Stillen -antifeministisch?!

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Johana
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Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von Johana »

Altraia hat geschrieben:Das sehe ich genauso, Johana.

Es heißt ja auch sonst immer, dass bei der Ernährung die "Rangfolge" lautet:
- Muttermilch direkt aus der Brust
- abgepumpte Muttermilch der eigenen Mutter
- abgepumpte Muttermilch einer anderen Mutter
- Kunstmilch

Ah ja, danke :D !

LG
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Drachenblut
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Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von Drachenblut »

IBCLC Regina hat geschrieben:Ich finde ihn nicht schlimm, ihre Argumente schließen jedoch eindeutig auf unzureichende Still-Infos.
Wichtig ist, dass sich Frauen GUT schon vor der Geburt zum Thema Ernährung auseinandersetzen und sich auch möglichst Unterstützung von einer kompetenten Fachpersonl holen, um die Für und Wider abzuwägen und dann eine informierte Entscheidung zu treffen. Dieser Artikel scheint informiert, ist er aber leider nicht, denn was das Kind evtl. wollen würde, was IHM guttut steht nirgends und es ist leicht zu sagen "wenn es mir gut geht, geht es auch dem Kind gut", aber auch umgekehrt wird ein Schuh draus. Von gesunder, natürlicher, antikörperreicher Nahrung, kiefergerechter Entwicklung, vom Unterschied eine weiche, warme, gutriechende Mamabrust im Mund zu haben oder Gummi oder Silikon steht nichts. Frauen die nicht Stillen brauchen sich nicht rechtfertigen und dieser Artikel ist eine einzige Rechtfertigung, ihre Argumente fadenscheinig. Schade.

LG, regina
Sie hat ja doch aber beschrieben, dass sie sehr wohl in Rechtfertigungszwänge gekommen ist. Wenn ich in eine Krabbelgruppe gehe und mit den Worten "Da kommt ja das Flaschenbaby" begrüßt werde, fühle ich mich durchaus zu einer Rechtfertigung gezwungen. Das könnte ich nicht so locker wegstecken.

Ich stille Felix jetzt seit über 3 Jahren, mir braucht man also nix zu erzählen, ich weiß um die Vorteile. Aber ich denke, der von Dir verlinkte Artikel hat ja gar nicht den Anspruch, Stillen und Nicht-Stillen gegeneinander abzuwägen, sondern eher, sich mal auszukollern, wie es einer Mutter geht, die die bewusste Entscheidung gegen etwas Bestimmtes getroffen hat.
Ich finde das vergleichbar mit der Situation arbeitender Mütter. Mir ist aufgefallen, dass ich großes Mitgefühl erlange, wenn ich traurig schaue und sage, dass ich ja arbeiten muss, aber viel, viel lieber zuhause bliebe (=keine freie Entscheidung, sondern Zwänge).
Sag ich aber, ich bin ganz froh, arbeiten zu können, weil nur zuhause sein nicht mein Ding ist, dann ernte ich nur Missfallen (=freie Entscheidung, mich nicht uneingeschränkt um mein Kind zu kümmern und es zu genießen).

Ich würde auch jeder Frau zum Stillen raten, aber so langsam versuche ich, mir abzugewöhnen, den Wert als Mutter an solchen Sachen zu messen...
LG Drachenblut mit ihrer 3köpfigen Brut :-)

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Urania
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Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von Urania »

Regina ich habe jetzt auch dein Artikel gelesen.Was muss ich dazu sagen ohne dabei jemandem zu verletzen? Mir tut dieser Frau ehrlich Leid.Es muss viel schief gelaufen sein wenn sie stillen als unangenehm empfindet. Natürlich stillen ist manchmal schmerzhaft aber man muss doch nicht gleich alles hin schmeißen und zu Flasche greifen?Schwangerschaft ist auch keine einfache Angelegenheit aber man lässt doch nicht deswegen andere unsere Kinder austragen.
Und natürlich kann man alles rechtfertigen,Hochwertige Nahrung und s.w.Und wenn jemand die Meinung dazu sagt heißt es Mobbing hah.Am besten gefällts mir die Aussage: "ich habe nicht gestillt und meiner ist auch gesund" oder "ich wollte endlich meine Busen wieder für mich haben" Dabei wird vergessen das das immer noch Ersatznahrung.Aber na ja. Ich zähle mich übrigens auch zu Rabenmüttern hab mein Großer nur bis 2,5 Monaten voll gestillt :( dann müsste ich zu Flasche greifen und wie blöd war das Gefühl ,dieses Gummiding in seinen Mund zu schieben ,würde ich niiiieeee vergessen!
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LaLeMi
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Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von LaLeMi »

