Milchmenge steigern, aber wie?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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froopy
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Milchmenge steigern, aber wie?

Beitrag von froopy »

Hallo liebe Mitstillenden :)

vor drei Wochen kam mein zweites Kind zur Welt und ich möchte natürlich stillen.
Leider steigert sich meine Milchmenge nicht, beim Abpumpen komme ich auf höchstens mal 40 ml aus beiden Seiten.
Es ist so, dass ich meine Tochter von Anfang an alle 3 Stunden angelegt habe. Mittlerweile meldet sie sich natürlich von alleine. Ich stille sie dann, muss aber immer etwas nachfüttern, weil sie noch Hunger hat. Sie schläft manchmal auch ein beim Stillen, dann warte ich bis sie wieder wach ist, lege sie erstmal erneut an, bevor sie etwas zugefüttert bekommt.
Meine bisherigen Massnahmen:
Stilltee pro Tag eine Kanne
Bockshornkleesamen-Kapseln
kinesiologische Behandlung (dadurch SchüsslerSalze)
Akupunktur
zusätzlich zum Anlegen pumpe ich ab
homöopathische Ampullen

Langsam weiss ich nicht mehr weiter! Und ich möchte so gerne stillen.

Weiss jemand von Euch Rat?

Lg,

froopy
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Iris
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Re: Milchmenge steigern, aber wie?

Beitrag von Iris »

Hui, die Sorge um das Gedeihen des Kindes kann ganz schön fertig machen, nicht? Viele Stillmütter tun sich schwer damit, einschätzen zu können, ob das Kind wirklich satt ist, weil wir es ja gewohnt sind, fast alles kontrollieren zu können. Die Menge an Muttermilch jedoch, die das Kind aus der Brust trinkt, können wir eben nicht kontrollieren.
Nein - auch nicht durch Pumpen. Die Menge, die Du durch Pumpen aus der Brust herausbekommst, hat nichts mit der Menge zu tun, die Dein Baby ausmelkt. Es stimuliert Deine Hormonausschüttung ganz anders als eine Pumpe und es geht ja auch rein "mechanisch" ganz anders mit der Brust um. :wink: Es ist also höchstwahrscheinlich, dass Dein Kind beim normalen Stillen mehr Milch trinkt als Du durch Pumpen gewinnen kannst. Übrigens sind 40 ml doch gar nicht sooo wenig. Ein Kind, das häufig (also öfter als alle drei Stunden trinkt), kann durchaus mit vielen kleinen Portionen gut gedeihen.
Und damit bin ich beim wichtigsten Punkt: Das beste Mittel, um die Milchmenge zu steigern (falls das nötig ist), ist häufiges Anlegen. Du schreibst, dass Du alle drei Stunden stillst. Damit kommen wir auf 8 Mahlzeiten am Tag. Das ist tatsächlich die Untergrenze. Nach Bedarf (also nicht nach Zeitplan) gestillte Kinder trinken in den ersten Wochen im Schnitt 8-12 mal, viele auch häufiger. D. h. es kann durchaus sein, dass Dein Kind eine halbe Stunde nach der letzten Mahlzeit wieder an die Brust möchte. Und es spricht alles dafür und nichts dagegen, dann auch zu stillen. :wink: Du brauchst Dir keine Sorgen zu machen, dass die Brust dann ja leer ist - das ist sie nicht, da die meiste Milch während des Stillens gebildet wird.

Um beurteilen zu können, ob wir Dir Deine Sorgen nehmen können, wäre es schön, wenn Du uns ein wenig mehr erzähltest:
  • Was lässt Dich zu dem Schluss kommen, dass Dein Kind wirklich noch Hunger hat? Die Tatsache allein, dass es nach dem Stillen noch aus der Flasche trinkt, ist kein echter Beweis - evt. folgt es dabei auch nur einem Reflex, weil der Sauger der Flasche direkt den Saugreflexpunkt am Gaumen stimuliert.
  • Gern wüsste ich auch, wie die Gewichtsentwicklung (Geburtsgewicht, niedrigstes Gewicht, das aktuelle Gewicht heute und evt. Zwischenwerte)ist und wie oft Dein Kind ungefähr in die Windeln pullert und wie oft es Stuhlgang hat.
Iris mit Großer -10/05- und Kleiner -02/08- , erzogen und geimpft
Erika
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Re: Milchmenge steigern, aber wie?

Beitrag von Erika »

Spar Dir die Zeit zum Abpumpen, ziehe Dich mit Deinem Kind für 2-3 Tage zurück (am besten ins Bett), sage alle Besuche und Termine ab (!ganz wichtig, am besten den Partner machen lassen!) und kuschelt und stillt ganz ganz viel. Ruhig jede Stunde oder auch öfter, auch wenn Dir das zum Anfang sehr viel vorkommt. So lässt sich die Milchmenge auf das benötigte Maß steigern. Nebenbei viel Schlafen, gut bekochen lassen (wenn irgendwie möglich, ansonsten irgendwie gesundes Essen mit wenig Aufwand herbeizaubern - bestellen?), ab und zu spazieren und die Zeit genießen. Keine Hausarbeit usw., das kann alles warten.

