Zufüttern reduzieren, geht das und zu welchen Bedingungen?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Julchen85
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Zufüttern reduzieren, geht das und zu welchen Bedingungen?

Beitrag von Julchen85 »

Hallo,
Bisher habe ich hier nur gelesen, jetzt würde ich mich über eine kurze Beratung freuen, falls möglich.
Am 24.9. kam meine Tochter per geplantem Kaiserschnitt auf die Welt. In den ersten 4 Tagen habe ich ausschließlich gestillt,aber ab Tag 5 bei 13% Gewichtsverlust zugefüttert. Einen Tag per Flasche, danach hauptsächlich mit BES, das kannte ich von meiner ersten Tochter.
Inzwischen nimmt sie gut zu, ich habe aber den Wunsch, voll zu stillen bzw die Zufüttermenge zu reduzieren noch in mir. Meine Frage ist: wie realistisch ist das und was kann ich noch mehr tun? Denn mein Eindruck ist, dass ich schon vieles,was bei anderen hier empfohlen wurde mache. Mein Mann ist jetzt noch 2 Wochen zu Hause, danach habe ich zumindest nachmittags weniger Zeit, weil meine große Tochter mich auch braucht.

Ich stille 10-13x täglich und füttere 200-300 ml Pre zu. Eine Pumpe habe ich, aber kaum Zeit, zu pumpen. Und es kommt eh kaum was, maximal 10 ml, das stresst mich jedes Mal.
Ich nehme seit 2 Wochen Bockshornkleesamen und seit 7 Tagen Domperidon 3x10 mg, darunter hat jetzt allerdings die Menge Pre eher zu- als abgenommen.

Also mal geordnet zu den Fragen:
- Mädchen
- Stillen 10-13x tgl. Zufüttern mit Pre 200-300ml/Tag über BES, Flasche nur in Ausnahmefällen
- nachts meist nur Stillen, dafür wickle ich sie vorher, stille eine Brust im Sitzen im Hellen,die andere im Liegen, im Bett. Stilldauer etwa 30 bis 60 Minuten.
Tagsüber Zufüttern nach Bedarf, wenn noch Hungerzeichen nach Stillen ist, 5-8x/Tag, Dauer dann insges. etwa 1h. Häufigeres Zufüttern gegen Nachmittag/ Abend, weniger morgens.
Schlafpausen zwischen 30-120 Minuten.
- Windeln: ca 6-8x Urin, 3x Stuhl
- Stillstart:. Bonding noch im OP, erstes Anlegen direkt danach, es war alles schön und entspannt. 4 Tage ausschliesslich stillen, darunter Gewichtsverlust -13%, ab Tag 5 zufüttern. Andocken klappt gut. Anfangs.ist sie oft eingeschlafen, war aber auch etwas gelb. inzwischen ist das deutlich besser. Bisher keine wunden BW :-)
- Andere Sauger: Manchmal abends bei großem Hunger oder Müdigkeit hektisches hin- und herwerfen des Kopfes, dann selten mal Fläschchen gegeben.
- Andere Beratung: Hebamme kommt und ist sehr unterstützend und hat mich oft getröstet und ermutigt. Sie hatte mir zum Zufüttern per Flasche geraten. Ich glaube jedoch, daß hier mehr Expertise ist, deshalb die Beratungsanfrage hier
- Vorerkrankungen: Hypothyreose bei mir,Tsh wird nächste Woche kontrolliert, war bisher immer okay.
-ich musste wegen Sinusitis seit 48h vor der Geburt und insgesamt 7 Tage Antibiotikum nehmen
- Stillerfahrung mit der älteren Tochter: ja, das wird jetzt lang... Spontangeburt, direkt Bonding und anlegen. Nach ca.6h Nachblutung bei mir, Not OP, 4 Blutkonserven, 24h auf Intensiv und von Tochter getrennt, in dieser Zeit kein Pumpen o.ä., Sie wurde also schnell zugefüttert. Als wir wieder zusammen waren stillen und zufüttern mit Sonde/Spritze. Im Verlauf war es schwierig, ich hatte viele Schmerzen von der OP, wunde BW, Anämie, war durch OP etc traumatisiert und oft traurig/verzweifelt. Damals dann ab ca 7 Lebenswochen Stillberatung. Dann alle 2h angelegt, oder gepumpt, Zufüttern mit BES, Brustkompression etc. Diese Zeit habe ich mit viel Stress, Schmerz, Trauer in Erinnerung. Damals habe ich vollstillen nicht geschafft, nur nach einiger Zeit Beikost. Dann trotzdem bis 1,5 Jahre gestillt, vor allem zum Einschlafen und nachts.