Ich weiß nicht, ich finde "Benachteiligung" da einfach ein zu hartes Wort. Meine Tochter war monatelang halbstündlich an der Brust, ja. Wie gesagt, allzuviel gepumpt haben wir nicht. Aber die Benachteiligung durch einen liebenden Papa kann ich da einfach nicht sehen.
Jetzt mal weg rein vom Ernährungsaspekt ;-)

Ich bin hier aber auch in einer Gegend, in der man sich eher fürs Stillen oder gar lange Stillen rechtfertigen "muß" ;-)
Lieben Gruß von LaLeMi mit den beiden Maimäusen 2007 und 2010 und dem Septembermäuserich 2013

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Altraia
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Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von Altraia »

Klar, wenn man vom reinen Ernährungs- und Mutter-Kind-Beziehungsaspekt weggeht, spielen einige Faktoren rein, die sich in der Gesamtsumme wieder ausgleichen können, oder natürlich auch sich negativ addieren.
Liebe Grüße,
Christine mit Sohn (2/05), Tochter (6/07) und Tochter (2/14)
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Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Johana hat geschrieben:
Ich konnte deinen Satz in einem Forum das STILLEN und tragen heißt nicht unkommentiert stehen lassen :wink: ! An der Disskussion zum Thema Feminismus, und Frauen und Beruf möchte ich mich nicht wirklich beteiligen.
Aber das ein Kind was jederzeit und immer komplett nach Bedarf gestillt wird, im Vorteil ist, das empfinde ich einfach so. Ich war selbst bei drei meiner Kindern eine Zeitlang gezwungen abzupumpen und die Milch anders zu füttern (füttern zu lassen), und es war nicht 100% möglich, das nach Bedarf zu machen.
Wenn man nämlich alle halbe Stunde mal ein Schlückchen Milch warm macht, hat man schnell keine mehr. Es gab aber Tage, an denen meine Kindern halbstündlich an der Brust waren.

Desweiteren setzt man ein Kind dem Risiko einer Saugverwirrung aus, denke ich, oder?
Kann man da nicht von Benachteiligung sprechen?

Und was ist daran heftig, wenn man einfach seine Empfindung aufschreibt? Zum Thema stillen, in einem Stillforum...

Liebe Grüße
sehe ich auch so.....
zumal ist Stillen ja noch viel mehr als Nahrungsaufnahme - und ein Säugling erwartet nun mal, dass da eine Mutter ist, eine Nahrungsquelle, die ihm vor dem sicheren Tod rettet - unsere Kinder sind da instinktiv nicht weit entfernt von den Steinzeitbabys
Natürlich erfährt es, dass da auch andere Menschen sind, aber das muss es eben erst lernen.
Und es ist doch nicht rückständig oder unemanzipiert, wenn eine Frau dazu steht, die ersten Monate bei ihrem Kind, das sie immerhin 9 Monate in sich trug, bleiben zu wollen.
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Drachenblut
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Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von Drachenblut »

Nee, finde ich auch nicht.

Und genauso ist es nicht rabenmuttermäßig, wenn Frau sich entscheidet, die ersten Monate _nicht_ zuhause zu bleiben, warum auch immer.

