Artikel im SZ-Newsletter: Stillen als Religionsersatz

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Lösche Benutzer 1828

Re: Artikel im SZ-Newsletter: Stillen als Religionsersatz

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

xknäckebrotx hat geschrieben: Die Sache mit dem subtilen Druck, der hier gelegentlich und mit den immer wiederkehrenden Argumenten ausgeübt wird, die stört mich auch, wobei ich mich persönlich auch zur Wehr setze, wenn mir das zu viel wird, gelle? *winkzusandküste* ;)

Das ist ja, was ich meine: Person A meint, sie sei in ihren Aussagen nicht übergriffig und missionarisch. Person B empfindet das Verhalten von Person A aber ganz anders und wünscht sich kein Einmischen, wobei Person A sich ja gar nicht einmischen, sondern gerne immer wieder ihre eigenen Erfahrungen schildern will. Manchmal passen die aber nicht auf die Situation von Person B. Dumm gelaufen. Taktvoll sein im Internet ist wahrscheinlich die höchste Kunst. *schulterzuck*
:wink: - stimmt. Taktvoll, hmmm, eher nicht zu übereifrig die eigenen und für absolut gut befundenen Erfahrungen zu verbreiten......fällt mir ab und an schwer.
Und was der eine als subtilen Druck empfindet, ist für den anderen einfach nur eine andere Erfahrung, die er sich anhört und vergißt oder überdenkt.
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lala
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Re: Artikel im SZ-Newsletter: Stillen als Religionsersatz

Beitrag von lala »

whoopsy2006 hat geschrieben:mir fehlen grad die richtigen worte da ich auf dem sprung bin - für einen insider wie hier ist der text phasenweise ganz witzig (wenn man einen ironischen selbstblick erlaubt). für den "rest" der gesellschaft, der eh oft (meist!!) contra-stillen eingestellt ist, ist er mMn gefährlich, denn er bestärkt in dem glauben, stillen sei "komisch".
Genau das habe ich mir auch gedacht beim Lesen des Artikels. Halbwegs amüsant, manches mehr als unpassend (Still-Faschismus, Miss Chippies Zitat). Und: eine Glosse hat doch garnicht den Anspruch sachlich und objektiv zu sein? Oder habe ich was falsch in Erinnerung? Von daher verstehe ich einen Teil der Aufregung nicht. Wobei ich in journalistischen Kategorien jetzt nicht soo bewandert bin.
Viele Grüße von lala mit größerer Tochter (03/05) und kleinerer Tochter (11/07).
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Zierbanane
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Re: Artikel im SZ-Newsletter: Stillen als Religionsersatz

Beitrag von Zierbanane »

Chris-Cross hat geschrieben: Dabei geht es hier nicht um das "Exklusiv-Sein" sondern einfach um meine persönliche Lebenseinstellung und das ist ja wohl meine Sache. Bei Fragen helfe ich gern, aber einmischen soll sich bitte keiner. ;)
Ich denke, gerade dieses "Exklusiv sein" ist die Empfindung von denen, die nicht groß was mit Stillen und Tragen am Hut haben. Und da kommen dann Neidgefühle bei ihnen hoch. Ich empfinde diese Kritik eher als Neid (mit einem Schuss unerklärlicher Angst), der da plötzlich "ausgespuckt" wird.

Auch frag ich mich oft wovor "die" eigentlich Angst haben und woher ihr Neid kommt.

Der Artikel ist ja schon eher lachhaft. Ich suche mal meine nicht vorhandenen Batikshirts und Bellybutton-Klamotten raus. :schlapplach:
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xknäckebrotx

Re: Artikel im SZ-Newsletter: Stillen als Religionsersatz

Beitrag von xknäckebrotx »

johanna hat geschrieben: Und: eine Glosse hat doch garnicht den Anspruch sachlich und objektiv zu sein? Oder habe ich was falsch in Erinnerung? Von daher verstehe ich einen Teil der Aufregung nicht. Wobei ich in journalistischen Kategorien jetzt nicht soo bewandert bin.
Doch, stimmt ja auch. Und sie WILL überspitzen, polarisieren und provozieren.

Nicht so fein, dass das auf Kosten von konkreten Dritten geschieht. Hätte man eleganter machen können.

Ein Mindestmaß an Genauigkeit muss man trotzdem nicht komplett bleiben lassen - z.B. die Sache mit dem Alter des "zitierten Kindes". Das ist ja nicht zwei zum Zeitpunkt, von dem zitiert wird. Und eben die Still-Faschismus-Sache, ach, ich wiederhol mich...
Elena
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Re: Artikel im SZ-Newsletter: Stillen als Religionsersatz

Beitrag von Elena »

Ich als ziemlicher Neuling hier finde die Signaturen schon auch oft ... gewöhnungsbedürftig. Nicht wegen der Einstellung, die dahinter steht, sondern weil es den Anschein hat, als würde diese Einstellung wie eine Fackel vor einem hergetragen. Es wirkt immer ein bisschen so, als wäre der Inhalt der Signatur als Essenz der Persönlichkeit gemeint. Wisst ihr, was ich meine?