Das Gewicht meiner Tochter:
24.9. 3600g Geburtsklinik
28.9. 3100g 10x stillen 80 ml Pre
2.10. 3300g 13x stillen 185 ml Pre
7.10. 3400g 10x stillen 195 ml Pre
14.10. 3560g 12x stillen 220 ml Pre
22.10. 3780 g (Kinderärztin)
In den letzten Tagen eher 250-350 ml Pre gegeben.
klecksauge
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Re: Zufüttern reduzieren, geht das und zu welchen Bedingungen?

Beitrag von klecksauge »

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Ich werde mich heute (eventuell erst spät) bei dir melden.
Liebe Grüße aus den Norden von
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Julchen85
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Re: Zufüttern reduzieren, geht das und zu welchen Bedingungen?

Beitrag von Julchen85 »

Guten Morgen,

Gestern Abend war wieder Ausnahme Situation, sie hat sich garnicht beruhigen lassen. Und was für mich am schlimmsten war: sie hat die Brust angeschrien und wollte sie garnicht nehmen. Ich musste ihr über den Tag schon viel zufüttern, insgesamt waren es gestern dann 430 ml Pre. Und abends dann per Fläschchen.
Das fühlt sich für mich wie Versagen an, es ist echt schwierig auszuhalten.
Mein Mann hat sie dann in den Schlaf geschaukelt, weil mir auch das nicht gelungen ist :(
Hat da jemand noch einen Tipp für solche Situationen?
Lichtpunkt
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Re: Zufüttern reduzieren, geht das und zu welchen Bedingungen?

Beitrag von Lichtpunkt »

Guten Morgen,

keine Tipps, aber: Das ist kein Versagen von dir. Du machst so viel und kämpfst, das ist großartig! ❤️

Nimmst du genug Bockshornklee? Ich habe mich anfangs an die Dosierungsempfehlung des Herstellers gehalten, da konnte ich keinen Effekt feststellen. Erst als ich die Dosis erhöht habe, bis mein Mann und ich einen ganz leichten Maggie-Geruch an mir feststellen konnten, hat es Wirkung gezeigt.
Man darf, glaube ich, bis 5200 oder 5600mg/ Tag hochgehen. Dazu wurde hier im Forum auch etwas geschrieben, ich finde es nur gerade nicht.
Liebe Grüße von Lichtpunkt mit Knöpfchen (05/25)
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Re: Zufüttern reduzieren, geht das und zu welchen Bedingungen?

Beitrag von LittlePolarbear »

Hallo Julchen,
fühl dich umarmt! Das klingt sehr anstrengend und fordernd. Ich wollte zudem einwerfen, dass das Verhalten von deiner Tochter gestern Abend nicht unbedingt etwas mit Hunger und eurer Stillsituation zu tun haben muss. Was du beschreibst hatten wir hier so ab 3. Lebenswoche bis ca. 10. Lebenswoche so ähnlich (fast) jeden Abend und das obwohl der Minibär in der Zeit gut zugenommen hat.
Der Minibär wollte abends die Brust nicht, hat nur geschrien und sich oftmals durch nichts beruhigen (Pezziball, Tragen, Singen, Schuckeln… alles versucht) lassen. Manchmal ging es dann aber auch beim Papa in der Trage mit einschlafen. Ich kann das mit dem „Versagen“ also nachfühlen. Aber hier der Blick von außen: Du machst das großartig! Du gibst deiner Maus so viel und nimmst auch Unterstützung an- deine Tochter hat da wirklich Glück 🧡🍀
mit dem nicht mehr so kleinen Bär (2018) und dem Minibär (2025) + zwei Bonustöchtern (2008 & 2011)
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Re: Zufüttern reduzieren, geht das und zu welchen Bedingungen?