Das ist doch das schöne an der Emanzipation: wir haben jetzt die Möglichkeit, die Dinge weitesgehend so zu machen, wie wir es gerne hätten. Klar, es gibt immer äußere Zwänge, aber so ist das Leben halt. Aber im Großen und Ganzen können wir viel mehr Entscheidungen für unser Leben treffen, als das unsere Mütter oder gar Großmütter konnten.
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Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von luna24 »

Ich habe vor Kurzem mit der Leiterin unserer Krabbelgruppe über das Thema diskutiert und sie meinte: Moderne Emanzipation ist die Wahlfreiheit. Und das finde ich sehr zutreffend. Es ist ein großer Unterschied, ob man sich freiwillig und bewusst für ein bestimmtes Lebensmodell entscheidet oder aus dem gesellschaftlichen Zwang heraus.

Insofern empfinde ich sogar ein gewisse Sympathie für die französischen Feministinnen, weil sie sich einfach mit enormem Einsatz dafür eingesetzt haben, dass Frauen der Weg zur beruflichen SElbstverwirklichung trotz Kind oder mit Kind geöffnet wird. Und ich denke mal, diese Frauen sehen jetzt ihr Lebenswerk in Gefahr, wenn junge Frauen plötzlich wieder zu Hause bei ihren Kindern bleiben wollen, 6 Monate vollstillen etc. Nachvollziehbar, dass sie da irgendwie überreagieren und schade, dass sie diese neue Freiheit der Frauen nicht auch als eine Folge ihrer Arbeit sehen.

Ich denke, diese Rückbesinnung auf die Natur ist in der Form ja erst durch die größeren Wahlfreiheiten von Frauen möglich geworden. Eine Frau heute hat die Möglichkeit, Kind und Karriere zu vereinbaren, nur eine kurze Babypause zu machen, wie das früher undenkbar gewesen wäre. Aber gerade aus dieser Freiheit heraus merken einfach viele Frauen, dass es ihrer Natur nicht entspricht, das Kind nicht zu stillen, schon früh für lange Zeiten fremdbetreuen zu lassen, etc. Und ich könnte mir vorstellen, dass es gerade diese Frauen sind, die die Zeit mit ihrem Kind/ihren Kindern am meisten genießen.

Zumindest geht es mir so. Ich stille seit 13 Monaten und immer noch recht viel, abgepumpt habe ich nie - und ich habe mich durch diese Rund-um-die Uhr Verfügbarkeit nie in meiner Freiheit eingeschränkt gefühlt - im Gegenteil, ich habe es sehr, sehr genossen. Ich hätte aber auch die Möglichkeit gehabt, sehr früh wieder in den Beruf einzusteigen (und das wäre auf jeden Fall die sozial erwünschtere Variante gewesen) - aber ich habe mich bewusst dagegen entschieden. Jetzt muss ich zwar leider in zwei Monaten wieder arbeiten, aber für mich ist klar, nur soviel wie absolut nötig - ehrgeizige Karrierepläne sind erstmal auf Eis gelegt, was ich nie für möglich gehalten hätte. Aber ich habe das Gefühl, das Muttersein entspricht einfach mehr meiner Natur und ich bin glücklicher und ausgeglichener als je zuvor.

Ich denke, es geht vor allem um die Wahlfreiheit - und ich finde es bedenklich, dass der Trend im Moment ja eher dahin geht, Frauen schon sehr früh (spätestens nach einem Jahr) wieder in den Beruf zu drängen. Und DIE Lösung für das Kind-Karriere-Gleichberechtigungsproblem wird es einfach schon aufgrund der biologischen Geschlechtsunterschiede nicht geben. Frauen gebären die Kinder, Frauen stillen die Kinder, und genau deshalb fällt es Frauen auch schwerer, sich schon sehr früh für längere Zeiten von ihren Kindern zu trennen als Männer. Gleichzeitig wollen Frauen aber auch arbeiten, finanziell unabhängig sein, sich beruflich verwirklichen. Und das zu vereinbaren wird immer eine Gratwanderung sein - und ich denke, dafür sollte man ein gesellschaftliches Bewusstsein schaffen und Frauen (und Männer) in ihrer Entscheidungsfindung und -umsetzung unterstützen, anstatt ständig zu bewerten oder Vorgaben zu machen.
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Urania
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Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von Urania »

luna24 hat geschrieben:Ich habe vor Kurzem mit der Leiterin unserer Krabbelgruppe über das Thema diskutiert und sie meinte: Moderne Emanzipation ist die Wahlfreiheit. Und das finde ich sehr zutreffend. Es ist ein großer Unterschied, ob man sich freiwillig und bewusst für ein bestimmtes Lebensmodell entscheidet oder aus dem gesellschaftlichen Zwang heraus.

