteren Durchschnitt ist nicht "schlechter" als Gewichtszunahme am oberen Durchschnitt oder in der Mitte, genausowenig wie jemand mit 1,60 m "schlechter" gewachsen ist als jemand mit 1,70 m . Aber es ist sinnvoll, auszuschließen, dass ihn irgendwelche Umstände daran hindern, mehr zuzunehmen, wenn er eigentlich von Natur aus mehr zunehmen WÜRDE. Notieren der Gewichtsentwicklung alle 1-2 Wochen ist sicherlich weiterhin sinnvoll. Hatte ich das hier schon verlinkt? Gedeihen und Gewichtskontrolle

Bin sehr gespannt was Dein KiA nächsten Dienstag dazu sagt - bei Geschichten wie Eurer ist an Reaktionen von "alles bestens, so ein fittes gesundes Baby!" bis zu "ab sofort zufüttern!" alles drin :roll: :lol:

LG;
Julia
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