Ich als ziemlicher Neuling hier finde die Signaturen schon auch oft ... gewöhnungsbedürftig. Nicht wegen der Einstellung, die dahinter steht, sondern weil es den Anschein hat, als würde diese Einstellung wie eine Fackel vor einem hergetragen. Es wirkt immer ein bisschen so, als wäre der Inhalt der Signatur als Essenz der Persönlichkeit gemeint. Wisst ihr, was ich meine?
Aber das ist ja nur die Oberfläche. Inzwischen habe ich das Forum besser kennengelernt und den Eindruck bekommen, dass hier wirklich offene, kritische und hilfsbereite Menschen zusammen sind, die sich um ihre Kinder und ihre Mitmenschen sorgen. Dass da immer mal jemand für den persönlichen Geschmack übers Ziel hinaus schießt, ist klar, das ist ja im richtigen Leben auch so.
Ich selbst erlebe gerade an mir (leicht übertrieben gesprochen) die Mutation von der Karrierefrau zur total begeisterten Mutter. Dass ich Kinder haben möchte, war mir immer schon klar. Aber die sollten dann mit einem Jahr in die Krippe, und wenns mit dem Stillen nicht geklappt hätte, wäre das ja auch kein Drama gewesen. Und nun? Bin ich soooo froh über das Stillen, weil ich erlebe, wie es meinem Kind richtig gut tut. Und nicht wegen Diabetes- und Allergieprävention. Sie braucht das für die Seele und auch mir tut es gut, mich nach einem Arbeitstag wieder kuschelnd und stillend auf mein Kind einzustellen. Ich arbeite total gerne wieder (wenn auch lange nicht soviel wie früher) - aber nur, weil ich weiß, dass meine Kleine beim Papa in besten Händen ist. Mein Leben ist so wunderbar und reich und vielseitig geworden, und das Stillen hat daran einen großen Anteil, weil es einfach eine Inngikeit in die Beziehung zu meiner Tochter bringt, die ich sonst mit viel mehr Mühe herstellen müsste.
Ich bin heilfroh, dass ich mich auf diese "Verwandlung" ohne Vorbehalte eingelassen habe. Ich hatte vorher meine sehr theoretische Vorstellung vom Leben mit Kind, habe sie aber einfach über Bord geworfen, als ich festgestellt habe, dass sie nicht mehr zur Wirklichkeit passt. Dazu gehörten auch Vorstellungen übers Stillen. Ich hatte vor, mindestens ein halbes Jahr zu stillen und danach "mal zu schauen". Langzeitstillen fand ich etwas komisch. Ich gebe zu, ich kann mir immer noch nicht recht vorstellen, ein Kind zu stillen, das laufen und reden und sich die Brust selbst auspacken kann. Aber ich habe aus meinen Erfahrungen in den letzten Monaten gelernt und warte einfach mal vorbehaltlos ab, was in einigen Monaten ist. Ich vermute, dass das Stillen eines Kleinkindes dann völlig normal geworden ist für mich.
Schade, dass die Autorin dieses Artikels diese Entwicklung nicht erlebt hat, die ich erlebt habe - oder sich nicht darauf eingelassen hat. Ich finds nämlich total spannend.
LG Elena