Aber das ist ja nur die Oberfläche. Inzwischen habe ich das Forum besser kennengelernt und den Eindruck bekommen, dass hier wirklich offene, kritische und hilfsbereite Menschen zusammen sind, die sich um ihre Kinder und ihre Mitmenschen sorgen. Dass da immer mal jemand für den persönlichen Geschmack übers Ziel hinaus schießt, ist klar, das ist ja im richtigen Leben auch so.

Ich selbst erlebe gerade an mir (leicht übertrieben gesprochen) die Mutation von der Karrierefrau zur total begeisterten Mutter. Dass ich Kinder haben möchte, war mir immer schon klar. Aber die sollten dann mit einem Jahr in die Krippe, und wenns mit dem Stillen nicht geklappt hätte, wäre das ja auch kein Drama gewesen. Und nun? Bin ich soooo froh über das Stillen, weil ich erlebe, wie es meinem Kind richtig gut tut. Und nicht wegen Diabetes- und Allergieprävention. Sie braucht das für die Seele und auch mir tut es gut, mich nach einem Arbeitstag wieder kuschelnd und stillend auf mein Kind einzustellen. Ich arbeite total gerne wieder (wenn auch lange nicht soviel wie früher) - aber nur, weil ich weiß, dass meine Kleine beim Papa in besten Händen ist. Mein Leben ist so wunderbar und reich und vielseitig geworden, und das Stillen hat daran einen großen Anteil, weil es einfach eine Inngikeit in die Beziehung zu meiner Tochter bringt, die ich sonst mit viel mehr Mühe herstellen müsste.

Ich bin heilfroh, dass ich mich auf diese "Verwandlung" ohne Vorbehalte eingelassen habe. Ich hatte vorher meine sehr theoretische Vorstellung vom Leben mit Kind, habe sie aber einfach über Bord geworfen, als ich festgestellt habe, dass sie nicht mehr zur Wirklichkeit passt. Dazu gehörten auch Vorstellungen übers Stillen. Ich hatte vor, mindestens ein halbes Jahr zu stillen und danach "mal zu schauen". Langzeitstillen fand ich etwas komisch. Ich gebe zu, ich kann mir immer noch nicht recht vorstellen, ein Kind zu stillen, das laufen und reden und sich die Brust selbst auspacken kann. Aber ich habe aus meinen Erfahrungen in den letzten Monaten gelernt und warte einfach mal vorbehaltlos ab, was in einigen Monaten ist. Ich vermute, dass das Stillen eines Kleinkindes dann völlig normal geworden ist für mich.

Schade, dass die Autorin dieses Artikels diese Entwicklung nicht erlebt hat, die ich erlebt habe - oder sich nicht darauf eingelassen hat. Ich finds nämlich total spannend. :mrgreen:

LG Elena
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BettyBoo

Re: Artikel im SZ-Newsletter: Stillen als Religionsersatz

Beitrag von BettyBoo »

Ach mensch, es ist kein Fachartikel, sondern eher eine Glosse, ein sehr ironischer und witziger Artikel (er erscheint im SZ-Magazin, auch das muss man bedenken, hier gibt es häufig solche Artikel), der doch mal vor Augen führt, wie "das hier" nach außen wirkt. ich finde es weder schlecht recherchiert (was ist daran bitte schlecht recherchiert?) noch wahnsinnig unpassend. Glosse ist ein Teil von Journalismus und sollte als solches betrachtet werden. Etwas mehr selbstironie täte manchem hier sicher gut, sonst bestätigt er unfreiwillig den Artikel :wink:
Und man sollte auch richtig lesen. So ein begriff wie "still-Nazi" wird von der Dame nicht selbst verwendet, sondern nur als beispiel angeführt: "Es gibt Leute, die Sprechen in diesem Zusammenhang von Still-Faschismus. Andere nennen sie Still-Nazis". Das relativiert doch um einiges.

Mein Gott, drüberstehen und fertig. Sonst ists ein "getroffene Hunde bellen"...

Ich habe mich sehr amüsiert und musste - lustiger Zufall - auch oft an Dinge hier aus dem Forum denken, bis dann das Forum auch erwähnt wurde. und ich dachte auch gleich an "Familienbett - ökowindeln - kein Shcnuller - getragen - unerzogen - kissbehandelt"..... :wink:
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Chris-Cross
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Re: Artikel im SZ-Newsletter: Stillen als Religionsersatz

Beitrag von Chris-Cross »

Zierbanane hat geschrieben:
Chris-Cross hat geschrieben: Dabei geht es hier nicht um das "Exklusiv-Sein" sondern einfach um meine persönliche Lebenseinstellung und das ist ja wohl meine Sache. Bei Fragen helfe ich gern, aber einmischen soll sich bitte keiner. ;)
Ich denke, gerade dieses "Exklusiv sein" ist die Empfindung von denen, die nicht groß was mit Stillen und Tragen am Hut haben. Und da kommen dann Neidgefühle bei ihnen hoch. Ich empfinde diese Kritik eher als Neid (mit einem Schuss unerklärlicher Angst), der da plötzlich "ausgespuckt" wird.