Insofern empfinde ich sogar ein gewisse Sympathie für die französischen Feministinnen, weil sie sich einfach mit enormem Einsatz dafür eingesetzt haben, dass Frauen der Weg zur beruflichen SElbstverwirklichung trotz Kind oder mit Kind geöffnet wird. Und ich denke mal, diese Frauen sehen jetzt ihr Lebenswerk in Gefahr, wenn junge Frauen plötzlich wieder zu Hause bei ihren Kindern bleiben wollen, 6 Monate vollstillen etc. Nachvollziehbar, dass sie da irgendwie überreagieren und schade, dass sie diese neue Freiheit der Frauen nicht auch als eine Folge ihrer Arbeit sehen.

Ich denke, diese Rückbesinnung auf die Natur ist in der Form ja erst durch die größeren Wahlfreiheiten von Frauen möglich geworden. Eine Frau heute hat die Möglichkeit, Kind und Karriere zu vereinbaren, nur eine kurze Babypause zu machen, wie das früher undenkbar gewesen wäre. Aber gerade aus dieser Freiheit heraus merken einfach viele Frauen, dass es ihrer Natur nicht entspricht, das Kind nicht zu stillen, schon früh für lange Zeiten fremdbetreuen zu lassen, etc. Und ich könnte mir vorstellen, dass es gerade diese Frauen sind, die die Zeit mit ihrem Kind/ihren Kindern am meisten genießen.

Zumindest geht es mir so. Ich stille seit 13 Monaten und immer noch recht viel, abgepumpt habe ich nie - und ich habe mich durch diese Rund-um-die Uhr Verfügbarkeit nie in meiner Freiheit eingeschränkt gefühlt - im Gegenteil, ich habe es sehr, sehr genossen. Ich hätte aber auch die Möglichkeit gehabt, sehr früh wieder in den Beruf einzusteigen (und das wäre auf jeden Fall die sozial erwünschtere Variante gewesen) - aber ich habe mich bewusst dagegen entschieden. Jetzt muss ich zwar leider in zwei Monaten wieder arbeiten, aber für mich ist klar, nur soviel wie absolut nötig - ehrgeizige Karrierepläne sind erstmal auf Eis gelegt, was ich nie für möglich gehalten hätte. Aber ich habe das Gefühl, das Muttersein entspricht einfach mehr meiner Natur und ich bin glücklicher und ausgeglichener als je zuvor.

Ich denke, es geht vor allem um die Wahlfreiheit - und ich finde es bedenklich, dass der Trend im Moment ja eher dahin geht, Frauen schon sehr früh (spätestens nach einem Jahr) wieder in den Beruf zu drängen. Und DIE Lösung für das Kind-Karriere-Gleichberechtigungsproblem wird es einfach schon aufgrund der biologischen Geschlechtsunterschiede nicht geben. Frauen gebären die Kinder, Frauen stillen die Kinder, und genau deshalb fällt es Frauen auch schwerer, sich schon sehr früh für längere Zeiten von ihren Kindern zu trennen als Männer. Gleichzeitig wollen Frauen aber auch arbeiten, finanziell unabhängig sein, sich beruflich verwirklichen. Und das zu vereinbaren wird immer eine Gratwanderung sein - und ich denke, dafür sollte man ein gesellschaftliches Bewusstsein schaffen und Frauen (und Männer) in ihrer Entscheidungsfindung und -umsetzung unterstützen, anstatt ständig zu bewerten oder Vorgaben zu machen.
Maren hat geschrieben:Nee, finde ich auch nicht.

