mein besonders liebebedürftiges/sehr anstrengendes Baby

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Rica
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mein besonders liebebedürftiges/sehr anstrengendes Baby

Beitrag von Rica »

Eigentlich wollte ich es unter "mein besonderes Kind" schreiben, aber ich denke, es gibt einige Mütter, die denken, ich habe "nur" ein schwieriges Baby und sind deshalb nicht für den Bereich freigeschalten, aber genau die Mütter will ich ja auch erreichen.

Ich habe mich viel belesen und durch den Autor william Sears bin ich darauf gekommen, das mein Kind zu den 25% zählt, die man (lt. W. Sears) als besonders liebebedürftig, 24-h-Baby oder Kinder mit starken Bedürfnissen nennt. Umgangssprachlich auch schwieriges oder sehr anstrengendes Kind.

Wie ich darauf komme, das mein Kind zu dieser Gruppe zählt?
Nun, erschwerend kommt vielleicht hinzu, das ich alleinerziehend bin, jedenfalls habe ich kaum eine freie Minute. Ich kann mir nichts zu Essen machen, geschweige denn auf Toilette gehen, ohne das meine Kleine anfängt zu weinen. Entferne ich mich aus dem Blickfeld meines Kindes, führt auch dies dazu.
Außerdem ist sie immer in Bewegung und unruhig, wenn sie nicht grad mal schläft.
Sie kann nie allein einschlafen und braucht dazu diverse Hilfestellungen (schaukeln, wippen, ...).
Ständig möchte sie mich (und sich) spüren, mich in ihrer Nähe haben.
Wenn es ihr nicht gut geht ist dauernuckeln normal.
Vom getragenen Zustand ins Liegen ist selten und nur mit viel Ablenkung möglich, da auch das zu sofortigem Weinen führt.

Böse Zungen mögen behaupten, ich würde mein Kind verwöhnen weil ich sie immer Trage. Aber ganz am Anfang fügte ich mich der Gesellschaft und legte sie in den Stubenwagen oder allein ins (Familien)Bett. Da sie dort schon immer nach kurzer Zeit wieder aufwachte und weinte, musste ich sie zwangsläufig Tragen. Was dazu führte, das ich das nun rund um die Uhr praktiziere und auch genieße.

KISS kann ich ausschließen, da keines der Symptome drauf hin weist. Andere Erkrankungen wurden bis jetzt nicht festgestellt und alle U's waren zufriedenstellend.


Ich muss sagen, ich bin schon manchmal am Ende mit meinen Nerven. Es ist nicht so, das ich mein Kind nicht liebe oder sie wegen diesem Verhalten weniger mag. Nein, im Gegenteil, ich akzeptiere sie so wie sie ist und versuche alles, damit sie ein glückliches und zufriedenes Kind sein kann.

Dennoch suche ich andere Mütter (oder Väter) die ähnliches erleben, durchmachen oder Erfahrung damit haben. Ich komm mir momentan sehr alleine mit meinem "anstrengendem" Kind vor, da alle in meinem Umfeld "einfache" Kinder haben.

Ich freu mich auch über aufmunternde Worte. :)
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shina
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Re: mein besonders liebebedürftiges/sehr anstrengendes Baby

Beitrag von shina »

Ich möchte dir nur kurz wegen Kiss antworten: Robin hatte auch überhaupt keine Anzeichen und doch hatte er es sogar stärker als sein Bruder der als Schreikind darauf aufmerksam gemacht hat. Ausschließen kann es also wirklich nur ein Facharzt !
LG Sandra mit 3 Kids
Rica
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Re: mein besonders liebebedürftiges/sehr anstrengendes Baby

Beitrag von Rica »

gut zu wissen

und er hatte wirklich gar keine anzeichen dafür?
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bibilein
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Re: mein besonders liebebedürftiges/sehr anstrengendes Baby

Beitrag von bibilein »

Hallo Rica.