Auch frag ich mich oft wovor "die" eigentlich Angst haben und woher ihr Neid kommt.
Frag ich mich auch. Meist haben sich die Eltern/Mütter doch bewusst gegen das Tragen entschieden oder eben frühzeitig Abgestillt. Dann ist das doch okay für sie und das soll ihnen kein schlechtes Gewissen machen.
Liebe Grüße von Christine mit Winterkind ( 01/08 )Bild und Winterkleinkind ( 02/14 ) Bild

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LaLeMi
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Re: Artikel im SZ-Newsletter: Stillen als Religionsersatz

Beitrag von LaLeMi »

Huhu,
ulkig, so sind die Auffassungen.
Ich habe die Sigs bisher eher als so ein bißchen einordnungs-hilfreich-gemeint empfunden - da hier ja auch nicht jeder 100 Jahre lang stillt oder überhaupt trägt oder getragen hat.
Und ansonsten - in einem Kochforum hat man vielleicht sein Lieblingsrezept in der Sig, in einem PC-Forum seine Maschinenbatterie, warum nicht in einem Familien-/Stillforum entsprechende Angaben.
Und es ist nunmal auch so, daß "unsere" Auffassungen zu leben oder mit unseren Kindern umzugehen, bzw. machen wir es allein mal am "lang stillen" fest, nicht flächendeckend in der Republik normal oder gar häufig sind - hier mag es Ausnahmen auf einzelnen "Inseln" v.a. einzelner Großstädte geben, aber das gilt sicher nicht insgesamt.
Von daher kann ich nicht so richtig mitlachen, denn ich finde es einfach schade, wenn quasi eine Ohnehin-Minderheit damit schon wieder im öffentlichen Bild schlecht gemacht wird.

Ich finde den Artikel einfach schwach, niveaulos und diffamierend. Das ist nichts, was ich mit Humor in Bezug auf mich selbst und auch mal über sich selbst lachen können verbinde. Persönlich angegriffen fühle ich mich nicht.
Scheinbar mag ich die Schreibe der Journalistin insgesamt nicht; was ich bisher ergooglet habe, begeistert mich auch nicht.
@Betty: gut, dumm ist die Dame ja nicht - würde sie diese Begrifflichkeiten nicht als so eine Art externes Zitat verwenden, als käme es nicht von ihr selbst, könnte das Mecker geben ;-)
Lieben Gruß von LaLeMi mit den beiden Maimäusen 2007 und 2010 und dem Septembermäuserich 2013

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xknäckebrotx

Re: Artikel im SZ-Newsletter: Stillen als Religionsersatz

Beitrag von xknäckebrotx »

BettyBoo hat geschrieben: Und man sollte auch richtig lesen. So ein begriff wie "still-Nazi" wird von der Dame nicht selbst verwendet, sondern nur als beispiel angeführt: "Es gibt Leute, die Sprechen in diesem Zusammenhang von Still-Faschismus. Andere nennen sie Still-Nazis". Das relativiert doch um einiges.
Och nö, sie greift ihn durchaus eigenständig auf und wiederholt ihn so, dass sie ihn sich aneignet. Zweimal. Ich hab nämlich richtig gelesen ;)
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Zierbanane
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Re: Artikel im SZ-Newsletter: Stillen als Religionsersatz

Beitrag von Zierbanane »

Chris-Cross hat geschrieben:
Zierbanane hat geschrieben:
Chris-Cross hat geschrieben: Dabei geht es hier nicht um das "Exklusiv-Sein" sondern einfach um meine persönliche Lebenseinstellung und das ist ja wohl meine Sache. Bei Fragen helfe ich gern, aber einmischen soll sich bitte keiner. ;)
Ich denke, gerade dieses "Exklusiv sein" ist die Empfindung von denen, die nicht groß was mit Stillen und Tragen am Hut haben. Und da kommen dann Neidgefühle bei ihnen hoch. Ich empfinde diese Kritik eher als Neid (mit einem Schuss unerklärlicher Angst), der da plötzlich "ausgespuckt" wird.

Auch frag ich mich oft wovor "die" eigentlich Angst haben und woher ihr Neid kommt.
Frag ich mich auch. Meist haben sich die Eltern/Mütter doch bewusst gegen das Tragen entschieden oder eben frühzeitig Abgestillt. Dann ist das doch okay für sie und das soll ihnen kein schlechtes Gewissen machen.
Ja. Vielleicht haben sie auch in solchen Momenten das Gefühl, dass das was sie gemacht haben "falsch" war und wollen sich verteidigen.
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