Und genauso ist es nicht rabenmuttermäßig, wenn Frau sich entscheidet, die ersten Monate _nicht_ zuhause zu bleiben, warum auch immer.

Das ist doch das schöne an der Emanzipation: wir haben jetzt die Möglichkeit, die Dinge weitesgehend so zu machen, wie wir es gerne hätten. Klar, es gibt immer äußere Zwänge, aber so ist das Leben halt. Aber im Großen und Ganzen können wir viel mehr Entscheidungen für unser Leben treffen, als das unsere Mütter oder gar Großmütter konnten.
Und hat jemand die Kinder gefragt? Hat einer darüber nachgedacht was Babys wollen?Jeder denk an eine Frau,was Frau will,das Frau gut geht,wann fängt man ans Kind zu denken? Aussage wie "wenn Mutter gut geht geht auch Baby gut" finde ich nicht akzeptabel,Weil manchen Müttern gehts mit Alkohol sehr gut oder ne Zigarette.Natürlich Emanzipation ist super,aber hat das was mit stillen zu tun? Freie Wahl? Und Kind?Das wird praktisch dazu gezwungen Entscheidung von Mutter zu akzeptieren.Wir sind für unsere Kinder verantwortlich und wir sollen auch das beste für sie tun und nicht immer an sich denken.
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Drachenblut
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Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von Drachenblut »

Stillen ist deshalb eben _nicht_ antifeministisch! Weil die Emanzipation dafür gesorgt hat, dass wir die Entscheidung treffen können, zuhause zu bleiben, wenn wir das wollen und dort zu stillen oder arbeiten zu gehen und unser Recht auf Stillpausen zu nehmen (was auch eine Errungenschaft des Feminismus ist, denn glaubst Du, diese Möglichkeit gab es in den 60ern?) und weiterhin zu stillen.

Es ist sehr vermessen, hier jemandem vorzuwerfen, er denke bei dem, was er tut, nicht ans Kind! Ich habe hier schon viele verschiedene Meinungen gelesen, und ich stimme weiß Gott nicht mit jedem überein, aber ich habe hier noch keinen User kennen gelernt, bei dem ich behaupten könnte, er würde nicht in erster Linie an das Wohl seines Kindes denken!

Die Diskussion hat sich sicherlich vom Ursprungs-Beitrag wegbewegt, aber wenn man einfach die Frage: ist Stillen antifeministisch? betrachtet, dann hat doch diese Diskussion gezeigt, dass es das nicht ist.
Was mir persönlich übrigens ziemlich schnuppe ist, weil ich keine Feministin bin. Aber das kann ich wahrscheinlich auch nur sagen, weil ich die Früchte der Bemühungen der Feministinnen ernte, ohne was dazu tun zu müssen.

Wichtig ist doch, das Feminismus, Gleichberechtigung, Mutterschaft nicht ausschließt. Die Hausmutter zuhause ist nicht weniger feministisch als die arbeitende Mutter. Sie wäre antifeministisch, wenn sie in Kittelschürze um 17 Uhr parat stünde, um dem Mann die Hausschuhe zu bringen und ihm seinen Nach-Hause-Komm-Drink zu reichen, weil _er_ das will. Sie wäre antifeministisch, wenn sie stillen würde, obwohl sie es hasst, weil _Mann_ das so will. Aber wenn sie stillt, weil _sie_ es so entschieden hat, wenn sie zuhause bleibt, weil _sie_ es für die richtige Entscheidung hält, ist es eine emanzipatorische Entscheidung und _nicht_ antifeministisch.
Und wenn die arbeiten geht, weil der Mann sie dazu zwingt/drängt, dann ist sie mitnichten emanzipiert. Wenn sie es macht, weil _sie_ es will, ist das schon eine Entscheidung, die nur die Emanzipation so möglich geworden ist. Und wenn sie dann weiterhin stillt, ist das nicht weniger feministisch.
LG Drachenblut mit ihrer 3köpfigen Brut :-)

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