Stillen als Thema für mich abschließen?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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NaNeNu
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Stillen als Thema für mich abschließen?

Beitrag von NaNeNu »

Hallo zusammen.

Ich lese hier schon seit einigen Monaten still mit, habe mich nun doch dazu durchgerungen, einen Beitrag zu schreiben. Ich
muss direkt dazu sagen, dass ich nicht sicher bin, was ich mir davon erhoffe. Ein großes Danke erstmal an die vielen Schreiber hier mit ihren tollen Tips. Ich habe bereits sehr viele Beiträge gelesen.

Nun zu uns. Meine Tochter ist 5 Monate alt und wir hatten - wie so viele hier - einen nicht so tollen Start. 10 Tage über ET wurde ich zur Einleitung ins KH eingewiesen. Einen Tag vor der Einleitung stürzte ich auf der Straße direkt vor der Arztpraxis und schlug mit meinem Knie stark auf. Meinem Kind passierte Gott sei Dank nichts aber für mich begann die Einleitung dann mit einer riesen Wunde am Knie und starken Schmerzen. Das war eventuell auch der Auslöser für das, was danach kam: 5 Tage Einleitung mit diversen Mitteln, alles ohne Erfolg. Am sechsten Tag Abbruch und Kaiserschnitt. Ich war mit den Nerven und auch körperlich am Ende, kann mich an den Tag der Geburt kaum erinnern und habe auch, so denke ich, ein Trauma von alledem. Die kleine Maus kam dann auch nach wenigen Stunden auf die Säuglingstation da sie einen Infekt hatte, wir waren also die ersten Tage gar nicht richtig zusammen. Ich selbst saß die ersten zwei Tage im Rollstuhl, da ich keine Kraft hatte aufzustehen. Es war alles nicht schön und ich habe bittere Tränen vergossen, Tag und Nacht. Das Stillen hat folglich gar nicht geklappt, sie wurde mir kaum angelegt, war auch zu schwach zum andocken, ich selbst hatte keine Milch.. Im Krankenhaus folgten Stillhütchen, die auch nicht viel brachten, sodass die Maus dann recht schnell per Flasche zugefüttert wurde :-( Ich begann im KH mit dem abpumpen, was auch nach Tagen nur mäßig klappte. Ich hatte keinen richtigen Milcheinschuss und so kamen nur wenige Tropfen zusammen. 10 Tage später waren wir endlich zuhause und es ging mir langsam besser. Ich besorgte mir direkt eine Pumpe und versuchte weiter sie mit Hütchen anzulegen. Ein paar Tage klappte das immer mal aber nie so, dass sie satt war. Ich hasste die Hütchen, die immer verrutschten und die Kleine brüllte ohne Ende, ich jedes Mal am Heulen …. Immer mehr Flaschen wurden gemacht und die Stillhütchen warf ich täglich unter Tränen durchs Zimmer, weil ich einfach nicht mehr wollte. So entwickelte es sich über Wochen, dass ich nur noch abpumpte und gar nicht mehr anlegte aus Angst, dass es eh nicht klappt. Da war sie ca 3 Wochen alt. Das bereue ich sehr, bis heute.

Die Situation heute ist, dass ich immernoch abpumpe und ihr diese geringe Menge Milch per Flasche gebe. Es ist wenig, an guten Tagen 180ml. Den Rest bekommt sie Pre Nahrung. Ich bin immer noch so unendlich traurig, dass es mit dem Stillen nicht geklappt hat, dass ich täglich deswegen weine. Vor allen, wenn ich andere Frauen beim stillen sehe oder mir das ganze Stillzubehör in der Drogerie entgegenkommt. Das versetzt mir so einen großen Stich ins Herz.

Ab und an versuche ich sie heute noch anzulegen mit Hütchen, sie verzieht dann nur das Gesicht und brüllt. Auch, wenn ich die Hütchen schon mit Milch fülle (mit einer Sonde) macht das keinen Unterschied. Ich füttere sie meist mit nackten Oberkörper und in Stillhaltung. Gelegentlich leckt sie an den nackten Warzen wenn ich einen Tropfen Milch ausdrücke und macht auch den Mund weit auf und nimmt sie Brust in den Mund, aber sie saugt nicht daran. Dennoch sind das die Momente, für die ich weiter pumpe. Es macht mich so glücklich sie dann lächelnd an der Brust zu sehen, auch wenn sie nicht saugt.

Da mich das alles wirklich so sehr belastet überlege ich nun, das Pumpen einzustellen und einen Schlussstrich zu ziehen. Aber ich bringe es nicht übers Herz. Was würdet ihr an meiner Stelle tun? Ich hätte so wahnsinnig gerne wenigstens ein Mal das Gefühl erlebt wie es ist, wenn sie an der Brust saugt. Oder sie zur Beruhigung nuckelt. Oder in den Schlaf stillen. Ist dieser Zug für mich abgefahren? Bin ich so sehr von diesem Thema eingenommen, dass es keinen Sinn mehr macht?

Ich bedanke mich bei euch fürs lesen.
Sommermama2017
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Re: Stillen als Thema für mich abschließen?

Beitrag von Sommermama2017 »

((NaNeNu)) du liest dich sehr traurig.

Man kann schon versuchen, das Baby an die Brust zurückzuführen. Es gibt da verschiedene Schritte, wie Flasche neben der nackten Brust geben, "Paced bottle feeding", einmal mit Flaschensauger an die Brust, dann Stillhütchen, dann ohne, zb parallel mit dem Brusternährungsset.

Das ist halt einige Wochen mindestens mehr Aufwand und ob du zum Vollstillen kommst, kann man vorher nicht unbedingt sagen, wenn dann nur die Stillmods.

Ein bisschen Steigerung ist fast immer drin...