Beitrag von Julchen85 »

Danke ihr beiden!
Gut zu wissen, dass ich damit nicht alleine bin.
Ich nehme Bockshornklee wie auf der Packung angegeben, etwa 2600 mg pro Tag. Aber das ist ein guter Punkt, ich recherchiere noch mal!
LittlePolarbear
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Re: Zufüttern reduzieren, geht das und zu welchen Bedingungen?

Beitrag von LittlePolarbear »

Ach so, Tipps für die Situation: Mir hat es geholfen, dass ich mich mit meinem Mann abwechseln konnte, weil keiner von uns das Schreien lange alleine aushalten konnte. Ohropax, um die Spitzen zu nehmen und ruhig bleiben zu können. Es nicht persönlich nehmen, sondern als Regulationsproblem verstehen, bei dem eben die feinfühlige Begleitung wichtig ist. Und das Wissen, dass viele kleine Babys genauso abendliche Schreistunden haben und wir damit in alleine sind. Außerdem: Es wird besser mit der Zeit (weniger und kürzeres Schreien).
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Re: Zufüttern reduzieren, geht das und zu welchen Bedingungen?

Beitrag von klecksauge »

Moin!

Leider doch erst heute und wieder spät (das ist fast normal, also nicht wundern).

Eine Reduktion der Pre ist nur unter engmaschiger Gewichtskontrolle möglich.
Habt ihr eine eigene Waage da?

Die Stillfrequenz klingt gut. Auch die Zufütterung überwiegend über das BES ist super, weil stillfreundlich.

Grundsätzlich ist es normal, dass gegen Abend alles schwerer wird. Die Stillpausen werden kleiner, das Baby meistens schneller unruhiger. Auch du hast dann schon einen Tag hinter dir, auch für dich ist es dann schwerer gelassen zu bleiben. Wechselt euch ab, Ohropax, geht vielleicht auch einfach mal 20 Minuten alleine raus an die Luft oder schick deinen Mann mit Baby in der Trage ne Runde raus.

Pumpen:
Hast du eine elektrische Pumpe mit Doppelpumpset?
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Re: Zufüttern reduzieren, geht das und zu welchen Bedingungen?

Beitrag von Julchen85 »

Guten Morgen Klecksauge,

Danke für deine Antwort!
Eine Babywaage könnte ich in der Apotheke leihen.
Ich habe eine elektrische Handsfree Doppelpumpe von Avent geliehen.
Also verstehe ich das richtig, dass pumpen unbedingt notwendig wird?

Gestern musste ich übrigens nur 205ml zufüttern, heute Nacht um 4 Uhr dann aber wieder 90 ml...

Viele Grüße
Julchen
Julchen85
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Re: Zufüttern reduzieren, geht das und zu welchen Bedingungen?

Beitrag von Julchen85 »

Guten Morgen,
Ich habe mir gestern eine Babywaage geliehen und nachmittags gewogen:3920 g
Was mich noch beschäftigt ist, dass ich überlege, wie es gehen könnte, die Zufüttermenge mit Pre zu reduzieren. Aktuell füttere ich nur dann zu, wenn sie nach dem Stillen noch unruhig ist und Hungerzeichen hat. Das kann ich ja nicht einfach sein lassen.
Mir ist klar, dass sie etwas Hunger haben muss, damit sie häufiger stillt und damit die Brust stimuliert. Aber durch das Zufüttern mit BES ist sie schon ziemlich lange und oft an der Brust.
Deshalb auch die Frage zu welchen Bedingungen. Also was muss ich tun, um eine Chance zu haben, die Menge zu reduzieren oder sogar voll Stillen zu können.
Gestern Abend haben beide Kinder irgendwann geweint und ich konnte keiner gerecht werden. Seitdem überlege ich sogar, ob es nicht alltagstauglicher wäre, die Flasche zu geben und die Situation einfach hinzunehmen. Ich habe kaum zusätzliche Ressourcen übrig...
Klar, schwankt das von Tag zu Tag, aber es bringt ja wahrscheinlich auch nichts, an einem Tag zu pumpen und mit BES zu füttern und am nächsten Tag nach dem Stillen die Flasche zu geben, also so einen Wechsel drin zu haben. Oder?
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