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Ganz viel Unsicherheit...

Verfasst: 27.04.2009, 08:22
von Eulalia
Hallo Ihr Lieben,

nachdem ich jetzt einige Zeit hier "herumgelesen" habe, melde ich mich doch mal zu Wort.

Mein "Kummerthema" momentan ist das Schlafen.

Ich habe eine 13 Wochen alte Tochter, Laura. Sie ist ein liebes, zufriedenes Baby, das wenig weint. Es gibt nur zwei Punkte, bei denen ich mir so meine Gedanken mache, ob das alles richtig läuft oder nicht. Das eine ist ihr Gewicht (aber da bin ich im falschen Forenbereich) und das andere ist das Schlafen.

Im Moment schaut die Sache folgendermaßen aus:

So zwischen 19 Uhr und 19.30 Uhr machen wir Laura "bettfein" und ich geh mit ihr ins Schlafzimmer. Dort hat sie ein Bettchen an unserem Elternbett dran (Babybay). Ich stille sie noch einmal. Dabei schläft sie ein und ich lege sie in ihr Bettchen. Dort schläft sie friedlich weiter. Meistens so zwei Stunden lang. Wenn sie aufwacht, hat sie Hunger. Ich stille sie, sie schläft wieder ein. Ich lege sie hin, sie schläft. Bis ca. 2 Uhr nachts klappt das nach diesem System gut. D.h. sie lässt sich in ihr Bettchen legen und schläft dort weiter. Aber sei ca. einer Woche mag sie irgendwann in der Nacht einfach nicht mehr in ihr Bett zurück. Sie wälzt sich dort herum und quengelt so laut, dass ich sie dann doch zu mir herüber hole. Dort lege ich sie neben mich, sie nuckelt noch ein bisschen an der Brust und schläft dabei ein. Weglegen darf ich sie dann nicht mehr. Sie bleibt die Nacht über dann neben mir an mich gekuschelt liegen.


Meine Sorgen bei der Sache sind die:
  • Sie schläft nur an der Brust ein (Tagsüber auch mal im KiWa, sehr gern im TT, auch auf dem Arm oder dem Sofa, egal.) Wie bringe ich ihr bei, abends (oder beim Mittagsschlaf) auch ohne Brust einzuschlafen?
  • Wie kann ich ihr helfen, nachts auch ohne mich weiterzuschlafen? Oder soll ich es einfach tolerieren (und genießen), dass sie im Moment mit mir kuscheln will. Irgendwann wird es von alleine wieder "alleine" gehen.
  • Kann ich Laura helfen, besser durchzuschlafen? Sie wacht nachts spätestens alle zwei Stunden auf. Und wenn ich ehrlich bin, würde ich gerne mal ein bisschen länger schlafen. :oops:
Meine Hebi meinte, ich solle nachts mal meinen Mann mit dem Fläschchen füttern lassen. Aber meine Maus verweigert die Flasche völlig und auch einen Schnuller nimmt sie nicht. Das gäbe nachts nur Terror und Stress für alle beteiligten.

Es wäre schön, wenn Ihr ein paar Tipps hättet, wie ich Laura beim Schlafen (Ein- und Weiterschlafen) helfen kann.

Liebe Grüße,

Eulalia

Re: Ganz viel Unsicherheit...

Verfasst: 27.04.2009, 18:20
von Drachenblut
Hallo und herzlich willkommen!

Zu Deiner ersten Frage:
Ich lege mich immer noch mit Felix hin (er ist fast 2 Jahre alt), damit er einschlafen kann. Ich hatte erst Angst, dass er dann z.B. in der Krippe nicht einschlafen kann, aber diese Ängste haben sich als unbegründet erwiesen. Er schläft dort hervorragend. Und zuhause braucht er eben mich. Ich nehm es als Kompliment :D . Ich denke, es ist nicht unnormal, dass Deine Tochter Dich zum Einschlafen braucht. Das gibt ihr die Sicherheit, dass ihr nichts passiert, dass Mama da ist. Es gibt ihr Ruhe. Und wenn Du Dich versuchst, von "gutgemeinten" Ratschlägen ála "Das Kind muss lernen, alleine einzuschlafen" freizumachen, sondern schaust, was Dein Kind braucht und Dich damit arrangierst, dann ist es gar nicht schlimm. Schlimm ist es nur im Zusammenhang mit den konventionellen Ansichten, wenn Dein Kind nicht so funktioniert, wie die Gesellschaft es erwartet.
Mir hilft es sogar, runter zu kommen. Und gerade, wenn der Tag mit dem Kleinen mal richtig doof war und ich wütend bin, dann versöhnt es mich mit allem, wenn er abends in meinem Arm einschläft und immer schwerer wird und der Atem ganz ruhig.