Da ein Kind eine Brust eigentlich nie leer trinken kann, dürfte es eigentlich nie nach dem Stillen Hunger haben. Oder? Die Milch wird doch ständig neu gebildet. Bei uns ist das so, dass gegen Ende der Stillmahlzeit unser Filius die genüssliche Phase einläutet: 3x saugen, Pause, wegschlummern, nach einer Minute 3x saugen, Pause, wegschlummern usw. Das macht er so lange, bis er satt ist und abdockt. Ich stille allerdings nie beide Brüste nacheinander, sondern immer nur eine Brust. Habe das Gefühl, er bekommt so mehr von der nahrhaften Hintermilch.
LG
Erika

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Snoozel
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Re: Milchmenge steigern, aber wie?

Beitrag von Snoozel »

Ich hatte genau die gleichen Sorgen. Das macht einen ganz verrückt. Ich lege unsere Kleine von ANfang an nach Bedarf an und ich habe trotzdem Angst das sie nicht genug bekommt. Obwohl alles eigentlich dagegen spricht. Ich habe mir oft eine Messbecherfunktion für meine Brust gewünscht. :roll: Sie hatte oft Abends so Phasen wo ich stundenlang auf dem Sofa saß und nur gestillt habe. Das ist völlig normal.

Ich wusste zum Beispiel gar nicht das sich die meiste Milch während des Stillens bildet und bin bisher davon ausgegangen das die Milch quasi in der Zwischenzeit bildet. Das Wissen hat mir enorm geholfen mir und meinem Körper mehr zu vertrauen. Packe dich wirklich mit dem Baby ins Bett und schlaft, kuschelt, stillt und wickelt nach Bedarf. Alle 3 Stunden wären tagsüber hier gar nicht möglich. Die Pupsmaus stillt nach höchstens 2 Stunden wieder.

liebe Grüße von
Snoozel
mit Muckel, Schnurzel und Quietschmaus
susannehanssen
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Re: Milchmenge steigern, aber wie?

Beitrag von susannehanssen »

Hattest Du denn von Anfang an zu weng Milch? Wie oft hast Du in den ersten beiden Tagen gestillt? Konntest Du gleich nach der Geburt ansetzen, als Dein Kind bereit dafür war? Hat sich in der Schwangeschaft Deine Brust verändert?
froopy
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Re: Milchmenge steigern, aber wie?

Beitrag von froopy »

Dann probiere ich mal die Fragen zu beantworten. :o

Ich hatte leider einen Kaiserschnitt, habe die Kleine aber nach 45 min. das erste Mal anlegen können. Und ab dann habe ich sie alle 3 Stunden angelegt, also geweckt teilweise auch.
Sie wird im Moment öfters gestillt, da sie manchmal auch nach 30 min. wieder möchte. Wir kommen auf ca. 11 Mahlzeiten pro Tag.
Ich lege sie ca. 20 min. an, dann hört sie von alleine auf und möchte nicht mehr an die Brust. Manchmal dauert es auch lange bis sie richtig andockt. Sie hat aber noch Hunger, das merkt man. Und was soll man da als Mutter machen?

Leider hat sie am ANfang im KH viel angenommen und der Biliwert war hoch, so dass sie etwas bekommen musste. Trotzdem ging sie immer noch gut an die Brust.

Bei meinem Sohn hatte ich auch zu wenig Milch, musste operiert werden eine Woche nach Geburt, aber das ist ne andere Geschichte...

Ich habe mich nach meinem Krankenhausaufenthalt zu hause eingeigelt, hatte viel Ruhe, aber trotzdem kommt nicht mehr Milch.
Und im Moment ist esleider nicht möglich, dass ich mich hier zu hause zurückziehe, da ich wie gesagt noch einen Sohn habe, der in den KiGa geht. Er war die erste Zeit bei meinen Eltern und ich möchte ihn jetzt auch bei mir haben.

Ich habe eine gute Hebamme, aber sie weiss langsam auch nichts mehr.

Weiterhin werde ich stillen, es wäre nur schön, wenn es voll wäre.

Ich hoffe, ich konnte alles einigermassen beantworten.

LG :D
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Traumwind
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Re: Milchmenge steigern, aber wie?

Beitrag von Traumwind »

froopy hat geschrieben:Leider hat sie am ANfang im KH viel angenommen und der Biliwert war hoch, so dass sie etwas bekommen musste. Trotzdem ging sie immer noch gut an die Brust.
Das ist leider eine Schlussfolgerung vieler Krankenhäuser und viele sind dann schnell dabei mit zufüttern anstatt der Mutter zu raten am besten stündlich zu stillen, wenn nicht noch öfters.