Unser zweiter Sohn (bald 11 monate) war/ist auch liebesbedürftiger (was sich noch krasser anfühlte, weil unser erster das pflegeleichteste Kind überhaupt im ganzen Sonnensystem war). Zwar hat Junior nachts im Beistellbett auch mal zwei Stunden "allein" geschlafen (weil ich ja nicht um acht ins Bett gehe) aber er sich tagsüber ähnlich verhalten. Ich hatte und habe immer noch das riesengroße Glück, dass meine Schwiegereltern im Haus leben, dass Vincent (bedingt durch unseren Umzug) sehr an seinen Opa gewöhnt ist und bei ihm sogar besser schläft (sogar die Nacht durch) als bei mir, sich von ihm immer beruhigen lässt und ich somit etwas Freiraum für unseren Großen habe, der ja auch das Recht auf Liebe hat (er wird im April 3).
Vincent (also mein jüngster) wurde und wird immer nach Bedarf gestillt, wenn er das Bedürfnis hatte lag und liege (wir haben gerade wieder Schubphase...) ich die ganze NAcht mit "offener" Brust neben ihm. Tagsüber wird er nicht mehr ganz so viel getragen wie früher (12 Kilo), aber ich denke je nach Tag ist er auch noch 1-3 Stunden im Tuch. In Zeiten wie jetzt wieder öfter. Er wäre aber deuuuuuuuutlich häufiger im Tuch, wenn ich nicht meine Schwiegereltern hätte, die mich so wahnsinnig toll unterstützen!

Durch meine Bedürfnisorientierte "Erziehung" (..) habe ich zwei wunderbar selbstbewusste Kinder. Sie zeigen, was sie möchten und was nicht und haben einen starken willen (über den ich in manchen Situationen nicht so bewundernd schreiben kann :roll: :D ). Das ist ein Zeichen für mich, dass sich die viele Anstrengung wirklich lohnt. Ich bin auch total froh, dass es Foren wie diese gibt, die einem so den Rücken stärken und man obendrein die Möglichkeit hat, sich auch noch auszutauschen, denn sicher haben wir nicht den einfacheren Weg gewählt.

Jetzt bist du mit deinem Engelchen auch noch alleinerziehend und unabhängig von dem kräfteraubenden Alltag den du ohnehin schon hast, fehlt einem bestimmt oft ein Partner. Ich wage nicht daran zu denken, wie anstrengend das für dich sein muss und ich finde toll, dass du dich so rührend bemühst.

für mich kam eine Kiss-Untersuchung nie in Frage, warum weiß ich nicht. ich kenne einfach zu viele Mütter, die ähnliche Kinder haben und es war für mich ein Normalzustand. Es ist einfacher geworden, seit Vincent mobil wurde. Aber nachts hat sich im Vergleich zu nach der Geburt nichts geändert. Er schläft nur mittags etwa eine Stunde und dann abends etwa sieben. Da wacht er 120-min. auf und trinkt. Zur Zeit ist die nacht zwischen 3 und 5 beendet. Zum Glück habe ich eine Schwiegermutter, die (kein Witz) ab etwa 3 Uhr nicht mehr schlafen kann und den kleinen nimmt :oops: anders würde ich es nicht packen.

Vielleicht konntest du etwas aufmunternde Worte herauslesen. Es wird besser, glaub mir!
lg
Bibilein mit Mika (05.04.06)
und Vincent (08.02.08)
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shina
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Re: mein besonders liebebedürftiges/sehr anstrengendes Baby

Beitrag von shina »

Rica hat geschrieben:gut zu wissen

und er hatte wirklich gar keine anzeichen dafür?
Nein. Wir sind nur mit ihm zum Kiss-Doc weil ich mein Kind IMMER kontrollieren lassen würde. Die Geburt war auch total easy, er ist einfach nur rausgeflutscht.