zur zweiten Frage:
Versuch es doch zu genießen. Ich genieße es! Es gibt Mütter, die rennen mit ihren Babies nachts durch die Wohnung, stellen sie auf die Waschmaschine, etc. Du brauchst Dich "nur" umzudrehen, sie andocken zu lassen und sie schläft. Ich finde das hervorragend! So schlafen wir seit fast 2 Jahren und mittlerweile hat sogar mein Mann das Schöne dran entdeckt :D .

Das mit der Flasche würd ich nicht tun. Das kann im Zweifelsfall zu einer Saugverwirrung führen. Ebenso ein Schnuller (wobei wir auch einen hatten). Aber wenn sie ihn nicht will, würd ich es auch lassen.

Ich kann Dir das Buch "In Liebe wachsen" von Carlos Gonzales und "Schlafen und Wachen" von William Sears empfehlen. Vielleicht hilft Dir das weiter.

Ich finde, so wie Du es machst, machst Du es toll. Offensichtlich gibst Du Deinem Baby das, was es braucht. Lass Dir nicht einreden, dass das falsch ist.

Re: Ganz viel Unsicherheit...

Verfasst: 27.04.2009, 18:42
von Eulalia
Vielen Dank Maren für Deine lange und liebe Antwort!

Es ist einfach schwierig, wenn einem alle Welt (Bekannte, Freunde, Schwiegereltern) gut gemeint, aber deswegen noch lange nicht gute Ratschläge gibt. Zum Glück ist wenigstens mein Mann (halbwegs) auf meiner Seite. Mit dem Stillen bis sie schläft hat er keine Probleme, aber mit dem Schlafen bei mir im Arm. Aber er sieht auch ein, dass es im Moment einfach nicht anders geht. Es hält auch absolut nichts davon, sie weinen zu lassen.

Die beiden Bücher werde ich mir mal anschauenl. Danke für den Tipp.

Wenn ich ehrlich bin, genieße ich es schon, dass sie so an mir hängt. Ich genieße ihre Wärme, Liebe und Zärtlichkeit. Mir steckt auch immer noch die Angst der ersten Wochen in den Knochen - und ihr vielleicht auch (sie war wegen einer angeborenen Lungenentzündung fast 3 Wochen auf Intensiv z.T. mit Beatmung, Magensonde und Unmengen Medikamenten)

Re: Ganz viel Unsicherheit...

Verfasst: 27.04.2009, 18:55
von Feleni
Das mit dem Einschlafstillen würde ich auch weitermachen, bis es Dich so wirklich stört und Du nachts abstillen WILLST. Das scheint mir noch nicht der Fall zu sein.
Fläschchen sind da eher kontraproduktiv. Meine Hebamme hat das bei Jan auch geraten. Und das sogar unmittelbar nachdem sie mir das Buch "Oje, ich wachse" empfahl und Jan damals tatsächlcih im ersten schub war und einfach die Milchproduktion ankurbelte...

Wo Du schreibst 13 Wochen: das klingt auch ganz nach 12.Wochen-Schub, lies auch mal "Oje ich wachse".

So und dann weiß ich nicht, ob Du sie nicht ggf. zu früh hinlegst. WIr haben Mathis bewusst erst so um 22 h ins Bett gebracht, wenn auch wir ins Bett gingen, damit die erste feste lange Schlafphase auch uns was nützt. Wenn er dann so gegen 5 h nicht mehr weiterschlafen wollte, war es zwar doof, aber immerhin hab ich Schlaf bekommen.
Dann wurde die Zeit langsam nach vorne gelegt. EIgentlich sind wir für Mathis jetzt so bei 21 h / 21.30 h, aber da mein Mann die letzten Tage nicht da war, wurde er schon um 20 h einschlafgestillt, wenn ich Jan ins Bett bringe und ihn in den Schlaf begleite. Dadurch fängt der Tag halt nun auch so um halb 6 / 6 Uhr an.

Also Fazit: Ich würde so weitermachen, wie bisher, wenn es EUCH nicht wirklich stört. Ihr werdet leider von dem so populären Weltbild für ein Baby geleitet, daß es schwer ist, so zu leben, wie Ihr es grade tut.

