Taschengeld wandert in Videospiele

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Jamelek
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Taschengeld wandert in Videospiele

Beitrag von Jamelek »

Seit einigen Wochen spielt mein 10 jähriger gerne ein zunächst kostenfreies Videospiel. Wie bei vielen finanziert sich dieses über kostenpflichtige Erweiterungen, für welche er momentan gerne fleißig sein Taschengeld hergibt/ alternativ auch das Nikolausgeld von den Großeltern. Da habe ich jetzt aber erstmal Stop gesagt. Es ging hier um eine Erweiterung für knapp 15 €. Vorher waren es mal 3, mal 6 €, aber das läppert sich ja auch. Und eigentlich will ich das nicht. Bin ich jetzt einfach oldschool, weil ich ohne Videospiele aufgewachsen bin?
Er bekommt wöchentlich 5 € und jetzt gab es von den Großeltern zum Nikolaus 20 €. Zusätzlich bekommt er sein Geld zur freien Verfügung, wenn er was von seinen alten Spielsachen verkauft.

Wie handhabt ihr das?
Es ist halt auch so, dass seine Interessen auch mal schnell wechseln und dann interessiert ihn das Spiel von einen Tag auf den anderen nicht mehr. Ein Switchspiel könnte man dann verkaufen, aber hier ist es halt einfach weg. Wobei ich ja auch von Zeit zu Zeit einen kostenpflichtigen Film streame. Wäre ja das Gleiche. Allerdings ist das bei mir sehr gemäßigt.
Und ursprünglich war mein Grundgedanke ja, Taschengeld darf er ausgeben wofür er mag.
Jamelek
Alleinerziehend mit 2 wundervollen Jungs 2000 & 2013
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Kleine
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Re: Taschengeld wandert in Videospiele

Beitrag von Kleine »

Ich habe meinen Kindern erklärt, warum das Spiel sie animieren möch, Geld auszugeben (abgesehen davon, dass sie das nicht ohne mich machen können). Sie haben das Prinzip ganz schnell verstanden und seitdem haben wir keine Diskussionen mehr darüber.

Aber ja, das habe ich untersagt bzw. haben wir in diesem Zusammenhang festgelegt, dass man Dinge vom Taschengeld kauft, die man anfassen kann. War aber nach dem Gespräch auch keine große Sache mehr.
LG
Anika

mit Grinsebacke (04/11) & Mini-Kämpfer (11/14) an der Hand, Blondinchen und den wilden Jungkatern auf der Bettdecke sowie Apportierkatze, rotem Einohrtiger und Kampfkuschelkater fest im Herzen
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Füchschen
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Re: Taschengeld wandert in Videospiele

Beitrag von Füchschen »

Ich würde es beim Taschengeld nicht verbieten, denn er muss lernen damit umzugehen. Beim Nikolausgeld wäre ich da strikter und würde es verbieten.
Hier wurde Brawlstars auch gezockt und auch mal Geld ausgegeben, aber mein Sohn hat ziemlich schnell gemerkt, dass das alles nicht gut ist und zahlt jetzt nichts mehr für seine Spiele.
Füchschen mit ihrem Jungfuchs Merley (12/08)
Jadzia
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Re: Taschengeld wandert in Videospiele

Beitrag von Jadzia »

Solche Spiele sind so konzipiert dass sie süchtig machen.

Daher darf Dax nur mit Absprache Erweiterungen kaufen. Sie muss immer über die Hürde Diskussion und bei Wiederholtem Wunsch (wenn die Erweiterung nicht zufrieden stellt) schränke ich das auch ein.
Alles kann, Liebe muss

Jadzia mit Dax (03/11)

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Mirimama
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Re: Taschengeld wandert in Videospiele

Beitrag von Mirimama »

Ja, der Suchtfaktor wäre für mich das Ausschlusskriterium. Ich habe dazu mal einen Vortrag gehört von einer Expertin, die unter anderem darüber referierte, welche Computerspiele wie gefährlich sind und warum.
Sie sagte, es gehe dabei nicht nur um offensichtlich jugendgefährdende Inhalte wie z.B. Gewalt, sondern eben genau um solche Bezahlsysteme, die irgendein Hirnareal triggern, das das Suchtzentrum steuert. Manche Menschen sind dafür generell anfälliger als andere, falls es familiäre Vorbelastung in dieser Hinsicht gibt, ist das Risiko nochmal erhöht. Und generell lässt sich scheinbar sagen, dass Menschen, deren Triggerpunkte schon früh aktiviert wurden (sehr laienhaft ausgedrückt jetzt, sorry!), später ein erhöhtes Risiko für Suchterkrankungen unterschiedlichster Art haben.

