Hallo,
ich habe mich ganz bewusst gegen eine Beleghebamme entschieden. Ich dachte mir, wenn die Geburt mehr als 24 h dauert, dann kann das unmöglich einer allein machen und dann fühle ich mich wohler, wenn alle 8 h jemand neues kommt, der ausgeschlafen und klar im Kopf ist.
Habe mir dann mehrere Krankenhäuser in der Umgebung angeguckt und einfach auf mein Bauchgefühl gehört. Eins ist wirklich wegen mir unsympathischen Personal raugefallen, andere wegen pragmatischen Gesichtspunkten (keine Toiletten auf dem Zimmer, ein anderes wegen Lage am Rosenmontagszugweg, meine Tochter war kurz vor Karneval terminiert

).
Ich hatte insgesamt drei Hebammen unter der Geburt, wobei ich das Glück hatte die am besten zu meinem Naturell passende am Schluss zu haben, war eine recht handfeste und bestimmte Person, die mal eben das Kind in 30 Minuten aus mir rauskommandiert hat, aber das Herz am rechten Fleck.
Nach der Geburt habe ich meine Tochter erstmal auf den Bauch bekommen, trinken wollte sie nicht, das klappte erst später. Insgesamt waren wir noch etwa 3 h im Kreissaal, inklusive einer Familienzeit, Baby fertig machen und Mama duschen.
Ich persönlich bin ganz gut damit gefahren, Geburt und Stillstart relativ locker zu nehmen und nach dem Kölner Motto zu verfahren "et kütt wie es kütt und es hätt noch immer jot jegangen". Klar habe ich mir eine Spontangeburt und einen guten Stillstart gewünscht und zum Glück auch bekommen, aber was hilft es mir, wenn ich mir meine Traumgeburt mit Beleghebamme ausmale und daran festhalte, aber es eventuell nicht klappt, weil die Hebamme erkrankt oder ein KS notwendig wird? Ich kenne genug junge Mütter, die an ihrem Traumbild verzweifelt sind, weil sie einen KS bekommen haben und sich dafür selber verurteilt haben. Klar ist es toll, das ich meine Tochter mittlerweile 7 Monate stille, aber wenn es nicht geklappt hätte, wäre es doch genauso schön sie als Flaschenkind hier zu haben. Und wenn ich erst nach 5 Stunden das Kind anlegen kann, dann brauch ich nicht auch noch den bösen Gedanken im Kopf, jetzt ist es eh zu spät.
Und was ich auch ganz wichtig finde, einfach sagen was man möchte, nicht immer ist es böser Wille, wenn es im Kreissaal anders läuft, als man es sich ausgemalt hat, vielleicht ist das Bild der idealen Geburt des Gegenübers einfach anders.
LG
Barbara