Ich hab auch die Erfahrung gemacht, daß eine Änderung bei etwas was den Schlaf des Kindes angeht nur dann klappt, wenn man wirklich dahinter steht. Halbherzig, nur weil "es" so gemacht wird, klappt es nie.

Alles Gute!!!

Re: Ganz viel Unsicherheit...

Verfasst: 27.04.2009, 19:58
von Sagittaria
Ich möchte Dir gerne antworten, einfach so, ohne vorher die anderen Antworten gelesen zu haben ;)
Eulalia hat geschrieben:
  • Sie schläft nur an der Brust ein (Tagsüber auch mal im KiWa, sehr gern im TT, auch auf dem Arm oder dem Sofa, egal.) Wie bringe ich ihr bei, abends (oder beim Mittagsschlaf) auch ohne Brust einzuschlafen?
Kann ich Dir nichts dazu raten, Anna ist fast 17 Monate alt und schläft, wenn sie bei mir ist und nicht gerade im Tuch oder mit der Oma im Buggy, nur mit Brust ein.

Und weiß Du was? Ich finde das ungemein praktisch - es geht ganz schnell und einfach und es funktioniert überall, auch im Zug oder im Urlaub :5:
[*] Wie kann ich ihr helfen, nachts auch ohne mich weiterzuschlafen? Oder soll ich es einfach tolerieren (und genießen), dass sie im Moment mit mir kuscheln will. Irgendwann wird es von alleine wieder "alleine" gehen.
Warum möchtest Du, dass sie nachts alleine weiter schläft?

Stört es Dich, dass sie Deine Nähe sosehr geniesst und vor allem braucht?

Fühlst Du Dich beengt? Eingeschränkt?

Was würde sich, so in Deiner Vorstellung, für Dich ändern, wenn sie alleine weiter schlafen würde?
[*] Kann ich Laura helfen, besser durchzuschlafen? Sie wacht nachts spätestens alle zwei Stunden auf. Und wenn ich ehrlich bin, würde ich gerne mal ein bisschen länger schlafen. :oops: [/list]
Ich habe mich mittlerweile so sehr daran gewöhnt, dass Anna nachts da ist und trinkt, dass ich gar nicht mehr richtig wach werde ;)

Wie schläfst Du denn? Hast Du eine Möglichkeit es Dir so gemütlich zu machen, dass Du beim Stillen einfach weiter dösen/Schlafen kannst?
Meine Hebi meinte, ich solle nachts mal meinen Mann mit dem Fläschchen füttern lassen. Aber meine Maus verweigert die Flasche völlig und auch einen Schnuller nimmt sie nicht. Das gäbe nachts nur Terror und Stress für alle beteiligten.
Dann laß es - kluges Kind 8)

---

Ich finde das so beschrieben ganz normal und hoffe, dass Du es nach kleiner Eingewöhnungszeit ebenso genießen kannst, Dein Kind nachts ganz nahe bei Dir zu haben, wie ich es tue :D

Re: Ganz viel Unsicherheit...

Verfasst: 27.04.2009, 20:01
von Sagittaria
Maren hat geschrieben:Ich kann Dir das Buch "In Liebe wachsen" von Carlos Gonzales und "Schlafen und Wachen" von William Sears empfehlen. Vielleicht hilft Dir das weiter.
Stimmt, das sind tolle Bücher!
Maren hat geschrieben:Ich finde, so wie Du es machst, machst Du es toll. Offensichtlich gibst Du Deinem Baby das, was es braucht. Lass Dir nicht einreden, dass das falsch ist.
UNTERSCHREIB

Re: Ganz viel Unsicherheit...

Verfasst: 27.04.2009, 20:15
von Eulalia
@ Felemni: Ja, an den 12-Wochen-Schub hab ich auch schon gedacht. Ich kenne zwar das Buch nicht, aber habe irgendwo im Internet so eine Liste mit den Schüben und den entsprechenden Fähigkeiten gefunden. Könnte passen. Ist hal a bissl spät dran, meine Maus. :wink:


Und die Zubettgehzeit hat sie sich quasi selbst rausgesucht. Sie ist um die Zeit super quengelig und wirklich müde. Die Bettgehzeit richtet sich auch immer nach ihr. Wenn ich den Eindruck habe "jetzt", dann machen wir sie bettfertig.

Sagittaria hat geschrieben: Kann ich Dir nichts dazu raten, Anna ist fast 17 Monate alt und schläft, wenn sie bei mir ist und nicht gerade im Tuch oder mit der Oma im Buggy, nur mit Brust ein.