Selbst wenn mit digitalen, fiktiven Währungen (irgendwelchen Coins oder sowas) bezahlt werde, löse das diesen Effekt aus. Daher sei sogar ein Spiel wie Candy Crush, das ganz harmlos daherkomme, durchaus als gefährliches Spiel zu werten. Fand ich echt bedenklich. Selbst Fifa zählte zu den gefährlichen Spielen.

Ich finde es richtig nervig, dass es nicht mehr so einfach ist wie früher, dass man einfach ein Spiel kauft und das ist es dann. Keine Werbung, keine Bezahloption. Einfach das Spiel. Man muss so viel im Blick behalten und aufpassen als Eltern - anstrengend!
Ich und my little lovers of life (07/11, 07/14, 07/17 und 02/22)
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Mirimama
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Re: Taschengeld wandert in Videospiele

Beitrag von Mirimama »

Und auch die Höhe der Summen spiele keine Rolle bei diesen Suchtauslösern. Selbst 1€ führe scheinbar dazu, dass das aktiviert wird.
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Re: Taschengeld wandert in Videospiele

Beitrag von LilyGreen »

Ich möchte gerne zum Suchtfaktor noch etwas ergänzen:
Viele Spiele oder Spielehersteller die sich besonders dreist über Extras finanzieren haben einen sehr schlechten Ruf unter Gamern. Das erstreckt sich oft auch auf die Spieler, die bereit sind für so etwas zu zahlen.
Wenn du bereit bist dich mit dem Thema zu befassen, kannst du dazu mit Sicherheit einiges in den typischen Influencer Kreisen finden. Vielleicht ist das für dein Kind relevanter als ein einfaches klassisches Verbot deinerseits.
☀️ Summer Child (6/16) ☀️
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Amber
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Re: Taschengeld wandert in Videospiele

Beitrag von Amber »

Hhhhmmmm... Wirklich kontrollieren kann man das eh nicht. Gibt überall Gutscheine für Spielplattformen wie Steam zu kaufen, das geht nicht nur online. Ich würde das thematisieren, auch die Suchtgefahr, erklären, so wie Kleine es schrieb. Aber verbieten nicht. Bei uns dürfen die Kinder ihr Taschengeld ausgeben wofür sie wollen. Geburtstagsgeld landet aber aufm Konto.
"On ne connaît son chemin que quand on arrive au bout." (Le Destin - Bénabar) 🎶
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joko
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Re: Taschengeld wandert in Videospiele

Beitrag von joko »

Ich habe das (brawlstar) auch verboten. Ein Freund von Sohn 2 hat dort über 500€ gelassen, das war schon...auch bisschen abschreckend.
Aber der Suchtfaktor war größer (ich habe letztlich das ganze Spiel verboten, es nahm sehr unschöne Ausmaße an).
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Re: Taschengeld wandert in Videospiele

Beitrag von Nachtblau »

Oh, na prima. Voll falsch gemacht hier. 🙈

Bei uns ist das durchaus auch Thema und mit dem Taschengeld (hier 3 Euro die Woche) war ich da eigentlich relativ locker. Für mich war Kram oder Süßigkeiten, wie bei der Krabbe, da eigentlich das größere Übel. Es ist allerdings schon so, dass ich ihm da schon die Gesamtsumme unter die Nase gehalten habe (ich muss jeden Kauf genehmigen und sehe dementsprechend die Historie) und gesagt habe, dass es jetzt mal reicht. Leider lief das mit dem Geld zum Nikolaus gleich über die Oma, sodass ich da nicht mehr viel sagen konnte. Also klar, hätte schon, aber was zurückzunehmen, was bereits erlaubt war und eo dann noch die Überzeugung "aber es ist doch mein Geld" vorherrscht. Schwierig. Ich habe allerdings abgebogen, dass dann nochmal 15 Euro darin verschwinden, weil nee. So richtig glücklich macht mich das aber auch nicht.

Ich lese deswegen mal mit. Du bist auf jeden Fall nicht allein mit dem Thema.
Sprotterich (09/12), Krabbe (03/15)
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