7 Monate vollstillen senkt Allergierisiko, oder nicht?

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kruemel09
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7 Monate vollstillen senkt Allergierisiko, oder nicht?

Beitrag von kruemel09 »

Heute waren wir zur U5 und der KiA meinte, dass es jetzt Studien gibt, die widerlegen, dass langes Vollstillen das Allergierisiko senkt (genausowenig HA-Nahrung). Ich wurde natürlich auch auf die Gefahr des Eisenmangels hingewiesen.
Jetzt bin ich etwas ratlos. Ich denke der Zwerg würde schon Beikost akzeptieren, aber er ist vermutlich stärker allergiegefährdet, weil mein Mann diverse Probleme hat.
Was soll ich da bloß machen?
Festhalten geht nicht, aber mitgehen

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jusl
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Re: 7 Monate vollstillen senkt Allergierisiko, oder nicht?

Beitrag von jusl »

Jaja, das Stillen und das Allergierisiko...

also (und eigentlich sind sich da auch alle Fachleute einig):

* Beikost sollte grundsätzlich mit 6 Monaten angeboten. Früher birgt klar belegte Risiken, und später hat auch keine Vorteile. Manches Baby mag mit 6 Monaten essen - das sollte es dann auch definitiv tun. Manches Baby aber auch nicht - dieses Kind ist i.d.R. mit Muttermilch noch allerbestens versorgt und fängt halt einfach später an.

* Offensichtlich ist: Vollstillen bietet logischerweise auf jeden Fall für die Dauer der Vollstillzeit Schutz vor Allergien auf Fremdeiweiß. Es gibt hochallergiegefährdete Kinder, die rigoros auch nach dem 1. Geb. noch alles außer Muttermilch ablehnen. Dies hat wohl seinen Grund - wenn das Kind weiter gut gedeiht (was ärztlich bestätigt werden sollte) ist das in Ordnung.

* Dass ein Baby, was z.B. im ersten LJ strikt keine Kuhmilch bekommt, sein Leben lang keine Kuhmilchallergie entwickeln wird, behauptet ja niemand. Aber: in diesem ersten LJ wird es SICHER keine entwickeln (denn wie auch ;-)) - und das ist ja definitiv auch was wert.

Aus diesen Gründen lohnt es sich nachwievor, allergiegefährdete Babys in den ersten 6 Monaten ausschließlich mit Muttermilch zu ernähren, und mit Eintritt der Beikostreife erst mal nur allergenarme Nahrungsmittel anzubieten.

LG;
Julia
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joso
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Re: 7 Monate vollstillen senkt Allergierisiko, oder nicht?

Beitrag von joso »

jusl hat geschrieben:* Dass ein Baby, was z.B. im ersten LJ strikt keine Kuhmilch bekommt, sein Leben lang keine Kuhmilchallergie entwickeln wird, behauptet ja niemand. Aber: in diesem ersten LJ wird es SICHER keine entwickeln (denn wie auch ;-)) - und das ist ja definitiv auch was wert.
Jetzt muss ich dazu mal ´ne Frage stellen ... mir hat eine Mutter gesagt, dass ich nicht soviel Kuhmilch trinken soll, weil - wenn ich mehr als 500ml Kuhmilch trinke, die Kuhmilch in die MuMi übergeht :shock:

Kann mir das mal jemand widerlegen?!!!!!? BITTE!! Ich bin da gerade Betriebsblind :roll:
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joso
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Re: 7 Monate vollstillen senkt Allergierisiko, oder nicht?

Beitrag von joso »

Ach noch was zum Thema (ganz vergessen :oops: )

Mein großer hat 12 Monate ausschlißlich gestillt und ersta danach langsam mit FamilientischBeikost angefangen. Er ist Neurodemitiker (war es auch schon im ersten Lebensjahr). Ich denke, er wusste warum er nur MuMi wollte ... wer weiß wieviel schlimmer seine Haut sonst geworden wäre :cry:
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kruemel09
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Re: 7 Monate vollstillen senkt Allergierisiko, oder nicht?

Beitrag von kruemel09 »

jusl hat geschrieben:Aus diesen Gründen lohnt es sich nachwievor, allergiegefährdete Babys in den ersten 6 Monaten ausschließlich mit Muttermilch zu ernähren,
Na das haben wir ja auch mit Begeisterung getan und tun wir auch immer noch. Aber da ich das Gefühl habe, er würde schon auch was anderes essen, war es mir noch mal wichtig zu fragen, ob ein Monat mehr VOLLSTILLEN noch was entscheidendes in Bezug auf Allergie bringt.
Wenn er also mag, dann gebe ich ihm jetzt einfach immer mal bissl was und wenn er's isst - gut und wenn nicht - dann ist auch gut und wir versuchen's einfach später weiter. Ganz nach Jusl:
jusl hat geschrieben:Manches Baby mag mit 6 Monaten essen - das sollte es dann auch definitiv tun. Manches Baby aber auch nicht - dieses Kind ist i.d.R. mit Muttermilch noch allerbestens versorgt und fängt halt einfach später an.