Und weiß Du was? Ich finde das ungemein praktisch - es geht ganz schnell und einfach und es funktioniert überall, auch im Zug oder im Urlaub :5:
An sich finde ich es auch praktisch. Es wäre nur schön, wenn z.B. auch mal mein Mann die Kleine ins Bett bringen könnte. Oder Oma und Opa und mein Mann und ich könnten abends mal weg. Obwohl ich zugeben muss, dass ich es nicht vermisse, abends nicht auszugehen, Ich würd die Kleine auch zu sehr vermissen. Ich bekomm ja schon die Krise, wenn ich sie abends ins Bett lege und dann im Zimmer nebenan hocke- ohne sie.
Warum möchtest Du, dass sie nachts alleine weiter schläft?

Stört es Dich, dass sie Deine Nähe sosehr geniesst und vor allem braucht?

Fühlst Du Dich beengt? Eingeschränkt?

Was würde sich, so in Deiner Vorstellung, für Dich ändern, wenn sie alleine weiter schlafen würde?
Sehr gute Fragen. Ich glaube in meinem Kopf sitz der "Konventionen-Teufel" der behauptet, dass das so sein muss. Keine Ahnung. Und nein, ich fühle mich nicht beengt und eingeschränkt. Eigentlich mag ich es, wenn sie nachts so dicht an mich gekuschelt liegt.
Ich habe mich mittlerweile so sehr daran gewöhnt, dass Anna nachts da ist und trinkt, dass ich gar nicht mehr richtig wach werde ;)

Wie schläfst Du denn? Hast Du eine Möglichkeit es Dir so gemütlich zu machen, dass Du beim Stillen einfach weiter dösen/Schlafen kannst?
Ja, gibt es. Ich wach auch im Moment eigentlich nur auf, um ihr wieder die Brust "reinzustopfen", wenn sie quengelt und schlaf dann gleich weiter. Trotzdem bin ich morgens gerädert. Aber nicht mehr so schlimm wie zu der Zeit, in der ich meine Kleine im sitzen stillen musste, weil sie es anders nicht konnte.
Ich finde das so beschrieben ganz normal und hoffe, dass Du es nach kleiner Eingewöhnungszeit ebenso genießen kannst, Dein Kind nachts ganz nahe bei Dir zu haben, wie ich es tue :D
Wie gesagt, ich genieße es ja. Es ist nur dieses kleine Teufelchen, das mir einzureden versucht, dass ein Kind gefälligst alleine zu schlafen hat.

Re: Ganz viel Unsicherheit...

Verfasst: 28.04.2009, 10:33
von Sagittaria
Dann hau dem Teufelchen Dein Stillkissen zwischen die Hörnchen 8)

:mrgreen:

Re: Ganz viel Unsicherheit...

Verfasst: 28.04.2009, 10:51
von Feleni
GEnau!
Hihi, süße VOrstellung...

Re: Ganz viel Unsicherheit...

Verfasst: 28.04.2009, 10:54
von Feleni
Eulalia hat geschrieben:Und die Zubettgehzeit hat sie sich quasi selbst rausgesucht. Sie ist um die Zeit super quengelig und wirklich müde. Die Bettgehzeit richtet sich auch immer nach ihr. Wenn ich den Eindruck habe "jetzt", dann machen wir sie bettfertig.
Das ist dann ja ok. Es gibt ja nur die allgemeine Meinung, ein Kind habe um halb 8 im Bett zu sein. Grade bei Neugeborenen finde ich das nicht. Bei Jan versuche ich es auch, meist schläft er gegen 19.45h/20 h - herrlich...
Eulalia hat geschrieben:@ Felemni: Ja, an den 12-Wochen-Schub hab ich auch schon gedacht. Ich kenne zwar das Buch nicht, aber habe irgendwo im Internet so eine Liste mit den Schüben und den entsprechenden Fähigkeiten gefunden. Könnte passen. Ist hal a bissl spät dran, meine Maus. :wink:
Ne, nicht unbedingt. Wenn sie eine Woche früher oder später geboren ist, ist der Schub auch anders. DAs steht in dem Buch drin und bei Jan, der eine WOche nach errechnetem ET kam, passte es super.
Zudem gehen grad der 12.Wochen und der 19. Woche-Schub gerne fast ineinander über. Mach dich auf ne Spannende Zeit gefasst...