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Deutsche Grammatik

Verfasst: 17.01.2026, 10:33
von Schneekugel
Aus der Diskussion von gestern, dachte ich /habe ich gedacht vielleicht wäre es eine Möglichkeit, in einem Tread über sowas zu diskutieren?
Ich oute mich ja sowieso schon, als Schweizerin, weil ich es einfach nicht beherrsche.
Und zu gegeben ich habe oft ein Durcheinander, was jetzt reine Schweizergrammatik ist und was die richtige und google durchaus auch mal :oops:

Jedenfalls blieb ich gestern dann auch am Wort passieren hängen und überlegte echt lange, wo zum Geier das dann konjugiert werden kann. Bis mir im Gespräch mit meiner Tochter auffiel, dass hat ja zwei Bedeutungen und wir nutzen nur jene, bei der es nur die 3.P.E. gibt :lol:

So nun eine Frage, welche mich auch echt beschäftigt, seit ich Hörbücher höre. Das Wort: Sie lugt, wäre das nicht sie schaut? ich mag mich an das Wort echt nicht erinnern aus der Schule und bewusst auch nicht aus Büchern die ich lese (wobei man sagen muss, ich lese eher speziell, also im Schnitt nur jedes zweite Wort) luäge, aus dem Dialekt ja, also Wort aus dem Hochdeutschen nicht. Und ja klar auch gegooglet es gibt das Wort, aber dort steht veraltet?

Vielleicht hat ja jemand Lust, mit mir auch mal sowas zu diskutieren?

Ah und wegen dem Schweizerdeutsch ;-) (ich spreche Zürichdeutsch mit viel Ostschweizereinschlag)

Hüt bini bereits mitem Hund gsi, es isch müm so chalt grad und würkt teils scho wie im Frühlig. Mängisch isch de Bode aber no hüne glatt.
Nachher mussi mi an Huushalt mache und die Chli isch anen Geburi iglade. De Midi het es Spiel und hüt chömeren mal nid begleite, weil ich nachher en Patient ha und min Maa e Sitzig.
Das isch nid so ideal, aber joa, gat grad nid anderst. Am Samstig hends amigs au Training und die Gross gat dete hi am Nami. und irgendwer sötti no go poste hüt.

Na verstanden?

Re: Deutsche Grammatik

Verfasst: 17.01.2026, 10:50
von Momolina
Ich habs verstanden und setz mich gern dazu.
Mein Spitzname ist manchmal "Duden". Ich muss alles in der Arbeit Korrektur lesen und die richtige Zeichensetzung und Grammatik passiert wohl eher nebenbei - ohne viel Nachdenken.

Ich rede Hochdeutsch, komme aus Hessen, lebte in BaWü nah der Schweizer Grenze und arbeitete in Winterthur. Jetzt bin ich mit den Kindern in Bayern.

Das Wort "luagen" (schauen) ist in meinen Augen nur Dialekt. Sie luagt ums Eck... Die zweite Bedeutung wäre "herausschauen". Die Katze lugt unter dem Sofa hervor.
Diese beiden Worte sind für mich unterschiedlich.

Re: Deutsche Grammatik

Verfasst: 17.01.2026, 10:56
von blauelagune
Ich hab alles verstanden, bin vom Fach.

Lugen oder luogen ist ein Synonym für schauen. Lugen wurde von schauen verdrängt und ist aber regional, besonders in südlichen Dialekten des Deutschen noch erhalten.

Was es immer noch gibt ist hervorlugen. Das bedeutet spähend hervorschauen.

Re: Deutsche Grammatik

Verfasst: 17.01.2026, 11:06
von LaSarda
Cooler Thread.