MuMi bleibt ja weiterhin Hauptnahrungsmittel
joso hat geschrieben:Jetzt muss ich dazu mal ´ne Frage stellen ... mir hat eine Mutter gesagt, dass ich nicht soviel Kuhmilch trinken soll, weil - wenn ich mehr als 500ml Kuhmilch trinke, die Kuhmilch in die MuMi übergeht :shock:

Kann mir das mal jemand widerlegen?!!!!!? BITTE!! Ich bin da gerade Betriebsblind :roll:
Kann ich zwar nicht fachlich fundiert antworten, aber ich DENKE mal, dass die Kuhmilchstoffe schon in die MuMi übergehen. Aber ob das mit deiner Trinkmenge zusammenhängt, glaube ich nicht (weiß ich aber nicht)!
Festhalten geht nicht, aber mitgehen

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Altraia
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Re: 7 Monate vollstillen senkt Allergierisiko, oder nicht?

Beitrag von Altraia »

mir hat eine Mutter gesagt, dass ich nicht soviel Kuhmilch trinken soll, weil - wenn ich mehr als 500ml Kuhmilch trinke, die Kuhmilch in die MuMi übergeht
Ja, es gehen Stoffe aus der Kuhmilch in die Muttermilch über. Das ist aber ab dem ersten Schluck der Fall und nicht erst ab 500 ml ;-). Die meisten Kinder scheinen allerdings keine Probleme damit zu haben.

Kruemel, Dein Baby ist nun doch quasi schon 6 Monate alt. Die bekannte Empfehlung lautete nicht 7, sondern 6 Monate vollstillen. Das gilt auch für allergiegefährdete Babys. Da wäret Ihr nun also angekommen. Es spricht also nichts dagegen, nun Beikost anzubieten. Im Gegenteil, es wird empfohlen, nun mit Beikost zu starten!
Liebe Grüße,
Christine mit Sohn (2/05), Tochter (6/07) und Tochter (2/14)
jusl
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Re: 7 Monate vollstillen senkt Allergierisiko, oder nicht?

Beitrag von jusl »

Letztlich kann man es auch andersherum sehen: Winzige Spuren von Fremdeiweiß, welches die Mutter über ihre Ernährung aufnimmt, können in Muttermilch nachweisbar sein. Zweifellos hat die Natur vorgesehen, dass sich - auch stillende - Frauen mit einer geografisch angepassten Mischkost ernähren; so dass eben diese winzigen Spuren im Rahmen der Muttermilchernährung den ernährungsphysiologischen Normalfall für Stillbabys darstellen. (Manche Forscher sehen gerade in dieser indirekten Gewöhnung an andere Eiweiße einen gesundheitlichen Vorteil). Dies ist jedoch nicht damit vergleichbar, ein junges Baby vorzeitig DIREKT Fremdeiweißen im Rahmen der Babyernährung auszusetzen.

AUSNAHMSWEISE allerdings kann es sein, dass extrem empfindliche Babys sogar auf diese Spuren in der Muttermilch allergisch reagieren. Dies wird i.A. über eine Eliminationsdiät bzw. einen Bluttest herausgefunden; und in diesem Ausnahmefall ist es dann sinnvoll, wenn die Mutter den betreffenden Allergieauslöser in ihrer Ernähung meidet.

LG;
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Seerose
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Re: 7 Monate vollstillen senkt Allergierisiko, oder nicht?

Beitrag von Seerose »

Dein Sohn ist ja erst 6 Monate.. :wink: Mailin hab ich so 8/9 Monate vollgestillt. Ich find, da ist keine Eile geboten. Wir haben ja immer in diversen Kursen zusammen Mittag gegessen, und wenn ich mich erinnere was die anderen für ein "Fütterstress" hatten.. :roll: Das war ein halbes Jahr Thema Nr. 1 und in meinen Augen absolut unnötig.

Eisenmangel - unabhängig vom Vollstillen, Stillen, nicht Stillen... Der kann in allen Fällen auftreten oder eben meist nicht. :lol:

Was das mit dem Kuhmilch trinken seitens der Mutter angeht, das ist was Wahres dran. Mailin hatte mit (müßte im Archiv hier suchen) keine Ahnung, vielleicht 8 oder 10 Monaten plötzlich trockene, schuppige Flecken auf der Haut. Man könnte auch sagen Neurodermitis, aber der Arzt meinte, davon sprechen wir erst, wenn das länger so bleibt und sich verschlimmert. Ich machte alles, damit diese schuppigen Flecken wieder weggehen, funktionierte aber nicht. Letztendlich meinte der Arzt, ich solle aufhören Kuhmilch zu trinken (ich trinke generell überaus viel Kuhmilch), dies machte ich ein halbes Jahr und man merkte fast umgehend die Besserung bis nichts mehr da war.

Später konnte ich auch wieder Kuhmilch trinken, denn wenn das Kind mehr ißt, trinkt es ja auch automatisch weniger Muttermilch und bekommt somit auch weniger "Kuhmilch" indirekt ab.

Just my 2Cents... :wink:
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Liebe Grüße,
Seerose
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