Ich musste bei meiner Tochter eine ähnliche Erfahrung machen. Wir haben ambulant entbunden und mussten nach 3 Tagen wieder ins KH weil sie eine ausgeprägte Neugeborenengelbsucht hatte. Das erste was ich bei der Aufnahme zu hören bekommen habe war: Wenns nicht reicht müssen sie zufüttern. Auf meine Frage wie oft ich stillen kann bekam ich ein saloppes "Alle VIER Stunden, nicht öfter zu hören." Ich hab erstmal einen halben Nervenzusammenbruch gehabt. Meinen Sohn konnte ich schon wegen einer anderen Geschichte nicht stillen und hier wollte man es mir auch wieder nehmen. Daher habe ich gekämpft wie eine Löwin. Es war mir egal, dass ich meine Tochter nur alle 4 Stunden aus dem Inkubator hab nehmen dürfen, ich habe sie dennoch stündlich rausgenommen zum stillen. Ebenso habe ich die Wiegeproben gefälscht. Denn nur nach denen gingen die...

Kinder die Muttermilch bekommen bauen das Bili langsamer ab, daher wusste ich, dass sie nur genug zu trinken bekommen musste. Aber eben keine Kunstmilch, das wäre mir in meine Tochter nicht reingekommen. Hätten sie mich dazu gezwungen, wäre ich gegangen!

Meine Tochter hat etwas mehr als die 10% abgenommen gehabt, deswegen hat man mir auch noch Angst machen wollen, aber ich wusste einfach ich kann meinem Körper vertrauen und ich wusste, dass ich Milch bekommen würde.

Heute stille ich 7 Monate fast voll. Ich habe mir noch nie Gedanken über meine Milchmenge gemacht, ob ich zu viel oder zu wenig habe. ;-) Ich stille einfach. Ich stille nicht alle 3 Stunden, sondern ich stille nach Bedarf. Dann wenn ich meine ich muss/will jetzt stillen oder dann wenn mir meine Tochter inzwischen deutliche Zeichen gibt. Sie hat seit Beginn einen 1 -1,5 Stunden Rhythmus, teilweise auch nachts. Ich weiß nicht wie oft ich schon zu hören bekommen habe, dass man wenn man an meiner Stelle wäre, zufüttern würde, meine Milch würde ja nicht reichen. ;-) Aber ein Kind mit knapp 9 kg und dicken Speckbeinchen sagt mir was anderes. ;-)

Mach Dir nicht so nen Kopf! Leg einfach an und schiebe diesen 3-Stunden-Rhythmus aus Deinem Kopf. :) Leg an wenn es euch danach ist und stille nach Bedarf und Du wirst bald merken, dass Deine Milch auf jedenfall reicht.

Alles Gute Dir!
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Traumwind
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Re: Milchmenge steigern, aber wie?

Beitrag von Traumwind »

Jessi79 hat geschrieben: Heute stille ich 7 Monate fast voll.
Ups, das sollte heissen: Heute stille ich Monate, fast immer noch voll. ;-) Also bis auf ein bisschen Beikost eben.
Mama³

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Re: Milchmenge steigern, aber wie?

Beitrag von darkdragonsoule »

hallo liebe froopy

du schreibst:
Ich lege sie ca. 20 min. an, dann hört sie von alleine auf und möchte nicht mehr an die Brust. Manchmal dauert es auch lange bis sie richtig andockt. Sie hat aber noch Hunger, das merkt man.
wenn sie nicht mehr dran möchte und allein aufhört,dann wird sie satt sein.was lässt dich vermuten dss sie dann noch hunger hat?weint sie dann oder ist sie unruhig?könnte es sein dass sie einfach bauchweh hat,weil du sagst dass es manchmal lange dauert bis sie andockt und vielleicht luft dabei einsaugt?hast du mal versucht sie nach dem stillen im tragetuch oder ähnlichem herumzutragen?
Liebe Grüße von Jessi mit Y. 06,D. 08 und M. 010
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Valeria

Re: Milchmenge steigern, aber wie?

Beitrag von Valeria »

Traumwind hat geschrieben:Meinen Sohn konnte ich schon wegen einer anderen Geschichte nicht stillen und hier wollte man es mir auch wieder nehmen. Daher habe ich gekämpft wie eine Löwin. Es war mir egal, dass ich meine Tochter nur alle 4 Stunden aus dem Inkubator hab nehmen dürfen, ich habe sie dennoch stündlich rausgenommen zum stillen. Ebenso habe ich die Wiegeproben gefälscht. Denn nur nach denen gingen die...
Ich weiss, dass dieser Post alt ist, aber ich bin via Google hier auf den Beitrag gestossen und möchte kurz intervenieren. Sorry, aber dein Verhalten ist unverantwortlich. Es ist ein Unterschied, ob du intuitiv weisst, was das Beste für dein Kind ist und das auch durchsetzt ODER ob die du Ärzte und Pfleger belügst. Glaubst du denn, die wollten nicht auch, dass es deinem Kind so schnell wie möglich besser geht? Es scheint bei dir ja alles gut gegangen zu sein und das freut mich sehr, aber beim Wiegen zu schummeln... sorry, aber das ist echt die Härte... :runzel
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