Du musst halt selber entscheiden, wie viel Zeit und Energie du investieren möchtest. Du kannst auch einfach mit Hilfe und Anleitung von hier anfangen und jederzeit wieder abbrechen.
Wenn du Beratung von den Stillmods möchtest, musst du noch die Fragen beantworten (im Stillforum, Link suche ich gleich raus).

Dir jedenfalls alles Gute und dass du irgendwann alles annehmen kannst.
Liebe Grüße von Sommermama mit L. 07/17 und A. 01/21
Sommermama2017
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Re: Stillen als Thema für mich abschließen?

Beitrag von Sommermama2017 »

Liebe Grüße von Sommermama mit L. 07/17 und A. 01/21
NaNeNu
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Re: Stillen als Thema für mich abschließen?

Beitrag von NaNeNu »

Dankeschön, Sommermama.
Du hast Recht, ich bin sehr traurig. Mal mehr und mal weniger-heute ist wieder einer der sehr schmerzhaften Tage. Ich weiß gar nicht genau, weshalb.

Ich würde schon gerne einen Versuch der Rückführung wagen. Vollstillen ist gar nicht mein Ziel, ich würde mich mit so viel weniger schon zufrieden geben :-) Die Fragen schaue ich mir an. Hab vielen Dank.
NaNeNu
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Re: Stillen als Thema für mich abschließen?

Beitrag von NaNeNu »

Fragen:

* Ist Euer Baby ein Junge oder ein Mädchen?
Mädchen, 5 Monate.

* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, wenn ja, mit was (Muttermilch, Formulanahrung)? Schreibt bitte die Mengen auf (wie oft und wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Sie bekommt ca 6x /Tag PreNahrung per Flasche (ca 120ml pro Mahlzeit), zusätzlich 1-2x / Tag abgepumpte MuMi aus der Flasche. Am Tag pumpe ich 150-180 mal ab.

* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: Wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Leider kein Stillen. Gelegentlich hatte ich Anlegeversuche, die scheitern. Sie brüllt dann nur und verlangt nach der Flasche.

* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang?
1-2x / Tag Stuhlgang, ca 8 nasse Windeln.

* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Andocken nach der Geburt klappte gar nicht, ich bekam im KH schnell Stillhütchen wegen meiner flachen Warzen. Damit konnte sie die ersten Wochen stillen (aber sie wurde von Anfang an zugefüttert per Flasche) aber es funktionierte immer schlechter. Sie saugte dann nicht lange genug bis die Milch floss und brüllte. Ich stelle dann irgendwsnn das Stillen ein. Ohne Hütchen hat sie noch nie angedockt.

* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller
Flaschen von Lansinoh, Stillhütchen. Keinen Schnuller.

* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Nein, die Hebamme war keine große Hilfe bei dem Thema und der Kinderarzt sagte, Kinder werden auch mit Pre Nahrung groß;-(

* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Ich habe Adipositas (180cm, 120 Kg) und eine Schilddrüsenunterfunktion, nehme L-Thyroxin. Die Kleine kam per Kaiserschnitt.

* Falls dieses Kind nicht Dein erstes ist, beschreibe bitte kurz Deine Stillerfahrung mit Deinem/Deinen größeren Kind/ern.
Es ist mein erstes Kind.
Sommermama2017
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Re: Stillen als Thema für mich abschließen?

Beitrag von Sommermama2017 »

Da fällt mir direkt auf: wurden die Schilddrüsenwerte nach der Geburt kontrolliert? Da kann sich wohl (während/nach der Schwangerschaft) auch mal was ändern.
Liebe Grüße von Sommermama mit L. 07/17 und A. 01/21
NaNeNu
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Re: Stillen als Thema für mich abschließen?

Beitrag von NaNeNu »

Hallo Sonmermama,

ja die Werte wurden kontrolliert.

Liebe Grüße
NaNeNu
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Re: Stillen als Thema für mich abschließen?

Beitrag von NaNeNu »

Ergänzung: da meine Kleine heute viel vom Papa betreut wird hatte ich die Zeit, hier noch mal sehr viel nachzulesen. Ich würde es sehr gerne versuchen, sie nochmal an die Brust bzw. an das Hütchen zu bekommen. Nicht zum Vollstillen, aber vielleicht ab und an.. Wir starten ja auch bald mit der Beikost, vielleicht wäre es möglich, sie neben der Beikost teilzustillen.

Ich wäre ganz arg dankbar, wenn sich die Tage einer von den tollen Stillberaterinnen bei mir melden würde mit einer ehrlichen Einschätzung, ob das jetzt noch Sinn macht. Und falls ja, den Weg mit mir zu gehen :-) Ganz lieben Dank.
WuselSusl
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Re: Stillen als Thema für mich abschließen?

Beitrag von WuselSusl »

Liebe NaNeNu,
Deine Geschichte berührt mich sehr!
Ihr hattet einen wirklich schweren Start... und ich finde es bemerkenswert, wie sehr du gekämpft hast und dass du es mit dem Stillen nochmal versuchen willst 💪 Wie viel da möglich ist, kann dir nur eine Stillberaterin sagen bzw. mit dir gemeinsam herausfinden.
Aber mit dem Pumpen hast du ja schonmal die Milchproduktion aufrecht erhalten... und deine Tochter hat die ganze Zeit über Muttermilch bekommen und da zählt bekanntlich jeder Tropfen ❤️
Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und werde mit dir mitfiebern!
mit Töchterchen 02/2023 und Babyboy 12/2024
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Re: Stillen als Thema für mich abschließen?

Beitrag von NaNeNu »

Danke liebe Susi für deine Worte. Ich finde es so toll, dass man sich hier austauschen kann. Das tut so gut! :-)
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