Ansonsten finde ich aber dein Baby mit 4 Monaten noch vällig normal so wie du es beschreibst.
LG Sandra mit 3 Kids
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rosemarie
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Re: mein besonders liebebedürftiges/sehr anstrengendes Baby

Beitrag von rosemarie »

hallo,

was bibilein beschreibt, kenn ich auch so. mein kleiner ist auch so ein willensstarker, der gleichzeitig sehr anhänglich ist und alles andere als pflegeleicht. das war er von anfang an. mittlerweile ist er 15 monate alt. auch wenn der akkumulierte stress mir manchmal das gefühl gibt, es wird nie einfacher, ist es insgesamt doch immer besser geworden. ich freue mich sehr über seinen forschergeist und diese klaren willensäußerungen, aber das kostet auch kraft. wir stillen sehr viel. nachts oft, tagsüber war es mal weniger, jetzt wieder mehr . tragen ist ganz schön schwer mit 13kg. ins tuch bekomme ich ihn selten ohne protest, was aber nicht heißt, dass er nicht trotzdem die ganze zeit auf meinem oder papas arm sitzen will und von dort die welt beobachtet, bevor er selbst losflitzt.
im augenblick klebt er sehr an meinem mann, was die geduld meines mannes sehr auf die probe stellt :)
und oft, wenn die tage sich nur um ihn drehen wie jetzt, denke ich, es ist schon zu zweit so tierisch anstrengend, wie kann man sowas nur alleine schaffen?
wir haben hier im bekanntenkreis auch eine alleinerziehende mama. die hat auch glück, dass im gleichen haus ein gleichaltriges kind wohnt und die beiden sehr befreundet sind. es gibt ja nicht umsonst dieses sprichwort: um ein kind zu erziehen braucht es ein dorf. alle hochachtung vor dir shina und allen anderen alleinerziehenden.
ich hoffe, du bekommst hilfe von deiner umgebung.

wegen evtl. blockaden waren wir direkt nach der geburt beim osthepathen und hatten dort ein paar sitzungen. ich glaube, das hat wirklich geholfen und ist nie verkehrt.
einen lieben gruss
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rosemarie
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Re: mein besonders liebebedürftiges/sehr anstrengendes Baby

Beitrag von rosemarie »

ähm, ich meinte natürlich dich, rica und nicht shina... sorry, stilldemenz :D :oops:
Stina
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Re: mein besonders liebebedürftiges/sehr anstrengendes Baby

Beitrag von Stina »

Liebe Rica,

ich habe hier auch so einen, der sich nie ablegen ließ. Es wird besser!!! Ich hatte damals im alten Forum auch einen Thread dazu gelesen, aus dem ich mitgenommen habe, dass es mit eineinhalb bis zwei Jahren besser wird. Das habe ich mir gerade im 1. Lebensjahr und auch noch im zweiten oft gesagt. Jetzt wird meiner bald zwei und wenn ich darüber nachdenke, ist es wirklich besser geworden, nicht auf einmal und auch nicht immer, aber es ist besser! :) Ich kann z. B. mal zehn Minuten allein im Bad sein, während er spielt. Mittags z. B. schläft er allein im FB sein Mittagsschläfchen (und ich habe frei!!!) und wenn er allein aufwacht, kann er das anders einordnen als früher und es ist nicht so schlimm. Die Zeit geht so schnell herum...
Stina mit Sohn (01/07)
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BEcKa
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Re: mein besonders liebebedürftiges/sehr anstrengendes Baby

Beitrag von BEcKa »

Nathan war total pflegeleicht und es gab nur zwei Anzeichen für Kiss: Liegeglatze, wollte nicht ins Tuch eingebunden werden. Trotzdem: heftiges Kiss
Liebe Grüße
Becka
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und ein Bild- Dich trag ich bei mir, bis der Vorhang fällt...



Nolle in causa est, non posse praetenditur
Rica
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Re: mein besonders liebebedürftiges/sehr anstrengendes Baby

Beitrag von Rica »

ich danke euch für eure antworten, es tut schonmal gut zu wissen, man ist nicht allein und es ist wirklich normal

schwer ist es nur, das seiner umwelt zu erklären, ich hab das gefühl, ich bin die einzigste in meinem umkreis, die weiß, das es diese "zwei arten von babys" gibt, dementsprechend fällt auch die hilfe und das verständnis aus :(

und wie ich das schaffe? keine ahnung. das frag ich mich auch so oft, zb. als ich mir gestern abend kartoffelpuffer machen wollte. nach zwei halbrohen musste ich abbrechen. :roll: aber da ich eh nicht kochen kann, war es auch kein problem die zu essen :mrgreen: mit sehr viel selbstaufgabe geht das schon irgendwie.
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