Ich mag Sprache sehr und mache intuitiv sicher vieles richtig und trotzdem stolpere ich manchmal über gewisse Dinge, die ich einfach nicht erklären kann. Ich mag Helvetischen ("ich mues an Schärme") und ich kann mich köstlich darüber amüsieren, dass meine deutschen Arbeitskollegen mein "Hochdeutsch" als Schweizerdeutsch einschätzen, bis ich dann mit den Kollegen aus dem Badischen halt Dialekt spreche. :-D

Re: Deutsche Grammatik

Verfasst: 17.01.2026, 11:10
von Sommermama2017
Also, ich versteh im Schweizerdeutschen definitiv nicht alles und manchmal vermute ich auch nur.

Re: Deutsche Grammatik

Verfasst: 17.01.2026, 11:40
von Bani
Gute Idee, der Thread.

Ich mag Sprache, kann Grammatik aber nicht (erklären). Meine Tochter musste letztens in Deutsch eine Grammatikarbeit schreiben, da musste ausnahmsweise mal der Papa (Übersetzer) helfen.

Ich liebe Dialekte und höre auch gern schweizerische Dialekte, weil das oft Ähnlichkeit mit dem Schwäbischen (ja ich weiß, noch mehr mit dem Allemannischen) hat.
Bei Schneekugels Text hab ich verstanden um was es geht, einzelne Wörter fehlen mir aber.

Re: Deutsche Grammatik

Verfasst: 17.01.2026, 11:46
von fragolapopulare
Ich liebe Sprache und Dialekt, ich mache mit!
Ich bin quasi dreisprachig aufgewachsen - fränkisch, nordbadisch (gilt als fränkisch) und schwäbisch (bzw. hohenlohisch, das geht eher ins fränkische). Wir haben viele Kontakte ins Elsass und in die Schweiz und ich habe einige Kollegen aus dem Südbadischen (allamannisch). Außerdem habe ich ganz ordentlich umgangssprachliches Dänisch gelernt und verstehe daher ansatzweise Platt.

So richtig Dialekt kann ich aber leider gar nicht sprechen - ich schaffe die Färbung und die jeweilige Grammatik, aber mir fehlen viele Dialektvokabeln. Aber Vokabeln kann man ja üben.

"Lugen" kenne ich als Verb - so im Sinne von "da lugt was vor" = "da schaut was hervor. Hier wird synonym eher "guggen" verwendet.
Nr. 1 hat Freundinnen, deren Mutter aus der Züricher Ecke kommt, die sprechen untereinander und mit anderen Kindern eher hochdeutsch (mit der Mutter schweizerdeutsch), aber mischen auch hochdeutsch modifiziertes Schweizerdeutsch dazwischen. Sie verwenden "lugen" synonym zu "schauen" und es hat bisher noch jeder verstanden.

Lustig finde ich immer, wenn jemand versucht, schwäbisch oder badisch zu imitieren und dabei aus jedem "s" ein "sch" macht. Das ist nämlich nicht der Fall bzw. Des isch nämlich net dr Fall.

Re: Deutsche Grammatik

Verfasst: 17.01.2026, 11:50
von Bani
Oder überall „le“ drangehängt wird…

Im Schwäbischen sagt man übrigens auch luagen. „Was luagsch du denn so hälenga oms Eck?“

Re: Deutsche Grammatik

Verfasst: 17.01.2026, 12:43
von Sabina
Dafür sage ich ja ‚gügsle‘. 😄

Ich mag Sprache auch und versuche mich gerne darin mich in einer Fremdsprache möglichst korrekt auszudrücken. Im SuT fühle ich mich aber mittlerweile zu sehr zuhause um mir noch ordentlich Mühe zu geben. Da schreibe ich einfach vor mich hin.

Wir Schweizer, respektive wir ZÜRCHER, sagen übrigens ‚die Zürcher Ecke‘ und nicht ‚die Züricher Ecke‘.

Re: Deutsche Grammatik

Verfasst: 17.01.2026, 18:27
von anirahtaK
Ich les mal mit.

Schweizerdeutsch kenne ich das aus'm Wallis von diversen Urlauben am als Kind.
Und ich folge LorisZimmerli (?) auf Insta und beömmel mich über das "es ist in der Schweiz egal wie man schreibt" und Grammatik - ach egal immer sehr 😎